Das Ruhepotential
Das Ruhepotential ist ein fundamentales Konzept in der Neurophysiologie und beschreibt den elektrischen Spannungszustand einer nicht erregten Nervenzelle. Es bildet die Grundlage für die Erregbarkeit und Signalweiterleitung in Nervenzellen.
Definition: Das Ruhepotential ist das Membranpotential, das man im Ruhezustand einer Nervenzelle messen kann, also wenn sie nicht erregt ist.
Das Ruhepotential entsteht durch die ungleiche Verteilung von Ionen innerhalb und außerhalb der Zellmembran. Besonders wichtig sind dabei die Konzentrationsunterschiede von Kalium- und Natriumionen .
Highlight: Die Ionenverteilung beim Ruhepotential ist charakterisiert durch eine hohe K+-Konzentration im Zellinneren und eine hohe Na+-Konzentration im Extrazellulärraum.
Die Axonmembran ist selektiv permeabel, was bedeutet:
- Sie ist für K+-Ionen stark durchlässig
- Für Na+-Ionen ist sie weniger durchlässig
Diese Selektivität führt zu einem elektrochemischen Gradienten:
- Kaliumionen diffundieren durch Kalium-Ionenkanäle nach außen (chemischer Gradient).
- Gleichzeitig streben sie aufgrund der negativen Ladung im Zellinneren wieder zurück (elektrischer Gradient).
- Natriumionen fließen in geringem Maße durch die wenigen offenen Natrium-Ionenkanäle ins Zellinnere.
Vocabulary: Der elektrochemische Gradient beschreibt die Kombination aus Konzentrationsunterschied und elektrischer Ladungsdifferenz, die auf Ionen wirken.
Um das Ruhepotential aufrechtzuerhalten, spielt die Natrium-Kalium-Pumpe (Na+-K+-Pumpe) eine entscheidende Rolle. Sie transportiert aktiv, unter Energieverbrauch (ATP), 3 Na+-Ionen aus der Zelle heraus und 2 K+-Ionen in die Zelle hinein.
Highlight: Die Spannung des Ruhepotentials beträgt typischerweise etwa -70 mV, wobei das Zellinnere negativ gegenüber dem Außenraum geladen ist.
Das Verständnis des Ruhepotentials ist essentiell für das Begreifen der Erregungsleitung in Nervenzellen und bildet die Grundlage für weiterführende Konzepte wie das Aktionspotential.








