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M1 der Schlafende deutsche Michel und M2: der Deutsche Michel erwacht

M1 der Schlafende deutsche Michel und M2: der Deutsche Michel erwacht

 ZUSATZINFORMATIONEN
M 2 Informationskarten
1. Klemens Wenzel
Fürst von Metternich
(1773-1859), öster-
reichischer Staatskanz-
ler von 1821-

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ZUSATZINFORMATIONEN M 2 Informationskarten 1. Klemens Wenzel Fürst von Metternich (1773-1859), öster- reichischer Staatskanz- ler von 1821-1848; Gegner aller nationalen, liberalen und revolutio- nären Bestrebungen; führte die Karls- bader Beschlüsse von 1819 herbei, durch die u.a. die Pressefreiheit im Deutschen Bund unterdrückt wurde. 4. Die Forderungen Frankreichs nach einer Rückgewinnung der Rheingrenze lösten 1840 die ,,Rheinkrise" aus, in deren Folge es in Deutschland zu lei- denschaftlichen Äußerungen des Na- tionalgefühls kam. In dem besonders populären ,,Rheinlied" von Nikolaus Becker heißt es von den Franzosen: ,,Sie sollen ihn nicht haben, den freien deut- schen Rhein, ob sie gleich gier'gen Ra- ben sich heiser danach schrei'n." 2. Papst Gregor XVI. (1831-1846), reform- feindlich, geprägt vom Wunschbild mittelalter- licher Kirchenmacht, verdammte jede ,,Neue- rung" in Welt und Kirche, so die nationalen Einigungsbe- wegungen und liberale Freiheitsforde- rungen wie die der Pressefreiheit. 5. Deutscher Bund: auf dem Wiener Kongress 1814/1815 gegründeter Zu- sammenschluss der deutschen Einzel- staaten zu einem Staatenbund; für das Bundesheer, das der Verteidigung gegen äußere Feinde diente, stellten alle Mitgliedsstaaten ein festgelegtes Kontingent an Soldaten. 3. Bulldogge als Verkörperung Großbritanniens in Karikaturen, auch als Person ,,John Bull"; Einhorn und Löwe sind Teil des englischen Staats- wappens. Die Handelspolitik Englands schwächte den Deutschen Bund durch Einfuhrerschwernisse. 6. Doppeladler des Kaiserreichs Öster- reich (links) und preußischer Adler (rechts). Österreich und Preußen waren die führenden Mächte im Deutschen Bund. M | 3 Johann Richard Seel: Der erwachte Deutsche Michel (1843) Foto: Bundesarchiv, Außenstelle Frankfurt a. M., Inv. Nr.: Z Sg 6/530 Dying out grinder ● 21 ● M1 Johann Richard Seel: Der schlafende Deutsche Michel (1843) ● 1132 Foto: Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv....

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Nr. VII59/731 dw 5000 Analysiere die Karikatur M1 von Johann Richard Seel aus dem Jahr 1843 zur politischen Lage Deutschlands im Vormärz. Gehe dabei folgendermaßen vor: Beschreibe detailgenau die Karikatur M1. Deute im Anschluss die einzelnen Bildelemente der Karikatur M1. Die Informationskarten M2 helfen Dir bei der Deutung wichtiger Karikaturinhalte. AUFGABEN: Vergleiche die Karikatur M1 mit der Karikatur M3 von Johann Richard Seel aus dem Jahr 1843. Die Karikatur ,,Der deutsche Michel" wurde im August 1842 vom Künstler Johann Richard Seel veröffentlicht und thematisiert bzw. beschreibt die Lage Deutschlands im europäischen Machtkontext. Im Mittelpunkt ist eine wohlgenährte, schlafende Figur abgebildet, die in einem Holzkinderstuhl sitzt, der auseinanderbrechen zu droht. Dieser trägt eine rote Jacke, gelbe Hose, eine weiße Weste mit 36 schwarzen Punkten und schwarze Stiefel, welche in ihrem Stil unterschiedlich sind, da sein linker Stiefel einen Flicken über dem Preußischem Adler hat und der andere Stiefel das österreichische Wappen auf sich trägt. Vor seinem Mund hängt ein großes Schloss. Aus seinem rechten, muskulösem Arm fließt Blut in einer silbernen Schale. Neben und hinter ihm befinden sich mehrere verschiedene Personen. An rechten Arm steht eine große und schlanke Figur in blauer Uniform und weißer Hose. Diese Person bedient sich an dem Blut des Michels, welches sich in der kleinen silbernen Schale in Goldmünzen verwandelt. Darüber hinaus befindet sich unter der Rücken dieser schlanken Person ein kleiner Schlüssel, der zu Michels Mundschloss passt. Hinter ihr liegt noch ein Stammbaumdokument auf dem Boden. Weiter im Hintergrund befindet sich