Membranpotential und Ionenverteilung
Das Membranpotential ist ein fundamentales Konzept in der Neurophysiologie und beschreibt die elektrische Potentialdifferenz zwischen dem Inneren und Äußeren einer Zelle.
Ein Modellversuch zur Veranschaulichung des Membranpotentials besteht aus zwei Kammern, die durch eine für Kalium-Ionen permeable Membran getrennt sind:
-
Anfangszustand: Beide Kammern haben die gleiche Konzentration an Kalium- und Chlorid-Ionen. Es gibt kein Konzentrationsgefälle und keine messbare Spannung.
-
Nach Zugabe einer Kaliumchlorid-Lösung in Kammer 1:
- K⁺-Ionen diffundieren aufgrund des Konzentrationsgefälles von Kammer 1 in Kammer 2.
- Cl⁻-Ionen können nicht durch die Membran diffundieren.
- Es entsteht ein Ladungsunterschied: Kammer 2 wird positiv, Kammer 1 negativ.
- Dieser Ladungsunterschied ist als Spannung messbar.
Vocabulary: Die Permeabilität der Membran bezeichnet ihre Durchlässigkeit für bestimmte Ionen oder Moleküle.
- Gleichgewichtszustand:
- K⁺-Ionen wandern nicht bis zum vollständigen Konzentrationsausgleich.
- Die negative Ladung in Kammer 1 zieht K⁺-Ionen an (elektromotorische Kraft, EMK).
- Bei einer bestimmten Spannung entsteht ein Gleichgewicht der Kräfte, das Gleichgewichtspotential.
Definition: Das Gleichgewichtspotential ist der Zustand, bei dem sich die diffusionsbedingte Bewegung der Ionen und die elektrische Anziehungskraft ausgleichen.
Diese Prinzipien sind grundlegend für das Verständnis der Funktionsweise von Nervenzellen und der Entstehung des Ruhepotentials.






