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Szenenanalyse Woyzeck 8

Szenenanalyse Woyzeck 8

 Szenenanalyse ,,Woyzeck" Szene 8
Das Drama ,,Woyzeck" wurde 1836 von Georg Büchner verfasst und thematisiert die Figur
des Woyzeck, welcher

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sophie

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11/12/13

Ausarbeitung

Szenenanalyse zur 8. Szene des Dramas „Woyzeck“ unter dem Aspekt der Beziehung von Woyzeck zum Doktor und der Auseinandersetzung mit dem Idealismus und Materialismus innerhalb der Szene.

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Szenenanalyse ,,Woyzeck" Szene 8 Das Drama ,,Woyzeck" wurde 1836 von Georg Büchner verfasst und thematisiert die Figur des Woyzeck, welcher ein passives Opfer der damaligen gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten und sozialen Strukturen ist. Diese treiben ihn, gemeinsam mit dem Betrug seiner Partnerin Marie, in den Wahnsinn und bis hin zum Mord Maries. Dabei befasst sich Büchner durchgehend mit der Diskrepanz zwischen Idealismus und Materialismus. Idealismus bezeichnet dabei das Streben nach persönlich gesetzten Idealen, während sich der Materialismus darauf beruht, dass die Wirklichkeit durch Materie an sich bestimmt ist. Diese Thematik wird auch in der achten Szene besonders hervorgehoben. Die Szene spielt sich dabei im Zimmer des Doktors ab, in dem Woyzeck und er ein Gespräch führen. Aufgrund Woyzecks schlechter finanzieller Lage, hat sich dieser dazu erklärt eine Testperson für den Doktor zu werden. Bei diesem Experiment darf er jedoch nur noch Erbsen essen, damit der Doktor den Effekt dessen beobachten kann. Dabei beginnt Woyzeck physische und psychische Auswirkungen der Mangelernährung zu zeigen, welche für den Doktor dennoch nebensächlich bleiben, das Experiment steht hier im Vordergrund seines Interesses. Kurz zuvor rasierte Woyzeck noch den Hauptmann (vgl. Szene 5), dabei handelt es sich um Gelegenheitsarbeit und der finanzielle Notstand Woyzecks wird sichtbar. Daraufhin traf er Marie auf der Straße (vgl. Szene 7) und zeigte auch hier schon einen wirren und aufgewühlten Geisteszustand, der...

