Deutsch /

Der Junge im gestreiften Pyjama

Der Junge im gestreiften Pyjama

 Hintergründe zum Autor und zur Entstehung des Romans
John Boyne:
John Boyne wurde am 30. April 1971 in Dublin, Irland, geboren. Er studiert
 Hintergründe zum Autor und zur Entstehung des Romans
John Boyne:
John Boyne wurde am 30. April 1971 in Dublin, Irland, geboren. Er studiert
 Hintergründe zum Autor und zur Entstehung des Romans
John Boyne:
John Boyne wurde am 30. April 1971 in Dublin, Irland, geboren. Er studiert
 Hintergründe zum Autor und zur Entstehung des Romans
John Boyne:
John Boyne wurde am 30. April 1971 in Dublin, Irland, geboren. Er studiert
 Hintergründe zum Autor und zur Entstehung des Romans
John Boyne:
John Boyne wurde am 30. April 1971 in Dublin, Irland, geboren. Er studiert

Der Junge im gestreiften Pyjama

V

Vanessa

27 Followers

Teilen

Speichern

196

 

8/9/10

Vorlage

-Inhaltsangabe -Charakterisierung Bruno -Antisemitismus und Rassismus in der heutigen Zeit -Der Holocaust -Hintergründe zum Autor und zur Entstehung des Romans

Nichts passendes dabei? Erkunde andere Fachbereiche.

Hintergründe zum Autor und zur Entstehung des Romans John Boyne: John Boyne wurde am 30. April 1971 in Dublin, Irland, geboren. Er studierte Englische Literatur am Dubliner Trinity College sowie Kreatives Schreiben an der University of East Anglia in Norwich. Er hat insgesamt 15 Romane und mehrere Kurzgeschichten veröffentlicht. Sein größter Erfolg war »>>The Boy In The Striped Pyjamas« aus dem Jahr 2006. Der Roman schaffte es auf den ersten Platz der New-York-Times-Bestenliste. Weltweit wurden mehr als neun Millionen Exemplare verkauft. John Boyne lebt in Dublin. Der Junge im Gestreiften Pyjama: John Boyne sagte in einem Interview, dass er die erste Fassung des Buches in ganzen zweieinhalb Tagen schrieb und kaum schlief, bis er das Buch beendet hatte. Dies sei für ihn sehr untypisch, weil er sonst seine Werke sehr lange im Voraus plane. Als er das Buch an seinen Agenten gab, sagte er: „Dies ist ein Buch, das nicht wie meine anderen Bücher ist. Ich glaube, es ist ein Kinderbuch, aber ich glaube, dass Erwachsene es auch mögen könnten." Die Botschaft des Romans lautet: ,,Wenn du dieses Buch zu lesen beginnst, wirst du früher oder später an einem Zaun ankommen. Zäune wie diese existieren überall. Wir hoffen, dass du niemals einem solchen Zaun begegnest.“ Mit diesen Zäunen sind die innermenschlichen Barrieren gemeint. Ähnlich wie die Mauer in den...

Mit uns zu mehr Spaß am Lernen

Hilfe bei den Hausaufgaben

Mit dem Fragen-Feature hast du die Möglichkeit, jederzeit Fragen zu stellen und Antworten von anderen Schüler:innen zu erhalten.

Gemeinsam lernen

Mit Knowunity erhältest du Lerninhalte von anderen Schüler:innen auf eine moderne und gewohnte Art und Weise, um bestmöglich zu lernen. Schüler:innen teilen ihr Wissen, tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig.

Sicher und geprüft

Ob Zusammenfassungen, Übungen oder Lernzettel - Knowunity kuratiert alle Inhalte und schafft eine sichere Lernumgebung zu der Ihr Kind jederzeit Zugang hat.

App herunterladen

Alternativer Bildtext:

