Jeanne Mammen: Leben und Werk
Biografie
- Geboren 1890 in Berlin
- Aufgewachsen ab 1900 in Frankreich
- Ausbildung als Künstlerin und Grafikdesignerin in Paris, später in Brüssel und Rom
- Flucht bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs zurück nach Deutschland (Besitz in Frankreich beschlagnahmt)
- Ab 1915 Leben in Berlin, wo sie in einem Lesbenclub malte und zeichnete
- Erste Galerieausstellung 1930 mit Fokus auf starke, unabhängige Frauen und die lesbische Community
- Widerstand gegen das NS-Regime – keine Ausstellungen zwischen 1933 und 1945
Kunsthistorischer Einfluss: Mammens Werk ist besonders wertvoll, weil es die kulturelle und soziale Transformation der Weimarer Republik aus weiblicher Perspektive dokumentiert – eine Seltenheit in der Kunstgeschichte dieser Zeit.
Künstlerische Einflüsse und Themen
- Inspirationsquellen: Picasso und das urbane Leben der Großstadt
- Zentrale Themen:
- Alltagsleben der Frauen im Großstadtkontext
- Gesellschaftliche Probleme wie Prostitution
- Frauenbilder und Emanzipation
- Lesbische Szene Berlins
- Momentaufnahmen aus dem Leben
- Kritik am Nationalsozialismus
Künstlerischer Stil
- Begann mit Aquarell- und Bleistifttechniken
- Entwickelte später einen vielfältigen Stil mit Collagen
- Schuf abstrakte und kubistische Werke
- Vertreterin der Neuen Sachlichkeit
- Charakteristische Merkmale: müde Gesichter, fahle Teints, markante Lippen
- Frauen als Hauptmotiv, Balance zwischen traditionellen und modernen Frauenbildern
Historischer Kontext
- Sexuelle Revolution im Berlin der 1920er Jahre
- Die "Goldenen Zwanziger"
- Wandel des Frauenbildes durch neue Mode und gesellschaftliche Freiheiten
- Entstehung lesbischer Magazine wie "Die Freundin" und "Frauenliebe/Garçonne"



