Die Oktoberrevolution 1917 in Russland: Merkmale und Ursachen
Die Oktoberrevolution 1917 war ein entscheidendes Ereignis in der russischen Geschichte, das Elemente einer Revolution, eines Putsches und eines Staatsstreichs vereinte. Um die Komplexität dieses historischen Moments zu verstehen, ist es wichtig, die Merkmale einer Revolution und eines Putsches zu unterscheiden.
Eine Revolution zeichnet sich durch einen radikalen und gewalttätigen Umsturz politischer und gesellschaftlicher Verhältnisse aus. Sie involviert einen großen Teil des Volkes, einschließlich unterer Gesellschaftsschichten, und führt zu einer Polarisierung der Interessen. Revolutionen verlaufen oft ohne genauen Plan und können nach Niederlagen, wie verlorenen Kriegen, auftreten.
Definition: Nach Lenin ist eine Revolution dadurch gekennzeichnet, dass die Herrschenden nicht mehr an der Macht sein können und die Beherrschten nicht mehr so beherrscht werden wollen. Sie hat einen eruptiven Charakter.
Im Gegensatz dazu ist ein Putsch durch eine kleine Gruppe gekennzeichnet, die die Staatsgewalt übernimmt. Diese Gruppe war zuvor nicht an der Regierung beteiligt und plant den Umsturz genau, oft unter strengster Geheimhaltung. Putsche resultieren häufig in Militärdiktaturen oder autoritären Regimen.
Die Ursachen der Oktoberrevolution reichen zurück bis zum Verlauf der russischen Revolution 1917. Ein wichtiger Auslöser war Russlands Niederlage im Russisch-Japanischen Krieg, die den Zaren schwächte und zu Unruhen im Volk führte. Obwohl der Zar zunächst Zugeständnisse machte, gewann er seine Macht zurück und hob diese wieder auf, was die Spannungen weiter verschärfte.
Highlight: Die Februarrevolution 1917, bei der der Zar abdanken musste und eine provisorische Regierung eingesetzt wurde, war ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Oktoberrevolution.