Köpfen der Deutschen - alle älteren Menschen, die die DDR und Westdeutschland nach dem Krieg erlebt haben, sprechen heute noch von "typisch Ossi" und andersherum. 4 Inhaltsangabe Der Roman »Der Junge im gestreiften Pyjama« von John Boyne aus dem Jahr 2006 spielt zwischen 1942 und 1945. In dem Buch dreht sich alles um den Holocaust und die Freundschaft zwischen des SS-Offizierssohn Bruno und des Juden Schmuel. Durch diese verbotene Freundschaft versteht er immer mehr, wenn auch nicht ganz, wie schlimm die Situation auf der anderen Zaunseite“ für seinen Freund und alle anderen dort im ,,gestreiften Pyjama" ist. Kapitel 1: Als Bruno eines Tages von der Schule nachhause kommt sind Maria und seine Mutter seine Sachen am Packen. Die Familie muss Berlin verlassen, weil der Vater woanders arbeitet. Bruno fällt auf, dass er nicht viel über den Beruf seines Vaters weiß. Er weiß nur, dass der Führer (Adolf Hitler) viel mit ihm vorhat. Kapitel 2: Bruno sieht zum ersten Mal sein neues Haus. Es ist kleiner als sein altes Haus in Berlin. Er vermisst seine Freunde aus Berlin und versteht nicht warum sie an diesen Ort, ohne Freunde oder Spielkameraden, gezogen sind. Kapitel 3: Gretel, Brunos Schwester, die sich genauso unwohl ihn ihrem neuen Haus fühlt wie ihr kleiner Bruder, erklärt ihm, dass sie wohl erst mal für ein paar Wochen hier in Auschwitz wohnen müssen. Als die Geschwister aus dem Fenster in Brunos Zimmer schauen, entdecken sie erschreckendes. Kapitel 4: Wenn man aus Brunos Fenster schaut überblickt man einen Garten. Gleich dahinter steht ein hoher Stacheldrahtzaun. Hinter diesem Zaun stehen hässliche Baracken. Bruno und Gretel beobachten nicht nur Kinder, sondern auch tausende Männer jeden Alters. Alle tragen gestreifte Pyjamas. Die Menschen werden von Soldaten bewacht und erniedrigt. Kapitel 5: Das Arbeitszimmer von Brunos Vater zu betreten war strengstens verboten. Dennoch tut er es, weil er vermutet, dass seinen Vater an diesen schrecklichen Ort Strafversetzt wurde. Sein Vater aber sagt, dass die Arbeit, die er tätigt, sehr wichtig für das Land und den Führer sei. Dazu erklärt er seinem Sohn, dass sie wohl etwas mehr als nur ein paar Wochen in Auschwitz bleiben. Kapitel 6: Bruno ist sehr unglücklich, da er in seinem neuen zuhause keine Freunde hat. Deshalb versucht er sich mit Maria anzufreunden. Bruno fragt Maria, was sie von dem neuen Haus hält und versucht sie auf seine Seite zu holen. Doch Maria hält zum Vater und rät Bruno die Entscheidung seines Vaters zu akzeptieren. 10 Kapitel 7: Die Eltern sind nicht zu Hause, nur Oberleutnant Kotler, der mit Gretel flirtet und Parvel, die polnische Küchenhilfe, beschimpft und runtermacht sind da. Als Bruno sich beim Spielen verletzt verarztet Parvel ihn. Als die Mutter nach Hause kam rat sie zu verheimlichen, dass Parvel Bruno verarztet hatte, da dies Ärger mit dem Kommandanten geben würde. Kapitel 8: Bruno vermisst seine Großeltern, die in Berlin leben, sehr. Er erinnert sich daran wie er sie das letzte Mal bei der Familienfeier sah. Seine Großmutter hat ihrem Sohn große Vorwürfe gemacht für seine Ernennung zum Kommandanten und der Arbeit unter Hitler. Sie hatte vergeblich versucht den Vater umzustimmen. Bruno schreibt einen Brief an seine Großmutter, in dem steht wie sehr er Berlin vermisst und wie schrecklich sein neues zuhause ist. Kapitel 9: Bruno und Gretel haben jetzt Unterricht bei einem Hauslehrer. Dennoch ist der Alltag von Bruno immer noch von Langeweile und Einsamkeit beeinflusst. Deshalb beschließt er wieder zu forschen. Am liebsten würde er das Lager erkunden, doch das darf er nicht. Trotz der Verbote verlässt Bruno das Haus um das Lager zu erforschen. Kapitel 10: Bruno läuft am Stacheldrahtzaun entlang und entdeckt einen kleinen, dünnen und traurigen Jungen auf der anderen Seite des Zauns. Der Junge hat einen gestreiften Pyjama an und heißt Schmuel. Bruno und Schmuel haben beide am 15.04 1934 Geburtstag. Schmuel ist Pole, er kann aber fließend deutsch sprechen, was ihm seine Mutter, die Lehrerin war, beigebracht hatte. Kapitel 11: Bruno erinnert sich an den Besuch des Furors (Adolf Hitler), der für den Umzug nach „Aus- wisch" verantwortlich ist. Während und vor dem Besuch war die Situation zu Hause sehr angespannt. Bruno merkte die Angst seiner Eltern. Bruno fand, dass der kleine Mann äußerlich sehr unhöflich aussah, hingegen seine Begleiterin Eva war sehr hübsch und freundlich. Kapitel 12: Schmuel Vater war ein Uhrmacher aus Krakau. Er erzählt Bruno, wie sich sein Leben verändert hat. Erst musste er eine Armbinde mit Judenstern tragen, die ihm seine Mutter genäht hatte. Monate später wurde seine Familie ins Ghetto gezwungen. Dann wurden sie ins Lager transportiert worden. Bruno findet, er und Schmuel hätten fast dasselbe erlebt. Er beneidet ihn um die Spielkameraden, mit denen er hinter dem Zaun lebt. 10 Kapitel 13: Bruno und Schmuel treffen sich nun regelmäßig am Zaun. Trotzdem hat Bruno keine Vorstellung vom Leben auf der anderen Seite des Zauns. Beim Abendessen ist Oberleutnant Kotler zu Gast. Die polnische Küchenhilfe Pawel bedient bei Tisch, obwohl er geschwächt ist. Im Gespräch erwähnt Kotler beiläufig seinen Vater, der in die Schweiz lebt. Als Pawel aus Versehen den Wein verschüttet, lässt Kotler seine Wut an dem alten Mann aus und erschlägt ihn vor den Augen der Familie. Kapitel 14: Der Zaun ist an einer Stelle lose. Jeden Tag schlägt Bruno vor, durchzukriechen, damit er mit seinem Freund Schmuel spielen kann. Schmuel lehnt immer ab. Eines Tages erzählt er Bruno von der Sorge um seinen Großvater, der seit Tagen verschwunden ist. Versehentlich verrät Bruno Gretel sein Geheimnis. Die will alles über Schmuel wissen, und Bruno spürt die Gefahr sich nicht mehr mit ihm treffen zu dürfen. Deshalb lässt er sie glauben, dass Schmuel nur in seiner Fantasie existiert. Kapitel 15: Wegen dem Regen sehen sich Bruno und Schmuel nur selten. Vor der Geburtstagsfeier für seinen Vater trifft Bruno seinen Freund überraschend in der Küche. Kotler hat ihn zum Arbeiten hergebracht. Als Kotler die Jungen im Gespräch sieht, wird er wütend und schreit die neun- Jährigen Jungen an. Bruno behauptet, Schmuel nicht zu kennen. Erst eine Woche später sieht er ihn wieder am Zaun. Schmuel hat ein blaues Auge und mehrere Verletzungen. Bruno bittet ihn um Verzeihung. Unter dem Zaun hindurch reichen sie sich die Hände. Kapitel 16: Die Familie lebt inzwischen fast ein Jahr in Aus-Wisch. Zur Beerdigung der Großmutter fahren sie nach Berlin, doch Bruno fühlt sich dort nicht mehr zuhause. Gretel erklärt ihm, dass hinter dem Zaun Juden wohnen. Während sie miteinander reden entdeckt Gretel Läuse in ihrem Haar. Auch Bruno hat welche. Deshalb rasiert sein Vater ihm eine Glatze. Kapitel 17: Die Eltern einigen sich in lauten Streitgesprächen, dass die Mutter mit den Kindern zurück nach Berlin geht. Der Vater wird in Auschwitz bleiben. Bruno ist traurig, weil es bedeutet er wird nicht mehr mit Schmuel befreundet sein können. Kapitel 18: Einige Tage kommt Schmuel nicht zum Zaun. Als sie sich das nächste Mal treffen erfährt Bruno, dass Schmuels Vater verschwunden ist. Bruno erzählt seinen Freund, dass er bald wieder nach Berlin zieht. Zum Abschied planen sie ein gemeinsames Abenteuer im Lager. Dabei will Bruno Schmuel helfen, seinen Vater zu finden. 10 Kapitel 19: Am nächsten Tag tauscht Bruno seine Kleidung gegen den gestreiften Pyjama, den Schmuel ihm mitgebracht hat. Er krabbelt unterm Zaun hindurch ins Lager. Als er den Schmutz und die Menschen in den Baracken sieht, will er wieder auf die andere Zaunseite zurück. Doch Schmuel überredet ihn seinen Vater zu suchen. Bruno schafft es nicht mehr das Lager zu verlassen. Hand in Hand sterben die Freunde in der Gaskammer. Kapitel 20: Die Eltern suchen Bruno doch sie finden nur sein Kleiderbündel am Zaun. Eines Tages entdeckt der Vater die undichte Stelle im Zaun. Er ahnt, was geschehen sein könnte. Er weiß, dass er dafür verantwortlich ist und daran zerbricht er innerlich. Er bleibt in Auschwitz, bis das Lager von der russischen Armee befreit wird. 10 Charakterisierung Bruno Im folgendem Charakterisiere ich die Hauptfigur Bruno aus dem Roman ,,Der Junge im gestreiften Pyjama“ von John Boyne. Er wurde am 15.04.1934 geboren und lebt seitdem mit seiner älteren Schwester und seine Eltern in einem großen Haus in Berlin. Das Buch spielt im Jahre 1934, also in der Zeit des 2. Weltkrieges, während Bruno etwa 9 Jahre alt ist. Bruno ist ein Stück kleiner als die anderen Jungen in seinem Alter, was ihn ständig enttäuscht. (S.33) Eines Tages kommt Bruno von Schule nach Hause und seine Mutter sagt ihm, dass sie umziehen werden. Darüber ist Bruno sehr traurig, da er in Berlin seine drei besten Freunde namens Karl, Daniel und Martin hat, mit denen er oft zusammenspielt und Abenteuer erlebt. Als sie gerade in der neuen Heimat angekommen sind, wird Bruno direkt langweilig, weil dort keine anderen Kinder in seinem sind mit denen er spielen kann. Bruno ist ein sehr sensibler Junge, der immer versucht freundlich zu sein und die Manieren, die ihm seine Mutter beigebracht hat immer anzuwenden. Bruno behauptet, dass er der „Liebling“ (S.12) seiner Mutter zu sein. Zu seinem Vater dagegen hat er ein ganz anderes Verhältnis. Ihres ist von Disziplin und Gehorsamkeit geprägt. Außerdem empfindet Bruno „Angst und Ehrfurcht" (S.57) bei seinem Vater. Trotz alle dem ist sein Vater eine Autoritätsperson für ihn. Der Vater ist nicht oft zu Hause, da er seinem wichtigen Beruf nachgehen muss, über dem Bruno nicht sehr viel weiß. Er weiß nur, dass das Betreten des Büros seines Vaters immer und ausnahmslos verboten ist. (S.11) Zu seiner Schwester Gretel, die drei Jahre älter ist hat ein typisches Verhältnis für Geschwister in diesem Alter. Einerseits sagt er sie wäre ein „Hoffnungsloser Fall" (S.10) dazu streiten sie sich häufig. Gretel verbessert ihren kleinen Bruder oft und meint er wäre für viele Dinge einfach noch zu jung. Bruno hingegen meint seine Schwester wäre „ichbezogen und gemein“ (S. 99) und er hat nur wenig Verständnis für ihr pubertäres Verhalten. Andererseits hat Bruno keinen anderen zum spielen und deshalb geht er oft ihn das Zimmer seiner Schwester und sucht ein Gespräch mit ihr. 6 Bruno ist ein sehr naiver Junge. Er denkt, dass das Lager ein Bauernhof wäre und kein Konzentrationslager in dem Menschen gequält und getötete werden. (S.47) Außerdem ist er was der Antisemitismus angeht sehr ungebildet. Er kennt den Boykott nicht und versteht z.B. nicht warum Parvel in seinem Haus Kartoffeln schält obwohl er sagt er sei Arzt (S.105-108) Er kann sich gar nicht vorstellen wie es wirklich in den