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Der Sandmann ABI

10.4.2023

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Schicksal eines jungen Studenten Nathanael. der von einem
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Inhalt Schicksal eines jungen Studenten Nathanael. der von einem einschneidenden traumatischen Erlebnis in seiner Jugend geprägt ist nachdem ihm eine Kinderfrau ein Ammenmärchen erzählt hat haben sich das Wunderbare & Abenteuerliche inder Fantasie des Kindes eingenistet Erster Brief - Nathanael an Lothar beängstigender Besuch des Wetterglashändlers Coppola bei dem Studenten Nathanael Ahnung Nathanaels: Coppola sei der Advokat Coppelius aus seiner Kindheit -> äußerliche, charakterliche, namentliche Ähnlichkeiten mit Coppelius ● Kindheitserinnerung an Coppelius: Coppelius: bedrohliche Figur, die zu Nathanaels Vater kommt und mit ihm geheime Dinge treibt Nathanaels Verknüpfung des Coppelius mit der Kinderschreckfigur des Sandmannes, der nach der Erzählung der Kinderfrau schlaf unwilligengen Kindern die Augen raubt -> große Angst Verstecken Nathanaels im väterlichen Arbeitszimmer, als Coppelius mit dem Vater alchemistisch experimentiert -> Entdecken des Jungen -> Coppelius' Drohung, ihm die Augen zu nehmen -> Bewusstlosigkeit Nathanaels und langer, fieberhafter Schlaf ein Jahr später: erneuter Besuch Coppelius' -> Tod des Vaters bei einem der Experimente Nathanaels Überzeugung, dass Coppola mit Coppelius identisch ist -> Erinnerung erstes Ereignis, bei dem Nathanael Phantasie bzw. seine Wahrnehmung verzerrt = Anfang Nathanaels Realitätsverlust und Auslöser für seine verzerrte Realitätswahrnehmung (Kinder verarbeiten traumatische Ereignisse oft durch einbetten von phantastischen Geschichten) -> Coppelius Rolle des Sandmanns und Mörder seines Vaters -> Coppelius und Coppola typisches Motiv des Doppelgängers, das in der dunklen Romantik große Bedeutung hat Zweiter Brief - Clara an Nathanael Clara als Empfängerin des „Briefes...

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an Lothar" wegen falscher Adressierung Claras Erschütterung angesichts der Erzählungen Nathanaels nach Gespräch mit dem Bruder Lothar aber rationalisierende Reaktion: rationale Entzauberung: Verknüpfung Coppelius' mit dem Sandmann als Einbildung Erklärung, dass dunkle Mächte nur wirken können, wenn der Mensch sie im Innern wirken lässt -> dunkle Macht nur als innere, psychische und nicht als äußere, wirkliche Macht Rat, den Gedanken an Coppelius/Coppola zu verdrängen -> Nathanael: Phantastische, den Schrecken glaubt und Coppelius alias Coppola alias den Sandmann zu einer Person erklärt, glaubt, dass Schreckgespenster in der wirklichen Welt existieren Clara: rational, sucht nach logischen Erklärungen und hat nichts für die „Spinnereien" Nathanaels übrig. Deshalb versucht sie mit Logik zu erklären, was Nathanael mit Gefühl zu erfassen glaubt. -> Damit erklärt Nathanael Coppelius/ den Sandmann/ Coppola zu einer äußeren Macht einer real existierenden Bedrohung. Clara hingegen charakterisiert diesen als innere Macht, quasi als selbst erdachtes Schreckenswesen, sie erkennt, dass er an einem Trauma leidet. Clara und Nathanael werden als Gegenpole eingeführt - er, der Künstler und Romantiker, sie, die rational Aufgeklärte und Vertreterin des Philistertums. -> Erzähler unzuverlässig = Mehrdeutigkeit niemals klargestellt - beabsichtigt und typisch für romantische Texte, Leser selbst sinnstiftend tätig sein Dritter Brief - Nathanael an Lothar Nathanaels Enttäuschung angesichts der als kühlhl empfundenen Reaktion Claras und angesichts der Gespräche zwischen Lothar und ihr über ihn ● Auffassung Coppola doch nicht mit Coppelius identisch (Coppelis deutscher und Coppola italienische Aussprache) - aber dennoch keine Beruhigung ● bericht über Olimpia, Tochter des Physik-Professors Spalanzani, die dieser abschirmt und die starr und leblos auf ihn wirkt • Ankündigung, zu Clara und Lothar zu reisen -> Dieser rationale Moment Nathanaels wirkt, als habe er seine Wahnvorstellungen überwunden. Wie sich schon bald bei der Begegnung mit Olimpia zeigen wird, bleibt es jedoch nicht dabei, dass Nathanaels Wirklichkeit mit der der rational denkenden Menschen übereinstimmt. Nathanael und Clara Ansprache des Lesers durch Erzähler (Freund Nathanaels): Begründung dafür, zuerst die drei Briefe zu präsentieren Erzählung, Clara und ihr Bruder Lothar seien Waisen, bei Nathanael und seiner Mutter untergekommen -> Gefühle zwischen Clara und Nathanael -> NAthanael statt verlassen wegen Studien Nathanaels Ankunft bei Clara: vorübergehendes Verschwinden der dunklen Gedanken, dann zunehmend Wesensveränderung (Beziehung zu Clara spürbar belastet -> weiteres verdunkeln und erzürnen Nathanaels): Ahnungen, der Mensch sei Spielball dunkler Mächte Unverständnis Claras für Nathanael -> Erklärung, der Dämon sei nur in seinem Inneren ● fortwährende Versuche, Clara an seinen Vorstellungen teilhaben zu lassen -> u.a. auch durch das Vorlesen selbst geschriebener literarischer Texte -> Claras Bitte, dass Nathanael eine seiner Dichtungen vernichte -> beleidigende Reaktion Nathanaels. Eskalation eines daran anschließenden Streits zwischen Lothar und Nathanael -, Verhinderung eines Duells zwischen den beiden durch Clara -> Versöhnung -> Liebe zu Clara wiedererweckt ● -> Nathanaels Realitätswahrnehmung sich immer mehr von der Claras unterscheidet. Sie entfremden sich, auch weil Clara keinen Sinn für die Poesie hat = der Konflikt zwischen Philistern und Romantikern. Nathanaels Ausruf, Clara sei ein ,,lebloses, verdammtes Automat" sieht Nathanael doch deshalb in ihr einen Automat, weil sie seine Wirklichkeit und seine Gefühlswelt nicht teilt. Gleichzeitig erkennt er im Folgenden nicht, dass es sich bei Olympia um einen eben solchen Automaten handelt, weil er auf sie seine Gefühle und Gedanken übertragen kann und sie nur als Reflektor dient. Ein Zeichen seines abnormen