Merkmale und Entwicklung des bürgerlichen Trauerspiels
Das bürgerliche Trauerspiel zeichnet sich durch spezifische Merkmale aus, die es von der klassischen Tragödie unterscheiden:
- Entstehung zur Zeit der Aufklärung
- Fokus auf Schicksale von Menschen aus dem Bürgertum
- Überwindung der Ständeklausel und des Konzepts der Fallhöhe
- Tragische Konflikte oft durch starke Gegensätze der sozialen Schichten ausgelöst
- Setting vom höfischen Umfeld abgegrenzt
- Aufbau meist identisch mit dem klassischen Drama (fünf Akte)
Die Entwicklung des bürgerlichen Trauerspiels lässt sich in drei Phasen einteilen:
- Konflikte zwischen Bürgertum und Adel
- Konflikte innerhalb des Bürgertums selbst
- Verleihung einer eigenen Stimme an das Bürgertum (teilweise bis zur Karikatur gesteigert)
Example: Ein frühes Beispiel für Ansätze des bürgerlichen Trauerspiels findet sich bereits im Mittelalter in England bei Shakespeare.
Im Laufe der Zeit verlor das Genre an Relevanz und unterscheidet sich in der modernen Dramatik nicht mehr zweckdienlich von anderen Formen. Dennoch legte es den Grundstein für eine realistischere und gesellschaftskritischere Darstellung in der Dramatik.
Vocabulary: Prosa - Im Gegensatz zu Versen geschriebene, nicht rhythmisch gegliederte Sprache. Autoren des bürgerlichen Trauerspiels begannen, in Prosa statt in gereimten Versen zu schreiben.