Baracken aussieht. Er denkt es würden „in den Baracken lauter glückliche Familien wohnen, von denen einige abends im Freien auf Schaukelstühlen saßen und Geschichten darüber erzählten, um wie viel besser doch alles früher in ihrer Kindheit war und welchen Respekt sie vor den Älteren gehabt hatten, ganzanders als die Kinder heutzutage. Er hatte gedacht, alle Jungen und Mädchen wären in Gruppen aufgeteilt und würden Tennis oder Fußball spielen, herumhüpfen und Quadrate für Himmel und Hölle auf den Boden zeichnen. Er hatte gedacht, in der Mitte wäre ein Laden und vielleicht ein kleines Café wie die, die er aus Berlin kannte. Und er hatte sich gefragt ob es wohl auch einen Obst- und Gemüsestand gegeben würde." (S.256) Doch als er dann in dem Lager ist sieht er wie es dort wirklich ist. „Stattdessen saßen viele Menschen in Gruppen zusammen, starren auf den Boden und sahen entsetzlich traurig aus. Alle hatten sie eines gemeinsam: Sie waren schrecklich dünn, ihre Augen waren eingesunken und sie hatten alle kahlgeschorenen Köpfe, woraus Bruno schloss, dass wohl auch hier eine Läuseepidemie ausgebrochen war." Man kann auch hier wiedererkennen, dass Bruno sehr unwissend ist, weil er denkt den andren Juden wurden die Haare abrasiert wurden, weil sie Läuse hatten, stattdessen wurden die Haare entfernt um aus diesen Perücken herzustellen. Bruno hatte Mitleid mit Parvel während Oberleutnant Kotler seine ganze Wut aus dem armen alten Mann raus lässt und Vater ihn nicht aufhielt. Das zeigt, dass Bruno keinen nationalsozialistischen Gedanken fasst, obwohl Herr Litszt versucht ihm diesen in den Unterrichtsstunden nebenbei einzupflanzen. (S.186) Meiner Meinung nach ist Bruno ein unwissender kleiner Junge, der in seiner eigenen Fantasiewelt lebt bis er auf einmal in seiner neuen Heimat mit so wichtigen Themen in Berührung kommt und ihm Fragen aufkommen die sich ein Kind in seinem Alter noch nicht stellen sollte. 6 Wer dieses Zeichen trägt, ist ein Feind unseres Volkes Der Holocaust Der Holocaust war der nationalsozialistische Völkermord an 5,6 bis 6,3 Millionen europäischen Juden. Deutsche und ihre Helfer führten ihn von 1941 bis 1945 systematisch durch. Sie wollten alle Juden In Deutschland und Umgebung vernichten. Daten: 20.03.1933 Bau des 1. Konzentrationslagers Beginn der Errichtung des ersten Konzentrationslagers, in Dachau bei München. 01.04.1933 Erste Aktionen gegen Juden "Boykott-Aktionen" der nationalsozialistischen Organisationen gegen alle jüdischen Geschäftsinhaber. Die Aktionen richten sich auch gegen jüdische Ärzte und Rechtsanwälte sowie gegen den Besuch von Schulen und Universitäten durch Juden. Vor allen Läden jüdischer Inhaber ziehen SA-Posten auf. 07.04.1933 Entlassung der jüdischen Beamten Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Von wenigen Ausnahmen abgesehen werden alle jüdischen Beamten entlassen. Dasselbe Los trifft alle Beamten, die nach ihrer bisherigen politischen Betätigung "nicht die Gewähr dafür bieten, dass sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintreten", in erster Linie Kommunisten und Sozialdemokraten. 22.04.1933 Zulassungsverbot für jüdische Ärzte 22.09.1933 Ausschluss der Juden aus kulturellen Berufen Es werden Kammern für Schrifttum, Presse, Rundfunk, Theater, Musik und bildende Künste geschaffen. Eine vorläufige Filmkammer war bereits durch Gesetz vom 14. März 1933 geschaffen worden. Die Zugehörigkeit zur jeweiligen Kammer ist Voraussetzung für eine berufliche Betätigung. Juden können in der Regel nicht Mitglied sein, was eine nahezu vollständige Verdrängung der Juden aus allen künstlerischen und journalistischen Berufen bedeutet. 10.09.1935 "Rassentrennung" an den Schulen Der Reichserziehungsminister kündigt an, dass vom Schuljahr 1936 an eine möglichst vollständige "Rassentrennung" an allen Schulen durchgeführt werden soll. 15.09.1935 Nürnberger Rassengesetze Der Reichstag nimmt einstimmig die sog. Nürnberger Rassengesetze an. Eheschließungen zwischen Juden und Personen "deutschen oder artverwandten Blutes" werden verboten. Auch außerehelicher Verkehr zwischen Juden und Personen "deutschen oder artverwandten Blutes" ist verboten. Das am selben Tag beschlossene Reichbürgergesetz entzieht den Juden die Bürgerrechte. 26.01.1937 Beamte mit jüdischem Ehepartner werden entlassen 16.07.1937 Inbetriebnahme des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar (Thüringen). Insgesamt wurden in den Jahren 1937-45 annähernd 240.000 Menschen in das KL Buchenwald eingeliefert. 43.000 wurden ermordet oder starben aufgrund der Haftbedingungen. 13.03.1938 "Anschluss" Österreichs Erzwungener "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich. 190.000 Juden kommen dadurch unter nationalsozialistische Herrschaft. Ab 20. Mai 1938 gelten die deutschen Rassengesetze auch in Österreich. 27.09.1938 Juden dürfen keine Rechtsanwälte mehr sein. 05.10.1938 Die Reisepässe aller deutschen Juden werden mit einem hineingestempelten großen roten "J" versehen 09.-10.11.1938 Reichskristallnacht Mindestens 91 Juden werden getötet. Viele Synagogen werden niedergebrannt oder beschädigt. Tausende Geschäfte werden geplündert. 20.000 Juden werden festgenommen und auf die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen verteilt. 12.11.1938 Verordnungen "zum Schutz der deutschen Rasse" Juden dürfen ab 1. Januar 1939 nicht mehr Inhaber von Ladengeschäften, Handwerksbetrieben und Unternehmen sein. Sie sind dadurch gezwungen, ihr Eigentum weit unter Wert zu verkaufen. 03.12.1938 Juden dürfen keine PKWs und Krafträdern fahren und besitzen 06.12.1938 "Judenbann" in Berlin Eine Reihe von Straßen, Plätzen, Anlagen und Gebäuden dürfen von Juden nicht mehr betreten oder befahren werden. 30.04.1939 Juden verlieren weitgehend den gesetzlichen Mieterschutz Viele Wohnungen von Juden werden beschlagnahmt; "Judenhäuser" und jüdische Wohngebiete werden eingerichtet. 08.02.1940 Ghetto in Lodz Die Errichtung eines Ghettos in Lodz wird angeordnet. Alle noch in der Stadt lebenden Juden müssen unter Zurücklassung des größten Teils ihres Besitzes in das ihnen zugewiesene Gebiet umziehen. Im Ghetto von Lodz, das anfangs 160.000 Bewohner hatte, starben vom 1. Mai 1940 bis 30. Juni 1942 annähernd 30.000 Menschen, vor allem durch Unterernährung und Krankheiten. 27.04.1940 Errichtung des Konzentrationslagers Auschwitz Himmler gibt den Befehl zur Errichtung eines Konzentrationslagers bei der polnischen Kleinstadt Oswiecim, die von der deutschen Besatzungsmacht Auschwitz genannt wird. Zusammen mit einem 1941 angelegten Lager im benachbarten Birkenau entstand hier das größte deutsche Vernichtungslager. In Auschwitz Birkenau wurden zwischen 1,2 und 1,6 Millionen Menschen ermordet, überwiegend Juden. 16.10.1940 Warschauer Ghetto Frank ordnet an, in Warschau ein Ghetto zu bilden. Die in diesem Gebiet lebenden Polen müssen es bis zum 31.Oktober verlassen. Am gleichen Datum sollen alle 400.000 außerhalb lebenden Juden den "jüdischen Wohnbezirk" umgesiedelt werden. Die Bevölkerungsdichte im Ghetto würde dann über 1.100 Personen pro ha. betragen, mehr als das Zehnfache der durchschnittlichen Bevölkerungsdichte der Stadt Warschau. Es folgt im Frühjahr und Sommer 1941 die Errichtung von Ghettos in allen polnischen Städten mit jüdischer Bevölkerung. 01.09.1941 Im Deutschen Reich wird der "Judenstern" als obligatorisches Kennzeichen für alle Juden vom sechsten Lebensjahr an eingeführt 30.09.1941 Mordaktion gigantischen Ausmaßes in Kiew Angeblich als "Vergeltungsmaßnahme für Brandstiftungen" in der ukrainischen Hauptstadt Kiew nehmen die Deutschen sämtliche erreichbaren Juden der Stadt fest und erschießen sie in der Schlucht von Babi Jar. 33.711 Menschen fielen nach deutscher Zählung dieser Mordaktion zum Opfer. 16.10. - 04.11.1941 Beginn der Deportationen aus Deutschland, Österreich und dem "Protektorat" Zunächst in ein Ghetto in der Stadt Lodz im besetzten Polen. Betroffen sind von dieser ersten Deportationswelle fast 20.000 Menschen. 08.11.41 - 25.01.1942 Zweite Deportationswelle In 23 Zügen werden ungefähr 23.000 Juden aus dem Deutschen Reich "nach Osten" deportiert. Einige Deportierte werden erschossen, die meisten zunächst in vorhandene Ghettos gepfercht. November 1941 Vernichtungslager in Chelmno Einrichtung eines Vernichtungslagers In Chelmno (Kulmhof) im besetzten Polen. Zwischen Dezember 1941 und Sommer 1942 wurden dort etwa 100.000 Juden ermordet, in erster Linie aus dem Ghetto von Lodz. Im März 1943 wurde das Vernichtungslager aufgelöst und die Spuren der Massenmorde beseitigt. Im Frühjahr 1944 wurde Chelmno noch einmal für Mordaktionen benutzt. Nach polnischen Schätzungen wurden dort insgesamt über 300.000 Menschen ermordet. 17.03.42 Beginn der Massentötungen im Vernichtungslager Belzec im besetzten Polen Insgesamt wurden dort über 600.000 Juden ermordet. 20.03.1942 Im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau werden die Gaskammern "in Betrieb genommen" 27.03.-28.06.1942 Beginn der Deportationen aus Frankreich In fünf Zügen werden insgesamt 5.149 Juden aus Frankreich nach Auschwitz eingeliefert. Über 90 Prozent der Deportierten werden in den ersten fünf Monaten nach ihrer Einlieferung ermordet oder sterben aufgrund der Haftbedingungen. Ende April oder Anfang Mai 1942 Beginn der Massenmorde in den Gaskammern des Vernichtungslager Sobibor Bis Ende Juli 1942 wurden dort 90.-100.000 jüdische Menschen ermordet - insgesamt später annähernd 250.000. 22.07.1942 Deportationen aus dem Warschauer Ghetto Bis zum 12. September 1942 werden ungefähr 300.000 Warschauer Juden deportiert, davon über 250.000 in das Vernichtungslager Treblinka. Im Warschauer Ghetto leben danach nur noch etwa 60.000 Menschen. 16.02.1943 Anordnung zur Auflösung des Warschauer Ghettos Himmler ordnet an, die letzten etwa 50.000 Bewohner des Warschauer Ghettos zu deportieren und das Ghetto anschließend abzureißen. 27.02.1943 Beginn der Deportation der jüdischen Rüstungsarbeiter aus Berlin nach Auschwitz. In einer Woche werden etwa 7.000 Menschen festgenommen und nach Auschwitz abtransportiert. Dieser Teil der jüdischen Bevölkerung war wegen seiner Bedeutung für die Kriegsproduktion bis dahin "verschont" worden. 01.10.1943 Die geplante Deportation der Juden aus Dänemark wird vom dänischen Widerstand weitgehend vereitelt Weniger als 500 Juden werden von den Deutschen gefangen genommen und deportiert. Über 5.000 Menschen können mit Hilfe und Unterstützung zahlreicher Dänen nach Schweden entkommen. 16.10.1943 Razzia in Rom Razzia der deutschen Polizei in Rom, insbesondere im alten Ghetto-Viertel. Insgesamt werden 1.259 jüdische Menschen, vor allem Frauen und Kinder, festgenommen und zwei Tage später nach Auschwitz gebracht. Es folgen Deportationen aus allen von den Deutschen besetzten italienischen Städten. 