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Protektionismus

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 Der Protektionismus
Der Protektionismus ist eine Form der Außenhandelspolitik. Er umfasst jegliche Maßnahmen
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Ausarbeitung des Protektionismus im Erdkunde GK Q1 - Definition - Vor- und Nachteile - Inwiefern zeigt die Wirtschaftspolitik der Protektionismus eine Alternative zum Frei-handel auf und an welche Grenzen stößt sie?

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Der Protektionismus Der Protektionismus ist eine Form der Außenhandelspolitik. Er umfasst jegliche Maßnahmen in Form von Handelshemmnissen, welche ein Staat einsetzt, um ausländische Anbieter auf dem Inlandsmarkt zu benachteiligen und damit den inländischen Markt vor ausländischer Konkur- renz zu schützen. Dies ist besonders wichtig, wenn ein Land sich aufgrund eigener teurerer Produktionsbedingungen vor der billigeren ausländischen Konkurrenz schützen möchte. Ein weiterer Grund ist die Förderung technischer Entwicklungen in der inländischen Industrie und der Aufbau neuer Industriezweige bis zum Erreichen der Wettbewerbsfähigkeit ohne den Druck der ausländischen Konkurrenz. Bei den Handelshemmnissen wird grundsätzlich zwischen tarifären und nichttarifären Handels- hemmnissen unterschieden. Tarifäre Handelshemmnisse haben einen direkten Einfluss auf die Preise von Gütern. Zölle bei- spielsweise verteuern den Import von eigentlichen günstigeren Waren aus dem Ausland und sorgen damit dafür, dass gleichartige im Inland teurer hergestellte Waren attraktiver werden und der Import aus dem Ausland abnimmt. Ein weiteres Beispiel tarifärer Handelshemmnisse sind Subventionen. Subventionen sind staatliche Zuschüsse zur Unterstützung bestimmter Wirtschaftszweige oder einzelner Unternehmen. Sie ermöglichen das Überleben dieser Wirt- schaftsbereiche, welche ohne die Unterstützung den günstigeren ausländischen Konditionen von Produkten nicht standhalten könnten. Auch Exportsubventionen gehören in den Bereich der tarifären Handelshemmnisse. Der Staat unterstützt dabei den Export bestimmter Güter ins Ausland, welche sich ansonsten aufgrund ihrer hohen Produktionskosten auf dem Weltmarkt nicht durchsetzen könnten. Die Subventionen ermöglichen, dass das Produkt im...

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Ausland güns- tiger angeboten werden kann. Nichttarifäre Handelshemmnisse dagegen wirken sich nicht direkt auf den Preis von Waren aus, sondern erschweren ausländischen Unternehmen den Zugang zum inländischen Markt. Ein sol- ches Handelshemmnis ist die Einfuhrkontingente, auch Importquote genannt. Der Staat legt die maximale Menge eines Produktes fest, welche in einem bestimmten Zeitraum in dieses Land importiert werden darf. Damit begrenzt er die Importmenge bestimmter Güter aus dem Aus- land. Zudem können auch Standards wie beispielsweise Umwelt- oder Qualitätsstandards den Import von Waren beschränken. Der Protektionismus steht im Gegensatz zum Freihandel, bei dem der internationale Handel durch keinerlei Handelshemmnisse oder ähnliche Beschränkungen eingeschränkt wird. Vor- und Nachteile des Protektionismus für den Staat und die Bürger Staat Bürger Vorteile Schutz des inländischen Mark- tes vor ausländischer, evtl. günstigerer Konkurrenz Ermöglichung