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nun auch in der achten Szene erneut sichtbar wird. Innerhalb der Szene wird besonders das Verhältnis zwischen dem Doktor und Woyzeck hervorgehoben. Zu Beginn scheint der Doktor stark emotional aufgebracht, da Woyzeck ,,auf die Straß gepisst" (Z. 9f.) habe. Da er sich hier vulgärer Sprache bedient, wird deutlich wie vorwurfsvoll und enttäuscht er auf dieses Verhalten reagiert, denn Woyzecks Handlung ist gegen die Ideale des Doktors gerichtet, welcher es nicht als sozial akzeptabel ansieht, auf die Straße zu urinieren. Daher bezeichnet er Woyzeck in einem Vergleich auch mit einem Hund (vgl. Z. 10). Dass Woyzeck wegen seiner körperlichen Konstitution keine Wahl gelassen wurde, beachtet er somit nicht. Er ist überzeigt davon, dass der Mensch in seinem Handeln frei sei und stets selbst über das eigene Verhalten bestimmen könnte (vgl. Z. 16ff.), wodrin er eine idealistisch geprägte Grundhaltung zeigt. Dabei stellt sich seine Ansicht gegen die Situation Woyzecks, welcher den Idealen des Bürgertums nicht nachkommen kann. Die Freiheiten dieser Schicht kann er nicht wahrnehmen, da er durch ihre Behandlung in seiner eigenen Willensfreiheit eingeschränkt wird. Hier versucht Woyzeck dem Doktor zunächst noch zu widersprechen. Er versucht ihm zu erklären, dass es sich um ein menschliches Bedürfnis handle (vgl. Z. 13), verwendet dabei aber nur einen einfachen parataktischen Satzbau, wodurch seine soziale Stellung deutlich wird. Er ist Teil der Unterschicht und hat wahrscheinlich nie eine wirkliche Bildung erfahren. Nachdem der Doktor Woyzeck fragt, ob dieser ihm nicht eine Urinprobe geben könne und Woyzeck verneint, da er nun nicht mehr müsse (vgl. Z. 24ff.), wird der Doktor noch aufgebrachter und „Tritt auf ihn los“ (Z. 31). Trotz schlechter körperlicher Situation Woyzecks, scheint dem Doktor das eigene Experiment als vorrangig zu gelten. Außerdem wird das Machtgefälle zwischen den beiden Figuren gezeigt. Dem Doktor scheint es, aufgrund des Gewalt gegen Woyzeck, an Empathie für diesen zu fehlen. Die körperlichen Bedürfnisse von ihm werden außerdem als triebhaft abgeurteilt. Für den Doktor solle der Mensch in jedem Falle der Vernunft folgen, was schon fast grotesken Ansichten entspricht, wenn Woyzecks Situation mitberücksichtigt wird. Zudem ist der Redeanteil des Doktors zu Beginn des Gespräches deutlich größer als der Woyzecks. Damit dominiert er das Gespräch und begibt sich damit in eine Position, in der er sich im Recht fühlt überhaupt über Woyzeck urteilen zu können (vgl. S.16 Z.6). Damit werden auch die Machtverhältnisse in der Gesellschaft symbolisiert, in der das Bürgertum und der Adel die Macht über die unteren gesellschaftlichen Stände haben und sich in einer Position befinden, über diese zu bestimmen. Außerdem sieht der Doktor nur die Wissenschaft als wichtig an. Er nutzt Woyzeck bewusst aus, da er weiß, wie wenig dieser für das Experiment gezahlt bekommt (vgl. Z. 10f.). Gleichzeitig sieht er sich selbst in einer Position, in der er sich große Erkenntnisse durch sein Experiment verspricht. Dies wird durch die Metapher „ich sprenge sie [die Wissenschaft] in die Luft" (Z. 21f.) deutlich, da er sein eigenes Experiment idealisiert und als hochwichtig für die Allgemeinheit darstellt. Nachdem sich der Doktor beruhigt hat (vgl. S. 16 Z. 1ff.) versucht sich Woyzeck immernoch für sein Verhalten zu erklären. Er sucht Verständnis beim Doktor, wirkt aber immer verwirrter. Dies zeigt sich an der elliptischen Satzstruktur, während er erklärt, dass sein Handeln durch die Natur bedingt sei (vgl. Z. 7ff.). Außerdem „kracht [er] mit den Fingern“ (Z. 9f.), wodurch seine Nervosität zum Vorscheint kommt. Nun wird der Doktor wieder aufmerksam auf Woyzeck, beobachtet ihn aber stets als Versuchsobjekt, was durch die Zuschreibung „er“ (Z. 12), in Bezug auf Woyzeck, sichtbar wird. Im weiteren Verlauf beginnt Woyzeck dann zu halluzinieren. Dabei benutzt er einige anspruchsvollere Wörter, die seinem einfachen Wortschatz gegenüberstehen. So führt er den Charakter" (Z. 8) auf, den er aber nicht wirklich näher definieren kann. Genau so läuft es auch ab, als er von der ,,doppelten Natur“ (Z. 14) spricht. Seine Geistesabwesenheit und Verwirrung werden durch die Sprache immer sichtbarerer. Seine Sätze werden immer elliptischer (vgl. Z. 18ff.) und inkohärenter, bis er mit seinen Halluzinationen komplett aufhört und nur noch knapp auf die Fragen des Doktors antwortet (vgl. Z. 27ff.). An dieser Stelle ändert sich auch der Gemütszustand des Doktors. Dieser ist begeistert vom Zustand Woyzecks (vgl. Z. 22ff.) und spricht ihm durch seine Wortwahl immer mehr die Menschlichkeit ab. So bezeichnet er ihn zum Ende nur noch als „casus“ (Z.33) und „Subjekt Woyzeck" (Z. 33). Er ist nur ein Versuchsobjekt für den Doktor, um seine eigene Forschung auszuführen. Den eigenen persönlichen Idealen des Doktors soll Woyzeck dabei beikommen. Die Idealistische Ausprägung des Doktors wird so deutlich, wobei er dennoch keinerlei Reue für sein eigenes unmoralisches Handeln zeigt. In seiner sozialen Position scheint er sich zu seinen Handlungen berechtigt zu fühlen, da er als Doktor zu solchen Experimenten befähigt sei. Der gesellschaftliche Status bestimmt damit die Weltanschauung mit. Dagegen steht Woyzeck, der aufgrund seiner materialistischen Not und sozialen Situation in diesem Experiment gefangen, und kann nichtmal mehr Idealen der Willensfreiheit nachkommen. Die Ausnutzung der unteren Stände in der damaligen Zeit wird somit ebenfalls aufgegriffen. Mit dieser Szene weißt Büchner auf den deteriorierenden Zustand Woyzeck hin und gibt damit eine Aussicht auf diesen im weiteren Verlauf des Dramas. Außerdem wird die Rücksichtslosigkeit des Doktors deutlich, welcher von seinen eigenen Idealen überzeugt ist und darin eine Rechtfertigung für sein Verhalten gegenüber Woyzeck findet. Die Wissenschaft wird dadurch ebenfalls von Büchner in einem negativen Licht beleuchtet, in dem anfällige Menschen durch sie ausgebeutet werden.