10.04.1944 Befreiung Odessas am Schwarzen Meer durch die sowjetische Armee Vor dem deutschen Überfall hatten in Odessa etwa 180.000 jüdische Menschen gelebt. Etwa 100.000 von ihnen wurden von den Deutschen ermordet; mehrere zehntausend hatten rechtzeitig die Stadt verlassen können. Nur einige tausend jüdische Menschen überlebten den Krieg in Odessa und seiner Umgebung. 15.05.1944 Beginn der Massendeportation der ungarischen Juden Zielort ist fast ausschließlich Auschwitz. Bis zu einer Unterbrechung am 8. Juli werden annähernd 480.000 Menschen aus Ungarn abtransportiert. 26.06.1944 Sowjetische Truppen befreien Witebsk (Weißrussland) In der Stadt, wo vor dem Krieg 50.000 Juden lebten, gibt es keine jüdischen Überlebenden mehr. 03.07.1944 Die sowjetischen Streitkräfte befreien Minsk, die Hauptstadt Weißrusslands. In der Stadt, wo vor dem deutschen Überfall 80.000 Juden lebten, sind nur noch zehn jüdische Überlebende gefunden worden. 13.07.1944 Sowjetische Truppen befreien die litauische Hauptstadt Wilna In der Stadt, in der vor dem deutschen Überfall 75.000 Juden lebten, sind noch 2.-3.000 jüdische Überlebende aus Verstecken und Wäldern. 25.08.1944 Befreiung von Paris 17.01.1945 Befreiung Warschaus 19.1.1945 Sowjetische Truppen befreien die polnische Stadt Lodz Insgesamt überlebten etwa 5.-7.000 Menschen aus dem Ghetto von Lodz. Vor dem deutschen Überfall hatten in der Stadt 220.000 Juden gelebt. 27.01.1945 Die ersten sowjetischen Truppen betreten das KL Auschwitz Sie finden noch etwa 7.000 kranke und erschöpfe Häftlinge vor. Nach unterschiedlichen Schätzungen wurden in Auschwitz zwischen 1,2 und 1,6 Millionen Menschen ermordet, darunter mehr als eine Million jüdische Frauen, Männer und Kinder. 05.-06.04.1945 KZ Buchenwald Über 28.250 Gefangene werden aus dem KZ Buchenwald evakuiert; 7-8.000 weitere werden ermordet. Am 11. April wird Buchenwald von amerikanischen Truppen befreit. 15.04.1945 Britische Truppen betreten das Gelände des Konzentrationslagers Bergen-Belsen Sie finden 60.000 von den flüchtenden Deutschen zurückgelassene Gefangene vor, die meisten bereits in einem lebensgefährlichen Zustand. 28.000 von ihnen sterben in den nächsten Wochen an den erlittenen Schädigungen. 30.04.1945 Hitlers Ende Hitler erschießt sich im "Führerbunker". Antisemitismus und Rassismus in der heutigen Zeit Vorfälle: ● ● ● ● ● Im April 2018 beschimpften und attackierten zwei Arabisch sprechende Männer im Berliner Stadtteil Prenzlauer zwei Kippa tragende Männer. Im April 2018 sorgte die Verleihung des Echo-Musikpreises an die Rapper Kollegah und Farid Bang für Kritik. Beide Musiker sind für zum Teil antisemitische und sexistische Texte bekannt. Studien zeigen, dass der Antisemitismus in Deutschland in den vergangenen Jahren rückläufig war. Doch aktuell nimmt die Zahl der judenfeindlichen Taten laut Bundesinnenministerium allerdings zu. In Frankreich wurde im März 2018 eine 85-jährige Holocaustüberlebende erstochen. Im Koalitionsvertrag wurde die Stelle eines Antisemitismusbeauftragten vereinbart, der sich mit jüdischem Leben und Antisemitismus in Deutschland beschäftigen soll. Im kalifornischen Poway hat ein 19-jähriger Weißer auf jüdische Gottesdienstbesucher geschossen. Der Bürgermeister spricht von einem "Hassverbrechen". Gegen mehrere Münchner Polizisten wird ermittelt, sie sollen antisemitistische Videos geteilt haben und den Tser eingesetzt haben .Deshalb wurden suspendiert oder versetzt. Am 9. November, Gedenktag an die Reichspogromnacht der Nationalsozialisten, klauen mutmaßlich Rechtsextremisten mehrere Stolpersteine aus den Gehwegen, die an ermordete Juden erinnern. Sommer 2014: Eine Pro-Palästina-Kundgebung im Ruhrgebiet eskaliert. Demonstranten rufen: ,,Hamas, Hamas, Juden ins Gas". ● Eine Schülerin aus Dresden erhält einen Preis für Zivilcourage. Sie hatte einen Mitschüler angezeigt, weil er und andere Witze über den Holocaust gemacht oder den Hitlergruß gezeigt haben sollen. Eine Umfrage des AJC an 21 Berliner Schulen ergab : ,,Du Jude" ist ein weit verbreitetes Schimpfwort oft, aber nicht nur bei jungen Muslimen. Manchmal wurde Israel von Schülern aus den Atlanten gekritzelt und der Staat in den Schulbüchern auf ein „kriegsführendes Land“ reduziert. Die Lehrkräfte seien zudem meist überfordert, den Schülern den Konflikt in Nahost unverkürzt beizubringen. 1 Statistik Im ersten Halbjahr 2017 wurden insgesamt 681 antisemitische Delikte in Deutschland erfasst. Damit ist ein leichter Anstieg von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Der Antisemitismus sei ein „Riesenproblem“, sagte der SPD-Generalsekretär Hubertus Heil im ,,Welt"-Wahlchat. „Rechtsradikale und Neonazis bedrohen Menschen jüdischen Glaubens. Das ist nicht akzeptabel.“ Die Zahlen gehen aus der Antwort der Bundesregierung auf die schriftlichen Fragen des Grünen-Bundestagsabgeordneten Volker Beck hervor, die der Welt" vorliegt. Demnach sind antisemitische und antiisraelische Delikte im Vergleichszeitraum zum Vorjahr von 654 auf 681 gestiegen In einer aktuellen Studie des US-amerikanischen Pew-Instituts sagte kürzlich jeder fünfte Deutsche, er wolle keine Juden in seiner Familie haben. Jeder Vierte stimmte in einer Umfrage der Friedrich-Ebert-Stiftung der Aussage zu: "Viele Juden versuchen, aus der Vergangenheit des Dritten Reiches heute ihren Vorteil zu ziehen." Umgekehrt ist die Situation noch deutlicher: In einer Studie der Uni Bielefeld berichteten mehr als 70 Prozent der befragten Jüdinnen und Juden über Erfahrungen mit Antisemitismus in der Schule oder am Arbeitsplatz. Juden erzählen: Rabbi Halvin: Rabbi Havlin wurde in Israel geboren, studierte dort und in den USA. 2012 kam er nach Deutschland. In Hamburg arbeitet der 33-Jährige auch als Religionslehrer für das 2007 wieder gegründete jüdische Bildungshaus. Shmuel Havlin ist einer von zwei Rabbinern der jüdischen Gemeinde und Religionsleiter im jüdischen Bildungshaus Hamburg. Wenn Havlin vor die Tür geht, fällt er auf. Dieser Anzug, dieser Bart. Viele sprechen ihn an. An manchen Tagen, sagt Havlin, brauche er von seiner Wohnung zur Synagoge doppelt so lange wie geplant. Havlin sagt, er fühle sich sicher hier. "Wenn ich mit Mitgliedern meiner Gemeinde spreche, merke ich allerdings, dass die Verunsicherung gewachsen ist." Rabbiner aus anderen deutschen Städten erzählen von Anfeindungen. Inzwischen, sagt Havlin, verstehe er Gemeindemitglieder, die aus Sicherheitsgründen in manchen Stadtteilen die Kippa lieber abnehmen. Für ihn selbst kommt es nicht in Frage. 1 Max: Max ist in Deutschland aufgewachsen und Student. Seine jüdischen Wurzeln hat er erst spät entdeckt. Verabredung im Hamburger Schanzenviertel an einem Maitag. Trotz seiner Wurzeln zögert Max bis heute, wenn man ihn fragt, ob er sich als Juden sieht. Er ist nicht besonders religiös. An Gott glaubt er nicht. Für seine beiden Eltern, Vater katholisch, Mutter jüdisch, war Religion nie etwas, über das man groß sprach. Wenn, dann im Spott. Die Eltern wollten Distanz. Keine Religion, keine Probleme. Das Thema schien lange Zeit weit weg zu sein. Als er noch zur Schule ging, nahm seine Schwester einmal einen Anhänger mit Davidstern mit zum Unterricht, den sie von Verwandten hatte. Nur so, kein großes Thema. Nachmittags gingen die Kinder nach Hause. Doch kurze Zeit später riefen Unbekannte bei der Familie an. Max nahm ab. Sie sagten dinge wie z. B. Judenfotze, wir bringen dich um. Hier ist der Judenvergaser Wochenlang ging das so weiter. Die Eltern verständigten die Polizei, irgendwann ließen sich die Anrufer ermitteln. Es waren Klassenkameraden. Doch der Telefonterror blieb für sie ohne Konsequenzen. Stattdessen wurde Max' Familie vorgeworfen, einen Streich zu ernst genommen zu haben. Wem Max von den Telefonanrufen erzählt, der beginnt zu verstehen, wie tief Antisemitismus immer noch im deutschen Alltag verankert ist. Max' Familie hat versucht, solche Erfahrungen auf ihre Art zu verarbeiten. Lange Zeit war es bei seinen Großeltern verboten, über die eigene Geschichte zu reden. Religiöse Feste feierte man nur selten. Nie wieder sollte das Jüdischsein ein Grund für Verfolgung sein können. Um sich in Ruhe mit seiner Identität auseinandersetzen zu können, musste Max erst in ein Konfliktgebiet reisen. Ein Auslandssemester in Tel Aviv. Auf einmal traf Max Gleichaltrige, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. Hörte von Familiengeschichten, die ihm bekannt vorkamen. Erfuhr, wie unterschiedlich die Tora ausgelegt werden kann. Wie leidenschaftlich man darüber diskutieren kann, seit Jahrtausenden. Max traf Verwandte, die ebenfalls nicht besonders gläubig waren - aber trotzdem die jüdischen Feiertage genießen konnten. "Erst da wurde mir bewusst, was meine Eltern mir trotz allem mitgegeben haben." Der kleine Leuchter zu Hause, die selten gefeierten Festtage, ein paar Sätze Hebräisch. Plötzlich wurde daraus mehr für ihn. Jüdischsein, das heiße für ihn heute auch, Teil einer großen Erzählung zu sein, sagt Max. 1 Nitzan In Berlin lebt Nitzan, 31, Nickelbrille, schwarzes Haar, goldene Sneaker. Vor sechs Jahren ging sie noch wie viele in ihrem Heimatland Israel auf die Straße, um gegen steigende Preise und den Rechtsruck in der Politik zu protestieren. Doch die Politik änderte sich nicht. Nitzan hatte vier Jobs und wenig Hoffnung. Sie fühlte sich ausgebrannt. Und spürte, dass sie sich im Land ihrer Eltern nicht mehr zu Hause fühlte. Schließlich beschloss sie, nach Deutschland zu gehen. Schon ihr Großvater hatte hier gelebt, als Metzger im Saarland. Von ihm hatte Nitzan einen deutschen Pass geerbt und die Motivation, deutsche Vokabeln zu büffeln. Willkommen in Deutschland fühlte sie sich dann lange Zeit dennoch nicht: Als sie an der Uni einen Mediationskurs besuchen wollte, riet ihr die Dozentin, es lieber mit interkultureller Kommunikation zu probieren. Das sei einfacher für sie als Migrantin. Wegen der Sprache. Zu diesem Zeitpunkt sprach Nitzan seit fünf Jahren Deutsch. Ein anderes Mal gratulierte ihr der türkisch sprechende Späti-Verkäufer dazu, dass Jerusalem eine so reiche Stadt sei - in Anspielung auf das Vorurteil, dass Juden besonders viel Geld haben. Beim Berliner Bürgeramt fragte sie eine genervte Beamtin, warum sie denn zwei Pässe habe. Sei ja anstrengend. Nitzan reichte es schließlich: "Denken Sie mal 70 Jahre zurück. Deshalb habe ich zwei Pässe." Die Beamtin war still, doch solche Fragen hört Nitzan noch heute. Sie sagt: „Ich hätte nicht gedacht, dass es in Deutschland noch so viel Rassismus und Antisemitismus gibt." 1