eine bärtige, schwarz gekleidete Figur, Die bärtige Person lehnt sich am Michel und hat eine Hand an seinem Kopf, die andere um seinen Hals geschlungen, zieht an seiner Weste. Eine weitere Person, jedoch mit einem anderen Uniform, steht hinter dem Kinderstuhl. Diese versucht die rote Jacke an sich zu reißen. Rechts und weiter im Vordergrund gibt es noch ein Bulldogge, der an Michels Geldbeutel geht und sich eine Tüte mit 5000 drauf schnappt. Äußerlich wirkt der Hund eher unedel. Links im Hintergrund befindet sich auch ein weiß gekleideter Mann, dieser hat einen roten Kreuz an seiner Kleidung und trägt eine dreireifige Krone, ein Hirtenstab und ein großer Schlüssel. Dieser scheint sehr sauer zu sein und sehr schimpfend. Weiter im Hintergrund sind Soldaten zu sehen, die ruhig stehen. Die Figur in der Mitte soll den deutschen Michel darstellen. Die Karikatur zeigt also den deutschen Michel als Personifikation des deutschen Volkes, schlafend und eingezwängt in einen Kinderstuhl. Die nummerierten Felder seiner Weste versinnbildlichen die 36 Einzelstaaten des Deutschen Bundes. Als 37. und 38. Staat kommen mit den Stiefeln Österreich und Preußen hinzu. Auf Michels rechten Stiefel, ist der österreichische Doppeladler abgebildet, auf dem linken Stiefel der preußische Adler. Die beiden Stiefel kritisieren Preußen und Österreich und stellen sie als schwach und unmächtig. Alle (Großmächte bzw. Personen), die sich in der Karikatur an Michel zu schaffen machen, halten ihn in einem Zustand der Machtlosigkeit, nutzen seine Lage zu ihrem Vorteil aus. Die Figur am rechten Arm des Michels ist Metternich, der sich am Blut des Michels bedient. Der Karikaturist will also damit darstellen, dass sich Metternich Deutschland verletzt und an ihrem Elend und Not bereichert. Außerdem hält er Deutschland in ihrer Kraftlosigkeit. Der österreichische Staatskanzler ist der Gegner aller nationalen, Iiberalen und revolutionären Bestrebungen und führte die Karlsbader Beschlüsse von 1819 herbei. durch die u.a. die Pressefreiheit im Deutschen Bund unterdrückt wurde. Die Bulldogge ist eine Personifikation Großbritanniens, diese geht an Michels Geldbeutel und schnappt sich mindestens 50000 Geldmünzen. Durch seine Beraubung wirkt diese Dogge sehr gierig und nutzt Deutschland aus. Die kann man auf Großbritannien übertragen, das seine wirtschaftliche Überlegenheit (Handelsmacht und frühzeitige Industrialisierung) nutzt. Die Handelspolitik Englands schwächte also den Deutschen Bund durch Einfuhrerschwernisse. Die bärtige Figur sollte Russland darstellen. Dies wird erkennbar gemacht durch die Kosakenuniform und die Fellmütze Dieser sieht sehr liebevoll aus, weil er den Michel wie gutmütig behandelt und streichelt ihn zur Ruhe mit einer Hand über die Stirn, zugleich mit der anderen Hand seine Weste zieht. Er hat Michel umklammernd im Griff, die Lage zu seinem Vorteil unter Kontrolle. Von Michel gibt es keine Versuche, sich zur Wehr zu setzen. Die Figur im roten und blauen Uniform stellt Frankreich dar, die an Michels linkem Ärmel zieht und anscheinend etwas abreißen möchte. Dies steht für ein Streben Frankreichs Bereiche von Deutschland zu erobern und für die Forderungen Frankreichs nach einer Rückgewinnung der Rheingrenze, die 1840 die ,,Rheinkrise" auslösten. Die Person mit der weißen Kleidung ist der Papst, der für die Ablehnung liberaler und revolutionärer Bewegungen, die Menschen in einem Zustand der Unselbständigkeit hält. Der Schüssel kann man mit dem Schloß an Michels Mund in Verbindung setzen; das deutsche Volk hat also nichts zu sagen. Metternich hat aber auch den Schlüssel, dies ist ein Hinweis auf fehlende Meinungsfreiheit, z. B. durch Karlsbader Beschlüsse. Die Soldaten im Hintergrund stehen still ohne einzugreifen. Die Soldaten versuchen nicht, Michel zu schützen. Sie beeinflussen das Geschehen nicht. Die Truppen des Heeres des Deutschen Bundes (Bundesheeres) waren Truppen der Einzelstaaten des Deutschen Bundes. Sie erfüllen also ihre Aufgabe die Verteidigung gegen äußere Feinde ist, nicht. Man kann also sagen, dass alle Mächte die Schwäche und