Erkenntnistheoretische Ansätze: Rationalismus und Empirismus
In der Erkenntnistheorie stehen sich zwei Hauptströmungen gegenüber: der Rationalismus und der Empirismus.
Definition: Der Rationalismus behauptet, dass Erkenntnis nur durch Vernunft bzw. Verstandesleistung möglich ist. Der Empirismus hingegen betont, dass Erkenntnis Sinneseindrücke, Erfahrungen, Wahrnehmungen oder Beobachtungen benötigt.
Immanuel Kant vertrat einen Mittelweg zwischen diesen beiden Positionen, den er als Kritizismus bezeichnete. Er unterschied zwischen zwei Arten von Wissen:
Vocabulary: "Wissen a priori" ist Wissen, dessen Gültigkeit nicht von Erfahrungen oder Beobachtungen abhängt, sondern durch logisches Denken erschlossen werden kann. "Wissen a posteriori" hingegen ist Wissen, dessen Gültigkeit durch Erfahrungen, Experimente oder Beobachtungen gewonnen oder geprüft werden muss.
Kant identifizierte zwei Grundquellen der Erkenntnis:
- Sinnlichkeit (Anschauung): Das Empfangen von Vorstellungen, wobei der Gegenstand gegeben wird.
- Verstand (Begriffe): Die Spontaneität der Begriffe, wobei Vorstellungen gedacht werden.
Quote: Kant fasste dies in seinem berühmten Satz zusammen: "Gedanken ohne Anschauung sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind."
Kant widersprach damit teilweise Descartes' Annahme eines Selbstbewusstseins ohne Bezug zur Außenwelt, stimmte ihm aber zu, dass angeborene Ideen und Vernunft wichtig für die Erkenntnis sind. Gleichzeitig widersprach er Hume in Bezug auf die Kausalität, stimmte ihm aber zu, dass alle Erkenntnis mit der Erfahrung beginnt.