Deutsch /

Der Junge im gestreiften Pyjama

Der Junge im gestreiften Pyjama

V

Vanessa

27 Followers
 

8/9/10

Vorlage

Dieser Inhalt ist nur in der Knowunity App verfügbar.

 Hintergründe zum Autor und zur Entstehung des Romans
John Boyne:
John Boyne wurde am 30. April 1971 in Dublin, Irland, geboren. Er studiert

App öffnen

-Inhaltsangabe -Charakterisierung Bruno -Antisemitismus und Rassismus in der heutigen Zeit -Der Holocaust -Hintergründe zum Autor und zur Entstehung des Romans

Ähnliche Knows

user profile picture

15

Der Junge im gestreiften Pyjama

Know Der Junge im gestreiften Pyjama  thumbnail

117

 

9

user profile picture

John Boyne: "Der Junge im gestreiften Pyjama"

Know John Boyne: "Der Junge im gestreiften Pyjama" thumbnail

46

 

9

user profile picture

29

Der Junge im gestreiften Pyjama Tagebuch

Know Der Junge im gestreiften Pyjama Tagebuch thumbnail

114

 

10

N

17

lesetagebuch

Know lesetagebuch  thumbnail

16

 

10

Hintergründe zum Autor und zur Entstehung des Romans John Boyne: John Boyne wurde am 30. April 1971 in Dublin, Irland, geboren. Er studierte Englische Literatur am Dubliner Trinity College sowie Kreatives Schreiben an der University of East Anglia in Norwich. Er hat insgesamt 15 Romane und mehrere Kurzgeschichten veröffentlicht. Sein größter Erfolg war »>>The Boy In The Striped Pyjamas« aus dem Jahr 2006. Der Roman schaffte es auf den ersten Platz der New-York-Times-Bestenliste. Weltweit wurden mehr als neun Millionen Exemplare verkauft. John Boyne lebt in Dublin. Der Junge im Gestreiften Pyjama: John Boyne sagte in einem Interview, dass er die erste Fassung des Buches in ganzen zweieinhalb Tagen schrieb und kaum schlief, bis er das Buch beendet hatte. Dies sei für ihn sehr untypisch, weil er sonst seine Werke sehr lange im Voraus plane. Als er das Buch an seinen Agenten gab, sagte er: „Dies ist ein Buch, das nicht wie meine anderen Bücher ist. Ich glaube, es ist ein Kinderbuch, aber ich glaube, dass Erwachsene es auch mögen könnten." Die Botschaft des Romans lautet: ,,Wenn du dieses Buch zu lesen beginnst, wirst du früher oder später an einem Zaun ankommen. Zäune wie diese existieren überall. Wir hoffen, dass du niemals einem solchen Zaun begegnest.“ Mit diesen Zäunen sind die innermenschlichen Barrieren gemeint. Ähnlich wie die Mauer in den...

Nichts passendes dabei? Erkunde andere Fachbereiche.

Mit uns zu mehr Spaß am Lernen

Hilfe bei den Hausaufgaben

Mit dem Fragen-Feature hast du die Möglichkeit, jederzeit Fragen zu stellen und Antworten von anderen Schüler:innen zu erhalten.

Gemeinsam lernen

Mit Knowunity erhältest du Lerninhalte von anderen Schüler:innen auf eine moderne und gewohnte Art und Weise, um bestmöglich zu lernen. Schüler:innen teilen ihr Wissen, tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig.

Sicher und geprüft

Ob Zusammenfassungen, Übungen oder Lernzettel - Knowunity kuratiert alle Inhalte und schafft eine sichere Lernumgebung zu der Ihr Kind jederzeit Zugang hat.

App herunterladen

Knowunity

Schule. Endlich einfach.

App öffnen

Alternativer Bildtext:

Köpfen der Deutschen - alle älteren Menschen, die die DDR und Westdeutschland nach dem Krieg erlebt haben, sprechen heute noch von "typisch Ossi" und andersherum. 4 Inhaltsangabe Der Roman »Der Junge im gestreiften Pyjama« von John Boyne aus dem Jahr 2006 spielt zwischen 1942 und 1945. In dem Buch dreht sich alles um den Holocaust und die Freundschaft zwischen des SS-Offizierssohn Bruno und des Juden Schmuel. Durch diese verbotene Freundschaft versteht er immer mehr, wenn auch nicht ganz, wie schlimm die Situation auf der anderen Zaunseite“ für seinen Freund und alle anderen dort im ,,gestreiften Pyjama" ist. Kapitel 1: Als Bruno eines Tages von der Schule nachhause kommt sind Maria und seine Mutter seine Sachen am Packen. Die Familie muss Berlin verlassen, weil der Vater woanders arbeitet. Bruno fällt auf, dass er nicht viel über den Beruf seines Vaters weiß. Er weiß nur, dass der Führer (Adolf Hitler) viel mit ihm vorhat. Kapitel 2: Bruno sieht zum ersten Mal sein neues Haus. Es ist kleiner als sein altes Haus in Berlin. Er vermisst seine Freunde aus Berlin und versteht nicht warum sie an diesen Ort, ohne Freunde oder Spielkameraden, gezogen sind. Kapitel 3: Gretel, Brunos Schwester, die sich genauso unwohl ihn ihrem neuen Haus fühlt wie ihr kleiner Bruder, erklärt ihm, dass sie wohl erst mal für ein paar Wochen hier in Auschwitz wohnen müssen. Als die Geschwister aus dem Fenster in Brunos Zimmer schauen, entdecken sie erschreckendes. Kapitel 4: Wenn man aus Brunos Fenster schaut überblickt man einen Garten. Gleich dahinter steht ein hoher Stacheldrahtzaun. Hinter diesem Zaun stehen hässliche Baracken. Bruno und Gretel beobachten nicht nur Kinder, sondern auch tausende Männer jeden Alters. Alle tragen gestreifte Pyjamas. Die Menschen werden von Soldaten bewacht und erniedrigt. Kapitel 5: Das Arbeitszimmer von Brunos Vater zu betreten war strengstens verboten. Dennoch tut er es, weil er vermutet, dass seinen Vater an diesen schrecklichen Ort Strafversetzt wurde. Sein Vater aber sagt, dass die Arbeit, die er tätigt, sehr wichtig für das Land und den Führer sei. Dazu erklärt er seinem Sohn, dass sie wohl etwas mehr als nur ein paar Wochen in Auschwitz bleiben. Kapitel 6: Bruno ist sehr unglücklich, da er in seinem neuen zuhause keine Freunde hat. Deshalb versucht er sich mit Maria anzufreunden. Bruno fragt Maria, was sie von dem neuen Haus hält und versucht sie auf seine Seite zu holen. Doch Maria hält zum Vater und rät Bruno die Entscheidung seines Vaters zu akzeptieren. 10 Kapitel 7: Die Eltern sind nicht zu Hause, nur Oberleutnant Kotler, der mit Gretel flirtet und Parvel, die polnische Küchenhilfe, beschimpft und runtermacht sind da. Als Bruno sich beim Spielen verletzt verarztet Parvel ihn. Als die Mutter nach Hause kam rat sie zu verheimlichen, dass Parvel Bruno verarztet hatte, da dies Ärger mit dem Kommandanten geben würde. Kapitel 8: Bruno vermisst seine Großeltern, die in Berlin leben, sehr. Er erinnert sich daran wie er sie das letzte Mal bei der Familienfeier sah. Seine Großmutter hat ihrem Sohn große Vorwürfe gemacht für seine Ernennung zum Kommandanten und der Arbeit unter Hitler. Sie hatte vergeblich versucht den Vater umzustimmen. Bruno schreibt einen Brief an seine Großmutter, in dem steht wie sehr er Berlin vermisst und wie schrecklich sein neues zuhause ist. Kapitel 9: Bruno und Gretel haben jetzt Unterricht bei einem Hauslehrer. Dennoch ist der Alltag von Bruno immer noch von Langeweile und Einsamkeit beeinflusst. Deshalb beschließt er wieder zu forschen. Am liebsten würde er das Lager erkunden, doch das darf er nicht. Trotz der Verbote verlässt Bruno das Haus um das Lager zu erforschen. Kapitel 10: Bruno läuft am Stacheldrahtzaun entlang und entdeckt einen kleinen, dünnen und traurigen Jungen auf der anderen Seite des Zauns. Der Junge hat einen gestreiften Pyjama an und heißt Schmuel. Bruno und Schmuel haben beide am 15.04 1934 Geburtstag. Schmuel ist Pole, er kann aber fließend deutsch sprechen, was ihm seine Mutter, die Lehrerin war, beigebracht hatte. Kapitel 11: Bruno erinnert sich an den Besuch des Furors (Adolf Hitler), der für den Umzug nach „Aus- wisch" verantwortlich ist. Während und vor dem Besuch war die Situation zu Hause sehr angespannt. Bruno merkte die Angst seiner Eltern. Bruno fand, dass der kleine Mann äußerlich sehr unhöflich aussah, hingegen seine Begleiterin Eva war sehr hübsch und freundlich. Kapitel 12: Schmuel Vater war ein Uhrmacher aus Krakau. Er erzählt Bruno, wie sich sein Leben verändert hat. Erst musste er eine Armbinde mit Judenstern tragen, die ihm seine Mutter genäht hatte. Monate später wurde seine Familie ins Ghetto gezwungen. Dann wurden sie ins Lager transportiert worden. Bruno findet, er und Schmuel hätten fast dasselbe erlebt. Er beneidet ihn um die Spielkameraden, mit denen er hinter dem Zaun lebt. 10 Kapitel 13: Bruno und Schmuel treffen sich nun regelmäßig am Zaun. Trotzdem hat Bruno keine Vorstellung vom Leben auf der anderen Seite des Zauns. Beim Abendessen ist Oberleutnant Kotler zu Gast. Die polnische Küchenhilfe Pawel bedient bei Tisch, obwohl er geschwächt ist. Im Gespräch erwähnt Kotler beiläufig seinen Vater, der in die Schweiz lebt. Als Pawel aus Versehen den Wein verschüttet, lässt Kotler seine Wut an dem alten Mann aus und erschlägt ihn vor den Augen der Familie. Kapitel 14: Der Zaun ist an einer Stelle lose. Jeden Tag schlägt Bruno vor, durchzukriechen, damit er mit seinem Freund Schmuel spielen kann. Schmuel lehnt immer ab. Eines Tages erzählt er Bruno von der Sorge um seinen Großvater, der seit Tagen verschwunden ist. Versehentlich verrät Bruno Gretel sein Geheimnis. Die will alles über Schmuel wissen, und Bruno spürt die Gefahr sich nicht mehr mit ihm treffen zu dürfen. Deshalb lässt er sie glauben, dass Schmuel nur in seiner Fantasie existiert. Kapitel 15: Wegen dem Regen sehen sich Bruno und Schmuel nur selten. Vor der Geburtstagsfeier für seinen Vater trifft Bruno seinen Freund überraschend in der Küche. Kotler hat ihn zum Arbeiten hergebracht. Als Kotler die Jungen im Gespräch sieht, wird er wütend und schreit die neun- Jährigen Jungen an. Bruno behauptet, Schmuel nicht zu kennen. Erst eine Woche später sieht er ihn wieder am Zaun. Schmuel hat ein blaues Auge und mehrere Verletzungen. Bruno bittet ihn um Verzeihung. Unter dem Zaun hindurch reichen sie sich die Hände. Kapitel 16: Die Familie lebt inzwischen fast ein Jahr in Aus-Wisch. Zur Beerdigung der Großmutter fahren sie nach Berlin, doch Bruno fühlt sich dort nicht mehr zuhause. Gretel erklärt ihm, dass hinter dem Zaun Juden wohnen. Während sie miteinander reden entdeckt Gretel Läuse in ihrem Haar. Auch Bruno hat welche. Deshalb rasiert sein Vater ihm eine Glatze. Kapitel 17: Die Eltern einigen sich in lauten Streitgesprächen, dass die Mutter mit den Kindern zurück nach Berlin geht. Der Vater wird in Auschwitz bleiben. Bruno ist traurig, weil es bedeutet er wird nicht mehr mit Schmuel befreundet sein können. Kapitel 18: Einige Tage kommt Schmuel nicht zum Zaun. Als sie sich das nächste Mal treffen erfährt Bruno, dass Schmuels Vater verschwunden ist. Bruno erzählt seinen Freund, dass er bald wieder nach Berlin zieht. Zum Abschied planen sie ein gemeinsames Abenteuer im Lager. Dabei will Bruno Schmuel helfen, seinen Vater zu finden. 10 Kapitel 19: Am nächsten Tag tauscht Bruno seine Kleidung gegen den gestreiften Pyjama, den Schmuel ihm mitgebracht hat. Er krabbelt unterm Zaun hindurch ins Lager. Als er den Schmutz und die Menschen in den Baracken sieht, will er wieder auf die andere Zaunseite zurück. Doch Schmuel überredet ihn seinen Vater zu suchen. Bruno schafft es nicht mehr das Lager zu verlassen. Hand in Hand sterben die Freunde in der Gaskammer. Kapitel 20: Die Eltern suchen Bruno doch sie finden nur sein Kleiderbündel am Zaun. Eines Tages entdeckt der Vater die undichte Stelle im Zaun. Er ahnt, was geschehen sein könnte. Er weiß, dass er dafür verantwortlich ist und daran zerbricht er innerlich. Er bleibt in Auschwitz, bis das Lager von der russischen Armee befreit wird. 10 Charakterisierung Bruno Im folgendem Charakterisiere ich die Hauptfigur Bruno aus dem Roman ,,Der Junge im gestreiften Pyjama“ von John Boyne. Er wurde am 15.04.1934 geboren und lebt seitdem mit seiner älteren Schwester und seine Eltern in einem großen Haus in Berlin. Das Buch spielt im Jahre 1934, also in der Zeit des 2. Weltkrieges, während Bruno etwa 9 Jahre alt ist. Bruno ist ein Stück kleiner als die anderen Jungen in seinem Alter, was ihn ständig enttäuscht. (S.33) Eines Tages kommt Bruno von Schule nach Hause und seine Mutter sagt ihm, dass sie umziehen werden. Darüber ist Bruno sehr traurig, da er in Berlin seine drei besten Freunde namens Karl, Daniel und Martin hat, mit denen er oft zusammenspielt und Abenteuer erlebt. Als sie gerade in der neuen Heimat angekommen sind, wird Bruno direkt langweilig, weil dort keine anderen Kinder in seinem sind mit denen er spielen kann. Bruno ist ein sehr sensibler Junge, der immer versucht freundlich zu sein und die Manieren, die ihm seine Mutter beigebracht hat immer anzuwenden. Bruno behauptet, dass er der „Liebling“ (S.12) seiner Mutter zu sein. Zu seinem Vater dagegen hat er ein ganz anderes Verhältnis. Ihres ist von Disziplin und Gehorsamkeit geprägt. Außerdem empfindet Bruno „Angst und Ehrfurcht" (S.57) bei seinem Vater. Trotz alle dem ist sein Vater eine Autoritätsperson für ihn. Der Vater ist nicht oft zu Hause, da er seinem wichtigen Beruf nachgehen muss, über dem Bruno nicht sehr viel weiß. Er weiß nur, dass das Betreten des Büros seines Vaters immer und ausnahmslos verboten ist. (S.11) Zu seiner Schwester Gretel, die drei Jahre älter ist hat ein typisches Verhältnis für Geschwister in diesem Alter. Einerseits sagt er sie wäre ein „Hoffnungsloser Fall" (S.10) dazu streiten sie sich häufig. Gretel verbessert ihren kleinen Bruder oft und meint er wäre für viele Dinge einfach noch zu jung. Bruno hingegen meint seine Schwester wäre „ichbezogen und gemein“ (S. 99) und er hat nur wenig Verständnis für ihr pubertäres Verhalten. Andererseits hat Bruno keinen anderen zum spielen und deshalb geht er oft ihn das Zimmer seiner Schwester und sucht ein Gespräch mit ihr. 6 Bruno ist ein sehr naiver Junge. Er denkt, dass das Lager ein Bauernhof wäre und kein Konzentrationslager in dem Menschen gequält und getötete werden. (S.47) Außerdem ist er was der Antisemitismus angeht sehr ungebildet. Er kennt den Boykott nicht und versteht z.B. nicht warum Parvel in seinem Haus Kartoffeln schält obwohl er sagt er sei Arzt (S.105-108) Er kann sich gar nicht vorstellen wie es wirklich in den