Charakterisierung und Leserlenkung in Sallusts Werk
Sallust nutzt in der "Coniuratio Catilinae" verschiedene Techniken zur Charakterisierung und Leserlenkung:
Explizite Charakterisierung:
- Vorgefertigte Urteile für den Leser (auktoriale Urteile)
- Oft in eigenen Kapiteln
- Starke Leserlenkung durch nachträgliche Reflexion
- Undifferenzierte und stark wertende Darstellung
Implizite Charakterisierung:
- Indirektes Urteil durch Reden und Handlungen der Figuren
- Subtile Leserlenkung, z.B. durch Hervorhebung negativer Handlungen
Definition: Auktoriale Urteile sind direkte Bewertungen und Einschätzungen des Erzählers oder Autors über Charaktere und Ereignisse.
Sprache und Stil:
- Eigener, bewusst altertümlicher und feierlicher Stil
- Verwendung von Archaismen zur Nachahmung des Stils des 2. Jahrhunderts v. Chr.
- Häufiger Gebrauch von Asyndeta und historischen Infinitiven
- Abgehackter, aber eindrucksvoller und dramatischer Schreibstil
- Aneinanderreihung vieler Synonyme (pleonastische Darstellung)
Example: Der historische Infinitiv wird anstelle finiter Verbformen verwendet, um eine lebhaftere Darstellung zu erzielen: "hostes decurrere, lapides conicere, tela mittere" (Die Feinde liefen herab, schleuderten Steine und warfen Geschosse).
Highlight: Sallusts Schreibstil ist ein wesentliches Element seiner moralischen Geschichtsschreibung und trägt zur Eindringlichkeit seiner Darstellung bei.




