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Analyse gesamte Werk Faust

Analyse gesamte Werk Faust

 Faust - Der Tragödie Erster Teil
Dreifache Eröffnung
Zueignung
● Widmungsgedicht mit Entstehungsgeschichte
4 Strophen, Stanzenform (8x 5-he

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Eine sehr ausführliche Analyse zu allen Szenen aus dem Werk "Faust" von Goethe mithilfe der Lektürenhilfe von Klett

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Faust - Der Tragödie Erster Teil Dreifache Eröffnung Zueignung ● Widmungsgedicht mit Entstehungsgeschichte 4 Strophen, Stanzenform (8x 5-hebiger Jambus mit 2 Terzinen + 1 Reimpaar) richtet sich an Figuren aus dem Drama (vgl. ,,schwankenden Gestalten" V.1) ● ● ● alle Infos aus: Klett, Lektürenhilfe Faust ● ● 1.Strophe: hat vor 25 Jahren angefangen, gab viele Unterbrechungen; die Figuren lassen ihn nicht los und drängen ihn zu einer weiteren Bearbeitung 2.Strophe: dies löst ambivalente Gefühle bei ihm aus; Figuren rufen Bilder einer glücklichen Vergangenheit auf (vgl. V.7), unter anderem „erste Liebe und Freundschaft“ (V.12) & verdrängte Schmerzen und Enttäuschung 3.Strophe: nicht nur Dichter ist gealtert, Rezeptionbedingungen haben sich verändert; sein kleiner Kreis (vgl. V.19), dem er den Urfaust vorgeführt hatte, ist „zerstorben" (V.19); das Werk muss nun vor einer ,,unbekannten Menge" (V.21) bestehen; Sorge, dass sich der Geschmack des Massenpublikums gewandelt hat Vorspiel auf dem Theater weiterhin angerissenes Spannungsfeld anfänglich Stanzenform (vgl. feierliche Sprache und Rhythmik aus Zueignung) Perspektivenerweiterung mit Theaterdirektor, Schauspieler (,,lustige Person" als Hinweis auf komödiantische Elemente der Tragödie) und Zuschauer ● Direktor: Orientierung am anspruchslosen Massengeschmack - will Massenpublikum anziehen (V.37); Interesse am Geschäftserfolg - - ist bereit künstlerische Abstriche zu machen und Massengeschmack anzubieten - Menge will ,,staunend gaffen" (V.92); nicht an Qualität interessiert -> oberflächliche Unterhaltung (vgl. V.95) - nicht Geschlossenheit und Stimmigkeit der Handlung sind wichtig (vgl. V.97-103) - billige Effekthascherei -> Bühnentechnik (vgl. V.234), drastische Darstellungen...

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(vgl. V.223) und verwirrende Vielfalt (vgl. V.131, 236f.) sind essentiell 4.Strophe: kann Versuchung nicht widerstehen (vgl. V.25); folgt inneren Drang und beginnt von neuem mit Arbeit am ,,Faust" Lustige Person: Griff ins volle Menschenleben: Liebe, Irrtum, Spaß - klassische Elemente einer Komödie: „Spaß“ (V.77), „Narrheit“ (V.88), „in bunten Bildern wenig Klarheit, viel Irrtum und ein Fünkchen Wahrheit" (V.170 f.) - lebensnaher Stoff; Liebesroman; Glück, Enttäuschung -> Identifikation und Empathie - Erfolg des Augenblicks wichtig (vgl. V.75 f.) ● Publikum: anspruchslos, banausenhaft - von ,,Langeweile" getrieben (V.113), „zerstreut“ (V.117), geistig abwesend (vgl. V.126) Gegenmodell Dichter: ganzheitliche Kunst für die Nachwelt - kennt und fürchtet bunte Menge (vgl. V.60); schränken künstlerische Kreativität ein - will Druck der Masse nicht nachgeben - Konzept von Direktor und lustiger Person: „Pfuscherei“ (V.106) - will wahrhafte, reine bzw. göttliche Kunstfertigkeit für Nachwelt (V.74) - nicht ,,Ragout" (V.100), sondern ganzheitliches Modell (V.140-157); alles im Einklang - Aufgabe: disparate Erscheinungen zu einem Ganzen zu formen (vgl. V.148) 1 Prolog im Himmel ● Rahmenhandlung: Wette; himmlische Sphären um irdische