und Förderung des Aufbaus neuer Industrie- zweige und neuen technischen Entwicklungen bis zum Errei- chen der Wettbewerbsfähig- nach einiger Zeit sinken die Preise der ausländischen Pro- dukte, deren Nachfrage durch die erhobenen Zollgebühren verringert wurde, und sie kön- nen im Inland wieder günstiger erworben werden Nachteile - keit, welche dem Druck der ausländischen Konkurrenz an- sonsten nicht standhalten könnten mehr Einnahmen durch Zölle mehr Steuereinnahmen Ankurbelung der heimischen Wirtschaft Verringerung der Handelsdefi- zite kein Wettbewerbsdruck Aufrechterhaltung der Wettbe- werbsfähigkeit bestimmter Produkte durch Subventionen, welche ansonsten nicht wettbe- werbsfähig wären Wirtschaftswachstum es können Handelskriege ent- stehen, wenn die Handels- partner als Reaktion auch Zölle erheben niedriger Handel und nied- rige Wohlfahrt für exportierende Land bedeu- tet der Protektionismus anderer Staaten weniger Produktion und eine geringere Kaufkraft und dadurch geringere Steuer- einnahmen, besonders gravie- rend ist dies für ohnehin wirt- schaftlich schwache und auf Exporte angewiesene Staaten Handelsdefizite können entste- hen Arbeitsteilung zwischen den Nationen gibt es nicht mehr und somit auch keine Kosten- ersparnis Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen steigendes Wohlhaben/ steigen- der Lebensstandard der Gesell- schaft geringere Umweltbelastung durch weniger internationale Flüge zum Gütertransport Bürger müssen die höheren Preise der inländischen Pro- dukte bezahlen, da ausländi- sche günstigere Alternativen durch z.B. Zölle nicht bzw. nur noch teurer verfügbar sind geringeres inländisches Ange- bot durch Abschottung des hei- mischen Marktes Preissteigerung von ausländi- schen Produkten durch Zölle Preissteigerung von inländi- schen Produkten, wenn die Pro- duktion auf Importe angewie- sen ist, auf welche Zölle erho- ben wurden ggf. qualitative Unterschiede zwischen inländischen und aus- ländischen Waren für exportierende Land bedeu- tet der Protektionismus anderer Staaten den Wegfall von Ar- beitsplätzen und einen niedrige- ren Lebensstandard Inwiefern zeigt die Wirtschaftspolitik der Protektionismus eine Alternative zum Freihan- del auf und an welche Grenzen stößt sie? Der Protektionismus ist eine Form der Außenhandelspolitik, bei der jegliche Maßnahmen in Form von Handelshemmnissen eingesetzt werden, um den inländischen Markt vor ausländi- scher Konkurrenz zu schützen und stärken und diese ausländischen Unternehmen zu benach- teiligen. Zu den Handelshemmnissen gehören beispielsweise Zölle, Subventionen, Einfuhrkontingente und einzuhaltende Standards. Durch den Protektionismus kann es zu Han- delskriegen zwischen Staaten kommen. Der Freihandel steht im Gegensatz zum Protektionismus. Er ist eine weitere Form der Wirt- schafts- und Außenhandelspolitik und beschreibt den internationalen uneingeschränkten Han- del zwischen mindestens zwei souveränen Staaten ohne jegliche Handelshemmnisse oder re- pressive Außenhandelsinstrumente, welche den Im- und Export verringern sollen. Zudem wer- den beim Freihandel auch keine Handelskriege ausgetragen. Sowohl der Protektionismus als auch der Freihandel weisen Vorteile und Nachteile auf. Daher stellt sich die Frage, inwiefern die Wirtschaftspolitik des Protektionismus eine Alternative zum Freihandel aufzeigt. Ziele des