Tierische und menschliche Sprache nach Descartes
In Descartes' Theorie ist Sprache die Fähigkeit, Gedanken durch Reden oder Zeichensprache anderen Menschen mitzuteilen. Diese Definition bildet den Kern seiner Unterscheidung zwischen Mensch und Tier. Nach Descartes können nur Menschen wirklich kommunizieren, weil sie einen Verstand besitzen.
Die Descartes-Methode führt ihn zu dem Schluss, dass Tiere keinen Verstand haben und daher nicht kommunizieren können. Er argumentiert, dass selbst der "dümmste" Mensch in der Lage ist zu kommunizieren, während Tiere diese Fähigkeit nicht besitzen. Diese Sichtweise zeigt, welches Ziel René Descartes verfolgt: eine klare Abgrenzung zwischen Mensch und Tier.
Aus heutiger Sicht erscheint diese Position überholt. Die moderne Forschung zur intraspezifischen Kommunikation hat gezeigt, dass Tiere durchaus kommunizieren können. Hunde beispielsweise drücken durch Körpersprache und Laute ihre Gefühle aus – ob Angst, Freude, Misstrauen, Neugierde oder Aggression.
💡 Interessant zu wissen: Descartes lebte von 1596-1650, in einer Zeit, in der systematische Beobachtungen tierischen Verhaltens noch nicht üblich waren. Seine Ansichten über Tiere spiegeln den damaligen Wissensstand wider, nicht den heutigen.