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Szenenanalyse ,,Woyzeck" Szene 8 Das Drama ,,Woyzeck" wurde 1836 von Georg Büchner verfasst und thematisiert die Figur des Woyzeck, welcher ein passives Opfer der damaligen gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten und sozialen Strukturen ist. Diese treiben ihn, gemeinsam mit dem Betrug seiner Partnerin Marie, in den Wahnsinn und bis hin zum Mord Maries. Dabei befasst sich Büchner durchgehend mit der Diskrepanz zwischen Idealismus und Materialismus. Idealismus bezeichnet dabei das Streben nach persönlich gesetzten Idealen, während sich der Materialismus darauf beruht, dass die Wirklichkeit durch Materie an sich bestimmt ist. Diese Thematik wird auch in der achten Szene besonders hervorgehoben. Die Szene spielt sich dabei im Zimmer des Doktors ab, in dem Woyzeck und er ein Gespräch führen. Aufgrund Woyzecks schlechter finanzieller Lage, hat sich dieser dazu erklärt eine Testperson für den Doktor zu werden. Bei diesem Experiment darf er jedoch nur noch Erbsen essen, damit der Doktor den Effekt dessen beobachten kann. Dabei beginnt Woyzeck physische und psychische Auswirkungen der Mangelernährung zu zeigen, welche für den Doktor dennoch nebensächlich bleiben, das Experiment steht hier im Vordergrund seines Interesses. Kurz zuvor rasierte Woyzeck noch den Hauptmann (vgl. Szene 5), dabei handelt es sich um Gelegenheitsarbeit und der finanzielle Notstand Woyzecks wird sichtbar. Daraufhin traf er Marie auf der Straße (vgl. Szene 7) und zeigte auch hier schon einen wirren und aufgewühlten Geisteszustand, der...