Freihandels sind eine optimale Arbeitsteilung zwischen den Staaten mit optimaler Produktion und dem größtmöglichen Wohlstand aller Beteiligten. Der Freihandel bietet allen Staaten die Möglichkeit, sich aufgrund seiner Gegebenheiten auf bestimmte Bereiche zu spezi- alisieren und diese Güter günstiger zu produzieren. Wenn jedes Land seine Vorteile nutzt, ent- steht ein vielfältiger internationaler Markt, auf den alle Staaten zugreifen und Waren gegensei- tig austauschen können. Dies ermöglicht auch wirtschaftlich schwächeren Staaten die Möglich- keit am internationalen Markt teilhaben zu können. Zudem gibt es keine Handelshemmnisse wie Zölle, welche zusätzliche Kosten hervorrufen. Somit entstehen Kostenvorteile für alle Län- der und es kommt zu einem allgemeinen Wirtschaftswachstum. Der internationale Frieden ist nicht gefährdet, da kein Risiko für Handelskriege besteht. Ein Problem des Freihandels ist allerdings die starke Umweltbelastung durch beispielsweise Flüge um die ganze Welt, um Güter zu im- und exportieren. Zudem entsteht durch den riesigen offenen Weltmarkt ein immer größer werdendes Konkurrenzverhalten der Staaten. Viele Staa- ten produzieren weit über ihren spezialisierten Bereich hinaus. Der internationale Wettbewerb führt zum Herabsenken besonders der ökologischen und sozialen Standards, was sich für die Bevölkerung negativ auswirkt. Besonders wirtschaftliche schwache Länder haben irgendwann nicht mehr die Möglichkeiten, an diesem konkurrierenden Wettbewerb mitzuhalten. Auch der Protektionismus weist Vorteile sowie Nachteile auf. Dem Staat ermöglicht er den Schutz des inländischen Marktes vor ausländischer, häufig güns- tigerer Konkurrenz. Zudem können durch die Abschottung vom Weltmarkt neue Industrie- zweige und technische Entwicklungen aufgebaut und gefördert werden, bis diese die Wettbe- werbsfähigkeit erreichen, welche ansonsten dem Druck der ausländischen Konkurrenz nicht standhalten könnten. Der Staat erreicht ein höheres Einkommen durch Zölle und Steuereinnah- men. Handelsdefizite können verringert werden und die heimische Wirtschaft angekurbelt wer- den. Subventionen ermöglichen die Aufrechterhaltung bestimmter Produkte, welche ansonsten auf dem Markt nicht wettbewerbsfähig wären. Insgesamt führt der Protektionismus zu einem Wirtschaftswachstum im eigenen Land. Den Bürgern schafft der Protektionismus die Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen sowie ein steigendes Wohlhaben in der Gesellschaft. Die Preise ausländische Produkte, deren Nachfrage im Inland durch Zollgebühren verringert wurde, sinken nach einiger Zeit, sodass sie im Inland wieder günstiger erworben werden können. Öko- logisch betrachtet führt der Protektionismus zu einer geringeren Umweltbelastung, da der Gü- tertransport nicht mehr international stattfindet und dadurch die Anzahl der Flüge verringert werden kann. Es gibt allerdings auch zu beachtende Nachteile des Protektionismus. Das Risiko für Handels- kriege steigt stark an, wenn auch die Handelspartner eines Staates als Reaktion auf Zollerhe- bungen selbst Zölle erheben. Handelskriege führen zu niedrigem Handel und einer niedrigen Wohlfahrt. Im Gegensatz zum Freihandel besteht keine Arbeitsteilung zwischen den Nationen und somit auch keine Kostenersparnis. Besonders für das exportierende Land bringt der Pro- tektionismus Nachteile. Es wird weniger