Die Ökologie erforscht die Wechselwirkungen zwischen Organismen und ihrer Umwelt.... Mehr anzeigen
Biologie LK Zusammenfassung NRW Abitur 2023: Ökologie leicht erklärt











Umweltfaktoren und ökologische Potenz
Die Ökologie untersucht die Wechselwirkungen zwischen Organismen und ihrer Umwelt - sowohl der belebten (biotischen) als auch der unbelebten (abiotischen) Umwelt.
Abiotische Faktoren umfassen physikalische und chemische Einflüsse wie Temperatur, Licht, Wasser, Sauerstoffgehalt und Bodentyp. Sie bilden die Grundlage für die Lebensbedingungen in einem Ökosystem.
Biotische Faktoren beschreiben die Einflüsse der belebten Umwelt. Sie können negativ sein oder positiv (Symbiose, Kooperation) oder neutral (wie bei der Karpose).
Die ökologische Potenz gibt an, wie gut ein Organismus mit bestimmten Umweltfaktoren zurechtkommt. Dabei unterscheidet man:
- Euryöke Arten: vertragen große Schwankungen eines Umweltfaktors
- Stenöke Arten: haben eine enge Toleranzspanne
💡 Merke: Jeder Umweltfaktor hat ein Optimum, in dem der Organismus am besten gedeiht. Im Pessimum ist nur kurzfristiges Überleben möglich, während im Präferendum der Organismus sich bevorzugt aufhält.
Die Toleranzkurve zeigt, wie ein Organismus auf verschiedene Intensitäten eines Umweltfaktors reagiert - eine wichtige Grundlage für das Verständnis der ökologischen Nische.

Temperatur als abiotischer Faktor
Die Temperatur beeinflusst grundlegend alle Stoffwechselprozesse von Organismen. Nach der RGT-Regel verdoppelt sich die Reaktionsgeschwindigkeit bei einer Temperaturerhöhung um etwa 10°C.
Je nach Temperaturregulation unterscheidet man:
- Homoiotherme (gleichwarme) Tiere: halten ihre Körpertemperatur konstant (Vögel, Säugetiere)
- Poikilotherme (wechselwarme) Tiere: Körpertemperatur passt sich der Umgebung an (Fische, Amphibien, Reptilien, Wirbellose)
Für homoiotherme Tiere gelten wichtige Klimaregeln:
- Bergmann'sche Regel: In kälteren Gebieten sind Tiere größer, um ein günstiges Verhältnis von Volumen zu Oberfläche zu haben
- Allen'sche Regel: In kälteren Gebieten haben Tiere kürzere Körperfortsätze, um Wärmeverlust zu reduzieren
- Hesse'sche Regel: In kälteren Regionen besitzen Tiere größere Herzen für höheren Stoffwechsel
- Gloger'sche Regel: In feuchteren Gebieten sind Tiere dunkler gefärbt als Schutz vor Bakterien
💡 Prüfungswissen: Bei diesen Klimaregeln geht es immer um Anpassungen innerhalb einer Art - nicht um Vergleiche zwischen verschiedenen Arten!
Temperatur ist ein entscheidender Umweltfaktor, der die Verbreitung von Arten maßgeblich bestimmt und evolutionäre Anpassungen hervorruft.

Homoiothermie und Poikilothermie
Ein zentrales Konzept in der Ökologie ist der Unterschied zwischen homoiothermen und poikilothermen Tieren, was ihre ökologische Potenz maßgeblich bestimmt.
Homoiotherme Tiere:
- Halten ihre Körpertemperatur unabhängig von der Umgebung konstant
- Dazu gehören Vögel und Säugetiere
- Vorteil: Können unterschiedlichste Lebensräume besiedeln (eurypotent)
- Nachteil: Hoher Energieaufwand und konstante Nahrungszufuhr nötig
Poikilotherme Tiere:
- Körpertemperatur passt sich der Umgebung an
- Dazu zählen Fische, Amphibien, Reptilien und alle Wirbellosen
- Vorteil: Energiesparend durch geringeren Nahrungsbedarf
- Nachteil: Enger Toleranzbereich (stenopotent)
Beide Gruppen haben unterschiedliche Überlebensstrategien entwickelt:
- Homoiotherme regulieren durch isolierende Körperbedeckung, Fettgewebe und Schwitzen
- Poikilotherme nutzen thermoregulatorisches Verhalten wie Sonnenbaden oder Schattensuche
💡 Für die Klausur: Die Unterschiede zwischen Winterschlaf (homoiotherme Tiere) und Kältestarre (poikilotherme Tiere) sind prüfungsrelevant! Beim Winterschlaf ist aktives Leben noch möglich, bei der Kältestarre nicht.
Auch Licht und Wasser sind wichtige abiotische Faktoren. Licht beeinflusst Aktivitätsrhythmen, Orientierung und Tarnung, während Wasser für Stoffwechselprozesse, Osmoseregulation und Temperaturregulation essentiell ist.