die Machtlosigkeit ausnutzen und bereichern. Deutschland wird eher als sehr unschuldig dargestellt. Foto: Bundesarchiv, Außenstelle Frankfurt a. M., Inv. Nr.: Z Sg 6/530 M3 Johann Richard Seel: Der Deutsche Michel erwacht (1843) Vergleichend mit der zweiten Karikatur ,,Der Deutsche Michel erwacht" von Johann Richard Seel aus dem Jahr 1843 geht es um Deutschland, die sich von ihren Fesseln und von den Mächten befreit. In der Mitte ist der Deutsche Michel dargestellt, der sich aus seiner Holzkinderstuhl befreit hat und sehr mächtig und groß aussieht. Das Maulschloss ist jetzt offen und kaputt, die Schlafmütze ist heruntergefallen, und die preußische Pickelhaube kommt zum Vorschein. Die Weste mit den Einzelstaaten ist nicht mehr vorhanden, der preußische Adler prangt nun selbstbewusst auf Michels Brust. Er tritt auf die Rolle mit dem adeligen Stammbaum. Die Feinde kriechen vor ihm. Während er zwei Fingern zum Siegeszeichen auf seine Feinde zeigt. Diese liegen oder knien unter ihm: Metternicht versucht sich kriechend zu retten, der Russe bettelt auf Knien, dass man ihn verschone. Der Papst im Hintergrund, um den ein Gewitter tobt, verliert Petrischlüssel und Hirtenstab im Sturm und nimmt seine dreifache Krone ab. Die englische Bulldogge versteckt sich zitternd hinter ihrer Hundemarke, während der Franzose dahinter von einem deutschen Soldaten mit Pickelhaube mit einem Bajonett bedroht wird. Über Michel geht eine strahlende Sonne auf. Die Zeichnung, genau fünf Jahre vor der Märzrevolution von 1848 gezeichnet. Also im Vergleich zu der ersten Karikatur gibt es ein Jahr Unterschied. Die Zeitspanne ist ziemlich nah. Und der Karikaturist will im Vergleich zu der ersten Karikatur zeigen, dass Deutschland richtig stark ist und dass wenn sie erwacht, sie sich von allen Mächten und Fesseln befreien wird. Somit ist Deutschland der mächtigste Staat vor dem alle anderen Mächte fliehen. Man kann also hier auch eine Entwicklung von der ersten Karikatur zur zweiten erkennen. Da der Michel als sehr schwach dargestellt wurde, hier ist er mächtig und groß.

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ZUSATZINFORMATIONEN M 2 Informationskarten 1. Klemens Wenzel Fürst von Metternich (1773-1859), öster- reichischer Staatskanz- ler von 1821-1848; Gegner aller nationalen, liberalen und revolutio- nären Bestrebungen; führte die Karls- bader Beschlüsse von 1819 herbei, durch die u.a. die Pressefreiheit im Deutschen Bund unterdrückt wurde. 4. Die Forderungen Frankreichs nach einer Rückgewinnung der Rheingrenze lösten 1840 die ,,Rheinkrise" aus, in deren Folge es in Deutschland zu lei- denschaftlichen Äußerungen des Na- tionalgefühls kam. In dem besonders populären ,,Rheinlied" von Nikolaus Becker heißt es von den Franzosen: ,,Sie sollen ihn nicht haben, den freien deut- schen Rhein, ob sie gleich gier'gen Ra- ben sich heiser danach schrei'n." 2. Papst Gregor XVI. (1831-1846), reform- feindlich, geprägt vom Wunschbild mittelalter- licher Kirchenmacht, verdammte jede ,,Neue- rung" in Welt und Kirche, so die nationalen Einigungsbe- wegungen und liberale Freiheitsforde- rungen wie die der Pressefreiheit. 5. Deutscher Bund: auf dem Wiener Kongress 1814/1815 gegründeter Zu- sammenschluss der deutschen Einzel- staaten zu einem Staatenbund; für das Bundesheer, das der Verteidigung gegen äußere Feinde diente, stellten alle Mitgliedsstaaten ein festgelegtes Kontingent an Soldaten. 3. Bulldogge als Verkörperung Großbritanniens in Karikaturen, auch als Person ,,John Bull"; Einhorn und Löwe sind Teil des englischen Staats- wappens. Die Handelspolitik Englands schwächte den Deutschen Bund durch Einfuhrerschwernisse. 6. Doppeladler des Kaiserreichs Öster- reich (links) und preußischer Adler (rechts). Österreich und Preußen waren die führenden Mächte im Deutschen Bund. M | 3 Johann Richard Seel: Der erwachte Deutsche Michel (1843) Foto: Bundesarchiv, Außenstelle Frankfurt a. M., Inv. Nr.: Z Sg 6/530 Dying out grinder ● 21 ● M1 Johann Richard Seel: Der schlafende Deutsche Michel (1843) ● 1132 Foto: Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv....

