Das Für-Sich-Sein und An-Sich-Sein
Sartre unterscheidet in seiner Philosophie zwischen dem "Für-Sich-Sein" und dem "An-Sich-Sein". Diese Konzepte sind zentral für das Verständnis seiner Ideen über menschliche Existenz und Freiheit.
Vocabulary:
- Für-Sich-Sein: Das durch Bewusstsein unabhängig bestimmte Sein des Menschen.
- An-Sich-Sein: Das vom Bewusstsein unabhängig existierende Sein der Dinge.
Das "Für-Sich-Sein" bezieht sich auf die menschliche Existenz, die sich durch Bewusstsein und Freiheit auszeichnet. Im Gegensatz dazu hat das "An-Sich-Sein" eine vordefinierte Essenz, wie beispielsweise ein Brieföffner, der einen bestimmten Zweck erfüllt.
Sartre betont die Bedeutung der Authentizität, die er als das wahrhafte "Für-Sich-Sein" bezeichnet. Dies steht im Gegensatz zur Unaufrichtigkeit oder "mauvaise foi" (schlechter Glaube).
Definition: Unaufrichtigkeit (mauvaise foi) bezeichnet nach Sartre den Zustand, in dem der Mensch durch Konformitätsdruck falsche Wertvorstellungen übernimmt und sich seine Freiheit und die damit verbundene Verantwortung nicht eingesteht.
Example: Ein Kellner, der seine Rolle als Kellner "spielt", indem er vorgibt, ein "An-Sich" zu sein und in eine sozial vordefinierte Rolle schlüpft, zeigt nach Sartre Unaufrichtigkeit.
Diese Konzepte verdeutlichen Sartres Ansicht, dass der Mensch ständig vor der Herausforderung steht, seine Freiheit anzunehmen und authentisch zu leben, anstatt in vorgegebene Rollen zu verfallen.