Tarnung und Warnung als Anpassungsstrategien
In der Ökologie haben sich vielfältige Anpassungsstrategien als Reaktion auf biotische Umweltfaktoren entwickelt. Besonders wichtig sind Tarn- und Warnmechanismen.
Tarnungsformen:
- Tarntracht: Anpassung an die Umgebung im äußeren Erscheinungsbild (z.B. Farbwechsel beim Chamäleon)
- Schrecktracht: Auffällige Zeichnungen, die größere Tiere vortäuschen (z.B. Augenflecken bei Schmetterlingen)
- Mimese: Nachahmung unbelebter Teile des Lebensraums
- Zoomimese: Nachahmung anderer Tiere
- Phytomimese: Nachahmung von Pflanzen (z.B. wandelndes Blatt)
- Allomimese: Nachahmung von Gegenständen
Warnformen:
- Warntracht: Auffällige Signale, die Fressfeinde abschrecken (z.B. Schwarzgelbmusterung der Wespe)
- Mimikry: Nachahmen gefährlicher/ungenießbarer Arten
- Bates'sche Mimikry: Harmlose Art ahmt wehrhafte Art nach
- Müller'sche Mimikry: Ungenießbare Arten ähneln sich gegenseitig
- Merten'sche Mimikry: Gefährliche und ungefährliche Art ahmen mittelgefährliche Art nach
- Peckham'sche Mimikry: Anpassung zum Anlocken von Beute
💡 Klausurtipp: Die verschiedenen Mimikry-Formen sind ein beliebtes Prüfungsthema! Achte besonders auf die Unterschiede zwischen Bates'scher und Müller'scher Mimikry.
Diese Strategien zeigen eindrucksvoll, wie sich Organismen im Laufe der Evolution an die ökologische Nische angepasst haben und dadurch ihre Überlebenschancen erhöhen konnten.

Interspezifische Lebensgemeinschaften
Lebewesen bilden untereinander komplexe Beziehungsgefüge, die ihre ökologische Nische prägen. Dabei unterscheiden wir zwischen interspezifischen (artübergreifenden) und intraspezifischen (innerartlichen) Wechselbeziehungen.
Die wichtigsten interspezifischen Beziehungen sind:
Symbiose (+/+): Beide Partner profitieren voneinander
- Beispiel: Flechten (Zusammenleben von Pilzen und Algen)
- Kann als Protokooperation (fakultativ), Eusymbiose (obligatorisch) oder Mutualismus auftreten
Parasitismus (+/-): Ein Organismus nutzt einen anderen aus und schädigt ihn dabei
- Der Parasit zieht den Nutzen, der Wirt wird geschädigt
- Tötet den Wirt in der Regel nicht, da er ihn als Lebensgrundlage braucht
Karpose (+/0): Ein Organismus profitiert, ohne dem anderen zu schaden
Episitismus (+/-): Räuber-Beute-Beziehung, bei der die Beute getötet wird
Nach räumlicher Beziehung unterscheidet man:
- Endosymbiose: Ein Partner lebt im Inneren des anderen
- Ektosymbiose: Partner treffen nur über ihre Oberflächen in Kontakt
💡 Wichtig: Symbiogenese beschreibt die evolutionäre Verschmelzung verschiedener Organismen zu einem neuen Organismus - ein Konzept, das für die Entstehung eukaryotischer Zellen zentral ist.
Das Minimum- und Optimumgesetz erklärt, wie Umweltfaktoren zusammenwirken: Der am stärksten vom Optimum abweichende Faktor begrenzt die Überlebensfähigkeit eines Organismus (besonders relevant für Pflanzen).

