Methodik und Komponenten des Genuine Progress Indicator (GPI)
Der Genuine Progress Indicator (GPI) basiert auf einer komplexen Methodik, die das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um verschiedene soziale und ökologische Faktoren korrigiert. Diese Herangehensweise zielt darauf ab, ein umfassenderes Bild des gesellschaftlichen Wohlstands und Fortschritts zu zeichnen.
Die Berechnung des GPI beginnt mit den privaten Konsumausgaben als Ausgangspunkt, ähnlich wie beim BIP. Allerdings werden diese Ausgaben dann durch verschiedene Faktoren angepasst:
- Einkommensverteilung: Die privaten Konsumausgaben werden mit einem Index der ungleichen Einkommensverteilung gewichtet. Dies berücksichtigt die sozialen Kosten der Ungleichheit, einschließlich des abnehmenden Grenznutzens für wohlhabendere Bevölkerungsgruppen.
Highlight: Die Berücksichtigung der Einkommensverteilung Deutschland im GPI macht diesen Indikator besonders sensibel für Veränderungen in der sozialen Gerechtigkeit.
- Unbezahlte Arbeit: Der GPI schätzt den ökonomischen Nutzen von unbezahlter Arbeit, wie Freiwilligenarbeit, Hausarbeit und Kindererziehung. Auch der Nutzen von Haushaltskapital und öffentlicher Infrastruktur wird einbezogen.
Example: Wenn jemand seine Eltern pflegt, würde dies im BIP nicht erfasst. Der GPI hingegen bewertet diese Leistung so, als würde man eine professionelle Pflegekraft dafür bezahlen.
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Defensive Ausgaben: Der GPI zieht verschiedene defensive Ausgaben ab, die im Zusammenhang mit negativen Auswirkungen wirtschaftlicher Aktivitäten stehen. Dazu gehören Kosten für Umweltverschmutzung, Verkehrsunfälle und den Verlust von Freizeit.
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Natürliches Kapital: Ein wesentlicher Unterschied zum BIP liegt in der Behandlung natürlicher Ressourcen. Der GPI betrachtet die Abnutzung oder Zerstörung von natürlichem Kapital als Kosten und zieht diese ab.
Vocabulary: "Natürliches Kapital" bezieht sich auf den Bestand an natürlichen Ressourcen und Ökosystemen, die Güter und Dienstleistungen für die menschliche Gesellschaft bereitstellen.
Der GPI unterscheidet sich vom Index of Sustainable Economic Welfare (ISEW) hauptsächlich in einigen spezifischen Berechnungen und Datenquellen, insbesondere seit einer Aktualisierung im Jahr 2006. Beispielsweise bewertet der GPI die Verfügbarkeit von Ökosystemdienstleistungen und deren Schädigung durch menschliche Aktivitäten.
Quote: "Damit umrandet der GPI eine weiter gefasste Vorstellung von Fortschritt, und er bezieht auch die Nachhaltigkeit mit ein."
Ein anschauliches Beispiel für die unterschiedliche Bewertung im GPI im Vergleich zum BIP ist die Landwirtschaft:
Example: Bei gleicher Erntemenge erzielt die Bewässerung mit natürlich regenerierbarem Wasser aus Grundwasser und Flüssen einen höheren GPI-Wert als die Nutzung von nicht erneuerbarem, fossilem Wasser aus Aquiferen. Im BIP würde dieser Unterschied nicht erfasst werden.
Durch diese umfassende Betrachtungsweise bietet der GPI ein differenzierteres Bild des gesellschaftlichen Fortschritts als das BIP. Er berücksichtigt nicht nur wirtschaftliches Wachstum, sondern auch soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit, was ihn zu einem wertvollen Instrument für eine ganzheitliche Bewertung der gesellschaftlichen Entwicklung macht.