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Dieser trägt eine rote Jacke, gelbe Hose, eine weiße Weste mit 36 schwarzen Punkten und schwarze Stiefel, welche in ihrem Stil unterschiedlich sind, da sein linker Stiefel einen Flicken über dem Preußischem Adler hat und der andere Stiefel das österreichische Wappen auf sich trägt. Vor seinem Mund hängt ein großes Schloss. Aus seinem rechten, muskulösem Arm fließt Blut in einer silbernen Schale. Neben und hinter ihm befinden sich mehrere verschiedene Personen. An rechten Arm steht eine große und schlanke Figur in blauer Uniform und weißer Hose. Diese Person bedient sich an dem Blut des Michels, welches sich in der kleinen silbernen Schale in Goldmünzen verwandelt. Darüber hinaus befindet sich unter der Rücken dieser schlanken Person ein kleiner Schlüssel, der zu Michels Mundschloss passt. Hinter ihr liegt noch ein Stammbaumdokument auf dem Boden. Weiter im Hintergrund befindet sich eine bärtige, schwarz gekleidete Figur, Die bärtige Person lehnt sich am Michel und hat eine Hand an seinem Kopf, die andere um seinen Hals geschlungen, zieht an seiner Weste. Eine weitere Person, jedoch mit einem anderen Uniform, steht hinter dem Kinderstuhl. Diese versucht die rote Jacke an sich zu reißen. Rechts und weiter im Vordergrund gibt es noch ein Bulldogge, der an Michels Geldbeutel geht und sich eine Tüte mit 5000 drauf schnappt. Äußerlich wirkt der Hund eher unedel. Links im Hintergrund befindet sich auch ein weiß gekleideter Mann, dieser hat einen roten Kreuz an seiner Kleidung und trägt eine dreireifige Krone, ein Hirtenstab und ein großer Schlüssel. Dieser scheint sehr sauer zu sein und sehr schimpfend. Weiter im Hintergrund sind Soldaten zu sehen, die ruhig stehen. Die Figur in der Mitte soll den deutschen Michel darstellen. Die Karikatur zeigt also den deutschen Michel als Personifikation des deutschen Volkes, schlafend und eingezwängt in einen Kinderstuhl. Die nummerierten Felder seiner Weste versinnbildlichen die 36 Einzelstaaten des Deutschen Bundes. Als 37. und 38. Staat kommen mit den Stiefeln Österreich und Preußen hinzu. Auf Michels rechten Stiefel, ist der österreichische Doppeladler abgebildet, auf dem linken Stiefel der preußische Adler. Die beiden Stiefel kritisieren Preußen und Österreich und stellen sie als schwach und unmächtig. Alle (Großmächte bzw. Personen), die sich in der Karikatur an Michel zu schaffen machen, halten ihn in einem Zustand der Machtlosigkeit, nutzen seine Lage zu ihrem Vorteil aus. Die Figur am rechten Arm des Michels ist Metternich, der sich am Blut des Michels bedient. Der Karikaturist will also damit darstellen, dass sich Metternich Deutschland verletzt und an ihrem Elend und Not bereichert. Außerdem hält er Deutschland in ihrer Kraftlosigkeit. Der österreichische Staatskanzler ist der Gegner aller nationalen, Iiberalen und revolutionären Bestrebungen und führte die Karlsbader Beschlüsse von 1819 herbei. durch die u.a. die Pressefreiheit im Deutschen Bund unterdrückt wurde. Die Bulldogge ist eine Personifikation Großbritanniens, diese geht an Michels Geldbeutel und schnappt sich mindestens 50000 Geldmünzen. Durch seine Beraubung wirkt diese Dogge sehr gierig und nutzt Deutschland aus. Die kann man auf Großbritannien übertragen, das seine wirtschaftliche Überlegenheit (Handelsmacht und frühzeitige Industrialisierung) nutzt. Die Handelspolitik Englands schwächte also den Deutschen Bund durch Einfuhrerschwernisse. Die bärtige Figur sollte Russland darstellen. Dies wird erkennbar gemacht durch die Kosakenuniform