Prokaryotische und Eukaryotische Vektoren
Die Wahl des geeigneten Vektors hängt von der Wirtszelle und dem Ziel des Experiments ab. Es gibt spezifische Vektoren für prokaryotische und eukaryotische Systeme.
Prokaryotische Vektoren
a. Plasmide
Plasmide sind die am häufigsten verwendeten prokaryotischen Vektoren.
- Können in bis zu 100 Kopien pro Wirtszelle vorkommen
- Verschiedene Plasmide können gleichzeitig in einem Bakterium präsent sein
Highlight: Die hohe Kopienzahl von Plasmiden ermöglicht eine effiziente Vermehrung der eingebauten DNA.
b. Bakteriophagen
Bakteriophagen bieten als Klonierungsvektoren zwei wesentliche Vorteile:
- Möglichkeit, relativ große DNA-Fragmente einzubauen
- Spezifische und effektive Übertragung rekombinanter DNA durch Infektion
Example: Der Lambda-Phage ist ein häufig verwendeter Phagenvektor, der bis zu 23 kb Fremd-DNA aufnehmen kann.
c. Hybride Vektoren
Neben reinen Plasmid- und Phagenvektoren gibt es auch gemischte Klonierungsvektoren:
- Phagemide/Phasmide: Enthalten Teile des Genoms von Phagen und Plasmiden
- Cosmide: Erlauben den Einbau relativ großer DNA-Fragmente
Vocabulary: Cosmide sind hybride Vektoren, die Eigenschaften von Plasmiden und Phagen kombinieren und besonders für die Klonierung großer DNA-Fragmente geeignet sind.
Eukaryotische Vektoren
a. Ti-Plasmid
Das Ti-Plasmid ist ein spezieller Vektor für die genetische Transformation von Pflanzen.
Definition: Das Ti-Plasmid (Tumor-induzierendes Plasmid) stammt aus dem Bodenbakterium Agrobacterium tumefaciens und wird in der Pflanzenbiotechnologie zur Genübertragung mittels Vektoren genutzt.
b. Retroviraler Vektor
Retrovirale Vektoren sind die am häufigsten eingesetzten Vektoren für die Klonierung in Säugerzellen.
Highlight: Retroviren integrieren ihr Genom stabil in das Wirtsgenom, was sie zu effektiven Werkzeugen für die dauerhafte genetische Modifikation macht.
c. YACs (Yeast Artificial Chromosomes)
YACs sind künstliche Hefechromosomen, die als Klonierungsvektoren dienen.
- Enthalten die wichtigsten Elemente des Hefechromosoms für Replikation
- Ermöglichen die Klonierung sehr langer DNA-Fragmente
Example: YACs können DNA-Fragmente von mehreren hundert Kilobasen aufnehmen, was sie ideal für die Analyse großer genomischer Regionen macht.





























