Brief 6.32: Ratschläge zur Hochzeit
In diesem Brief gibt Plinius Ratschläge zur bevorstehenden Hochzeit der Tochter eines Freundes. Er diskutiert die Notwendigkeit, den sozialen Status des Bräutigams zu berücksichtigen und die Braut entsprechend auszustatten.
Plinius beginnt, indem er die Tugenden des Vaters und die gute Erziehung der Tochter lobt. Er betont jedoch, dass die Heirat mit einem angesehenen Mann, Nonius Celer, bestimmte Anforderungen an die äußere Erscheinung und das Gefolge der Braut stellt.
Quote: "Obwohl du selbst sehr enthaltsam bist und obwohl du deine Tochter so unterwiesen hast, wie es sich für deine Tochter gehört, Enkelin des Tutilus, weil sie dennoch einen sehr angesehenen Mann heiraten wird, Nonius Celer, dem die Rücksicht auf bürgerliche Pflichten eine gewisse Notwendigkeit im Bezug auf Eleganz auferlegt, muss sie gemäß der Vorgabe des Ehemannes Kleidung gebrauchen, mit Gefolge geschmückt werden."
Diese Passage zeigt die Bedeutung sozialer Konventionen und Erwartungen in der römischen Gesellschaft. Plinius betont, dass die äußere Erscheinung zwar nicht die Würde einer Person erhöht, aber dennoch wichtig für ihre soziale Stellung ist.
Definition: Dignitas - Ein römisches Konzept, das Würde, Ansehen und sozialen Status umfasst.
Plinius zeigt sich großzügig und bietet an, einen Teil der finanziellen Last zu übernehmen, indem er 50.000 Sesterzen als Beitrag zur Aussteuer anbietet. Dies demonstriert die Bedeutung von Freundschaft und gegenseitiger Unterstützung in der römischen Oberschicht.
Highlight: "Ferner weiß ich, dass du sehr reich an Geist bist, aber mäßig an Möglichkeiten. Deshalb beanspruche ich für mich einen Teil deiner Last und ich steuere gewissermaßen als zweiter Vater unserer Tochter 50.000 Sesterzen bei."
Dieser Brief bietet wertvolle Einblicke in römische Hochzeitsbräuche, soziale Erwartungen und die Bedeutung von Freundschaft und gegenseitiger Unterstützung in der römischen Gesellschaft.