und die Fellmütze Dieser sieht sehr liebevoll aus, weil er den Michel wie gutmütig behandelt und streichelt ihn zur Ruhe mit einer Hand über die Stirn, zugleich mit der anderen Hand seine Weste zieht. Er hat Michel umklammernd im Griff, die Lage zu seinem Vorteil unter Kontrolle. Von Michel gibt es keine Versuche, sich zur Wehr zu setzen. Die Figur im roten und blauen Uniform stellt Frankreich dar, die an Michels linkem Ärmel zieht und anscheinend etwas abreißen möchte. Dies steht für ein Streben Frankreichs Bereiche von Deutschland zu erobern und für die Forderungen Frankreichs nach einer Rückgewinnung der Rheingrenze, die 1840 die ,,Rheinkrise" auslösten. Die Person mit der weißen Kleidung ist der Papst, der für die Ablehnung liberaler und revolutionärer Bewegungen, die Menschen in einem Zustand der Unselbständigkeit hält. Der Schüssel kann man mit dem Schloß an Michels Mund in Verbindung setzen; das deutsche Volk hat also nichts zu sagen. Metternich hat aber auch den Schlüssel, dies ist ein Hinweis auf fehlende Meinungsfreiheit, z. B. durch Karlsbader Beschlüsse. Die Soldaten im Hintergrund stehen still ohne einzugreifen. Die Soldaten versuchen nicht, Michel zu schützen. Sie beeinflussen das Geschehen nicht. Die Truppen des Heeres des Deutschen Bundes (Bundesheeres) waren Truppen der Einzelstaaten des Deutschen Bundes. Sie erfüllen also ihre Aufgabe die Verteidigung gegen äußere Feinde ist, nicht. Man kann also sagen, dass alle Mächte die Schwäche und die Machtlosigkeit ausnutzen und bereichern. Deutschland wird eher als sehr unschuldig dargestellt. Foto: Bundesarchiv, Außenstelle Frankfurt a. M., Inv. Nr.: Z Sg 6/530 M3 Johann Richard Seel: Der Deutsche Michel erwacht (1843) Vergleichend mit der zweiten Karikatur ,,Der Deutsche Michel erwacht" von Johann Richard Seel aus dem Jahr 1843 geht es um Deutschland, die sich von ihren Fesseln und von den Mächten befreit. In der Mitte ist der Deutsche Michel dargestellt, der sich aus seiner Holzkinderstuhl befreit hat und sehr mächtig und groß aussieht. Das Maulschloss ist jetzt offen und kaputt, die Schlafmütze ist heruntergefallen, und die preußische Pickelhaube kommt zum Vorschein. Die Weste mit den Einzelstaaten ist nicht mehr vorhanden, der preußische Adler prangt nun selbstbewusst auf Michels Brust. Er tritt auf die Rolle mit dem adeligen Stammbaum. Die Feinde kriechen vor ihm. Während er zwei Fingern zum Siegeszeichen auf seine Feinde zeigt. Diese liegen oder knien unter ihm: Metternicht versucht sich kriechend zu retten, der Russe bettelt auf Knien, dass man ihn verschone. Der Papst im Hintergrund, um den ein Gewitter tobt, verliert Petrischlüssel und Hirtenstab im Sturm und nimmt seine dreifache Krone ab. Die englische Bulldogge versteckt sich zitternd hinter ihrer Hundemarke, während der Franzose dahinter von einem deutschen Soldaten mit Pickelhaube mit einem Bajonett bedroht wird. Über Michel geht eine strahlende Sonne auf. Die Zeichnung, genau fünf Jahre vor der Märzrevolution von 1848 gezeichnet. Also im Vergleich zu der ersten Karikatur gibt es ein Jahr Unterschied. Die Zeitspanne ist ziemlich nah. Und der Karikaturist will im Vergleich zu der ersten Karikatur zeigen, dass Deutschland richtig stark ist und dass wenn sie erwacht, sie sich von allen Mächten und Fesseln befreien wird. Somit ist Deutschland der mächtigste Staat vor dem alle anderen Mächte fliehen. Man kann also hier auch eine Entwicklung von der ersten Karikatur zur zweiten erkennen. Da der Michel als sehr schwach dargestellt wurde, hier ist er mächtig und groß.