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Woyzeck Szenenanalyse: Szene 4 ,,Kammer”

24.11.2022

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Szene 4 ,,Kammer"
Szenenanalyse der Szene 4 ,,Kammer"
Die 4. Szene ,,Kammer" stammt von Georg Büchners Dramenfragment ,,Woyzeck" und wurde 1
Szene 4 ,,Kammer"
Szenenanalyse der Szene 4 ,,Kammer"
Die 4. Szene ,,Kammer" stammt von Georg Büchners Dramenfragment ,,Woyzeck" und wurde 1

Szene 4 ,,Kammer" Szenenanalyse der Szene 4 ,,Kammer" Die 4. Szene ,,Kammer" stammt von Georg Büchners Dramenfragment ,,Woyzeck" und wurde 1967 veröffentlicht. Das Dramenfragment thematisiert den Soldaten Woyzeck, der durch seine soziale Unterlegenheit von der Oberschicht gedemütigt und ausgenutzt wird. Als Marie ihn mit dem Tambour-major betrügt, bringt er sie um. Der Schwerpunkt dieser Szene ist, dass Marie vom gesellschaftlichen Aufstieg träumt und den Tambourmajor Woyzeck ersetzt, weil dieser Maries Bedürfnisse nicht erfüllen kann. Vor der genannten Szene erfahren wir, dass Woyzeck und Marie ein uneheliches Kind haben. Als Marie und Woyzeck auf dem Jahrmarkt sind, zeigt Marie Interesse gegenüber dem Tambour-major. Nach der genannten Szene geht Marie mit dem Tambour-major eine sexuelle Beziehung ein. In der gegebenen Szene betrachtet sich Marie in einem kaputten Spiegel und bewundert ihre neuen goldenen Ohrringe, die sie vom Tambour-major geschenkt bekommen hat. Währenddessen versucht sie ihren Sohn Christian zum Einschlafen zu bringen und denkt dabei über ihren sozialen Status in der Gesellschaft nach. Als Woyzeck nach Hause kommt, um Marie das Geld zu geben, bemerkt er die Ohrringe und spricht sie darauf an, wobei Marie ihn anlügt und behauptet, dass sie die Ohrringe gefunden hat. Woyzeck geht fort zu seiner Arbeit und Marie ist im Gewissenskonflikt, denn einerseits hat sie Schuldgefühle und anderseits schiebt sie ihre Bedenken an die Menschheit. Zunächst...

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Alternativer Bildtext:

handelt es sich in der Szene um einen Monolog von Marie, welcher im zweiten Teil zu einem Dialog (Konfliktdialog) wird, als Woyzeck nach Hause kommt. Zu Beginn der Szene betrachtet Marie ihre neuen Ohrringe, die sie vom Tambour-major bekommen hat. Sie ist fasziniert von den Ohrringen, da es sich um goldene und kostbare Steine handelt (vgl. Z.27;7). Marie singt ein Lied, wo sie ihren Treuebruch und ihre Reue offenbart (vgl. Z.3-6). Dabei weist sie daraufhin, unterstützt durch den Neologismus ,,Zigeunerland" (Z.6), dass sie nicht auf die Verführung anderer hätte eingehen sollte und somit auch nicht Fremdgehen hätte sollen. Als nächstes betont und bewundert sie, dass es sich um goldene Ohrringe handelt (vgl. Z.7). Diese wird durch einen ellipstischen Satzbau unterstützt. Sie bemitleidet sich selber, weil sie nur ein ,,Eckchen" (Z.8) und ein,,Stückchen" (Z.8) in der Welt sei. Diese diminutiven Wörter heben ihre Armut und ihre soziale Lage hervor. Der Tambour-major lässt Marie träumen und er kann im Gegensatz zu Woyzeck ihre Bedürfnisse befriedigen. Sie vergleicht sich mit den Adeligen, also mit den Frauen der oberen Gesellschaftsschicht. Dabei bemerkt sie, dass diese von ,,schönen Herren" (Z.10) umgeben sind und sie nur ein ,,armes Weibsbild" (Z.12) ist. Durch die Verwendung von Vergleichen wird die soziale Ungleichheit hervorgehoben. Wiederholt droht sie ihrem Kind, dass er einschlafen solle, sonst würde er blind werden. Diese Beziehung zu ihrem Kind verdeutlicht, dass Marie nur ihren gesellschaftlichen Aufstieg vor Augen hat, da sie sich nicht um ihr Kind kümmern möchte und ihm drohend sagt, es solle einschlafen. Marie versucht ihr Kind Christian zum Einschlafen zu bringen, indem sie dem Kind droht, dass jemand ihn holen komme, wenn er seine Augen nicht schließt (vgl. Z.1-2). Diese Aussage wird durch einen Klimax unterstrichen (vgl Z.1-2). Diese Art von Erziehungsmitteln ist ein typisches Merkmal des Pauperismus und verdeutlicht somit ihre Armut. Als Woyzeck erscheint, versteckt Marie ihre Ohrringe. Jedoch entdeckt Woyzeck ihre Ohrringe (vgl. Z.16-20). Auf die Frage von Woyzeck, woher sie den Schmuck hat, reagiert sie mit Empörung und versucht anhand der rhetorischen Frage, ,,Bin ich ein Mensch?" (Z.23) abzulenken. Die Ellipse in Zeile 24 verdeutlicht, dass Woyzeck sich mit Marie nicht weiter streiten möchte und nicht mehr auf den Konflikt eingeht. Woyzeck wendet sich dem Kind Christian zu und bittet Marie den Jungen bequemer zu halten (vgl. 24-25). Die Schweißtropen erinnern ihn an das Leben ,, der armen Leute" (Z.27). Die Hyperbel,,alles Arbeit" (Z.26) unterstreicht das ganze. Woyzeck bleibt nicht lange bei seiner Familie, was nochmal verdeutlicht, dass er gestresst ist und so arm ist, dass er mehreren Arbeiten nachgehen muss. Deshalb kann er Marie nicht seine Aufmerksamkeit schenken. Nachdem Woyzeck nicht mehr da ist, macht sich Marie Selbstvorwürfe und schämt sich (vgl. Z. 32). Dieses schlechte Gewissen ist vor allem dann hervorgerufen worden, als Woyzeck Marie das Geld übergibt und Marie nochmal bewusst wurde, dass sie finanziell von Woyzeck abhängig ist. Allerdings wechselt sich ihre Stimmung. Durch die Interjektion ,,Ach"(Z.33) wird deutlich, dass sie ihre moralischen Vorwürfe an sich selbst nicht mehr beachtet und deshalb fatalistische Gedankengänge aufweist (vgl. Z.33-34). In dieser Szene werden viele elliptische und parataktische Sätze verwendet, welches den geringen Bildungsstand der Armen unterstreicht. Woyzeck und Marie haben im Hinblick auf den sozialen Status eine symmetrische Beziehung, wobei Marie von Woyzeck finanziell abhängig ist. Allerdings ist ersichtlich, dass es zwischen den beiden eine Entfremdung gibt, denn beide verstehen einander nicht und Marie ist nicht ehrlich zu Woyzeck. Außerdem erkennt man einen emotionalen Kälten zwischen den beiden, da sie in kurzen Sätzen antworten. Woyzeck wird somit im Drama als Opfer der Gesellschaft dargestellt. Anhand dieser Szene lässt sich feststellen, dass Marie sich durch den Tambour-major einen gesellschaftlichen Aufstieg erhofft. Dabei ist sie in einem Gewissenskonflikt, da sie einerseits Schuldgefühle hat und anderseits Ihre Bedürfnisse nur dann befriedigt bekommt, wenn sie Woyzeck betrügt.