Koevolution und Räuber-Beute-Beziehungen
Koevolution ist ein faszinierender Prozess in der Ökologie, bei dem sich Arten durch gegenseitigen Selektionsdruck gemeinsam entwickeln. Sie beeinflusst maßgeblich die ökologische Nische jeder beteiligten Art.
Beispiele für Koevolution:
- Fressfeinde entwickeln bessere Jagdmethoden, während Beutetiere wirksamere Abwehrstrategien ausbilden
- Parasiten und Wirte passen sich in einer Art "evolutionärem Wettrüsten" aneinander an
Das Lotka-Volterra-Modell beschreibt die zyklischen Schwankungen in Räuber-Beute-Populationen durch drei Hauptregeln:
-
Regel der periodischen Zyklen: Populationsgrößen von Räuber und Beute schwanken periodisch, wobei die Räuberpopulation der Beutepopulation phasenverzögert folgt
-
Regel der konstanten Mittelwerte: Langfristig pendeln sich die Populationsgrößen um konstante Mittelwerte ein, wobei die Beutepopulation durchschnittlich größer ist
-
Regel der Störung: Bei proportionaler Verminderung beider Populationen erholt sich die Beutepopulation schneller
💡 Prüfungsrelevant: Beachte, dass das Lotka-Volterra-Modell eine starke Vereinfachung darstellt. In natürlichen Ökosystemen sind die Beziehungen deutlich komplexer, da mehrere Arten und weitere Umweltfaktoren interagieren.
Diese Wechselwirkungen führen zu einem dynamischen Gleichgewicht im Stoffkreislauf des Ökosystems und beeinflussen maßgeblich den Energiefluss zwischen den Trophieebenen.

Ökologische Nische und Konkurrenz
Die ökologische Nische ist ein zentrales Konzept der Ökologie und beschreibt die Gesamtheit aller abiotischen und biotischen Umweltfaktoren, die ein Organismus zum Leben benötigt.
Anders als oft gedacht, ist die ökologische Nische kein physischer Raum, sondern ein multidimensionales Beziehungsgefüge aus:
- Nahrungsansprüchen
- Habitatpräferenzen
- Aktivitätszeiten
- Fortpflanzungsstrategien
Die Einnischung bezeichnet den evolutionären Prozess, durch den Arten ihre spezifische ökologische Nische entwickeln und besetzen. Dies führt zur Stellenäquivalenz, bei der nicht verwandte Arten in geographisch getrennten Gebieten ähnliche ökologische Rollen einnehmen können.
Bei der Konkurrenz unterscheidet man:
- Interspezifische Konkurrenz: zwischen verschiedenen Arten
- Intraspezifische Konkurrenz: zwischen Individuen derselben Art
Das Konkurrenzausschlussprinzip besagt, dass zwei Arten nicht dauerhaft dieselbe ökologische Nische besetzen können – die konkurrenzstärkere Art verdrängt die schwächere.
Um Konkurrenz zu vermeiden, haben sich verschiedene Strategien entwickelt:
- Konkurrenzvermeidung: Ausweichen in andere Nischen
- Kontrastbetonung: Verstärkung kleiner Unterschiede zwischen ähnlichen Arten
- Kooperation: Zusammenschluss für gegenseitigen Nutzen
💡 Für deine Abiturprüfung: Achte besonders auf den Unterschied zwischen dem tatsächlichen Lebensraum (Habitat) und der ökologischen Nische einer Art. Das Habitat ist der Ort, an dem eine Art lebt, während die Nische ihre funktionelle Rolle im Ökosystem beschreibt.