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Dabei stellt sich seine Ansicht gegen die Situation Woyzecks, welcher den Idealen des Bürgertums nicht nachkommen kann. Die Freiheiten dieser Schicht kann er nicht wahrnehmen, da er durch ihre Behandlung in seiner eigenen Willensfreiheit eingeschränkt wird. Hier versucht Woyzeck dem Doktor zunächst noch zu widersprechen. Er versucht ihm zu erklären, dass es sich um ein menschliches Bedürfnis handle (vgl. Z. 13), verwendet dabei aber nur einen einfachen parataktischen Satzbau, wodurch seine soziale Stellung deutlich wird. Er ist Teil der Unterschicht und hat wahrscheinlich nie eine wirkliche Bildung erfahren. Nachdem der Doktor Woyzeck fragt, ob dieser ihm nicht eine Urinprobe geben könne und Woyzeck verneint, da er nun nicht mehr müsse (vgl. Z. 24ff.), wird der Doktor noch aufgebrachter und „Tritt auf ihn los“ (Z. 31). Trotz schlechter körperlicher Situation Woyzecks, scheint dem Doktor das eigene Experiment als vorrangig zu gelten. Außerdem wird das Machtgefälle zwischen den beiden Figuren gezeigt. Dem Doktor scheint es, aufgrund des Gewalt gegen Woyzeck, an Empathie für diesen zu fehlen. Die körperlichen Bedürfnisse von ihm werden außerdem als triebhaft abgeurteilt. Für den Doktor solle der Mensch in jedem Falle der Vernunft folgen, was schon fast grotesken Ansichten entspricht, wenn Woyzecks Situation mitberücksichtigt wird. Zudem ist der Redeanteil des Doktors zu Beginn des Gespräches deutlich größer als der Woyzecks. Damit dominiert er das Gespräch und begibt sich damit in eine Position, in der er sich im Recht fühlt überhaupt über Woyzeck urteilen zu können (vgl. S.16 Z.6). Damit werden auch die Machtverhältnisse in der Gesellschaft symbolisiert, in der das Bürgertum und der Adel die Macht über die unteren gesellschaftlichen Stände haben und sich in einer Position befinden, über diese zu bestimmen. Außerdem sieht der Doktor nur die Wissenschaft als wichtig an. Er nutzt Woyzeck bewusst aus, da er weiß, wie wenig dieser für das Experiment gezahlt bekommt (vgl. Z. 10f.). Gleichzeitig sieht er sich selbst in einer Position, in der er sich große Erkenntnisse durch sein Experiment verspricht. Dies wird durch die Metapher „ich sprenge sie [die Wissenschaft] in die Luft" (Z. 21f.) deutlich, da er sein eigenes Experiment idealisiert und als hochwichtig für die Allgemeinheit darstellt. Nachdem sich der Doktor beruhigt hat (vgl. S. 16 Z. 1ff.) versucht sich Woyzeck immernoch für sein Verhalten zu erklären. Er sucht Verständnis beim Doktor, wirkt aber immer verwirrter. Dies zeigt sich an der elliptischen Satzstruktur, während er erklärt, dass sein Handeln durch die Natur bedingt sei (vgl. Z. 7ff.). Außerdem „kracht [er] mit den Fingern“ (Z. 9f.), wodurch seine Nervosität zum Vorscheint kommt. Nun wird der Doktor wieder aufmerksam auf Woyzeck, beobachtet ihn aber stets als Versuchsobjekt, was durch die Zuschreibung „er“ (Z. 12), in Bezug auf Woyzeck, sichtbar wird. Im weiteren Verlauf beginnt Woyzeck dann zu halluzinieren. Dabei benutzt er einige anspruchsvollere Wörter, die seinem einfachen Wortschatz gegenüberstehen. So führt er den Charakter" (Z. 8) auf, den er aber nicht wirklich näher definieren kann. Genau so läuft es auch ab, als er von der ,,doppelten Natur“ (Z. 14) spricht. Seine Geistesabwesenheit und Verwirrung werden durch die Sprache immer sichtbarerer. Seine Sätze werden immer elliptischer (vgl. Z. 18ff.) und inkohärenter, bis er mit seinen Halluzinationen komplett aufhört und nur noch knapp auf die Fragen des Doktors antwortet (vgl. Z. 27ff.). An dieser Stelle ändert sich auch der Gemütszustand des Doktors. Dieser ist begeistert vom Zustand Woyzecks (vgl. Z. 22ff.) und spricht ihm durch seine Wortwahl immer mehr die Menschlichkeit ab. So bezeichnet er ihn zum Ende nur noch als „casus“ (Z.33) und „Subjekt Woyzeck" (Z. 33). Er ist nur ein Versuchsobjekt für den Doktor, um seine eigene Forschung auszuführen. Den eigenen persönlichen Idealen des Doktors soll Woyzeck dabei beikommen. Die Idealistische Ausprägung des Doktors wird so deutlich, wobei er dennoch keinerlei Reue für sein eigenes unmoralisches Handeln zeigt. In seiner sozialen Position scheint er sich zu seinen Handlungen berechtigt zu fühlen, da er als Doktor zu solchen Experimenten befähigt sei. Der gesellschaftliche Status bestimmt damit die Weltanschauung mit. Dagegen steht Woyzeck, der aufgrund seiner materialistischen Not und sozialen Situation in diesem Experiment gefangen, und kann nichtmal mehr Idealen der Willensfreiheit nachkommen. Die Ausnutzung der unteren Stände in der damaligen Zeit wird somit ebenfalls aufgegriffen. 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