Halogene und ihre natürlichen Verbindungen
Die Halogene sind Elemente der 7. Hauptgruppe des Periodensystems und umfassen:
- Fluor, Chlor, Brom, Iod und Astat (wobei Astat aufgrund seiner Radioaktivität und Seltenheit wenig erforscht ist)
- Nachbargruppen im Periodensystem sind die Chalkogene und Edelgase
- Sie treten als zweiatomige Moleküle () auf
Die Halogene Eigenschaften sind durch ihre besondere Elektronenkonfiguration bestimmt:
- Sehr hohe Reaktivität im atomaren Zustand (ihnen fehlt nur ein Elektron zur Vollbesetzung der Valenzschale)
- Die Reaktivität und Elektronegativität nimmt von Fluor zu Iod ab
- In der Natur kommen sie nie elementar, sondern nur in gebundener Form vor
Organische Chlorverbindungen
Chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) kommen natürlich vor:
- Werden von Pilzen, Flechten, Pflanzen und Tieren produziert
- Dienen als Schutz gegen andere Organismen
- Bilden die Grundlage für synthetische Pflanzenschutzmittel
Wichtiger Begriff: Chlorierte Verbindungen sind organische Moleküle, die Chloratome enthalten. Sie können sowohl natürlichen Ursprungs sein als auch synthetisch hergestellt werden.
Weitere Beispiele für natürliche chlorierte Verbindungen:
- Chlormethan aus Meeresplankton und Salzwasser
- Dioxine, die bei Waldbränden aus organischem Material und Chloriden entstehen
- Das Antibiotikum "Chloramphenicol" aus dem Bakterium Streptomyces venezuelae
- Wirkt gegen Bakterien und große Viren
- Bekämpft Krankheiten wie Typhus, Keuchhusten, Meningitis und Fleckenfieber
- Wird heute synthetisch hergestellt
Organische Iodverbindungen
Das wichtigste Beispiel für eine organische Iodverbindung ist das Schilddrüsenhormon Thyroxin:
- Wird in der Schilddrüse produziert
- Reguliert den Stoffwechsel des Körpers
- Iodmangel führt zur Vergrößerung der Schilddrüse (Kropfbildung)
Um Iodmangel in der Bevölkerung vorzubeugen:
- Wird Speisesalz mit Iodiden (z.B. NaI) oder Iodaten (z.B. NaIO₃) angereichert
- Dies ist besonders wichtig in iodarmen Regionen wie Gebirgen
Praxiswissen: Jodsalz enthält in der Regel Kaliumiodat (KIO₃) als Zusatz. Die chemische Formel des Jodsalzes ist NaCl + KIO₃, wobei der Iodat-Anteil für die gesundheitsfördernde Wirkung verantwortlich ist.