Populationswachstum
In der Ökologie versteht man unter einer Population eine Gruppe artgleicher Individuen, die zeitgleich in einem bestimmten Gebiet leben und sich untereinander fortpflanzen können.
Das Wachstum einer Population wird durch Zu- und Abgänge bestimmt:
- Zugänge: Geburten und Einwanderung (Immigration)
- Abgänge: Todesfälle und Auswanderung (Emigration)
Es gibt zwei grundlegende Wachstumsmodelle:
Exponentielles Wachstum:
- Die Individuenzahl nimmt in gleichen Zeitabschnitten um denselben Faktor zu
- Kann nur unter idealen Bedingungen mit unbegrenzten Ressourcen dauerhaft stattfinden
- Wird durch die J-förmige Wachstumskurve dargestellt
Logistisches Wachstum:
- Berücksichtigt die begrenzte Tragfähigkeit (Kapazität K) eines Lebensraums
- Die Wachstumsrate nimmt mit Annäherung an K ab
- Zeigt eine S-förmige (sigmoide) Wachstumskurve
- Unter natürlichen Bedingungen schwankt die Population um den Wert K
Die Regulation der Populationsdichte erfolgt durch:
- Dichteabhängige Faktoren: wirken stärker bei hoher Populationsdichte (Nahrung, Lebensraum, Fressfeinde)
- Dichteunabhängige Faktoren: wirken unabhängig von der Populationsdichte (Temperatur, Wasserversorgung)
💡 Praxistipp: Der begrenzende Faktor des Wachstums ist die Ressource, die am wenigsten vorhanden ist - das erinnert an Liebigs Minimumgesetz im Stoffkreislauf.
Das Verständnis von Populationsdynamiken ist grundlegend für ökologische Fragestellungen und spielt eine wichtige Rolle beim Energiefluss in Ökosystemen.

Energiefluss in Ökosystemen
Der Energiefluss ist ein fundamentales Prinzip in der Ökologie und beschreibt die Weitergabe von Energie durch ein Ökosystem. Anders als der Stoffkreislauf verläuft der Energiefluss nur in eine Richtung.
Von der Sonnenenergie werden nur etwa 5% von Pflanzen absorbiert. Mit jeder Trophieebene geht dann etwa 90% der Energie verloren:
- Produzenten (P): Pflanzen wandeln durch Fotosynthese Sonnenenergie in chemische Energie um
- Primärkonsumenten (K1): Pflanzenfresser nutzen etwa 10% der in Pflanzen gebundenen Energie
- Sekundärkonsumenten (K2): Fleischfresser erhalten wieder nur etwa 10% der Energie der Primärkonsumenten
- Tertiärkonsumenten (K3): Räuber an der Spitze der Nahrungskette nutzen nur etwa 10% der Energie der Sekundärkonsumenten
Der Energieverlust zwischen den Trophieebenen entsteht durch:
- Atmung (Respiration)
- Wärmeabgabe
- Ausscheidungen und nicht verwertbare Teile
- Tod und Verwesung
💡 Merke: Die 10%-Regel besagt, dass nur etwa 10% der Energie einer Trophieebene an die nächsthöhere weitergegeben wird. Daher werden Nahrungsketten selten länger als 4-5 Glieder.
Im Gegensatz zum Energiefluss können Stoffe im Stoffkreislauf immer wieder verwendet werden. Ökosysteme sind daher auf ständigen Energieinput (meist Sonnenlicht) angewiesen, während Stoffe recycelt werden können.