produziert und dadurch fallen die Steuereinnahmen geringer aus. Dies ist besonders gravierend für wirtschaftlich schwache und auf die Exporte angewiesene Staaten. Es können so Handelsdefizite entstehen. Die Bürger leiden unter Um- ständen auch erheblich an den Folgen des Protektionismus. Sie müssen die höheren Preise der inländischen Produkte bezahlen, da ausländische, ursprünglich günstigere Alternativen durch Zölle und Einfuhrkontingente nicht bzw. nur noch teurer verfügbar sind. Dadurch sinkt das inländische Angebot und auch die inländischen Produkte werden ggf. teurer, wenn die Produk- tion auf Importe angewiesen ist, auf welche Zölle erhoben wurden. Es kann auch zu erheblichen qualitativen Unterschieden zwischen inländischen und ausländischen Warne kommen. Beim exportierenden Land führt der Protektionismus anderer Staaten zum Wegfall von Arbeitsplät- zen und zu einem niedrigen Lebensstandard. Aufgrund dieser Gegenüberstellung der Vorteile und Nachteile des Protektionismus und des Freihandels ist es nicht möglich, eindeutig beantworten zu können, inwiefern der Protektionis- mus eine Alternative zum Freihandel aufzeigt. Der Freihandel wirkt sich wirtschaftlich für die meisten Staaten durch Spezialisierung, Kosten- ersparnisse und keinerlei Handelshemmnisse positiv aus und führt zum Wohlstand vieler Staa- ten. Allerdings muss die ökologische Belastung und der steigende Konkurrenzdruck beachtet werden. Besonders letzteres wirkt sich sehr negativ aus. Der Protektionismus versucht diesen aufgeführten Konkurrenzdruck zu vermeiden. Er bevor- teilt aber wirtschaftlich meist nur den Staat, welcher ihn zu seinen Gunsten anwendet. Dieser Staat profitiert zumindest wirtschaftlich und politisch sehr davon, andere Staaten haben unter diesen Maßnahmen allerdings häufig zu leiden. Die Handelspartner des protektionistischen Staates werden „provoziert“ und es kann schnell zu einem Handelskrieg durch beidseitige Zollerhebungen kommen. Sozial betrachtet führt der Protektionismus im eigenen Staat zwar zu mehr Arbeitsplätzen und einem größeren Wohlstand, andererseits wird die Auswahl des Mark- tes erheblich eingeschränkt und Waren werden teurer. Im exportierenden Land bedeutet es zu- dem der Wegfall von Arbeitsplätzen. Abschließend lässt sich daher sagen, dass beide Formen der Wirtschaftspolitik nicht einwand- frei sind, sondern auch ihre Probleme aufweisen. Der Protektionismus fördert die Wirtschaft des eigenen Landes erheblich, hat aber im Gegenzug dazu gravierende Auswirkungen auf die Wirtschaft anderer Staaten, besonders der Handelspartner. Dies führt dann wiederum zu Han- delskriegen, welche sich für alle Beteiligten negativ auswirken. Daher lässt sich der Protektio- nismus vielleicht als eine Art kurzfristige Lösung zur Stärkung und Ankurbelung der eigenen Wirtschaft anwenden, nicht aber als eine langfriste Lösung. Zudem muss bedacht gehandelt werden und es darf nicht direkt alles erheblich eingeschränkt werden. Glossar Wohlfahrtswirkungen Wohlfahrtswirkungen sind Gewinne oder Verluste, welche durch den staatlichen Eingriff in einen Markt verursacht werden. Es gibt also Wohlfahrtsgewinne und Wohlfahrtsverluste. Der „Optimalzoll“ ist ein Zollsatz, welcher für ein relativ großes Land zu Wohlfahrtsgewinnen führt. Zoll Der Zoll ist die Abgabe, die ein Staat an seiner Grenze auf die Einfuhr (Import), die Ausfuhr (Export) oder die Durchfuhr (Transit) von Waren erhebt. Strafzölle sind deutlich höhere Zölle auf den Import bestimmter Produkte, um damit den Handel gegenüber anderen Ländern zu boykottieren und die eigene Wirtschaft zu stärken. Handelsbilanz Die Handelsbilanz bezieht sich auf den Außenhandel, also den grenzüberschreitenden Waren- verkehr eines Landes. Sie stellt rechnerisch alle Warenimporte und Warenexporte innerhalb eines bestimmten Zeitraumes gegenüber. Die Handelsbilanz bezieht sich auf das Soll, die Wa- renexporte, und das Haben, die Warenimporte. Unterschieden wird zwischen einer ausgegli- chenen, positiven und negativen Handelsbilanz. Bei der ausgeglichenen Handelsbilanz entspricht die Summe der Exporte der Summe der Im- porte. Bei der positiven Handelsbilanz ist die Summe der Exporte größer als die der Importe. Bei der negativen Handelsbilanz ist die Summe der Importe größer als die Summe der Exporte. Man spricht hier auch von einem Handelsdefizit. bilateral Bilateralität bedeutet „Zweiseitigkeit“. So bedeutet bilateral „zweiseitig“, „von zwei Seiten aus- gehend" oder auch ,,zwei Seiten betreffend". In der Politik wird der Begriff verwendet, wenn es um Verhandlungen oder Abkommen zwi- schen ausschließlich zwei Beteiligten, beispielsweise Staaten, geht. World Trade Organization (WTO), deutsch: Welthandelsorganisation Die Welthandelsorganisation ist eine 1995 gegründete internationale Organisation, welche sich mit der Regelung der weltweiten Handels- und Wirtschaftsbeziehungen beschäftigt.

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Der Protektionismus Der Protektionismus ist eine Form der Außenhandelspolitik. Er umfasst jegliche Maßnahmen in Form von Handelshemmnissen, welche ein Staat einsetzt, um ausländische Anbieter auf dem Inlandsmarkt zu benachteiligen und damit den inländischen Markt vor ausländischer Konkur- renz zu schützen. Dies ist besonders wichtig, wenn ein Land sich aufgrund eigener teurerer Produktionsbedingungen vor der billigeren ausländischen Konkurrenz schützen möchte. Ein weiterer Grund ist die Förderung technischer Entwicklungen in der inländischen Industrie und der Aufbau neuer Industriezweige bis zum Erreichen der Wettbewerbsfähigkeit ohne den Druck der ausländischen Konkurrenz. Bei den Handelshemmnissen wird grundsätzlich zwischen tarifären und nichttarifären Handels- hemmnissen unterschieden. Tarifäre Handelshemmnisse haben einen direkten Einfluss auf die Preise von Gütern. Zölle bei- spielsweise verteuern den Import von eigentlichen günstigeren Waren aus dem Ausland und sorgen damit dafür, dass gleichartige im Inland teurer hergestellte Waren attraktiver werden und der Import aus dem Ausland abnimmt. Ein weiteres Beispiel tarifärer Handelshemmnisse sind Subventionen. Subventionen sind staatliche Zuschüsse zur Unterstützung bestimmter Wirtschaftszweige oder einzelner Unternehmen. Sie ermöglichen das Überleben dieser Wirt- schaftsbereiche, welche ohne die Unterstützung den günstigeren ausländischen Konditionen von Produkten nicht standhalten könnten. Auch Exportsubventionen gehören in den Bereich der tarifären Handelshemmnisse. Der Staat unterstützt dabei den Export bestimmter Güter ins Ausland, welche sich ansonsten aufgrund ihrer hohen Produktionskosten auf dem Weltmarkt nicht durchsetzen könnten. Die Subventionen ermöglichen, dass das Produkt im...