Handlung (Ende: Faust II) Lobpreisung der Harmonie der göttlichen Schöpfung durch Erzengel (Raphael, Gabriel, Michael) (vgl. V.249 f., 269 f.); können sich ewige Wechsel von paradiesischer Pracht und Naturkatastrophen nicht erklären, verneigen sich aber bewundernd vor Gott und seinem Werk -> positives Wortfeld sichtbar ● Goethe: kannte alle drei Perspektiven - stellte die Positionen in dialektischer Offenheit gegenüber - wusste, dass jede Perspektive ihre Berechtigung hatte (hat selbst mal Theater geleitet) Funktion der Szene: Einführung wichtiger Leitmotive - komödiantische Elemente; Gegensatzpaar: Teil und Ganzes (vgl. V.140-157); Tragödie als Kunstprojekt ● Mephisto: Mensch sei ,,tierischer als jedes Tier" (V.286) - sieht alles negativ (vgl. V.280, 296, 281) - ,,Vernunft" gebe ihm Anschein, etwas besseres zu sein (V.285); nur Maskerade - Reduktion des Menschen auf Triebsphäre und Negierung der intellektuellen Fähigkeiten -> „langbeinige Zikade", die immer hochspringt und doch wider fällt (V.288) - Tiermetaphorik: reduziert Mensch auf das Physische, körperliche Bedürfnisse, Triebe Herr: ,,Es irrt der Mensch, solang er strebt." - Mensch als vernunftgesteuertes Wesen, das nach Höherem strebt; erkennt nicht immer sofort den richtigen Weg -> Streben ist mit Irrtum verbunden, gelangt trotzdem intuitiv an sein Ziel (vgl. V.328) -Grundannahme: Mensch ist gut; strebt nach Erkenntnis, Wissen, Erhöhung (vgl. V.317) Faust: Repräsentant der Menschheit - Erinnerung an Geschichte von Hiob -> „Knecht" (V.299) - exemplarische Versuchsanordnung der Bibel und der konkurrierenden Menschenbilder -Prüfstein der Weltordnung des Herrn -> intellektuelles Streben vs. Triebhaftigkeit - Faust als besonderes Exemplar (vgl. V.301-307) -> Zwei-Seelen-Problematik - strebt als Mensch nach göttlicher Erkenntnis, aber sehnt sich nach irdischer Sinnlichkeit Scheinwette: Mephistos Wette mit Gott - Mephisto kann wette nicht gewinnen - Gärtner- bzw. Pflanzenmetapher (V.310): Gärtner - Gott; Bäumchen - Mensch; gute Analgen vorhanden, Mensch muss reifen; Gärtner weiß, dass Bäumchen bald Früchte tragen wird => aristotelische Vorstellung der Entelechie (trägt Bestimmung in sich) - Eingeschränkte Macht Mephistos: Teufel muss um „Erlaubnis“ fragen, Faust auf seine Seite ziehen zu dürfen (V.313); bedankt sich; Herr diktiert Bedingungen (vgl. V.336) - Teufel als Erfüllungsgehilfe: wichtige Funktion in göttlicher Anordnung; kein „Gegen, sondern ein Mitspieler des Herrn", kein Widersacher, sondern Erfüllungsgehilfe (vgl. V.340-343) -> Mensch fällt leicht in Selbstgenügsamkeit; Mephisto soll ihn in sein Streben anstacheln; paradox, da Mephisto später mit Faust wettet, ihn zur Ruhe zu bringen => alles Teil Gottes Plan; gibt nie die Macht an Mephisto ab; Schöpfer; allwissend 2 Gelehrtentragödie Nacht Zeit: Nacht als Kontrast zur Helligkeit des „Prologs im Himmel" - Dunkelheit, in der man kaum was sieht; Beschränkung der Möglichkeiten des Menschen - Fausts Zweifel, Erkenntnis menschlicher Beschränktheit - Tageszeit der dunklen Gedanken, Zweifel, Depressionen (vgl. Faust) - Nacht vor Ostern: christliche Welt trauert um gekreuzigten, gestorbenen und begrabenen Christus -> Hinweis auf Selbstmordabsicht Fausts Raum: ,,hochgewölbtes, enges, gotisches Zimmer" - hochgewölbt: Blick des Betrachters strebt in den Himmel -> vgl. Fausts Suche nach göttlicher Erkenntnis + nennt sich Göttern gleich - gotisch: Gotik als deutsche Architekturkunst, versetzt Faust ins Mittelalter - Studierzimmer -> zentraler Schauplatz - bedrückende Enge (Verstärkung dieser durch Zustellen und Vollstopfen mit Gegenständen (vgl. V.406-408) - beschränkter Raum -> eingeschränktes Wissen Versmaß: Knittelvers (4-hebig, Paarreim); Zeit des historischen Fausts (vgl. V.354 ff.) Wissen: Nennung der Fachrichtungen als Verweis auf 4 Fakultäten der Unis damals - Philosophie, Jura, Medizin, Theologie (Fächer der Renaissance) - Faust hat all diese Fachrichtungen studiert und sogar einen Doktortitel - weiß mehr als alle anderen, aber erkennt, dass wir nichts wissen können" (V.364) "1 "1 - ganz verfügbare Wissen bringt ihn bei seiner Frage, was die Welt im Innersten zusammenhält" (V.382 f.) nicht weiter -> nicht enzyklopädische Wissen (Summe der Informationen) wichtig, sondern Streben nach göttlichem Prinzip bzw. einheitlichem Erklärungssatz - Faust fehlende Erleuchtung erklärt seine Enttäuschung gegenüber der Theologie - Faust kontrastiert seine Beschränktheit mit der Unendlichkeit der Natur (vgl. V.386 ff.) Kerker vs. Natur: dunkle Gefängnis- und Todesmetaphorik vs. Helligkeit der Natur Natur als Metapher für ein sinnlich erfülltes Leben (typisch Sturm und Drang) - Natur als Gegenpol zu gesellschaftlichen Konventionen und Normen Faust bricht nicht aus Begrenztheit aus durch Verlassen des Raums, sondern bleibt und möchte mit einem Buch seine Krise überwinden - verlässt traditionelle Wissenschaft und sucht Erfüllung in der Magie Entgrenzungsversuche: 1. Makrokosmos: Faust kann das Schauspiel des Makrokosmos nicht begreifen -> sieht im Zeichen des Makrokosmos, „wie alles sich zum Ganzen webt" (V.447) -> scheiternder Versuch, die bestehenden Grenzen zu überwinden, da Faust die Vorgänge bestaunen kann, aber nicht begreift (vgl. V.454-456) 2. Erdgeist (Gegenstück zum Makrokosmos): Faust ist kein Ebenbild der Gottheit -> Erdgeist erscheint, als gottgleicher Schöpfer der Natur, Herrscher über Leben und Tod -> Faust versucht sich auf gleiche Stufe zu stellen (vgl. V.500), doch irrt sich in Selbstüberschätzung ( Hybris) -> Kraft hat ausgereicht, um Erdgeist anzuziehen, aber kann ihn nicht festhalten -> Erdgeist verhöhnt ihn: Faust gleiche bestenfalls dem Geist, den er sich vorstelle => Verschlimmerung seiner Krise der Erkenntnis: Hinzukommen des Bewusstseins der 3 ● ● ● Begrenztheit des vermeintlichen Übermenschen (vgl. V.514-517) 3. Selbstmordplan: erst später Wagner: verzerrte Karikatur eines Wissenschaftlers, „trockener Schleicher" (V.521) - kein Herzblut für Wissenschaft nach Faust -> pedantischer Stubenhocker; weltfremd - komische Einlage: Missversteht den Weltschmerz seines Professors als lautes Lesen einer griechischen Tragödie; kennt Gefühlsausbrüche nur aus Literatur - will von Fausts Vortragskunst profitieren -> beginnt Gespräch über Rhetorik - Faust setzt der leidenschaftslos antrainierten Redegewandtheit (vgl. V. 534) das Pathos gegenüber, ohne das man die „Herzen" (V.537) der Zuhörer nie erreiche => Kontrast Figur zu Faust - Faust betont, dass alles aus der eigenen „Seele“ (V.535, 569) kommen muss; hat daher nur Spott für Wagner übrig, der aus schriftlichen Quellen lernen möchte - Grundsatzdiskussion: für Wagner ist Quellenstudium Möglichkeit, sich in den Geist der Zeiten zu versetzen + Fortschritt der Menschheit zu erkennen; Faust verachtet dies ● - Faust drängt es nach eigener unmittelbarer Erfahrung - trotz der Auseinandersetzung und der herablassenden Behandlung will Wagner das Gespräch am nächsten Tag fortführen; er möchte „alles wissen“ (V.601) -> enzyklopädische Wissen (Faust ist mit Suche