Stoffkreisläufe und Nahrungsketten
Während Energie in Ökosystemen nur in eine Richtung fließt, werden Stoffe in Kreisläufen immer wieder verwendet. Diese Stoffkreisläufe sind fundamental für das Funktionieren von Ökosystemen.
In einem Ökosystem erfüllen Organismen verschiedene Funktionen:
- Produzenten: Autotrophe Organismen (Pflanzen, Algen, fotosynthetische Bakterien), die anorganische in organische Stoffe umwandeln
- Konsumenten: Heterotrophe Organismen, die sich von anderen ernähren
- Primärkonsumenten: Pflanzenfresser
- Sekundärkonsumenten: fressen Pflanzenfresser
- Tertiärkonsumenten: fressen Sekundärkonsumenten
- Destruenten: Bauen tote Biomasse ab und wandeln sie in anorganische Stoffe um
Die Weitergabe von Nährstoffen erfolgt über Nahrungsketten, die zu komplexen Nahrungsnetzen verflochten sind. Diese lassen sich in Nahrungspyramiden darstellen:
- Biomassepyramide: zeigt die abnehmende Biomasse mit jeder Trophieebene
- Zahlenpyramide: zeigt die abnehmende Individuenzahl mit jeder Trophieebene
- Energiepyramide: zeigt den abnehmenden Energiegehalt mit jeder Trophieebene
💡 Wichtig für die Prüfung: Der Unterschied zwischen Stoffkreislauf und Energiefluss liegt darin, dass Energie das Ökosystem als Wärme verlässt, während Stoffe wie Kohlenstoff, Stickstoff oder Phosphor immer wieder verwendet werden.
Alle Ökosysteme der Erde bilden zusammen die Biosphäre - den belebten Teil unseres Planeten, in dem komplexe Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Stoffkreisläufen stattfinden.
Wir dachten schon, du fragst nie...
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Homoiothermie und Poikilothermie
Ein zentrales Konzept in der Ökologie ist der Unterschied zwischen homoiothermen und poikilothermen Tieren, was ihre ökologische Potenz maßgeblich bestimmt.
Homoiotherme Tiere:
- Halten ihre Körpertemperatur unabhängig von der Umgebung konstant
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- Merten'sche Mimikry: Gefährliche und ungefährliche Art ahmen mittelgefährliche Art nach
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Koevolution und Räuber-Beute-Beziehungen
Koevolution ist ein faszinierender Prozess in der Ökologie, bei dem sich Arten durch gegenseitigen Selektionsdruck gemeinsam entwickeln. Sie beeinflusst maßgeblich die ökologische Nische jeder beteiligten Art.
Beispiele für Koevolution:
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-
Regel der periodischen Zyklen: Populationsgrößen von Räuber und Beute schwanken periodisch, wobei die Räuberpopulation der Beutepopulation phasenverzögert folgt
-
Regel der konstanten Mittelwerte: Langfristig pendeln sich die Populationsgrößen um konstante Mittelwerte ein, wobei die Beutepopulation durchschnittlich größer ist
-
Regel der Störung: Bei proportionaler Verminderung beider Populationen erholt sich die Beutepopulation schneller
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Ökologische Nische und Konkurrenz
Die ökologische Nische ist ein zentrales Konzept der Ökologie und beschreibt die Gesamtheit aller abiotischen und biotischen Umweltfaktoren, die ein Organismus zum Leben benötigt.
Anders als oft gedacht, ist die ökologische Nische kein physischer Raum, sondern ein multidimensionales Beziehungsgefüge aus:
- Nahrungsansprüchen
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- Aktivitätszeiten
- Fortpflanzungsstrategien
Die Einnischung bezeichnet den evolutionären Prozess, durch den Arten ihre spezifische ökologische Nische entwickeln und besetzen. Dies führt zur Stellenäquivalenz, bei der nicht verwandte Arten in geographisch getrennten Gebieten ähnliche ökologische Rollen einnehmen können.
Bei der Konkurrenz unterscheidet man:
- Interspezifische Konkurrenz: zwischen verschiedenen Arten
- Intraspezifische Konkurrenz: zwischen Individuen derselben Art
Das Konkurrenzausschlussprinzip besagt, dass zwei Arten nicht dauerhaft dieselbe ökologische Nische besetzen können – die konkurrenzstärkere Art verdrängt die schwächere.
Um Konkurrenz zu vermeiden, haben sich verschiedene Strategien entwickelt:
- Konkurrenzvermeidung: Ausweichen in andere Nischen
- Kontrastbetonung: Verstärkung kleiner Unterschiede zwischen ähnlichen Arten
- Kooperation: Zusammenschluss für gegenseitigen Nutzen
💡 Für deine Abiturprüfung: Achte besonders auf den Unterschied zwischen dem tatsächlichen Lebensraum (Habitat) und der ökologischen Nische einer Art. Das Habitat ist der Ort, an dem eine Art lebt, während die Nische ihre funktionelle Rolle im Ökosystem beschreibt.

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Populationswachstum
In der Ökologie versteht man unter einer Population eine Gruppe artgleicher Individuen, die zeitgleich in einem bestimmten Gebiet leben und sich untereinander fortpflanzen können.
Das Wachstum einer Population wird durch Zu- und Abgänge bestimmt:
- Zugänge: Geburten und Einwanderung (Immigration)
- Abgänge: Todesfälle und Auswanderung (Emigration)
Es gibt zwei grundlegende Wachstumsmodelle:
Exponentielles Wachstum:
- Die Individuenzahl nimmt in gleichen Zeitabschnitten um denselben Faktor zu
- Kann nur unter idealen Bedingungen mit unbegrenzten Ressourcen dauerhaft stattfinden
- Wird durch die J-förmige Wachstumskurve dargestellt
Logistisches Wachstum:
- Berücksichtigt die begrenzte Tragfähigkeit (Kapazität K) eines Lebensraums
- Die Wachstumsrate nimmt mit Annäherung an K ab
- Zeigt eine S-förmige (sigmoide) Wachstumskurve
- Unter natürlichen Bedingungen schwankt die Population um den Wert K
Die Regulation der Populationsdichte erfolgt durch:
- Dichteabhängige Faktoren: wirken stärker bei hoher Populationsdichte (Nahrung, Lebensraum, Fressfeinde)
- Dichteunabhängige Faktoren: wirken unabhängig von der Populationsdichte (Temperatur, Wasserversorgung)
💡 Praxistipp: Der begrenzende Faktor des Wachstums ist die Ressource, die am wenigsten vorhanden ist - das erinnert an Liebigs Minimumgesetz im Stoffkreislauf.
Das Verständnis von Populationsdynamiken ist grundlegend für ökologische Fragestellungen und spielt eine wichtige Rolle beim Energiefluss in Ökosystemen.