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Vor- und Nachteile des Protektionismus für den Staat und die Bürger Staat Bürger Vorteile Schutz des inländischen Mark- tes vor ausländischer, evtl. günstigerer Konkurrenz Ermöglichung und Förderung des Aufbaus neuer Industrie- zweige und neuen technischen Entwicklungen bis zum Errei- chen der Wettbewerbsfähig- nach einiger Zeit sinken die Preise der ausländischen Pro- dukte, deren Nachfrage durch die erhobenen Zollgebühren verringert wurde, und sie kön- nen im Inland wieder günstiger erworben werden Nachteile - keit, welche dem Druck der ausländischen Konkurrenz an- sonsten nicht standhalten könnten mehr Einnahmen durch Zölle mehr Steuereinnahmen Ankurbelung der heimischen Wirtschaft Verringerung der Handelsdefi- zite kein Wettbewerbsdruck Aufrechterhaltung der Wettbe- werbsfähigkeit bestimmter Produkte durch Subventionen, welche ansonsten nicht wettbe- werbsfähig wären Wirtschaftswachstum es können Handelskriege ent- stehen, wenn die Handels- partner als Reaktion auch Zölle erheben niedriger Handel und nied- rige Wohlfahrt für exportierende Land bedeu- tet der Protektionismus anderer Staaten weniger Produktion und eine geringere Kaufkraft und dadurch geringere Steuer- einnahmen, besonders gravie- rend ist dies für ohnehin wirt- schaftlich schwache und auf Exporte angewiesene Staaten Handelsdefizite können entste- hen Arbeitsteilung zwischen den Nationen gibt es nicht mehr und somit auch keine Kosten- ersparnis Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen steigendes Wohlhaben/ steigen- der Lebensstandard der Gesell- schaft geringere Umweltbelastung durch weniger internationale Flüge zum Gütertransport Bürger müssen die höheren Preise der inländischen Pro- dukte bezahlen, da ausländi- sche günstigere Alternativen durch z.B. Zölle nicht bzw. nur noch teurer verfügbar sind geringeres inländisches Ange- bot durch Abschottung des hei- mischen Marktes Preissteigerung von ausländi- schen Produkten durch Zölle Preissteigerung von inländi- schen Produkten, wenn die Pro- duktion auf Importe angewie- sen ist, auf welche Zölle erho- ben wurden ggf. qualitative Unterschiede zwischen inländischen und aus- ländischen Waren für exportierende Land bedeu- tet der Protektionismus anderer Staaten den Wegfall von Ar- beitsplätzen und einen niedrige- ren Lebensstandard Inwiefern zeigt die Wirtschaftspolitik der Protektionismus eine Alternative zum Freihan- del auf und an welche Grenzen stößt sie? Der Protektionismus ist eine Form der Außenhandelspolitik, bei der jegliche Maßnahmen in Form von Handelshemmnissen eingesetzt werden, um den inländischen Markt vor ausländi- scher Konkurrenz zu schützen und stärken und diese ausländischen Unternehmen zu benach- teiligen. Zu den Handelshemmnissen gehören beispielsweise Zölle, Subventionen, Einfuhrkontingente und einzuhaltende Standards. Durch den Protektionismus kann es zu Han- delskriegen zwischen Staaten kommen. Der Freihandel steht im Gegensatz zum Protektionismus. Er ist eine weitere Form der Wirt- schafts- und Außenhandelspolitik und beschreibt den internationalen uneingeschränkten Han- del zwischen mindestens zwei souveränen Staaten ohne jegliche Handelshemmnisse oder re- pressive Außenhandelsinstrumente, welche den Im- und Export verringern sollen. Zudem wer- den beim Freihandel auch keine Handelskriege ausgetragen. Sowohl der Protektionismus als auch der Freihandel weisen Vorteile und Nachteile auf. Daher stellt sich die Frage, inwiefern die Wirtschaftspolitik des Protektionismus eine Alternative zum Freihandel aufzeigt. Ziele des Freihandels sind eine optimale Arbeitsteilung zwischen den Staaten