Vergleich: Pflichtethik Kant vs Utilitarismus
Kants deontologische Ethik basiert auf dem Grundsatz: "Handle nur nach der Maxime, von der du wollen kannst, dass sie Gesetz werde". Bei dieser Pflichtethik ist die Intention der Handlung entscheidend, nicht deren Folgen. Eine Handlung ist laut Kant moralisch, wenn sie aus Pflicht zum moralischen Gesetz erfolgt und universell anwendbar ist.
Im Gegensatz dazu steht der von Jeremy Bentham begründete Utilitarismus als teleologische Ethik. Hier lautet die Maxime: "Handle so, dass das größtmögliche Glück entsteht". Der Utilitarismus bewertet eine Handlung nach ihren Konsequenzen – gut ist, was den größten Nutzen für die größte Anzahl von Menschen bringt.
Ein fundamentaler Unterschied: Während Kants Kategorischer Imperativ absolut und unbedingt gilt, ist der Utilitarismus situationsbezogen und flexibel. Diese unterschiedlichen Ansätze führen bei praktischen Fallbeispielen oft zu gegensätzlichen moralischen Bewertungen.
Denkanstoss: Was würde Bentham zur Kantschen Ethik sagen? Vermutlich, dass sie zu rigide ist und das menschliche Glück nicht ausreichend berücksichtigt. Und was würde Kant zum Utilitarismus sagen? Wahrscheinlich, dass er die Würde des Einzelnen dem Nutzen der Mehrheit opfert.