Narzissmus! -> Gedicht( thematisiert symbolisch die Auswirkungen von Nathanaels Phantasie auf seine Beziehung zu Clara): Hochzeit mit Clara, die aber dadurch verhindert wird dass Coppelius am Altar auftaucht, Claras Augen fasst, die daraufhin als blutige Funken in Nathanaels Brust springen und sich ein-brennen, wodurch er in einen Feuerkreis gerät. Auch Claras Rufe, er bilde sich das alles nur ein, können ihn nicht retten, denn indem er versucht, sich die Mahnungen Claras bewusst zu machen, gelingt ihm zwar das Entkommen aus dem Feuerkreis, als er dann aber in Claras Augen blickt, handelt es sich nicht um ihre Augen, sondern um die des Tods. Reflexion der Situation: Clara kann NAthanael nicht helfen, denn gerade dadurch, dass sie seine Phantasie nicht versteht, die romantische Sicht auf die Welt leugnet, treibt sie Nathanael in den Tod. Er wird von der rationalen Welt und der Gesellschaft der Philister ausgeschlossen und nicht verstanden. Nathanael und Olimpia Rückkunft Nathanaels in die Stadt G., in der er studiert - alte Wohnung aber abgebrannt Umzug Nathanaels in eine Wohnung gegenüber von Spalanzani -> Desinteresse für Olimpia, die er oft durchs Fenster regungslos am Tisch sitzen sieht neuerlicher Besuch Coppolas, der Brillen mit der Wendung „sköne Oke" anpreist und Nathanael erneut verstört -> Kauf eines Perspektivs (Fernrohr) - Änderung der Wahrnehmung Olimpias durch das Perspektiv: u. a. Faszination für die Lebendigkeit ihrer bisher eher tot wirkenden Augen -> Verdrängung der Gedanken an Clara bei einem von Spalanzani ausgerichteten Fest: Entflammen der Liebe zu Olimpia, die allerdings nur mit einem ,Ach - ach!" auf ihn reagiert Olimpia in der öffentlichen Wahrnehmung als stumpfsinniger Mensch -> Nathanaels Verärgerung darüber -> Nathanaels Verteidigung Olimpias gegenüber seinem Freund Siegmund • häufige und lange Besuche bei der wortkargen Olimpia -> Nathanaels Überzeugung, sie allein verstehe ihn -> Vorhaben, ihr einen Heiratsantrag zu machen Nathanaels Beobachtung einer Auseinandersetzung zwischen Coppola und Spalanzani um Olimpia -> erschreckende Erkenntnis, dass Olimpia eine Puppe ist -> Ausbruch des Wahnsinns bei Nathanael, nachdem Coppelius (Konstrukteur ihrer Augen) mit dem augenlosen Körper flieht und der verletzte Spalanzani (Konstrukteur des Körpers) Nathanael ihre Augen zuwirft Rettung des Professors vor dem im Wahn wütenden Nathanael durch mehrere Menschen z. T. empörte Reaktion der Öffentlichkeit auf Enthüllung, dass Olimpia eine Puppe ist; Bemühen Verliebter, die eigene Lebendigkeit zu beweisen und den Partner auf Lebendigkeit zu prüfen -> Blick durch das Perspektiv ermöglicht es Nathanael nun, Olimpia ständig zu beobachten und auch Einzelheiten wahrzunehmen. Diese setzen sich in Nathanaels Wahrnehmung zu einem immer anziehenden Bild zusammen, er idealisiert schon hier die Figur Olimpias. Der Blick wird durch das Perspektiv, das eigentlich ja dafür sorgt, dass Dinge genauer wahrgenommen werden können, noch verklärter. Symbolisch: Nathanael durch das Perspektiv seinen „inneren" Blick schärft, er kann die eigentlich unter den Schleiern der Phantasie verborgenen Geheimnisse nun noch genauer sehen, sodass diese phantastischen Elemente innerhalb der Realität,erkannt" werden. -> Nathanaels abnormer Narzissmus und seine Verklärung der Wirklichkeit: an sich selbst den Sinn für Poesie schätzt, spricht er Olimpia diesen zu. Da er Musik liebt, muss ihr automatenhaftes Klingen als schöner Gesang gelten, die Puppenhand muss als anziehend wirken. Während die Gesellschaft zum Teil das Automatentum Olimpias erkennt, ansonsten zumindest erkennt, dass diese Frau keinen Charakter hat, ist Nathanael absolut fasziniert und verklärt. -> auch als Kritik an der Industrialisierung und an der Gesellschaft: da Gesellschaft zu Zeit Hoffmanns eine große Faszination gegenüber der Technisierung empfand und Menschliche immer weiter in den Hintergrund rückte. -> Ersten Verfall Nathanaels in Raserei und Wahnsinn. Seine narzisstischen Züge und die mangelnde Fähigkeit, seine Realität mit der anderer abzugleichen und somit seine verzerrte Wahrnehmung zu erkennen, auch für die Menschen in seinem Umfeld gefährlich. Nathanaels Suizid Erwachen Nathanaels nach längerer Zeit bei seiner Mutter und Clara -> zunehmende Genesung Nathanaels ● Nathanaels Wille, Clara zu heiraten und mit ihr auf ein geerbtes Gut zu ziehen Besteigen eines Rathausturms bei einem Stadtbesuch: Entdecken eines seltsamen grauen Busches in der Ferne -> Nathanaels Nutzung des Perspektivs -> erneutes Ausbrechen des Wahnsinns bei Nathanael, als er durch das Perspektiv Clara erblickt -> Versuch, Clara vom Turm zu werfen Rettung Claras durch den hinaufstürmenden Lothar Nathanaels absichtlicher tödlicher Sturz vom Turm, als dieser Coppelius vor dem Turm sieht Ausblick: Claras späteres Glück mit einem anderen Mann -> tragische Katastrophe andererseits Conclusio aus Nathanaels Erlebnissen des Realitätsverlustes. durch das Zitat „Holzpüppchen dreh dich" auf die Szene angespielt, in der Spalanzani und Coppola Olimpia zerstören. Der „Feuer-kreis" verweist auf Nathanaels Gedicht über sich und Clara. Claras rationale Denkweise und ihre mangelnde Fähigkeit, sich auf Nathanaels Sicht einzustellen, sie für Nathanael zu einer „Puppe" macht, oder - wie Nathanael es ja auch schon zuvor festgestellt hat. Durch den letzten Ausruf Nathanaels, ,,Sköne Oke", wird klar, dass Nathanael zwar Coppelius sieht, dieser aber für ihn auch Coppola ist. Realitätsverlust. Gleichzeitig ist durchaus zu bezweifeln, dass Coppelius tatsächlich in der Menge steht. -> rationale Entscheidung für diesen Tod zweifelhaft ist, denn Nathanael ist dem Wahnsinn und der Raserei derart verfallen, dass er sehr wahrscheinlich nicht dazu in der Lage ist, eine logische Entscheidung zu treffen. Vielmehr muss Coppelius als Auslöser für diesen Sprung betrachtet werden: Nathanael, der Rache für den Tod seines Vaters