nach Kern längst einen Schritt voraus) Funktion der Zwischenszene: - Lösung der Dramatik und Spannung durch unfreiwillige Komik - Auseinandersetzung mit Kritik an Wissenschaft (Universitätssatire) - Fausts Charakter erhält schärfende Konturen durch Kontrastierung mit Wagner alleine erfasst Faust wieder seinen Existenzkrise; tiefer Schmerz, dass er nicht den Göttern gleicht (vgl. V.653); tiefe Depression mit Melancholie und Schwermütigkeit 3. Entgrenzungsversuch: Selbstmordplan - sieht ,,Phiole" (V.690) mit Gift - Selbstmordgedanken nicht nur verzweifelter Wunsch, sein Leben zu beenden, sondern der menschlichen Beschränktheit zu entfliehen + nach dem Tod den Göttern nah zu sein - beim Ansetzen der Phiole hört er die Botschaft der Auferstehung Christi: Glockenläuten und Engelchöre erinnern ihn an eine verdrängte Ebene jugendlicher Gläubigkeit - fehlender Glaube (vgl. V.765); trotzdem gewinnen die frühen religiösen Grundgefühle - an der Grenze der Existenz ist er hellhörig für Töne, die er lange nicht mehr wahrnahm - analog zur Auferstehung Christi reißt sich Faust aus Klauen des Todes; kurzeitig neuer Lebensmut Vor dem Tor ● Kontrast zur „Nacht“: Nacht ist in hellen Tag gewichen; statt Innerlichkeit Faust tritt das Gegenteil ein: geselliges Miteinander Osterfest hat viele Menschen vor das Tor gelockt; Goethe greift ins ,,volle Menschenleben", wie die Lustige Person wollte Revuehaftes Vorzeigen Vertreter unterschiedl. sozialer Gruppen durch Bauern & Bürger - unverheiratete Handwerksburschen und Dienstmädchen; sprechen über Liebe - eine Alte bietet sich als Kupplerin an (vgl. V.875) -> erster Hinweis auf Gretchens Schicksal mit der Hexe (vgl. V.876 ff.) -> Bezug zu Sphäre der Teufel und Hexen: Mephisto als Kuppler (Faust & Gretchen) - Soldatenlied -> Verweis auf Gretchentragödie (vgl. V.895-902): Gretchen als das gefallene Mädchen, das sich der Liebe hingibt + Bruder Valentin ist Soldat - Schäferlied (vgl. V.949-980) -> Parallelen zu Fausts erster Begegnung mit Gretchen 4 ● ● ● „Tor": für Faust erste Öffnung zur Welt nach quälender Enge im Studierzimmer; Hinweis auf Weltfahrt (,,Auerbacher Keller") in Gesprächen vage Bezüge, dass die schönsten Mädchen und das beste Bier“ (V.815 f.) im Dorf sind -> genau das wird Faust erwarten Frühlingstag als Neubeginn: mischt sich unters einfache Volk -> motivisch für spätere Begegnung mit dem kleinbürgerlichen Gretchen; Wiederauferstehung für Faust; Buntheit statt Einheitsgrau; Menschen fühlen sich in sprießender Natur wohl (vgl. V.940) Faust gehört keiner der Sphären an; sticht als „Hochgelahrter“ (V.984) heraus; Volk bildet Kreis um ihn (vgl. V.993); distanzwahrend; freuen sich, dass Faust sich unter das Volk mischt; empfinden es als Besonders (vgl. V.981 f.) => Isolation Fausts Bewunderung des Volkes: Faust und Vater haben viele Leben bei Pest gerettet unterschiedliche Verantwortungsethiken: - Wagner: ist abgeneigt gegenüber Volk; unwichtig ob Wissenschaft hilft; nicht Nutzen für Menschheit sondern eigener Vorteil wichtig (vgl. V.1011-1014) - Faust: Verantwortungsbewusstsein & Frage nach gesellschaftlichem Wert der Wissenschaft wichtig + Selbstkritik -> Vaters Wirken nur Scharlatanerie, ,,dunkler Ehrenmann" (V.1034); Alchemist; hat ohne ärztliche Fachkenntnisse experimentiert -> hat selbst Menschen ,,Gift" verabreicht (V.1053) „Flügel“ (V.1074, 1090, 1091): Metapher des Entgrenzungswunsches - malt sich aus, wie er durch Flügel der Entgrenzung enthoben werden könnte - Wunsch Welt von oben zu betrachten (kontrapunktisch: Wagner reicht selbstzufriedene Plattheit; bleibt auf Boden der Tatsachen & Buchgelehrsamkeit -> eindimensional) Spannung zwischen Durst nach sinnlicher Befriedigung und göttlicher Existenz droht Faust zu zerreißen (vgl. V.1110-1117) -> mehrdimensional - ruft zur Überwindung erneut Geister (vgl. V.1121 f.) - Mephisto nähert sich in Gestalt eines Pudels Studierzimmer I ● Faust nimmt Pudel mit nach Hause; Naturerfahrungen verblassen (vgl. V.1211) ● sucht ,,Offenbarung" (V.1217), um Depressionen zu verdrängen im neuen Testament - wählt Original statt Übersetzung -> will unmittelbare Erfahrung, direkte Quelle - ist zum Scheitern verurteilt; gerät ins Stocken - Übersetzungsduktus spiegelt seine innere Entwicklung; wird vom Wortgelehrten zum Mann der Tat (vgl. V.1224-1237) => innerer Wandel Mephistos Verwandlung und wahre Gestalt: - knurrt & bellt -> Abneigung Mephistos gegenüber Beschäftigung mit religiösen Inhalten - Faust zwingt Pudel mit Beschwörungsformel zur Verwandlung -> „des Pudels Kern“ (V.1323) als geflügeltes Zitat - Mephisto stellt sich im Rätsel vor (vgl. V.1335 ff.) begrenzte Macht Mephistos: - Mephisto als Teil der teuflischen Welt - Faust erkennt, dass Sünde, Zerstörung und Böses nicht weit sind - Mephisto kann „nichts vernichten“ (V.1360) -> Neuschöpfung, zum Guten (vgl. V.1336) - kann das Zimmer nicht verlassen, wegen unsauber gezeichnetem Pentagramm - Faust ist überlegen und denkt an „Pakt“ (V.1414) -> Mephisto hat Neugier erweckt (vgl. V.1338); macht Gegenteil von Gott => Nihilismus & Anti-Schöpfung (Umkehrung des Schöpfungsmythos) 5

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(vgl. V.223) und verwirrende Vielfalt (vgl. V.131, 236f.) sind essentiell 4.Strophe: kann Versuchung nicht widerstehen (vgl. V.25); folgt inneren Drang und beginnt von neuem mit Arbeit am ,,Faust" Lustige Person: Griff ins volle Menschenleben: Liebe, Irrtum, Spaß - klassische Elemente einer Komödie: „Spaß“ (V.77), „Narrheit“ (V.88), „in bunten Bildern wenig Klarheit, viel Irrtum und ein Fünkchen Wahrheit" (V.170 f.) - lebensnaher Stoff; Liebesroman; Glück, Enttäuschung -> Identifikation und Empathie - Erfolg des Augenblicks wichtig (vgl. V.75 f.) ● Publikum: anspruchslos, banausenhaft - von ,,Langeweile" getrieben (V.113), „zerstreut“ (V.117), geistig abwesend (vgl. V.126) Gegenmodell Dichter: ganzheitliche Kunst für die Nachwelt - kennt und fürchtet bunte Menge (vgl. V.60); schränken künstlerische Kreativität ein - will Druck der Masse nicht nachgeben - Konzept von Direktor und lustiger Person: „Pfuscherei“ (V.106) - will wahrhafte, reine bzw. göttliche Kunstfertigkeit für Nachwelt (V.74) - nicht ,,Ragout" (V.100), sondern ganzheitliches Modell (V.140-157); alles im Einklang - Aufgabe: disparate Erscheinungen zu einem Ganzen zu formen (vgl. V.148) 1 Prolog im Himmel ● Rahmenhandlung: Wette; himmlische Sphären um irdische Handlung (Ende: Faust II) Lobpreisung der Harmonie der göttlichen Schöpfung durch Erzengel (Raphael, Gabriel, Michael) (vgl. V.249 f., 269 f.); können sich ewige Wechsel von paradiesischer Pracht und Naturkatastrophen nicht erklären, verneigen sich aber bewundernd vor Gott und seinem Werk -> positives Wortfeld sichtbar ● Goethe: kannte alle drei Perspektiven - stellte die Positionen in dialektischer Offenheit gegenüber - wusste, dass jede Perspektive ihre Berechtigung hatte (hat selbst mal Theater geleitet) Funktion der Szene: Einführung wichtiger Leitmotive - komödiantische Elemente; Gegensatzpaar: Teil und Ganzes (vgl. V.140-157); Tragödie als Kunstprojekt ● Mephisto: Mensch sei ,,tierischer als jedes Tier" (V.286) - sieht alles negativ (vgl. 