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Woyzeck Analyse Szene 4

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 Woyzeck - Analyse Szene 4
Die zu analysierende Szene stammt aus dem im Jahre 1879 veröffentlichten und 1913
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Kurze Analyse zu Büchners "Woyzeck" Szene 4 im Deutsch GK

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Woyzeck - Analyse Szene 4 Die zu analysierende Szene stammt aus dem im Jahre 1879 veröffentlichten und 1913 uraufgeführten Dramenfragment „Woyzeck“ von Georg Büchner und handelt von Franz Woyzeck, einem armen Soldaten, welcher, nachdem er von seiner Geliebten Marie betrügt und von seinen Vorgesetzten ausgenutzt wird, immer weiter seinem psychischen Wahn verfällt und schlussendlich Marie ermordet. Das Werk kann durch seine zeitliche Entstehung der Literaturepoche des Vormärz zu geordnet werden und spiegelt auch einige der epochentypischen Merkmale, wie die Kritik an Gesellschaftsordnung und sozialen Verhältnissen der Unterschicht, wider. Im Folgenden wird Szene vier „Kammer“ näher betrachtet. In der gegebenen Szene sitzt Woyzecks Geliebte Marie mit ihrem gemeinsamen Sohn in ihrem Zimmer und versucht diesen zum Schlafen zu bringen, während sie über die unterschiedlichen Verhältnisse der Menschen nachdenkt. Marie erschreckt sich als Woyzeck zu ihr tritt und versucht die Ohrringe, die sind in der vorigen Szene von dem Tambourmajor bekommen hat, zu verstecken und behauptet anschließend, dass sie sie gefunden habe. Woyzeck scheint Maries Untreue zu vermuten, lenkt jedoch ein und lässt noch Geld da, bevor er geht und lässt Marie und seinen Sohn zu Hause zurück, welche nun von einem schlechten Gewissen und einem inneren Konflikt geplagt ist. Georg Büchner nutzt verschiedene sprachliche Mittel bei der Ausdrucksweise seiner Charaktere, um so ihren gesellschaftlichen Hintergrund und sozialen Probleme...