geschworen hat, sieht den Mörder und wil in seiner Raserei nicht realisieren, dass er auf dem Turm steht, zu diesem gelangen. Aufbau und Struktur ● Äußere Struktur: Drei Briefe (jeweils mit Überschrift): Nathanael an Lothar, Clara an Nathanael, Nathanael an Lothar Zwei mit Strich voneinander abgehobene Erzählabschnitte: 1. Erzählerreflexion und Nathanaels Aufenthalt bei Clara Innere Struktur: Drei Briefe als Exposition: Einführung der Figuren, der Grundproblematik (Besuch Coppelius' als Auslöser) und des traumatischen Hintergrunds retardierender Erzähler-Exkurs: Reflexion des Erzählansatzes zu 2. Liebe zu Olimpia, geistige Verwirrung, Genesung, Heiratsvorhaben, Sturz vom Turm Erzählweise Erzählabschnitt 1: Nathanaels Aufenthalt bei Clara -> eigener Spannungsbogen (Beruhigung zu Beginn, zunehmende Eskalation mit drohender Katastrophe und schließlich Versöhnung) Erzählabschnitt 2: Nathanaels Beziehung zu Olimpia (wiederum Besuch Coppelius' als Auslöser) -> eigener Spannungsbogen mit einer ersten Katastrophe (Sich-Verlieben in Puppe bis hin zur Beobachtung des Streits zwischen Coppola und Spalanzani und daraus resultierendem Wahnsinn Nathanaels) retardierender Erzähler- Exkurs: Reaktionen der Öffentlichkeit auf Steigerungsprinzip: Erzählabschnitt 1: Verdeutlichung der psychischen Disposition Nathanaels (Tendenz Olimpia-Enthüllung Erzählabschnitt 3: retardierendes Moment (Genesung Nathanaels) und schlussendliche Katastrophe (Suizid Nathanaels) Fantasiewelten) Erzählabschnitt 2: Verschärfung des psychischen Zustandes (Wirklichkeitsverkennung-Olimpia als liebenswerter Mensch; sich daraus ergebender psychischer Zusammenbruch) Erzählabschnitt 3: Höhe- und Schlusspunkt (erneuter Wahnsinn mit Eskalation bis hin zur Tötungsabsicht gegenüber Clara und schließlich Suizid) retardierende Momente ebenfalls als Mittel der Spannungssteigerung Leitmotive als zentrales Strukturelement: Augen als (vermeintlicher) Spiegel der Seele und ab (nicht immer ,,objektives") Wahrnehmungsorgan; Automaten-Menschen • unbeteiligter Ich-Erzähler: Selbstreflexion im Hinblick auf die eigene Erzählweise Wirklichkeits-/Authentizitäts-Suggestion durch Leser-Ansprache Unklarheit, wie Ich-Erzähler die Geschichte erfahren hat (außer Lothars Weitergabe der Briefe) Züge auktorialen Erzählens durch großes Wissen über die Figuren und die Vorgänge in ihrem Inneren - teilweise auch Distanzierung von Nathanaels Sicht der Dinge aber oft auch Tendenz zu personalem Erzählen: Beschränkung auf Nathanaels (offenbar beeinträchtigte) Wahrnehmung - Verunsicherung des Lesers z.B. im Hinblick darauf, ob Coppola mit Coppelius identisch ist, und Hineinziehen in das,ver-rückte" Erleben Nathanaels ● teilweise multiperspektivisches Erzählen: z. B. die drei Briefe als unvermittelte Wiedergabe der Perspektive zweier Figuren Zeitgestaltung: Erzählzeitpunkt: mehrere Jahre nach dem Geschehen -> Rückblick Verhältnis von erzählter Zeit und Erzählzeit: zurückhaltend zeitraffendes Erzählen mit gelegentlicher Tendenz zur Zeitdeckung bei der Darstellung wichtiger Szenen (z. B. zweite Begegnung mit Coppola; Streit Spalanzanis und Coppolas um Olimpia) Darbietungsformen: Vielfalt in der Wiedergabe von Gedanken: von der direkten Rede über die erlebte Rede und die indirekte Rede bis hin zum Bewusstseinsbericht direkte und indirekte Rede auch bei der Wiedergabe von Gesprochenem Dialogpassagen meist mit Beschreibung der Figuren, des ablaufenden Geschehens oder auch der Wahrnehmung Nathanaels durchsetzt Tendenz zu szenischem Erzählen bei Darstellung einzelner Geschehnisse -> Unmittelbarkeit Sprache und Stil große sprachlich-stilistische Variationsbreite und sprachliche Dichte ● differenzierende und intensivierende Doppelungen (z. B. S. 37: „klapperten und dröhnten") Dramatisierung spannender Kernszenen durch kurze, oft asyndetische, z. T. elliptische Sätze Verwendung von Farbbeschreibungen: Adjektive ,rot" und „dunkel" als Andeutung von Gefahr mehrfache (oft asyndetisch gereihte) Attribute zu einem Bezugswort -> intensive, anschauliche und genaue Beschreibung von Menschen, Gegenständen und Situationen • abwechslungsreiche Syntax: parataktisch geprägte Satzstrukturen (oft in dramatischen Schil-derungen) und hypotaktische Satzstrukturen (oft in raffenden oder reflektierenden Passagen) ● Inversionen -> stilistische Abwechslung und intensivierende Betonung wichtiger Worte lautliche Untermalung der Zusammengehörigkeit von Wörtern durch Alliterationen ● anschauliche Metaphern, bildhafte Umschreibungen, Vergleiche - v. a. für die Darstellung von Wahrnehmungen/Gefühlen (Z. B. S. 27: ,,Tausend Augen", S. 18: ,wie eisige Windeshauche") Literarische Form und Epochenzugehörigkeit Erzählung mit einigen Merkmalen der Novelle (u. a.: unerhörte Begebenheit; Perspektiv als Dingsymbol; dramenähnlicher Aufbau, z. B. mit retardierendem Moment) Einordnung als Werk der Schwarzen Romantik/Schauerromantik: Suggestion dunkler Mächte, Darstellung der Abgründe/Nachtseiten der menschlichen Seele und des Wahnsinns etc. Biografische Deutung ● Einblick Hoffmanns in schizophrene Psychen durch seine Arbeit als Jurist, bei der er entsprechende Gerichtsakten studierte ● teilweise eigene Nähe zum Exzentrischen, vielleicht sogar zum Wahnsinn • Übersteigerung der eigenen Fantasie und der eigenen Ängste ins Krankhafte Philosophische Deutung • Betonung der Empfindungswelt und des Irrationalen entgegen dem Menschenbild der Auf • klärung, das die Rationalität und die Vernunft hervorhebt Nathanaels geistige Entwicklung als Gegenbeispiel zum aufklärerisch-klassischen Ideal der Entfaltung positiver Individualität/Selbstbestimmung ● Weltbild: Verunsicherung der Überzeugung, dass nur die normale und gewohnte Alltagswelt existiert, durch Andeutung einer dämonischen Welt bzw. einer „Nachtseite" des Alltags (z.B durch die Auswirkungen des - verzauberten? - Perspektivs) ● Bezug zum Konstruktivismus: Subjektivität von Wahrheit -> Nathanaels