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V.301-307) -> Zwei-Seelen-Problematik - strebt als Mensch nach göttlicher Erkenntnis, aber sehnt sich nach irdischer Sinnlichkeit Scheinwette: Mephistos Wette mit Gott - Mephisto kann wette nicht gewinnen - Gärtner- bzw. Pflanzenmetapher (V.310): Gärtner - Gott; Bäumchen - Mensch; gute Analgen vorhanden, Mensch muss reifen; Gärtner weiß, dass Bäumchen bald Früchte tragen wird => aristotelische Vorstellung der Entelechie (trägt Bestimmung in sich) - Eingeschränkte Macht Mephistos: Teufel muss um „Erlaubnis“ fragen, Faust auf seine Seite ziehen zu dürfen (V.313); bedankt sich; Herr diktiert Bedingungen (vgl. V.336) - Teufel als Erfüllungsgehilfe: wichtige Funktion in göttlicher Anordnung; kein „Gegen, sondern ein Mitspieler des Herrn", kein Widersacher, sondern Erfüllungsgehilfe (vgl. V.340-343) -> Mensch fällt leicht in Selbstgenügsamkeit; Mephisto soll ihn in sein Streben anstacheln; paradox, da Mephisto später mit Faust wettet, ihn zur Ruhe zu bringen => alles Teil Gottes Plan; gibt nie die Macht an Mephisto ab; Schöpfer; allwissend 2 Gelehrtentragödie Nacht Zeit: Nacht als Kontrast zur Helligkeit des „Prologs im Himmel" - Dunkelheit, in der man kaum was sieht; Beschränkung der Möglichkeiten des Menschen - Fausts Zweifel, Erkenntnis menschlicher Beschränktheit - Tageszeit der dunklen Gedanken, Zweifel, Depressionen (vgl. Faust) - Nacht vor Ostern: christliche Welt trauert um gekreuzigten, gestorbenen und begrabenen Christus -> Hinweis auf Selbstmordabsicht Fausts Raum: ,,hochgewölbtes, enges, gotisches Zimmer" - hochgewölbt: Blick des Betrachters strebt in den Himmel -> vgl. Fausts Suche nach göttlicher Erkenntnis + nennt sich Göttern gleich - gotisch: Gotik als deutsche Architekturkunst, versetzt Faust ins Mittelalter - Studierzimmer -> zentraler Schauplatz - bedrückende Enge (Verstärkung dieser durch Zustellen und Vollstopfen mit Gegenständen (vgl. V.406-408) - beschränkter Raum -> eingeschränktes Wissen Versmaß: Knittelvers (4-hebig, Paarreim); Zeit des historischen Fausts (vgl. V.354 ff.) Wissen: Nennung der Fachrichtungen als Verweis auf 4 Fakultäten der Unis damals - Philosophie, Jura, Medizin, Theologie (Fächer der Renaissance) - Faust hat all diese Fachrichtungen studiert und sogar einen Doktortitel - weiß mehr als alle anderen, aber erkennt, dass wir nichts wissen können" (V.364) "1 "1 - ganz verfügbare Wissen bringt ihn bei seiner Frage, was die Welt im Innersten zusammenhält" (V.382 f.) nicht weiter -> nicht enzyklopädische Wissen (Summe der Informationen) wichtig, sondern Streben nach göttlichem Prinzip bzw. einheitlichem Erklärungssatz - Faust fehlende Erleuchtung erklärt seine Enttäuschung gegenüber der Theologie - Faust kontrastiert seine Beschränktheit mit der Unendlichkeit der Natur (vgl. V.386 ff.) Kerker vs. Natur: dunkle Gefängnis- und Todesmetaphorik vs. Helligkeit der Natur Natur als Metapher für ein sinnlich erfülltes Leben (typisch Sturm und Drang) - Natur als Gegenpol zu gesellschaftlichen Konventionen und Normen Faust bricht nicht aus Begrenztheit aus durch Verlassen des Raums, sondern bleibt und möchte mit einem Buch seine Krise überwinden - verlässt traditionelle Wissenschaft und sucht Erfüllung in der Magie Entgrenzungsversuche: 1. Makrokosmos: Faust kann das Schauspiel des Makrokosmos nicht begreifen -> sieht im Zeichen des Makrokosmos, „wie alles sich zum Ganzen