Entstehung und Ziele des Stabilitätsgesetzes 1967
Das Stabilitätsgesetz von 1967 entstand als Reaktion auf die erste Wirtschaftskrise nach dem deutschen Wirtschaftswunder. Im Jahr 1966 erlebte Deutschland eine Depression, die durch einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit, einen Einbruch bei Industrieaufträgen und einen deutlichen Preisanstieg gekennzeichnet war. Diese Situation führte zu einem Wählerwechsel zur NPD, die eine aktive Konjunktur- und Wachstumspolitik forderte.
Als Antwort auf diese Krise wurde am 14. Juni 1967 das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz verabschiedet. Dieses Gesetz markierte einen radikalen Kurswechsel vom ordoliberalen Grundprinzip hin zu einer aktiven Wachstums- und Konjunkturpolitik.
Die Stabilitätsgesetz 1967 Ziele waren:
- Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft
- Erreichung eines gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts
Diese Ziele wurden im sogenannten "Magischen Viereck" konkretisiert:
- Stabilität des Preisniveaus
- Hoher Beschäftigungsstand
- Außenwirtschaftliches Gleichgewicht
- Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum
Definition: Das Magische Viereck bezeichnet die vier gleichzeitig anzustrebenden Ziele der Wirtschaftspolitik gemäß dem Stabilitätsgesetz.
Highlight: Die Bezeichnung "magisch" deutet darauf hin, dass die gleichzeitige Erreichung aller Ziele als sehr schwierig angesehen wird.
Das Gesetz erlaubte begrenzte Eingriffe in die Rechte und Freiheiten von Institutionen, die am volkswirtschaftlichen Geschehen teilhaben. Die konkreten Zielwerte unterliegen dabei politischen Entscheidungen der Regierung und orientieren sich am Machbaren, nicht am Wünschbaren.
Quote: "Orientierung nur am Machbaren, nicht am Wünschbaren"




