Übersetzungen und Analyse von Ciceros Reden gegen Catilina
Ciceros Reden gegen Catilina, insbesondere die erste Rede, gehören zu den berühmtesten Werken der römischen Rhetorik. Sie bieten tiefe Einblicke in die politische Situation Roms und Ciceros meisterhafte Redekunst.
Quote: "Quo usque tandem abutere, Catilina, patientia nostra?" (Wie lange denn noch wirst du, Catilina, unsere Geduld missbrauchen?)
Dieser berühmte Eröffnungssatz der ersten Rede gegen Catilina zeigt Ciceros direkte und anklagende Rhetorik. Er prangert Catilinas Dreistigkeit an und betont die Geduld des Senats, die nun erschöpft sei.
Highlight: Ciceros Verwendung rhetorischer Fragen und Anaphern verstärkt die emotionale Wirkung seiner Rede.
Cicero verweist auf konkrete Beweise für Catilinas Verschwörung, wie die nächtliche Besetzung des Palatin und die Angst des Volkes. Er stellt Catilina bloß, indem er dessen Pläne als bereits entdeckt und vereitelt darstellt.
Example: "O tempora, o mores!" (O Zeiten, o Sitten!) - Dieser Ausruf unterstreicht Ciceros Empörung über den moralischen Verfall in der römischen Politik.
In einem historischen Rückblick vergleicht Cicero die gegenwärtige Situation mit früheren Zeiten. Er erwähnt Publius Scipio, der Tiberius Gracchus ohne offizielles Amt tötete, weil dieser den Staat gefährdete. Cicero nutzt dieses Beispiel, um die Dringlichkeit des Handelns gegen Catilina zu unterstreichen.
Quote: "Fuit, fuit ista quondam in hac re publica virtus..." (Es war, es war einst in diesem Staat eine Tugend...)
Cicero fordert Catilina schließlich direkt auf, die Stadt zu verlassen:
Quote: "Egredere aliquando ex urbe!" (Verschwinde endlich aus der Stadt!)
Diese Aufforderung zeigt Ciceros Strategie, Catilina zu isolieren und aus Rom zu vertreiben, um dessen Pläne zu durchkreuzen.
Die Analyse dieser Reden verdeutlicht Ciceros rhetorische Fähigkeiten und seine politische Strategie im Umgang mit der catilinarischen Verschwörung. Sie bieten wertvolle Einblicke in die politischen Machtkämpfe der späten römischen Republik und Ciceros Rolle als Verteidiger der bestehenden Ordnung.