Neurobiologie: Erregungsleitung im Axon und Myelinscheide
Die Neurobiologie beschäftigt sich intensiv mit der Erregungsleitung in Nervenzellen. Bei der Signalübertragung unterscheiden wir zwischen myelinisierten und nicht-myelinisierten Axonen, die sich in ihrer Leitungsgeschwindigkeit und Effizienz deutlich unterscheiden.
Definition: Die Myelinscheide ist eine elektrische Isolationsschicht um das Axon, die nur an den Ranvier'schen Schnürringen Kontakt zwischen Intra- und Extrazellularraum zulässt.
Bei myelinisierten Axonen, wie sie bei Wirbeltieren vorkommen, erfolgt eine saltatorische (springende) Erregungsleitung. Aktionspotentiale werden ausschließlich an den Ranvier'schen Schnürringen gebildet, was zu einer sehr schnellen Signalübertragung von bis zu 100 Metern pro Sekunde führt. Diese Form der Erregungsleitung ist sowohl energie- als auch platzsparend.
Im Gegensatz dazu steht die kontinuierliche Erregungsleitung bei nicht-myelinisierten Axonen, die man beispielsweise bei Wirbellosen findet. Hier werden Aktionspotentiale fortlaufend an jeder Stelle des Axons gebildet. Diese Art der Signalübertragung ist mit maximal 30 Metern pro Sekunde deutlich langsamer und benötigt einen größeren Axondurchmesser.
Beispiel: Bei Multipler Sklerose, einer schweren Nervenkrankheit, wird die Myelinscheide abgebaut. Dies führt zu einer gestörten Signalübermittlung mit verlangsamter Erregungsleitung und resultiert in Beeinträchtigungen der Bewegungskoordination und des Sehvermögens.