mit optimaler Produktion und dem größtmöglichen Wohlstand aller Beteiligten. Der Freihandel bietet allen Staaten die Möglichkeit, sich aufgrund seiner Gegebenheiten auf bestimmte Bereiche zu spezi- alisieren und diese Güter günstiger zu produzieren. Wenn jedes Land seine Vorteile nutzt, ent- steht ein vielfältiger internationaler Markt, auf den alle Staaten zugreifen und Waren gegensei- tig austauschen können. Dies ermöglicht auch wirtschaftlich schwächeren Staaten die Möglich- keit am internationalen Markt teilhaben zu können. Zudem gibt es keine Handelshemmnisse wie Zölle, welche zusätzliche Kosten hervorrufen. Somit entstehen Kostenvorteile für alle Län- der und es kommt zu einem allgemeinen Wirtschaftswachstum. Der internationale Frieden ist nicht gefährdet, da kein Risiko für Handelskriege besteht. Ein Problem des Freihandels ist allerdings die starke Umweltbelastung durch beispielsweise Flüge um die ganze Welt, um Güter zu im- und exportieren. Zudem entsteht durch den riesigen offenen Weltmarkt ein immer größer werdendes Konkurrenzverhalten der Staaten. Viele Staa- ten produzieren weit über ihren spezialisierten Bereich hinaus. Der internationale Wettbewerb führt zum Herabsenken besonders der ökologischen und sozialen Standards, was sich für die Bevölkerung negativ auswirkt. Besonders wirtschaftliche schwache Länder haben irgendwann nicht mehr die Möglichkeiten, an diesem konkurrierenden Wettbewerb mitzuhalten. Auch der Protektionismus weist Vorteile sowie Nachteile auf. Dem Staat ermöglicht er den Schutz des inländischen Marktes vor ausländischer, häufig güns- tigerer Konkurrenz. Zudem können durch die Abschottung vom Weltmarkt neue Industrie- zweige und technische Entwicklungen aufgebaut und gefördert werden, bis diese die Wettbe- werbsfähigkeit erreichen, welche ansonsten dem Druck der ausländischen Konkurrenz nicht standhalten könnten. Der Staat erreicht ein höheres Einkommen durch Zölle und Steuereinnah- men. Handelsdefizite können verringert werden und die heimische Wirtschaft angekurbelt wer- den. Subventionen ermöglichen die Aufrechterhaltung bestimmter Produkte, welche ansonsten auf dem Markt nicht wettbewerbsfähig wären. Insgesamt führt der Protektionismus zu einem Wirtschaftswachstum im eigenen Land. Den Bürgern schafft der Protektionismus die Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen sowie ein steigendes Wohlhaben in der Gesellschaft. Die Preise ausländische Produkte, deren Nachfrage im Inland durch Zollgebühren verringert wurde, sinken nach einiger Zeit, sodass sie im Inland wieder günstiger erworben werden können. Öko- logisch betrachtet führt der Protektionismus zu einer geringeren Umweltbelastung, da der Gü- tertransport nicht mehr international stattfindet und dadurch die Anzahl der Flüge verringert werden kann. Es gibt allerdings auch zu beachtende Nachteile des Protektionismus. Das Risiko für Handels- kriege steigt stark an, wenn auch die Handelspartner eines Staates als Reaktion auf Zollerhe- bungen selbst Zölle erheben. Handelskriege führen zu niedrigem Handel und einer niedrigen Wohlfahrt. Im Gegensatz zum Freihandel besteht keine Arbeitsteilung zwischen den Nationen und somit auch keine Kostenersparnis. Besonders für das exportierende Land bringt der Pro- tektionismus Nachteile. Es wird weniger produziert und dadurch fallen die Steuereinnahmen geringer aus. Dies ist besonders gravierend für wirtschaftlich schwache und auf die Exporte angewiesene Staaten. Es können so Handelsdefizite entstehen. Die Bürger leiden unter Um- ständen auch erheblich an den Folgen des Protektionismus. Sie müssen die höheren Preise der inländischen Produkte bezahlen, da