Die Theorie der Pflegesysteme
Die 3 Pflegesysteme nach Orem bieten einen strukturierten Rahmen für die Art und den Umfang der benötigten Pflegeunterstützung. Jedes System entspricht einem unterschiedlichen Grad an Pflegebedürftigkeit.
Das vollständig kompensatorische Pflegesystem kommt zum Einsatz, wenn die pflegebedürftige Person ihre Selbstpflegehandlungen nicht mehr selbst durchführen kann. Hier übernimmt die Pflegekraft die gesamte Pflege – beispielsweise bei bewusstlosen Patienten oder Menschen mit schwerer Demenz.
Beim teilweise kompensatorischen System teilen sich Pflegekraft und Patient die Pflegehandlungen. Der Patient führt aus, was er kann, und erhält Unterstützung bei den Handlungen, die er nicht selbstständig bewältigen kann. Das unterstützend-erzieherische System ist für Patienten gedacht, die hauptsächlich Anleitung und Beratung benötigen, um ihre Selbstpflege durchzuführen.
Die Pflegekraft kann verschiedene Methoden des Helfens anwenden: für andere handeln, anleiten, psychische Unterstützung geben, eine förderliche Umgebung schaffen und unterrichten. Diese Methoden werden je nach Pflegesystem und individueller Situation unterschiedlich kombiniert, um eine optimale Pflege zu gewährleisten.
💡 Das Pflegemodell Orem anwenden bedeutet, flexibel zwischen den drei Pflegesystemen zu wechseln, je nachdem, wie sich die Fähigkeiten des Patienten entwickeln – zum Beispiel von vollkompensatorisch zu teilweise kompensatorisch während der Rehabilitation nach einem Unfall.