Wirklichkeits-konstruktion (Coppelius=Coppola) nicht eindeutig von der Hand zu weisen (durch die vom Erzähler geschaffenen Uneindeutigkeiten) • Kommunikationsproblematik (vgl. Erzählerreflexion nach den drei Briefen): Zweifel an Sprach-förmigkeit des Inneren /innerer Bilder -> Frage: Wie lässt sich Inneres ohne Verlust mitteilen?) ● Gefahren der Technik: Ersetzung des Menschen durch eine Maschine ● der Mensch als Erschaffer eines Menschen in Konkurrenz zu Gott -> Natürlichkeit vs. Künstlichkeit ● • sprechende Namen: Clara (von lat. clarus = klar, hell) als Figur der Aufklärung: Nathanael (Von hebr. nathan + el = Gottesgabe) eher mit Bezug zum Wunderbaren und damit als Gegenfigur zu ● Clara; Olimpia (aus dem Griechischen: die vom Olymp Stammende) als ironische Andeutung, dass sie ein Geschöpf von Menschen ist, die sich Gottähnlichkeit anmaßen Poetologische Deutung Erzählerreflexionen: • erzählstrategische Überlegungen, wie die Geschichte um Nathanael zu beginnen sei • Schwierigkeit, dem Leser von Beginn an den Reichtum und die Intensität des „inneren Gebildes" von einer Geschichte mitzuteilen • Vorzug eines anderen Vorgehens: erst Umrisse geben, um dann die Umrisse zu füllen (-> inter-medialer Vergleich mit einem Maler) - die drei Briefe als entsprechender Erzählbeginn ● Nathanael als Dichter: ● Nathanaels Dichtungen als Versuch, Clara seine Verfassung zu vermitteln -> literarisches Schreiben als Kommunikation und Selbstausdruck ● Nathanaels Lesungen eigener Werke bei Olimpia -> literarisches Schreiben als Form der • Selbstbespiegelung/Selbstbewunderung Psychologische / psychoanalytische Deutung • Interpretation der Erzählung durch Sigmund Freud, den „Erfinder" der Psychoanalyse: • Nathanaels Angst vor dem Verlust der Augen = Kastrationsangst inzestuöse Kindheitswünsche als Anlass für die Angst, kastriert zu werden • Aufspaltung des geliebten und zugleich gehassten Vaters in einen guten Vater (biologischer Vater) und einen bösen Vater (Coppelius) - Verschiebung des Hasses auf diesen, um positives Vaterbild zu retten • Wiederholung dieser Aufspaltung in Coppola und Spalanzani ● der Sandmann (und die mit ihm in eins zu setzenden Figuren Coppola und Coppelius) als • Störer der Liebe", sowohl der Liebe zu Clara als auch der Liebe zu Olimpia ● Liebe zu Olimpia als narzisstische Liebe (als Selbstliebe) ● Nathanael als ein an einer schizophrenen Psychose erkrankter Mensch mit verschiedenen • Symptomen: • Verfolgungswahn: Nathanaels Glaube, dass Coppelius/ Coppola ihn verfolgt Wahnvorstellungen: Coppelius/ Coppola als Vertreter eines bösen Prinzips ● Wirklichkeitsverlust: Liebe zur Puppe Olimpia ● ● Rückzug aus sozialen Beziehungen: Abwendung von Clara • plötzliche Aggressionen: Angreifen Spalanzanis und Claras schulweises Auftreten der Schizophrenie ● Narzissmus und Egozentrik: Begeisterung für Olimpia eigentlich Begeisterung für sich selbst (Gefühl, verstanden zu werden, durch die fehlende kritische Reaktion Olimpias) • Projektion eigenen Erlebens in die Puppe Olimpia • Entdeckung/Bestrafung Nathanaels durch Coppelius als unbewältigtes Kindheits-Trauma Soziologische Deutung Täuschbarkeit des Menschen durch eine „Maschinenfrau" -> Kritik am Frauenbild der Zeit, nach dem eine Frau, die nichts sagt und tut, nicht auffällt • genderorientierte Lesart: ● Schaffung einer schönen Idealfrau durch zwei Männer -> der Mann als Schöpfer, die Frau als Objekt von Macht und als verfügbares Objekt für erotische Wünsche ● Bevorzugung Olimpias durch Nathanael als Ausdruck von Sexismus (Wahl der passiven, nicht Wiederständigen Frau) Deutungsansätze Motive der Schauerromantik - Leblosigkeit als Befreiung von Gefühlen - Epoche der Romantik zuordnen (übernatürlich Mystischem, Verbundenheit zur Poesie, lebhafter Phantasie und der Liebe) kommen in der Erzählung das Dunkle, das Unheimliche und der Tod besonders zur Geltung, weshalb dieser Text im Spezielleren zur Sparte der Schauer- beziehungsweise schwarzen Romantik (radikale Umgang mit Emotionalität, welche vor allem in Nathanael unaufhörlich zu brodeln scheint - sei es Wut oder Liebe, Angst oder Hass) spürt er sogar von dieser Maschine mehr zwischenmenschliches Verständnis als von der betont rationalen Clara, in welcher Nathanael deshalb viel eher einen „leblose[n], verdammte [n] Automat[en]" sieht als in Olimpia. Liebe zu Olimpia kann auch als Kritik an der fortschreitenden Industrialisierung und der Ökonomisierung des Menschen gelesen werden: Kritisiert wird die Einstellung, dass der Mensch nicht ob seiner Individualität, seiner Begabung und seines - im romantischen Sinne - inneren Zaubers wertvoll ist, sondern nur aufgrund seiner Funktionalität und Arbeitskraft. Er soll sich dem geregelten Alltagsleben ausliefern und rational denken und handeln - eine Einstellung die den Romantikern völlig zuwider läuft. Dementsprechend ist die rationale Art Claras, aber auch die Gesellschaft allgemein keine Hilfe für Nathanael. Nathanael durch traumatisches Kindheitserlebnis geprägt -> immer von seinen Gefühlen regiert -> einzige Weg sich von emotionaler Unterwerfung zu befreien ist Tod = nur durch Tod kann er sich alle seiner übermächtigen Gefühle entledigen Aufklärung vs. Romantik - Welches ,,Auge" sieht mehr? Clara als rationaler Gegenpart zu Nathanaels aufbrausend emotionalem Charakter fungiert (Aufklärung vs Romantik) Nathanael: neigt dazu, die Wirklichkeit selbst zu poetisieren, da er von Gefühlen geleitet wird, nicht von Gedanken. So kommt es auch, dass er beispielsweise nicht, wie die anderen Ballgäste, bei Olimpias Erscheinung stutzig wird sondern sogar Gefühle für die Holzpuppe entwickelt. Bereits in der Gruselgeschichte rund um den titelgebenden Sandmann geht es um den Raub von (Kinder-)Augen, auch sonst werden ausgerechnet Augen sehr einprägsam beschrieben. Da das Auge mit seiner Funktion des Sehens sowohl einen biologisch-physikalischen Prozess der visuellen Erkenntnis (aufklärerische Bedeutungsebene) als