ausländische, ursprünglich günstigere Alternativen durch Zölle und Einfuhrkontingente nicht bzw. nur noch teurer verfügbar sind. Dadurch sinkt das inländische Angebot und auch die inländischen Produkte werden ggf. teurer, wenn die Produk- tion auf Importe angewiesen ist, auf welche Zölle erhoben wurden. Es kann auch zu erheblichen qualitativen Unterschieden zwischen inländischen und ausländischen Warne kommen. Beim exportierenden Land führt der Protektionismus anderer Staaten zum Wegfall von Arbeitsplät- zen und zu einem niedrigen Lebensstandard. Aufgrund dieser Gegenüberstellung der Vorteile und Nachteile des Protektionismus und des Freihandels ist es nicht möglich, eindeutig beantworten zu können, inwiefern der Protektionis- mus eine Alternative zum Freihandel aufzeigt. Der Freihandel wirkt sich wirtschaftlich für die meisten Staaten durch Spezialisierung, Kosten- ersparnisse und keinerlei Handelshemmnisse positiv aus und führt zum Wohlstand vieler Staa- ten. Allerdings muss die ökologische Belastung und der steigende Konkurrenzdruck beachtet werden. Besonders letzteres wirkt sich sehr negativ aus. Der Protektionismus versucht diesen aufgeführten Konkurrenzdruck zu vermeiden. Er bevor- teilt aber wirtschaftlich meist nur den Staat, welcher ihn zu seinen Gunsten anwendet. 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Dies führt dann wiederum zu Han- delskriegen, welche sich für alle Beteiligten negativ auswirken. Daher lässt sich der Protektio- nismus vielleicht als eine Art kurzfristige Lösung zur Stärkung und Ankurbelung der eigenen Wirtschaft anwenden, nicht aber als eine langfriste Lösung. Zudem muss bedacht gehandelt werden und es darf nicht direkt alles erheblich eingeschränkt werden. Glossar Wohlfahrtswirkungen Wohlfahrtswirkungen sind Gewinne oder Verluste, welche durch den staatlichen Eingriff in einen Markt verursacht werden. Es gibt also Wohlfahrtsgewinne und Wohlfahrtsverluste. Der „Optimalzoll“ ist ein Zollsatz, welcher für ein relativ großes Land zu Wohlfahrtsgewinnen führt. Zoll Der Zoll ist die Abgabe, die ein Staat an seiner Grenze auf die Einfuhr (Import), die Ausfuhr (Export) oder die Durchfuhr (Transit) von Waren erhebt. Strafzölle sind deutlich höhere Zölle auf den Import bestimmter Produkte, um damit den Handel gegenüber anderen Ländern zu boykottieren und die eigene Wirtschaft zu stärken. Handelsbilanz Die Handelsbilanz bezieht sich auf den Außenhandel, also den grenzüberschreitenden Waren- verkehr eines Landes. Sie stellt rechnerisch alle Warenimporte und Warenexporte innerhalb eines bestimmten Zeitraumes gegenüber. Die Handelsbilanz bezieht sich auf das Soll, die Wa- renexporte, und das Haben, die Warenimporte. Unterschieden wird zwischen einer ausgegli- chenen, positiven und negativen Handelsbilanz. Bei der ausgeglichenen Handelsbilanz entspricht die Summe der Exporte der Summe der Im- porte. Bei der positiven Handelsbilanz ist die Summe der Exporte größer als die der Importe. Bei der negativen Handelsbilanz ist die Summe der Importe größer als die Summe der Exporte. Man spricht hier auch von einem Handelsdefizit. bilateral Bilateralität bedeutet „Zweiseitigkeit“. So bedeutet bilateral „zweiseitig“, „von zwei Seiten aus- gehend" oder auch ,,zwei Seiten betreffend". In der Politik wird der Begriff verwendet, wenn es um Verhandlungen oder Abkommen zwi- schen ausschließlich zwei Beteiligten, beispielsweise Staaten, geht. World Trade Organization (WTO), deutsch: Welthandelsorganisation Die Welthandelsorganisation ist eine 1995 gegründete internationale Organisation, welche sich mit der Regelung der weltweiten Handels- und Wirtschaftsbeziehungen beschäftigt.