Das präkonventionelle Niveau: Die Grundlagen moralischen Denkens
Das präkonventionelle Niveau in Kohlbergs Stufenmodell ist charakteristisch für Kinder unter 9 Jahren und umfasst die ersten beiden Stufen der moralischen Entwicklung.
Definition: Das präkonventionelle Niveau beschreibt eine Phase, in der moralische Urteile hauptsächlich auf äußeren Konsequenzen und persönlichen Bedürfnissen basieren.
Stufe 1: Orientierung an Bestrafung und Gehorsam (ca. 2 Jahre)
In dieser Phase wird moralisches Verhalten primär durch die Angst vor Bestrafung motiviert.
Highlight: Kinder in dieser Stufe unterscheiden nicht zwischen "richtig" und "falsch" im moralischen Sinne, sondern orientieren sich ausschließlich am eigenen Vorteil.
Stufe 2: Naiv-instrumentelle oder egoistische Orientierung (ca. 6 Jahre)
Auf dieser Stufe beginnen Kinder, sich in ihre Mitmenschen hineinzuversetzen.
Example: Das Befolgen von Regeln wird als Austausch verstanden, nach dem Prinzip "Wie du mir, so ich dir".
Diese frühen Stufen der moralischen Entwicklung legen den Grundstein für komplexere ethische Überlegungen in späteren Jahren. Sie zeigen, wie Kinder schrittweise von einer rein egozentrischen Sichtweise zu einem rudimentären Verständnis sozialer Interaktionen übergehen.
Vocabulary: Moralische Entwicklung bezeichnet den Prozess, durch den Individuen ein Verständnis für ethische Prinzipien und moralisches Handeln entwickeln.