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Energiefluss in Ökosystemen
Der Energiefluss ist ein fundamentales Prinzip in der Ökologie und beschreibt die Weitergabe von Energie durch ein Ökosystem. Anders als der Stoffkreislauf verläuft der Energiefluss nur in eine Richtung.
Von der Sonnenenergie werden nur etwa 5% von Pflanzen absorbiert. Mit jeder Trophieebene geht dann etwa 90% der Energie verloren:
- Produzenten (P): Pflanzen wandeln durch Fotosynthese Sonnenenergie in chemische Energie um
- Primärkonsumenten (K1): Pflanzenfresser nutzen etwa 10% der in Pflanzen gebundenen Energie
- Sekundärkonsumenten (K2): Fleischfresser erhalten wieder nur etwa 10% der Energie der Primärkonsumenten
- Tertiärkonsumenten (K3): Räuber an der Spitze der Nahrungskette nutzen nur etwa 10% der Energie der Sekundärkonsumenten
Der Energieverlust zwischen den Trophieebenen entsteht durch:
- Atmung (Respiration)
- Wärmeabgabe
- Ausscheidungen und nicht verwertbare Teile
- Tod und Verwesung
💡 Merke: Die 10%-Regel besagt, dass nur etwa 10% der Energie einer Trophieebene an die nächsthöhere weitergegeben wird. Daher werden Nahrungsketten selten länger als 4-5 Glieder.
Im Gegensatz zum Energiefluss können Stoffe im Stoffkreislauf immer wieder verwendet werden. Ökosysteme sind daher auf ständigen Energieinput (meist Sonnenlicht) angewiesen, während Stoffe recycelt werden können.

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Stoffkreisläufe und Nahrungsketten
Während Energie in Ökosystemen nur in eine Richtung fließt, werden Stoffe in Kreisläufen immer wieder verwendet. Diese Stoffkreisläufe sind fundamental für das Funktionieren von Ökosystemen.
In einem Ökosystem erfüllen Organismen verschiedene Funktionen:
- Produzenten: Autotrophe Organismen (Pflanzen, Algen, fotosynthetische Bakterien), die anorganische in organische Stoffe umwandeln
- Konsumenten: Heterotrophe Organismen, die sich von anderen ernähren
- Primärkonsumenten: Pflanzenfresser
- Sekundärkonsumenten: fressen Pflanzenfresser
- Tertiärkonsumenten: fressen Sekundärkonsumenten
- Destruenten: Bauen tote Biomasse ab und wandeln sie in anorganische Stoffe um
Die Weitergabe von Nährstoffen erfolgt über Nahrungsketten, die zu komplexen Nahrungsnetzen verflochten sind. Diese lassen sich in Nahrungspyramiden darstellen:
- Biomassepyramide: zeigt die abnehmende Biomasse mit jeder Trophieebene
- Zahlenpyramide: zeigt die abnehmende Individuenzahl mit jeder Trophieebene
- Energiepyramide: zeigt den abnehmenden Energiegehalt mit jeder Trophieebene
💡 Wichtig für die Prüfung: Der Unterschied zwischen Stoffkreislauf und Energiefluss liegt darin, dass Energie das Ökosystem als Wärme verlässt, während Stoffe wie Kohlenstoff, Stickstoff oder Phosphor immer wieder verwendet werden.
Alle Ökosysteme der Erde bilden zusammen die Biosphäre - den belebten Teil unseres Planeten, in dem komplexe Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Stoffkreisläufen stattfinden.
Wir dachten schon, du fragst nie...
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