Baracken aussieht. Er denkt es würden „in den Baracken lauter glückliche Familien wohnen, von denen einige abends im Freien auf Schaukelstühlen saßen und Geschichten darüber erzählten, um wie viel besser doch alles früher in ihrer Kindheit war und welchen Respekt sie vor den Älteren gehabt hatten, ganzanders als die Kinder heutzutage. Er hatte gedacht, alle Jungen und Mädchen wären in Gruppen aufgeteilt und würden Tennis oder Fußball spielen, herumhüpfen und Quadrate für Himmel und Hölle auf den Boden zeichnen. Er hatte gedacht, in der Mitte wäre ein Laden und vielleicht ein kleines Café wie die, die er aus Berlin kannte. Und er hatte sich gefragt ob es wohl auch einen Obst- und Gemüsestand gegeben würde." (S.256) Doch als er dann in dem Lager ist sieht er wie es dort wirklich ist. „Stattdessen saßen viele Menschen in Gruppen zusammen, starren auf den Boden und sahen entsetzlich traurig aus. Alle hatten sie eines gemeinsam: Sie waren schrecklich dünn, ihre Augen waren eingesunken und sie hatten alle kahlgeschorenen Köpfe, woraus Bruno schloss, dass wohl auch hier eine Läuseepidemie ausgebrochen war." Man kann auch hier wiedererkennen, dass Bruno sehr unwissend ist, weil er denkt den andren Juden wurden die Haare abrasiert wurden, weil sie Läuse hatten, stattdessen wurden die Haare entfernt um aus diesen Perücken herzustellen. Bruno hatte Mitleid mit Parvel während Oberleutnant Kotler seine ganze Wut aus dem armen alten Mann raus lässt und Vater ihn nicht aufhielt. Das zeigt, dass Bruno keinen nationalsozialistischen Gedanken fasst, obwohl Herr Litszt versucht ihm diesen in den Unterrichtsstunden nebenbei einzupflanzen. (S.186) Meiner Meinung nach ist Bruno ein unwissender kleiner Junge, der in seiner eigenen Fantasiewelt lebt bis er auf einmal in seiner neuen Heimat mit so wichtigen Themen in Berührung kommt und ihm Fragen aufkommen die sich ein Kind in seinem Alter noch nicht stellen sollte. 6 Wer dieses Zeichen trägt, ist ein Feind unseres Volkes Der Holocaust Der Holocaust war der nationalsozialistische Völkermord an 5,6 bis 6,3 Millionen europäischen Juden. Deutsche und ihre Helfer führten ihn von 1941 bis 1945 systematisch durch. Sie wollten alle Juden In Deutschland und Umgebung vernichten. Daten: 20.03.1933 Bau des 1. Konzentrationslagers Beginn der Errichtung des ersten Konzentrationslagers, in Dachau bei München. 01.04.1933 Erste Aktionen gegen Juden "Boykott-Aktionen" der nationalsozialistischen Organisationen gegen alle jüdischen Geschäftsinhaber. Die Aktionen richten sich auch gegen jüdische Ärzte und Rechtsanwälte sowie gegen den Besuch von Schulen und Universitäten durch Juden. Vor allen Läden jüdischer Inhaber ziehen SA-Posten auf. 07.04.1933 Entlassung der jüdischen Beamten Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Von wenigen Ausnahmen abgesehen werden alle jüdischen Beamten entlassen. Dasselbe Los trifft alle Beamten, die nach ihrer bisherigen politischen Betätigung "nicht die Gewähr dafür bieten, dass sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintreten", in erster Linie Kommunisten und Sozialdemokraten. 22.04.1933 Zulassungsverbot für jüdische Ärzte 22.09.1933 Ausschluss der Juden aus kulturellen Berufen Es werden Kammern für Schrifttum, Presse, Rundfunk, Theater, Musik und bildende Künste geschaffen. Eine vorläufige Filmkammer war bereits durch Gesetz vom 14. März 1933 geschaffen worden. Die Zugehörigkeit zur jeweiligen Kammer ist Voraussetzung für eine berufliche Betätigung. Juden können in der Regel nicht Mitglied sein, was eine nahezu vollständige Verdrängung der Juden aus allen künstlerischen und journalistischen Berufen bedeutet. 10.09.1935 "Rassentrennung" an den Schulen Der Reichserziehungsminister kündigt an, dass vom Schuljahr 1936 an eine möglichst vollständige "Rassentrennung" an allen Schulen durchgeführt werden soll. 15.09.1935 Nürnberger Rassengesetze Der Reichstag nimmt einstimmig die sog. Nürnberger Rassengesetze an. Eheschließungen zwischen Juden und Personen "deutschen oder artverwandten Blutes" werden verboten. Auch außerehelicher Verkehr zwischen Juden und Personen "deutschen oder artverwandten Blutes" ist verboten. Das am selben Tag beschlossene Reichbürgergesetz entzieht den Juden die Bürgerrechte. 26.01.1937 Beamte mit jüdischem Ehepartner werden entlassen 16.07.1937 Inbetriebnahme des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar (Thüringen). Insgesamt wurden in den Jahren 1937-45 annähernd 240.000 Menschen in das KL Buchenwald eingeliefert. 43.000 wurden ermordet oder starben aufgrund der Haftbedingungen. 13.03.1938 "Anschluss" Österreichs Erzwungener "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich. 190.000 Juden kommen dadurch unter nationalsozialistische Herrschaft. Ab 20. Mai 1938 gelten die deutschen Rassengesetze auch in Österreich. 27.09.1938 Juden dürfen keine Rechtsanwälte mehr sein. 05.10.1938 Die Reisepässe aller deutschen Juden werden mit einem hineingestempelten großen roten "J" versehen 09.-10.11.1938 Reichskristallnacht Mindestens 91 Juden werden getötet. Viele Synagogen werden niedergebrannt oder beschädigt. Tausende Geschäfte werden geplündert. 20.000 Juden werden festgenommen und auf die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen verteilt. 12.11.1938 Verordnungen "zum Schutz der deutschen Rasse" Juden dürfen ab 1. Januar 1939 nicht mehr Inhaber von Ladengeschäften, Handwerksbetrieben und Unternehmen sein. Sie sind dadurch gezwungen, ihr Eigentum weit unter Wert zu verkaufen. 03.12.1938 Juden dürfen keine PKWs und Krafträdern fahren und besitzen 06.12.1938 "Judenbann" in Berlin Eine Reihe von Straßen, Plätzen, Anlagen und Gebäuden dürfen von Juden nicht mehr betreten oder befahren werden. 30.04.1939 Juden verlieren weitgehend den gesetzlichen Mieterschutz Viele Wohnungen von Juden werden beschlagnahmt; "Judenhäuser" und jüdische Wohngebiete werden eingerichtet. 08.02.1940 Ghetto in Lodz Die Errichtung eines Ghettos in Lodz wird angeordnet. Alle noch in der Stadt lebenden Juden müssen unter Zurücklassung des größten Teils ihres Besitzes in das ihnen zugewiesene Gebiet umziehen. Im Ghetto von Lodz, das anfangs 160.000 Bewohner hatte, starben vom 1. Mai 1940 bis 30. Juni 1942 annähernd 30.000 Menschen, vor allem durch Unterernährung und Krankheiten. 27.04.1940 Errichtung des Konzentrationslagers Auschwitz Himmler gibt den Befehl zur Errichtung eines Konzentrationslagers bei der polnischen Kleinstadt Oswiecim, die von der deutschen Besatzungsmacht Auschwitz genannt wird. Zusammen mit einem 1941 angelegten Lager im benachbarten Birkenau entstand hier das größte deutsche Vernichtungslager. In Auschwitz Birkenau wurden zwischen 1,2 und 1,6 Millionen Menschen ermordet, überwiegend Juden. 16.10.1940 Warschauer Ghetto Frank ordnet an, in Warschau ein Ghetto zu bilden. Die in diesem Gebiet lebenden Polen müssen es bis zum 31.Oktober verlassen. Am gleichen Datum sollen alle 400.000 außerhalb lebenden Juden den "jüdischen Wohnbezirk" umgesiedelt werden. Die Bevölkerungsdichte im Ghetto würde dann über 1.100 Personen pro ha. betragen, mehr als das Zehnfache der durchschnittlichen Bevölkerungsdichte der Stadt Warschau. Es folgt im Frühjahr und Sommer 1941 die Errichtung von Ghettos in allen polnischen Städten mit jüdischer Bevölkerung. 01.09.1941 Im Deutschen Reich wird der "Judenstern" als obligatorisches Kennzeichen für alle Juden vom sechsten Lebensjahr an eingeführt 30.09.1941 Mordaktion gigantischen Ausmaßes in Kiew Angeblich als "Vergeltungsmaßnahme für Brandstiftungen" in der ukrainischen Hauptstadt Kiew nehmen die Deutschen sämtliche erreichbaren Juden der Stadt fest und erschießen sie in der Schlucht von Babi Jar. 33.711 Menschen fielen nach deutscher Zählung dieser Mordaktion zum Opfer. 16.10. - 04.11.1941 Beginn der Deportationen aus Deutschland, Österreich und dem "Protektorat" Zunächst in ein Ghetto in der Stadt Lodz im besetzten Polen. Betroffen sind von dieser ersten Deportationswelle fast 20.000 Menschen. 08.11.41 - 25.01.1942 Zweite Deportationswelle In 23 Zügen werden ungefähr 23.000 Juden aus dem Deutschen Reich "nach Osten" deportiert. Einige Deportierte werden erschossen, die meisten zunächst in vorhandene Ghettos gepfercht. November 1941 Vernichtungslager in Chelmno Einrichtung eines Vernichtungslagers In Chelmno (Kulmhof) im besetzten Polen. Zwischen Dezember 1941 und Sommer 1942 wurden dort etwa 100.000 Juden ermordet, in erster Linie aus dem Ghetto von Lodz. Im März 1943 wurde das Vernichtungslager aufgelöst und die Spuren der Massenmorde beseitigt. Im Frühjahr 1944 wurde Chelmno noch einmal für Mordaktionen benutzt. Nach polnischen Schätzungen wurden dort insgesamt über 300.000 Menschen ermordet. 17.03.42 Beginn der Massentötungen im Vernichtungslager Belzec im besetzten Polen Insgesamt wurden dort über 600.000 Juden ermordet. 20.03.1942 Im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau werden die Gaskammern "in Betrieb genommen" 27.03.-28.06.1942 Beginn der Deportationen aus Frankreich In fünf Zügen werden insgesamt 5.149 Juden aus Frankreich nach Auschwitz eingeliefert. Über 90 Prozent der Deportierten werden in den ersten fünf Monaten nach ihrer Einlieferung ermordet oder sterben aufgrund der Haftbedingungen. Ende April oder Anfang Mai 1942 Beginn der Massenmorde in den Gaskammern des Vernichtungslager Sobibor Bis Ende Juli 1942 wurden dort 90.-100.000 jüdische Menschen ermordet - insgesamt später annähernd 250.000. 22.07.1942 Deportationen aus dem Warschauer Ghetto Bis zum 12. September 1942 werden ungefähr 300.000 Warschauer Juden deportiert, davon über 250.000 in das Vernichtungslager Treblinka. Im Warschauer Ghetto leben danach nur noch etwa 60.000 Menschen. 16.02.1943 Anordnung zur Auflösung des Warschauer Ghettos Himmler ordnet an, die letzten etwa 50.000 Bewohner des Warschauer Ghettos zu deportieren und das Ghetto anschließend abzureißen. 27.02.1943 Beginn der Deportation der jüdischen Rüstungsarbeiter aus Berlin nach Auschwitz. In einer Woche werden etwa 7.000 Menschen festgenommen und nach Auschwitz abtransportiert. Dieser Teil der jüdischen Bevölkerung war wegen seiner Bedeutung für die Kriegsproduktion bis dahin "verschont" worden. 01.10.1943 Die geplante Deportation der Juden aus Dänemark wird vom dänischen Widerstand weitgehend vereitelt Weniger als 500 Juden werden von den Deutschen gefangen genommen und deportiert. Über 5.000 Menschen können mit Hilfe und Unterstützung zahlreicher Dänen nach Schweden entkommen. 16.10.1943 Razzia in Rom Razzia der deutschen Polizei in Rom, insbesondere im alten Ghetto-Viertel. Insgesamt werden 1.259 jüdische Menschen, vor allem Frauen und Kinder, festgenommen und zwei Tage später nach Auschwitz gebracht. Es folgen Deportationen aus allen von den Deutschen besetzten italienischen Städten. 