auch eine symbolische Sphäre sinnlicher Wahrnehmung (romantische Bedeutungsebene) in sich vereint, kann es die Ideale beider Geisteshaltungen treffend illustrieren. Der Grad zwischen Sehen oder Nicht-Sehen, Einbildung oder Existenz ist folglich von Belang. Daher ist auch die Angst vor dem Raum der Augen das zentrale Thema und die Triebfeder in Nathanaels Geschichte. die Augen die Schwelle zwischen Innen- und Außenwelt. Durch die Augen kann der Mensch die Außenwelt aufnehmen, aber die Augen sind auch der Weg des Inneren nach außen. Nur indem die Außenwelt aufgenommen wird, kann die Realität durch das innere Auge wirklich durchschaut werden - im romantischen Sinne also der eigentliche Zauber oder der Kern der Dinge entlarvt werden, nämlich indem man die Außenwelt durch Gefühle, Phantasie und Traum erweitert. Wenn also Coppelius die Augen Nathanaels rauben will, so ist das ein Angriff auf seir Menschsein, nämlich seine Fähigkeit, die Außenwelt wahrzunehmen und durch die schöpferische Kraft des Inneren zu erfahren. Nathanaels Schicksal - Wahnsinn oder Heimsuchung? Sind Coppelius und Coppola eine Gestalt - und zwar der Sandmann? Eine klare Beantwortung dieser Frage lässt E.T.A. Hoffmann in seiner Erzählung aufgrund der ambivalenten Darstellung dieser Figur(en) bewusst nicht zu (Beispiel: Die Person, die mit Spalanzani um die Puppe streitet, wird zunächst als Coppelius, bald danach jedoch als Coppola bezeichnet.). Sie bleibt offen und hängt darüber hinaus eng mit der Frage nach Nathanaels Glaubwürdigkeit zusammen. Selbiger ist sich derweil zwar innerlich über den Großteil der Handlung dessen sicher, doch bei den Lesenden kommen eben hin und wieder Zweifel an Nathanaels Zurechnungsfähigkeit auf. Auf der einen Seite kann man dem Protagonisten glauben. Dann verschmelzen Coppelius und Coppola quasi zum Sandmann und die Erzählung mutiert zu einer recht grausigen Geschichte ständiger Heimsuchung, welcher Nathanael nur durch einen Selbstmord final entkommen kann. Auf der anderen Seite kann man dem Protagonisten auch genauso gut nicht glauben. Dann wird Nathanael als trau-matisierter Kranker enttarnt und verfällt völligem Wahnsinn, welchem er nur durch einen Selbstmord final entkommen kann. Beide Varianten sind denkbar, führen jedoch letztlich zum selben Ergebnis. Gerade wenn man bedenkt, dass es sich um ein romantisches Werk handelt, ist die Uneindeutigkeit gewollt. Nathanael: Identitätsprobleme der Künstlernatur Nathanael-> verkörpert die typisch (früh-)romantische Denkweise Als Poet setzt er auf die Macht des Gefühls. Durch seine Sensitivität ist es ihm möglich, in innere Fantasiewelten vorzudringen, die rein rational argumentierenden Menschen wie Clara verschlossen bleiben müssen. Seine Begegnungen mit dem Sandmann sind der im Gedicht erwähnten Schattenwelt zuzuordnen, die eine natürliche Ergänzung zur Welt des Lichts darstellt und nicht ausgegrenzt werden sollte. Als Poet verfasst er einerseits „düstere" und „unverständliche" Werke (S. 25), anderseits erfüllt sich die Prophezeiung des Gedichts, welches Clara zu verbrennen rät: ,,Nathanael, [.., - wirf das tolle - unsinnige-wahnsinnige Märchen ins Feuer" (S. 28). Als romantischer Künstler findet er Zugang zu einer höheren Wahrheit, die rein prosaischen Menschen wie seiner Verlobten unzugänglich bleibt: „Nathanael blickt in Claras Augen; aber es ist der Tod, der mit Claras Augen ihn freundliche anschaut." (S. 26f.) Hoffmann lässt N. einen zentralen Gedanken romantischer Ästhetik äußern: „Sie [Olimpia] spricht wenig Worte, das ist wahr; aber diese wenigen Worte erscheinen als echte Hieroglyphe der innern Welt voll Liebe und hoher Erkenntnis des geistigen Lebens in der Anschauung des ewigen Jenseits." (S. 38, Z. 5-9) Zur Wahrnehmung dieser inneren, zweiten Welt bedarf es der produktiven Einbildungskraft des Künstlers. Die Häufung des Augenmotivs, die Verstärkung des Sehens durch Sehhilfen und Perspektiven * betonen, dass die Fantasie nicht nur ein innerliches Organ, sondern gleichsam Augen hat und sich nach außen wendet zur Wahrnehmung der Welt. Nathanael praktiziert dieses von der Romantik geforderte ,,neue Sehen". Nathanaels Entwicklungsgeschichte in Einsamkeit und Asozialität zeigt auf, wohin schrankenlose Fantasie und Missachtung der täglichen Lebenswirklichkeit führen: in die tödlich endende ,,Tragödie der autonom sich entfaltenden Imagination". Insofern ist die Erzählung auch als Kritik am absolut gesetzten Subjektivismus der Romantik zu deuten, der in Narzissmus und autistisch-soziale Isolation führen kann. Motive Augenmotiv: tritt immer wieder auf (Sandmann, Olimpias Augen, Claras Augenhöhlen) Verbindung zu Seele/ zu Emotionen (Beleben des Automaten) Automatenmotiv: Olimpia wird mit Mensch verwechselt Gesellschaftskritik -> Projektion der kalten Bevölkerung (fehlende Humanität) Clara versteht Romantik nicht -> als Automat bezeichnet Kritik am Frauenbild (-> Frauen seien persönlichkeitslos) Irreführung Doppelgängermotiv: Lachen: Coppola und Coppelius gesellschaftlicher Druck zur Individualisierung Symbol für Wahnsinn Ausdruck des Bösen Siegesgewissheit Feuer: - Narzissmus Tod des Vaters Umzug = zerstörerische und tödliche Macht Abnormaler Narzissmus: Libido wird von der Welt zurückgezogen und auf das Ich gelenkt: Regression auf das kindliche Narzissmus -> kann zu schweren psychotischen Erkrankungen führen Clara normale Entwicklung inder Kindheit während des Aufbaus seines Egos (= Ichs)sucht das Kind nach seinem Spiegel Selbst Ich- Ideal (Freud) → Liebe zu einem Selbst Regression auf kindlichen Narzissmus -> traumatische ERlebnisse in der Kindjeit Paranoide Wahnidee -> Angst vor Coppola, Coppelius Halluzinationen -> Alchemisten Szene diverse Psychosen und Depressionen -> Selbstmord, er glaubt an dunkle Mächte Größenwahn -> nur er hat Recht er ist unfähig zu lieben Charaktere • Verlobte von Nathanael • selbstbewusst und glaubt an Vernunft • versucht Nathanael rational