webt" (V.447) -> scheiternder Versuch, die bestehenden Grenzen zu überwinden, da Faust die Vorgänge bestaunen kann, aber nicht begreift (vgl. V.454-456) 2. Erdgeist (Gegenstück zum Makrokosmos): Faust ist kein Ebenbild der Gottheit -> Erdgeist erscheint, als gottgleicher Schöpfer der Natur, Herrscher über Leben und Tod -> Faust versucht sich auf gleiche Stufe zu stellen (vgl. V.500), doch irrt sich in Selbstüberschätzung ( Hybris) -> Kraft hat ausgereicht, um Erdgeist anzuziehen, aber kann ihn nicht festhalten -> Erdgeist verhöhnt ihn: Faust gleiche bestenfalls dem Geist, den er sich vorstelle => Verschlimmerung seiner Krise der Erkenntnis: Hinzukommen des Bewusstseins der 3 ● ● ● Begrenztheit des vermeintlichen Übermenschen (vgl. V.514-517) 3. Selbstmordplan: erst später Wagner: verzerrte Karikatur eines Wissenschaftlers, „trockener Schleicher" (V.521) - kein Herzblut für Wissenschaft nach Faust -> pedantischer Stubenhocker; weltfremd - komische Einlage: Missversteht den Weltschmerz seines Professors als lautes Lesen einer griechischen Tragödie; kennt Gefühlsausbrüche nur aus Literatur - will von Fausts Vortragskunst profitieren -> beginnt Gespräch über Rhetorik - Faust setzt der leidenschaftslos antrainierten Redegewandtheit (vgl. V. 534) das Pathos gegenüber, ohne das man die „Herzen" (V.537) der Zuhörer nie erreiche => Kontrast Figur zu Faust - Faust betont, dass alles aus der eigenen „Seele“ (V.535, 569) kommen muss; hat daher nur Spott für Wagner übrig, der aus schriftlichen Quellen lernen möchte - Grundsatzdiskussion: für Wagner ist Quellenstudium Möglichkeit, sich in den Geist der Zeiten zu versetzen + Fortschritt der Menschheit zu erkennen; Faust verachtet dies ● - Faust drängt es nach eigener unmittelbarer Erfahrung - trotz der Auseinandersetzung und der herablassenden Behandlung will Wagner das Gespräch am nächsten Tag fortführen; er möchte „alles wissen“ (V.601) -> enzyklopädische Wissen (Faust ist mit Suche nach Kern längst einen Schritt voraus) Funktion der Zwischenszene: - Lösung der Dramatik und Spannung durch unfreiwillige Komik - Auseinandersetzung mit Kritik an Wissenschaft (Universitätssatire) - Fausts Charakter erhält schärfende Konturen durch Kontrastierung mit Wagner alleine erfasst Faust wieder seinen Existenzkrise; tiefer Schmerz, dass er nicht den Göttern gleicht (vgl. V.653); tiefe Depression mit Melancholie und Schwermütigkeit 3. Entgrenzungsversuch: Selbstmordplan - sieht ,,Phiole" (V.690) mit Gift - Selbstmordgedanken nicht nur verzweifelter Wunsch, sein Leben zu beenden, sondern der menschlichen Beschränktheit zu entfliehen + nach dem Tod den Göttern nah zu sein - beim Ansetzen der Phiole hört er die Botschaft der Auferstehung Christi: Glockenläuten und Engelchöre erinnern ihn an eine verdrängte Ebene jugendlicher Gläubigkeit - fehlender Glaube (vgl. V.765); trotzdem gewinnen die frühen religiösen Grundgefühle - an der Grenze der Existenz ist er hellhörig für Töne, die er lange nicht mehr wahrnahm - analog zur Auferstehung Christi reißt sich Faust aus Klauen des Todes; kurzeitig neuer Lebensmut Vor dem Tor ● Kontrast zur „Nacht“: Nacht ist in hellen Tag gewichen; statt Innerlichkeit Faust tritt das Gegenteil ein: geselliges Miteinander Osterfest hat viele Menschen vor das Tor gelockt; Goethe greift ins ,,volle Menschenleben", wie die Lustige Person wollte Revuehaftes Vorzeigen Vertreter unterschiedl. sozialer Gruppen durch Bauern & Bürger - unverheiratete Handwerksburschen und Dienstmädchen; sprechen über Liebe - eine Alte bietet