Transduktion: Genaustausch zwischen Bakterien
Die Transduktion ist ein faszinierender Prozess des Genaustausches zwischen Bakterien, der durch Bakteriophagen vermittelt wird.
Mechanismus der Transduktion
Der Transduktionsprozess läuft wie folgt ab:
- Während der Latenzphase des lytischen Zyklus können Teile der Bakterien-DNA versehentlich in den Kopf von Phagen eingeschlossen werden.
- In extremen Fällen kann ein Phagenkopf ausschließlich bakterielle DNA enthalten.
- Diese Phagen behalten ihre Fähigkeit, an andere Bakterien zu adsorbieren und DNA zu injizieren.
- Nach der Injektion in eine neue Wirtszelle wird die bakterielle DNA in das Genom des neuen Bakteriums integriert.
Vocabulary: Transduktion - Ein Mechanismus des horizontalen Gentransfers zwischen Bakterien, vermittelt durch Bakteriophagen.
Bedeutung der Transduktion
Die Transduktion spielt eine wichtige Rolle in der bakteriellen Evolution und Anpassung:
- Sie ermöglicht den Austausch genetischer Informationen zwischen verschiedenen Bakterienstämmen.
- Neue Eigenschaften oder Fähigkeiten können so zwischen Bakterien übertragen werden.
- Sie trägt zur genetischen Vielfalt und Anpassungsfähigkeit von Bakterienpopulationen bei.
Highlight: Phagen können sowohl eine Bedrohung (durch Lyse) als auch ein Segen (durch Gentransfer) für Bakterien sein.
Besonderheiten der Transduktion
- Es findet keine vollständige Phagenreplikation statt, da die virale DNA fehlt.
- Die injizierte bakterielle DNA kann durch Rekombination in das Genom des Empfängerbakteriums integriert werden.
- Dieser Prozess kann zur Verbreitung von Antibiotikaresistenzen oder Virulenzfaktoren beitragen.
Example: Ein Phage könnte ein Antibiotikaresistenzgen von einem Bakterium aufnehmen und in ein anderes, zuvor nicht resistentes Bakterium übertragen.
Die Transduktion unterstreicht die komplexe Beziehung zwischen Bakteriophagen und ihren Wirtsbakterien und zeigt, wie diese Interaktionen die bakterielle Evolution und Anpassung beeinflussen können.