zur Vernunft zu bringen • steht mit ihren Werten für die Epoche der Aufklärung nach Nathanael: Eindimensional, rational, nur vernünftig, kalt, prosaisch, fantasielos nach Erzähler: kein reiner Verstandesmensch, auch ein lebensfroher Gefühlsmensch Sandmann • Böser Mann, kommt zu Kindern, wenn sie nicht ins Bett gehen wollen • wirft ihnen Sand in die Augen, dass sie blutig zum Kopf herausspringen • die Kinder wirft er anschließend in seinen Sack und trägt sie in den Halbmond • fürchterliche Gestalt -> Erscheinung, Gespenst -> Schauermärchen Coppelius - Grässlichste Gestalt • Großer, breitschultriger Mann mit dickem Kopf und Katzenaugen • Erscheint immer nur in einem altmodisch aschgrauen Rock, Weste und Beinkleider • Perücke • Verdirbt den Menschen die Freude Coppola Hässliches Lachen, heißerer Ton • Kleine Augen vermeintlicher Mörder von Nathanaels Vater • taucht ohne Vorwarnung als Wetterglashändler Händler bei Nathanael auf ● • Auslöser für Nathanael in der Menschenmenge unter dem Turm entdeckt • wird von Nathanael in der Menschenmenge unter dem Turm entdeckt, woraufhin Nathanael sich in den Tod stürzt Gemeinsamkeiten Sandmann/ Coppelius/ Coppola: lösen Angst in Nathanael aus werden hässlich und furchterregend beschrieben Augenmotiv Erzählweise: Nathanael bei klarem Verstand: Hypotaktischer, mit starken Adjektiven ausgeschmückter Satzbau Nathanael im Wahn: Parataktischer Satzbau mit ausführlichen Beschreibungen Charakterisierung 1. Nathanael Nathanael wird in seiner Kindheit mit einem für ihn äußerst traumatischen Ereignis konfrontiert, welches maßgebend für den gesamten Handlungsverlauf ist, nämlich seine Begegnung mit dem vermeintlichen Sandmann, der angeblich (Kinder-)Augen stehlen soll. Nach jener durchaus grausigen Geschichte, die dem jungen Nathanael vom Dienstmädchen über selbigen Sandmann erzählt wurde, erwartet er voller Neugier dessen Kommen und meint ihn schließlich in Coppelius, dem Advokaten der Familie, welcher dem Jungen sowohl körperlichen als auch allen voran seelischen Schaden zugefügt hat, zu erkennen. Im Erwachsenenalter wird Nathanael während seiner Studienzeit in G. nun wieder von jenem Trauma eingeholt, sobald der Wetterglashändler Coppola, den er trotz zwischenzeitlichem Zweifel als Coppelius zu erkennen glaubt, an seiner Tür klingelt. Nathanael schwört ihm Rache für damals und vor allem für den Tod seines Vaters, der bei einem späteren Besuch Coppelius' im Zuge eines scheinbar missglückten Experiments zu Tode kam. Diese Besessenheit wirkt sich allerdings auch unweigerlich auf Nathanaels zwischenmenschliche Beziehungen aus. Von seiner geliebten Clara, welche als rationaler Gegenpol Nathanaels vermeintliche Begegnung mit dem Bösen in Person des Sandmanns eher als Einbildung seinerseits abtut und demnach auch die ,,düstere[n] Träumereien" sowie seine unheilvolle Dichtung, die Nathanael in dieser Zeit verfasst, nicht mitfühlen kann, entfernt er sich zunehmend. Nathanael selbst hingegen geht in seinem von eher schauerlichem Drang beseeltem Künstlertum völlig auf und entwickelt durchaus fatalistische Züge, indem er glaubt, dass jeder Mensch [...] nur dunklen Mächten zum grausamen Spiel diene". Daher kapselt sich er immer mehr von Clara ab, er fühlt sich von ihr nicht verstanden und bezeichnet sie sogar als „leblosen Automaten", weil sie durch ihre Rationalität Nathanaels Situation ganz anders deutet als er selbst, und findet in Olimpia aber genau die Partnerin, mit welcher er sich voller innigster Liebe auf einer Wellenlänge wähnt. ,,EJr lebte nur für Olimpia". Er verfällt nahezu einer Besessenheit, bis Nathanael herausfindet, dass sie lediglich eine Puppe ist, deren „blutige Augen" nach einem Streit zwischen ihren Erbauern Professor Spalanzani und - zu allem Überfluss - Coppola plötzlich vor ihm liegen, „Idja packte ihn der Wahn-sinn" Zurück in seiner Heimat kann er sich zwar zunächst von allem Schock erholen, doch auf einem Aussichtsturm während eines Spaziergangs mit Clara, der er sich inzwischen wieder angenähert hat, kommt alles unverdaute Traumatische erneut hoch. Während sein Versuch, Clara den Turm hinunter zu stoßen, von ihrem Bruder Lothar noch vereitelt wird, erblickt nathanael unten den Advokat Coppelius. Diese Begegnung verleitet den nun vollends Durchgedrehten schließlich zum selbstmord, indem er sich vom Turm stürzt. Das anscheinend unüberwindbare Kindheitstrauma rund um den Sandmann Kostet Nathanael letztlich also sein Leben. Insgesamt wird sehr deutlich, dass Nathanael voll und ganz der romantischen Künstlerbiographie der Schauerromane entspricht. Er, der als einziger in der Erzählung zulässt, dass der Schleier zwischen Phantasie und Realität gelüftet wird, er, der sich als einziger als Dichter versucht, er, der als einziger Gefühle im Übermaß zulässt und nicht rational agiert, er, der sich aus dem Alltag zurückzieht - er ist der Romantiker in der Erzählung. Man könnte nun fragen, warum er dann scheitert - doch der Tod bedeutet für die Romantiker kein Scheitern, sondern vielmehr die Befreiung von der allzu rationalen Welt, die keinen Platz für den Künstler bietet. Charakterisierung von Nathanael Der Sandmann, eine Erzählung als Kunstmärchen der schwarzen Romantik von E.T.A. Hoffmann aus dem Jahr 1817,handelt von dem jungen Student Nathanael und seinem Kindheitstrauma, was ihn letzendlich zum Selbstmord treibt. Diesen charakterisiere ich im folgenden. Nathanael ist ein junger Mann, der i dem berühmten Professor Spalanzani studiert und in seiner Freizeit Gedichte schreibt. Aufgewachsen ist er mit mehreren Geschwister (vgl. S. 6,2. 16- 179.) bei seinen Eltern. Jedoch kommt sein Vater bei einem Experiment ums Leben. Diese Experimente führte der Vater mit dem abstoßenden Advokaten Coppelius (vgl. S.9, 2.22-23) durch, den Nathanael für den Sandmann hält (vgl. S. 5.9, Z. 21-24), weil immer wenn dieser zu Besuch kommt, wurde er mit der Sandmanngeschichte zu Bett gebracht (vgl. S. 6, z. 32-35). Natürlich hatte er eine fürchterliche Angst vor dem Sandmann (vgl. S. 7,2. 