10.04.1944 Befreiung Odessas am Schwarzen Meer durch die sowjetische Armee Vor dem deutschen Überfall hatten in Odessa etwa 180.000 jüdische Menschen gelebt. Etwa 100.000 von ihnen wurden von den Deutschen ermordet; mehrere zehntausend hatten rechtzeitig die Stadt verlassen können. Nur einige tausend jüdische Menschen überlebten den Krieg in Odessa und seiner Umgebung. 15.05.1944 Beginn der Massendeportation der ungarischen Juden Zielort ist fast ausschließlich Auschwitz. Bis zu einer Unterbrechung am 8. Juli werden annähernd 480.000 Menschen aus Ungarn abtransportiert. 26.06.1944 Sowjetische Truppen befreien Witebsk (Weißrussland) In der Stadt, wo vor dem Krieg 50.000 Juden lebten, gibt es keine jüdischen Überlebenden mehr. 03.07.1944 Die sowjetischen Streitkräfte befreien Minsk, die Hauptstadt Weißrusslands. In der Stadt, wo vor dem deutschen Überfall 80.000 Juden lebten, sind nur noch zehn jüdische Überlebende gefunden worden. 13.07.1944 Sowjetische Truppen befreien die litauische Hauptstadt Wilna In der Stadt, in der vor dem deutschen Überfall 75.000 Juden lebten, sind noch 2.-3.000 jüdische Überlebende aus Verstecken und Wäldern. 25.08.1944 Befreiung von Paris 17.01.1945 Befreiung Warschaus 19.1.1945 Sowjetische Truppen befreien die polnische Stadt Lodz Insgesamt überlebten etwa 5.-7.000 Menschen aus dem Ghetto von Lodz. Vor dem deutschen Überfall hatten in der Stadt 220.000 Juden gelebt. 27.01.1945 Die ersten sowjetischen Truppen betreten das KL Auschwitz Sie finden noch etwa 7.000 kranke und erschöpfe Häftlinge vor. Nach unterschiedlichen Schätzungen wurden in Auschwitz zwischen 1,2 und 1,6 Millionen Menschen ermordet, darunter mehr als eine Million jüdische Frauen, Männer und Kinder. 05.-06.04.1945 KZ Buchenwald Über 28.250 Gefangene werden aus dem KZ Buchenwald evakuiert; 7-8.000 weitere werden ermordet. Am 11. April wird Buchenwald von amerikanischen Truppen befreit. 15.04.1945 Britische Truppen betreten das Gelände des Konzentrationslagers Bergen-Belsen Sie finden 60.000 von den flüchtenden Deutschen zurückgelassene Gefangene vor, die meisten bereits in einem lebensgefährlichen Zustand. 28.000 von ihnen sterben in den nächsten Wochen an den erlittenen Schädigungen. 30.04.1945 Hitlers Ende Hitler erschießt sich im "Führerbunker". Antisemitismus und Rassismus in der heutigen Zeit Vorfälle: ● ● ● ● ● Im April 2018 beschimpften und attackierten zwei Arabisch sprechende Männer im Berliner Stadtteil Prenzlauer zwei Kippa tragende Männer. Im April 2018 sorgte die Verleihung des Echo-Musikpreises an die Rapper Kollegah und Farid Bang für Kritik. Beide Musiker sind für zum Teil antisemitische und sexistische Texte bekannt. Studien zeigen, dass der Antisemitismus in Deutschland in den vergangenen Jahren rückläufig war. Doch aktuell nimmt die Zahl der judenfeindlichen Taten laut Bundesinnenministerium allerdings zu. In Frankreich wurde im März 2018 eine 85-jährige Holocaustüberlebende erstochen. Im Koalitionsvertrag wurde die Stelle eines Antisemitismusbeauftragten vereinbart, der sich mit jüdischem Leben und Antisemitismus in Deutschland beschäftigen soll. Im kalifornischen Poway hat ein 19-jähriger Weißer auf jüdische Gottesdienstbesucher geschossen. Der Bürgermeister spricht von einem "Hassverbrechen". Gegen mehrere Münchner Polizisten wird ermittelt, sie sollen antisemitistische Videos geteilt haben und den Tser eingesetzt haben .Deshalb wurden suspendiert oder versetzt. Am 9. November, Gedenktag an die Reichspogromnacht der Nationalsozialisten, klauen mutmaßlich Rechtsextremisten mehrere Stolpersteine aus den Gehwegen, die an ermordete Juden erinnern. Sommer 2014: Eine Pro-Palästina-Kundgebung im Ruhrgebiet eskaliert. Demonstranten rufen: ,,Hamas, Hamas, Juden ins Gas". ● Eine Schülerin aus Dresden erhält einen Preis für Zivilcourage. Sie hatte einen Mitschüler angezeigt, weil er und andere Witze über den Holocaust gemacht oder den Hitlergruß gezeigt haben sollen. Eine Umfrage des AJC an 21 Berliner Schulen ergab : ,,Du Jude" ist ein weit verbreitetes Schimpfwort oft, aber nicht nur bei jungen Muslimen. Manchmal wurde Israel von Schülern aus den Atlanten gekritzelt und der Staat in den Schulbüchern auf ein „kriegsführendes Land“ reduziert. Die Lehrkräfte seien zudem meist überfordert, den Schülern den Konflikt in Nahost unverkürzt beizubringen. 1 Statistik Im ersten Halbjahr 2017 wurden insgesamt 681 antisemitische Delikte in Deutschland erfasst. Damit ist ein leichter Anstieg von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Der Antisemitismus sei ein „Riesenproblem“, sagte der SPD-Generalsekretär Hubertus Heil im ,,Welt"-Wahlchat. „Rechtsradikale und Neonazis bedrohen Menschen jüdischen Glaubens. Das ist nicht akzeptabel.“ Die Zahlen gehen aus der Antwort der Bundesregierung auf die schriftlichen Fragen des Grünen-Bundestagsabgeordneten Volker Beck hervor, die der Welt" vorliegt. Demnach sind antisemitische und antiisraelische Delikte im Vergleichszeitraum zum Vorjahr von 654 auf 681 gestiegen In einer aktuellen Studie des US-amerikanischen Pew-Instituts sagte kürzlich jeder fünfte Deutsche, er wolle keine Juden in seiner Familie haben. Jeder Vierte stimmte in einer Umfrage der Friedrich-Ebert-Stiftung der Aussage zu: "Viele Juden versuchen, aus der Vergangenheit des Dritten Reiches heute ihren Vorteil zu ziehen." Umgekehrt ist die Situation noch deutlicher: In einer Studie der Uni Bielefeld berichteten mehr als 70 Prozent der befragten Jüdinnen und Juden über Erfahrungen mit Antisemitismus in der Schule oder am Arbeitsplatz. Juden erzählen: Rabbi Halvin: Rabbi Havlin wurde in Israel geboren, studierte dort und in den USA. 2012 kam er nach Deutschland. In Hamburg arbeitet der 33-Jährige auch als Religionslehrer für das 2007 wieder gegründete jüdische Bildungshaus. Shmuel Havlin ist einer von zwei Rabbinern der jüdischen Gemeinde und Religionsleiter im jüdischen Bildungshaus Hamburg. Wenn Havlin vor die Tür geht, fällt er auf. Dieser Anzug, dieser Bart. Viele sprechen ihn an. An manchen Tagen, sagt Havlin, brauche er von seiner Wohnung zur Synagoge doppelt so lange wie geplant. Havlin sagt, er fühle sich sicher hier. "Wenn ich mit Mitgliedern meiner Gemeinde spreche, merke ich allerdings, dass die Verunsicherung gewachsen ist." Rabbiner aus anderen deutschen Städten erzählen von Anfeindungen. Inzwischen, sagt Havlin, verstehe er Gemeindemitglieder, die aus Sicherheitsgründen in manchen Stadtteilen die Kippa lieber abnehmen. Für ihn selbst kommt es nicht in Frage. 1 Max: Max ist in Deutschland aufgewachsen und Student. Seine jüdischen Wurzeln hat er erst spät entdeckt. Verabredung im Hamburger Schanzenviertel an einem Maitag. Trotz seiner Wurzeln zögert Max bis heute, wenn man ihn fragt, ob er sich als Juden sieht. Er ist nicht besonders religiös. An Gott glaubt er nicht. Für seine beiden Eltern, Vater katholisch, Mutter jüdisch, war Religion nie etwas, über das man groß sprach. Wenn, dann im Spott. Die Eltern wollten Distanz. Keine Religion, keine Probleme. Das Thema schien lange Zeit weit weg zu sein. Als er noch zur Schule ging, nahm seine Schwester einmal einen Anhänger mit Davidstern mit zum Unterricht, den sie von Verwandten hatte. Nur so, kein großes Thema. Nachmittags gingen die Kinder nach Hause. Doch kurze Zeit später riefen Unbekannte bei der Familie an. Max nahm ab. Sie sagten dinge wie z. B. Judenfotze, wir bringen dich um. Hier ist der Judenvergaser Wochenlang ging das so weiter. Die Eltern verständigten die Polizei, irgendwann ließen sich die Anrufer ermitteln. Es waren Klassenkameraden. Doch der Telefonterror blieb für sie ohne Konsequenzen. Stattdessen wurde Max' Familie vorgeworfen, einen Streich zu ernst genommen zu haben. Wem Max von den Telefonanrufen erzählt, der beginnt zu verstehen, wie tief Antisemitismus immer noch im deutschen Alltag verankert ist. Max' Familie hat versucht, solche Erfahrungen auf ihre Art zu verarbeiten. Lange Zeit war es bei seinen Großeltern verboten, über die eigene Geschichte zu reden. Religiöse Feste feierte man nur selten. Nie wieder sollte das Jüdischsein ein Grund für Verfolgung sein können. Um sich in Ruhe mit seiner Identität auseinandersetzen zu können, musste Max erst in ein Konfliktgebiet reisen. Ein Auslandssemester in Tel Aviv. Auf einmal traf Max Gleichaltrige, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. Hörte von Familiengeschichten, die ihm bekannt vorkamen. Erfuhr, wie unterschiedlich die Tora ausgelegt werden kann. Wie leidenschaftlich man darüber diskutieren kann, seit Jahrtausenden. Max traf Verwandte, die ebenfalls nicht besonders gläubig waren - aber trotzdem die jüdischen Feiertage genießen konnten. "Erst da wurde mir bewusst, was meine Eltern mir trotz allem mitgegeben haben." Der kleine Leuchter zu Hause, die selten gefeierten Festtage, ein paar Sätze Hebräisch. Plötzlich wurde daraus mehr für ihn. Jüdischsein, das heiße für ihn heute auch, Teil einer großen Erzählung zu sein, sagt Max. 1 Nitzan In Berlin lebt Nitzan, 31, Nickelbrille, schwarzes Haar, goldene Sneaker. Vor sechs Jahren ging sie noch wie viele in ihrem Heimatland Israel auf die Straße, um gegen steigende Preise und den Rechtsruck in der Politik zu protestieren. Doch die Politik änderte sich nicht. Nitzan hatte vier Jobs und wenig Hoffnung. Sie fühlte sich ausgebrannt. Und spürte, dass sie sich im Land ihrer Eltern nicht mehr zu Hause fühlte. Schließlich beschloss sie, nach Deutschland zu gehen. Schon ihr Großvater hatte hier gelebt, als Metzger im Saarland. Von ihm hatte Nitzan einen deutschen Pass geerbt und die Motivation, deutsche Vokabeln zu büffeln. Willkommen in Deutschland fühlte sie sich dann lange Zeit dennoch nicht: Als sie an der Uni einen Mediationskurs besuchen wollte, riet ihr die Dozentin, es lieber mit interkultureller Kommunikation zu probieren. Das sei einfacher für sie als Migrantin. Wegen der Sprache. Zu diesem Zeitpunkt sprach Nitzan seit fünf Jahren Deutsch. Ein anderes Mal gratulierte ihr der türkisch sprechende Späti-Verkäufer dazu, dass Jerusalem eine so reiche Stadt sei - in Anspielung auf das Vorurteil, dass Juden besonders viel Geld haben. Beim Berliner Bürgeramt fragte sie eine genervte Beamtin, warum sie denn zwei Pässe habe. Sei ja anstrengend. Nitzan reichte es schließlich: "Denken Sie mal 70 Jahre zurück. Deshalb habe ich zwei Pässe." Die Beamtin war still, doch solche Fragen hört Nitzan noch heute. Sie sagt: „Ich hätte nicht gedacht, dass es in Deutschland noch so viel Rassismus und Antisemitismus gibt." 1