sich als Kupplerin an (vgl. V.875) -> erster Hinweis auf Gretchens Schicksal mit der Hexe (vgl. V.876 ff.) -> Bezug zu Sphäre der Teufel und Hexen: Mephisto als Kuppler (Faust & Gretchen) - Soldatenlied -> Verweis auf Gretchentragödie (vgl. V.895-902): Gretchen als das gefallene Mädchen, das sich der Liebe hingibt + Bruder Valentin ist Soldat - Schäferlied (vgl. V.949-980) -> Parallelen zu Fausts erster Begegnung mit Gretchen 4 ● ● ● „Tor": für Faust erste Öffnung zur Welt nach quälender Enge im Studierzimmer; Hinweis auf Weltfahrt (,,Auerbacher Keller") in Gesprächen vage Bezüge, dass die schönsten Mädchen und das beste Bier“ (V.815 f.) im Dorf sind -> genau das wird Faust erwarten Frühlingstag als Neubeginn: mischt sich unters einfache Volk -> motivisch für spätere Begegnung mit dem kleinbürgerlichen Gretchen; Wiederauferstehung für Faust; Buntheit statt Einheitsgrau; Menschen fühlen sich in sprießender Natur wohl (vgl. V.940) Faust gehört keiner der Sphären an; sticht als „Hochgelahrter“ (V.984) heraus; Volk bildet Kreis um ihn (vgl. V.993); distanzwahrend; freuen sich, dass Faust sich unter das Volk mischt; empfinden es als Besonders (vgl. V.981 f.) => Isolation Fausts Bewunderung des Volkes: Faust und Vater haben viele Leben bei Pest gerettet unterschiedliche Verantwortungsethiken: - Wagner: ist abgeneigt gegenüber Volk; unwichtig ob Wissenschaft hilft; nicht Nutzen für Menschheit sondern eigener Vorteil wichtig (vgl. V.1011-1014) - Faust: Verantwortungsbewusstsein & Frage nach gesellschaftlichem Wert der Wissenschaft wichtig + Selbstkritik -> Vaters Wirken nur Scharlatanerie, ,,dunkler Ehrenmann" (V.1034); Alchemist; hat ohne ärztliche Fachkenntnisse experimentiert -> hat selbst Menschen ,,Gift" verabreicht (V.1053) „Flügel“ (V.1074, 1090, 1091): Metapher des Entgrenzungswunsches - malt sich aus, wie er durch Flügel der Entgrenzung enthoben werden könnte - Wunsch Welt von oben zu betrachten (kontrapunktisch: Wagner reicht selbstzufriedene Plattheit; bleibt auf Boden der Tatsachen & Buchgelehrsamkeit -> eindimensional) Spannung zwischen Durst nach sinnlicher Befriedigung und göttlicher Existenz droht Faust zu zerreißen (vgl. V.1110-1117) -> mehrdimensional - ruft zur Überwindung erneut Geister (vgl. V.1121 f.) - Mephisto nähert sich in Gestalt eines Pudels Studierzimmer I ● Faust nimmt Pudel mit nach Hause; Naturerfahrungen verblassen (vgl. V.1211) ● sucht ,,Offenbarung" (V.1217), um Depressionen zu verdrängen im neuen Testament - wählt Original statt Übersetzung -> will unmittelbare Erfahrung, direkte Quelle - ist zum Scheitern verurteilt; gerät ins Stocken - Übersetzungsduktus spiegelt seine innere Entwicklung; wird vom Wortgelehrten zum Mann der Tat (vgl. V.1224-1237) => innerer Wandel Mephistos Verwandlung und wahre Gestalt: - knurrt & bellt -> Abneigung Mephistos gegenüber Beschäftigung mit religiösen Inhalten - Faust zwingt Pudel mit Beschwörungsformel zur Verwandlung -> „des Pudels Kern“ (V.1323) als geflügeltes Zitat - Mephisto stellt sich im Rätsel vor (vgl. V.1335 ff.) begrenzte Macht Mephistos: - Mephisto als Teil der teuflischen Welt - Faust erkennt, dass Sünde, Zerstörung und Böses nicht weit sind - Mephisto kann „nichts vernichten“ (V.1360) -> Neuschöpfung, zum Guten (vgl. V.1336) - kann das Zimmer nicht verlassen, wegen unsauber gezeichnetem Pentagramm - Faust ist überlegen und denkt an „Pakt“ (V.1414) -> Mephisto hat Neugier erweckt (vgl. V.1338); macht Gegenteil von Gott => Nihilismus & Anti-Schöpfung (Umkehrung des Schöpfungsmythos) 5