29), aber zugleich Stieg seine Lust den Sandmann mit eigenen Augen zu sehen (vgl. S.8,2. 12-15). Somit versteckte sich Nathanael eines Abends im Büro, um seinem Vater nachzuspionieren. Dabei entdeckte er, dass der Sandmann der Advokat Coppelius war. (vgl. 5.9, 2. 21: 24). Dieser entdeckte ihn und jagte ihm Angst und schrecken ein, Durch die Misshandlung von Coppelius (vgl. S. 12, 2.1-9) und dieses Erlebnis in seiner Kindheit trägt Nathanael ein Trauma mit davon (vgl. S.13, Z.1-2). Nathanael gibt auch Coppelius dadurch die Schuld an dem Tod seines Vaters. Diese Ängste und Warnvorstellungen proijziert er als erwachsener Student auf den Wetterglashändler Coppola, in welchem er angeblich den Advokaten Coppelius gesehen haben will (vgl. S.11, Z 2.28-31), diese Begegnung weckte seine Kindheitsängste, was ihn zu düsteren Visionen und Fantasien treibt (vgl.S. 24, 2.20-23). Seine Verlobte Clara hat eine starke Persönlich keit und ist so ziemlich das Gegenteil von Nathanael, vor allem was die Denkweise angeht. Clara versteht Nathanaels Sichtweise oft nicht, bzw. kann es nicht teilen (vgl. S. 25,Z.24-26). Diese rationale Sichtweise sorgt aber für starke Isolation von Nathanael, da er mit dieser Denkweise alleine ist und ihn keiner versteht lugl. S. 28, Z. 5. 15). Das Verständnis, was er bei Clara sucht, aber nicht findet (vgl. s 5.27, Z. 27-29), findet er dann bei der Stillen Automatenpuppe. Olimpia, die ihm stets aufmerksam zuhört und keine eigene Meinung hat (vgl. s.39, 7.1-11). Dieses wiederspruchsylose Anhören sient Nathanael. als Zustimmung, verständnis und höchste Erfüllung an (vgl. S. 39, Z.14.22). Er merkt nicht, dass Olimpia nur eine Puppe ist, weil er sich auf sie projiziert und daher meint eine Seelenverwandte gefunden zu haben. Das was er aber eigentlich in Olimpia findet ist er selbst. Darin zeigt sich eine große Ich -Bezogenheit und Selbstverliebtheit. Sein Gefühlsleben ist sehr extrem coppelius ist teuflisch (vgl.S.14, 7.8-9), Clara sein süßes liebes Engels bild (vgl. S. 20. 14-15) und Olimpia die himmlisch schöne Frau (vgl. S.32, Z.4-5). Wenn jemand nicht Nathanaels Meinung ist, dann wendet er sich von der Person ab und entfremdet sich, genauso als Clara nicht seiner Meinung war, dadurch kam es zu einem heftigen Konflikt. Er hat also deutlich zu viele Gefühle. Die vermischung von Fantasie und Wirklichkeit treibt Nathanael letzendlich in den Wahnsinn und führt inn zum selbstmord. Hoffmann zeigt uns damit, dass eine extreme romantische Weltansicht zu Isolation und letzendlich in Nathanaels Fall zum Tod führt. Nathanael ist eine sehr gefühlsverwirrte Person, die durch ein Kindheitstrauma nicht mehr zwischen Realität und Wahnvorstellungen, bzw. Fiktionen unterscheiden kann und dadurch verrückt wird. Nathanael Charakterisierung Das Nachtstück ,,Der Sandmann" von E.T.A Hoffmann welche 1817 verfasst wurde ist eine Novelle welche von Nathanael handelt er ist ein Physik Student, welcher in seiner Kindheit ein Trauma erlitt. Dieses Trauma wurde durch den Sandmann einen Advokaten Coppelius welcher mit seinem Vater alchemistische Versuche durchführte, woraufhin sein Vater stirbt, ausgelöst. Nathanael spielt die Rolle des verträumten Romantikers. Er ist sehr selbstbezogen und nicht fähig rational zu denken. Durch sein Kindheitstrauma verfällt er schlussendlich dem Wahnsinn und begeht Selbstmord. Nathanael ist ein Junger Mann welcher Physik studiert und in seiner Freizeit Gedichte schreibt. Nathanael ist mit mehreren Geschwistern bei seinen Eltern aufgewachsen. Als Nathanael elf Jahre ist, stirbt sein Vater an einer Explosion, welche durch alchemistische Experimente entsteht. Diese alchemistischen versuche führt sein Vater mit dem Advokaten Coppelius durch welchen Nathanael für den Sandmann hält vor dem er furchtbare Angst hat. Eines Tages wird er dabei erwischt (S. 11- 12), wie er die beiden bei einem dieser versuche beobachtet und bekommt großen ärger dafür, was sein Trauma auslöst. Dieses Trauma projiziert er im späteren Leben auf den Wetterglas Händler Coppola. (S.14 Z. 20-30) Nathanael ist sehr selbstbezogen und tut sich schwer damit, sich in anderen Menschen hinein zu versetzen. Das wird am Beispiel Clara deutlich, als er bei einem Streit zu ihr „Du lebloses verdammtes Automat" sagt Ein weiteres Beispiel dafür, ist seine Beziehung mit Olimpia. Er projiziert sich selbst in sie und es interessiert ihn überhaupt nicht, dass sie überhaupt nichts zu sagen hat, denn es ist für ihn nur wichtig, dass er selbst redet (S. 39 Z. 8-11). Zudem ist Nathanael sehr ängstlich aber gleichzeitig sehr unvorsichtig und denkt nicht über seine Handlungen nach das erkennt man schon, als er in seiner Kindheit trotz der großen Angst vor dem Sandmann, sich herunter schleicht um diesen zu beobachten (S.11 Z. 13-16). Auch als erwachsener Mann ist er nicht weniger ängstlich, was durch seine widerkehrende Angst vor Coppola deutlich wird (S.14 Z.20-30). Auch vorsichtiger ist er nicht geworden, ein Beispiel dafür ist das er Coppola, obwohl er Angst vor ihm hat und vermutet das dieser ihm nichts Gutes will, ein Taschenperspektiv abkauft (S. 31 Z.26-29). Seine Ziehgeschwister Clara und Lothar wobei Clara auch seine Verlobte ist (S. 22 Z. 21-31), versuchen Nathanael dem Rationalismus etwas näher zu bringen (S.25 Z 4-10). Nathanael hingegen versucht Clara die Mystik näher zu bringen in dem er ihr mystische Bücher oder selbstgeschriebene Gedichte vorträgt (S. 25 Z.21-24). Als Nathanael Olimpia kennenlernt fühlt er sich von ihr verstanden, da sie ihm immer zuhört und nichts gegen seine düsteren mystischen Gedichte einzuwenden hat (S. 39 Z.14-16). Er meint in ihr eine Seelenverwandte gefunden zu haben und vergisst vollkommen seine Verlobte Clara (S.38 Z.18-21), ohne zu bemerken das Olimpia nur eine Holzpuppe ist. Nathanael spricht sehr gefühlvoll und spricht seine Gedanken direkt aus. Ein Beispiel dafür ist sein Gespräch mit Olimpia „O du herrliche, himmlische Frau! -Du tiefes Gemüt, in dem sich mein ganzes Sein spiegelt". Zusammenfassend kann man sagen, dass Nathanael eine sehr selbstbezogene Person ist und sich durch seine Gefühle leiten lässt ohne auf andere Rücksicht zu nehmen. Er ist ängstlich und wird von seinem Trauma verfolgt, wodurch er wahnsinnig wird und sich am Ende umbringt. Das alles hätte verhindert werden können hätte Nathanael sich mehr an seine Familie gewandt und wäre nicht immer weiter seinem Wahnsinn gefolgt. 