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zusätzlich zu unterstreichen und die Handlung so widerzuspiegeln. Die gegebene Szene kann in zwei Teile aufgeteilt werden. Die erste Hälfte (S. 10 Z. 25 – S. 11 Z. 15) besteht aus einem Monolog Maries, während es sich in der zweiten Hälfte (S. 11 Z. 16- 34) um einen Dialog zwischen Marie und Woyzeck handelt. Zu Beginn der Szene schaut Marie sich einem Stückchen Spiegel selbst an und äußert sich: "Was die Steine glänze!" (S. 10 Z. 26). Diese dialektale Färbung und Verwendung des falschen Fragepronomos „was“ anstatt „wie“ zeigt Maries mangelnde Bildung anhand der schlechten Sprachbeherrschung. Dies lässt sich auch bei Woyzeck finden: „Was der Bub schläft.“ (S. 11 Z. 24). Durch grammatikalische und sprachliche Fehler der Personen wird ihre schlechte Bildung, welche durch ihre Angehörigkeit der Unterschicht und Armut zustande kommt, unterstrichen und zeigt die begrenzten Möglichkeiten bzw. Zugang zu dieser auf. An anderen Stellen sind andere sprachliche Besonderheiten zu finden. So nutzen beide Personen ebenfalls viele umgangssprachliche Verkürzungen, wie z.B. „Sº ist gut, Marie“ (S. 11 Z. 24) und „Ein Ohrringlein; hab's gefunden" (S. 11 Z. 21). Die Zugehörigkeit zu einer niedrigeren sozialen Schicht wird erneut deutlich. ‚Was sind's für?" (S. 10 Z. 27), so Marie, als sie die glänzenden Steine betrachtet und drückt sich in einer Ellipse aus. Auch in anderen Beispielen, wie „Ich hab so noch nix gefunden“ (S. 11 Z. 22), wird in Ellipsen gesprochen und Sätze grammatikalisch unvollständig und verkürzt gelassen, um so vermeintlich eine Verstärkung des Inhalts zu erzielen, obwohl dieser eigentlich klar ist. Auch anhand von kurzen, aneinandergereihten Sätzen, sowie parataktischen Strukturen wird es offensichtlich das keine komplexen Satzstrukturen im sprachlichen Gebrauch genutzt werden. Marie versucht ihren Sohn mit den Worten „Schlaf, Bub! Drück die Auge zu, fest [...], noch fester, bleib so, still oder er holt dich“ (S. 10 Z. 28 – S. 11 Z. 2) einzuschläfern. Es wird deutlich das über die Sprache Bedürfnisse und Gefühle nur unzureichend vermittelt werden können. Auch durch Woyzecks spätere Aussage ,,Greif ihm unter's Ärmchen, der Stuhl drückt ihn. [...]" (S. 11 Z. 24ff.) wird diese Emotionslosigkeit erneut unterstrichen. Dies führt somit 99 zu einer Isolation der einzelnen Personen und verhindert eine Verbindung über gefühlvolle sprachliche Ausdrucksweise und akkurate Vermittlung der Bedürfnisse. Mit einem Volkslied versucht Marie sich selbst Mut zuzusprechen: „Mädel mach's Ladel zu, S' kommt e Zigeunerbu [...]" (S. 11 Z. 3ff.). Es handelt von einem Mädchen, welches von einem Zigeuner in ein Zigeunerland geführt wird und deutet somit schon auch Maries zukünftige Affäre mit dem Tambourmajor an. Es wird offensichtlich, wie die Figuren der gegebenen Geschichte und Gesellschaft folgen und scheinbar so gar keine andere Wahl haben und in diesen Zuständen gefangen sind und ihr Schicksal somit wie festgelegt zu sein scheint. Somit wird auch hier nochmal der soziale Hintergrund und die Probleme der Figuren unterstrichen. Abschließend ist so also zusammenfassend zu sagen, dass Büchner die Ausdrucksweise seiner Figuren bewusst nutzt, um so ihren Hintergrund, sowie auch die Beziehungen zueinander zu unterstreichen. So wird anhand des umgangssprachlichen und fehlerhaften Sprachgebrauchs der niedrige Bildungsstand von Marie und Woyzeck und ihre schlechte Herkunft und Armut gezeigt, welche schlussendlich zu Maries Affäre mit dem Tambourmajor führt und zu Woyzecks Mord. Hier stellt Büchner also dar, wie sehr die sozialen Umstände Personen und ihr Leben beeinflussen, obwohl sie für diese gegebene Ungerechtigkeit und ihr Leiden erstmal nichts können und sogar hart arbeiten, um keinem Elend zu verfallen. Außerdem wird in dieser Szene klar, wie Woyzeck und Marie sich zunehmend voneinander entfernen durch ihre abgehackten Sätze. Maries Notlüge scheint für Woyzeck offensichtlich und die Vermutung Maries anfänglicher Beziehung mit dem Tambourmajor wird geweckt, doch dies versucht er zu ignorieren und wimmelt sie mit seinen Worten ab. Es wird gezeigt, wie sehr er sich auf sie verlässt und so den Gedanken einer möglichen Affäre lieber direkt verwirft. So wird hier unterstrichen wie unterschiedlich die zwei Partner zu einander stehen und durch ihre Armut ein Keil zwischen sie getrieben wird, in dem Marie sich durch Woyzecks vieles Arbeiten vernachlässigt fühlt, obwohl dieser nur versucht seine Familie zu versorgen und der andauernden Armut zu entkommen unter der sie durch das ungerechte gesellschaftliche Gefüge leiden müssen.

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Vielen Dank, wirklich hilfreich für mich, da wir gerade genau das Thema in der Schule haben 😁

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