2. Coppelius und Coppola Anmerkung: Die Frage, ob Coppelius und Coppola nun ein und dieselbe Person sind oder nicht, wird im Verlauf der Erzählung bewusst offengelassen. Als Advokat von Nathanaels Familie schaut Coppelius manchmal bei ihnen vorbei und wird für den damals noch kindlichen Nathanael im Kontext der Gruselgeschichte über den Sandmann schließlich gar zu selbigem: „[D]er fürchterliche Sandmann ist der alte Advokat Coppelius". Auf Nathanael wirkt der hohe und breite Mann in seinem gesamten Auftreten ,,widrig und abstoßend". Sein unförmig dicker Kopf, sein erdgelbes Gesicht mit dunkelroten Flecken auf den Backen, seine große Nase sowie seine grünlichen Katzenaugen, die unter buschigen, grauen Brauen ,stechend hervorfunkel[te]n", ergeben zusammen mit dem „hämi-schen Lachen" seines „schiefe[n] Maul[s]" einen derart grausigen Anblick, dass selbst die grässlichste Gestalt [bei Nathanael] nicht tieferes Entsetzen [hätte] erregen können als eben dieser Coppelius". Auch dessen altmodische, dunkle Kleidung trägt ihren Anteil zur mehr als unheimlichen Erscheinung des Advokaten bei. Wetterglas- und Brillenhändler Giuseppe Coppola wird zwar nicht annähernd so detailliert, jedoch in aller Kürze sehr ähnlich - um nicht zu sagen teils nahezu wortwörtlich gleich - beschrieben wie Coppelius: Neben dem zusammengefasst widerwärtige[n] Gesicht" kennzeichnen Coppola sein „weite[s] Maul", sein „hässliches Lachen" bzw. sein ,,widriges Lachen" sowie seine kleinen Augen, die bei seinem Besuch in Nathanaels Wohnung unter den grauen langen Wimpern stechend hervorfunkelten". Während Coppelius nun mit Nathanaels Vater chemische Experimente durchführt, droht eben dieser ,verruchte[...] Satan", dem jungen Nathanael - ganz im Stile des Sandmanns - die Augen zu rauben, und verletzt ihn physisch wie psychisch. Der ,teuflische[...] Coppelius", die mysteriöse Figur des Sandmannes und Opticus Coppola, der wohl durch seine Zusammenarbeit mit Professor Spalanzani ebenfalls Labor-erfahrung vorzuweisen hat, verschmelzen also - zumindest in Nathanaels Wahrnehmung - schließlich zu einer Identität. 3. Clara Nachdem sie verwaist sind, kommt Clara mit ihrem Bruder Lothar - mit dem sie ein ausgesprochen gutes Verhältnis pflegt - bei deren entfernten Verwandten Nathanael und seiner Mutter unter. Schnell entwickelt sich zwischen Nathanael und Clara eine „heftige Zuneigung zueinander", welche schließlich sogar zu einer Verlobung führt. Äußerlich könne sie zwar keinesfalls als attraktiv gelten, denn Clara entspricht mit ihrem ,,zu keusch[en]" Körperbau zwar nicht den gängigen Schönheitsidealen, weiß dafür aber mit ihrem gar himmlischen Blick, ihrem wunderbaren Magdalenenhaar sowie einem feinen Lächeln zu überzeugen und verkörpert dadurch eine gleichsam christlich gesittete Unschuld. Wegen ihres „hellen, scharf sichtenden Verstand[es]" wirkt Clara - nicht zuletzt auf Nathanael - meist eher kühl, rational und distanziert, wenngleich sie ihn mit ganzer Seele" liebt. Gerade im Hinblick auf Nathanaels Erfahrungen mit Coppelius respektive Coppola argumentiert sie aus einer aufklärerischen Position, zumal Clara mit Nathanaels „,mysti-sche[r] Schwärmerei" und dunkler Poesie nichts anzufangen weiß und stattdessen auf einer rationalen Betrachtung der Geschehnisse beharrt. Obwohl Clara nun im Vergleich zu Nathanael also ein nahezu völlig gegenteiliges Weltverständnis hat sowie unterschiedliche Ansichten vertritt, versucht sie ihrem Geliebten bestmöglich in seiner beunruhigenden Situation gleichsam als „Schutzgeist" beizustehen, was ihre Hilfsbereitschaft und tiefe Bindung zu ihm nochmals unterstreicht. Letzten Endes trifft Clara nach Nathanaels Suizid jedoch einen tauglichen Mann, mit dem sie „das ruhige häusliche Glück noch fand [...], das ihr der im Innern zerrissene Nathanael niemals hätte gewähren können". Charakterisierung Clara Die Erzählung „Der Sandmann“ wurde von E.T.A. Hoffmann verfasst und 1817 veröffentlicht. Anhand des Protagonisten Nathanael, der aufgrund eines Kindheitstraumas wahnsinnig wird, thematisiert sie die Schauerromantik und deren Folgen. Als Verlobte des Nathanaels nimmt die Figur Clara im Geschehen eine weitere zentrale Rolle ein. Ihre Komposition sowie ihr Einfluss auf Nathanael soll daher im Folgenden näher charakterisiert werden. Clara ist die Verlobte" (S.22, Z.28) Nathanaels und lebt mit ihrem Bruder Lothar und Nathanaels Mutter in Nathanaels Elternhaus (vgl. S. 22, Z. 20ff.). Als sie und ihr Bruder verwaisen, nimmt Nathanaels Mutter die Geschwister als ,,weitläufige[...] Verwandte[...]" (S. 22, Z. 23) auf. Claras Alter und ihr berufliche Tätigkeit werden nicht näher bestimmt. Da Nathanael jedoch Student ist, lässt sich vermuten, dass auch Clara eine junge Erwachsene ist. Sie scheint, da sie sich um den Haushalt sorgt (vgl. S. 25, Z. 21ff.), Hausfrau zu sein. Außerdem stammt sie aus einfachen, bürgerlichen Verhältnissen (vgl. S. 22, Z. 20ff.). Claras Aussehen wird als keineswegs ,,schön" (S. 22, Z. 36) beschrieben. Ihre Proportionen sind anatomisch korrekt (vgl. S. 22, Z. 38ff.). Jedoch werden die Verhältnisse ihres Oberkörpers, der „beinahe zu keusch geformt" (S. 23, Z. 2) ist, kritisiert. Ihre Haare und ihre Augen hingegen begeistern ihr Umfeld (vgl. S. 23, Z. 2ff.). Ihr Blick ist „hell[...]“ (S. 23, Z. 27). Zudem ist ihr Lächeln „fein[...]" (S. 23, Z. 17), aber auch ,,ironisch[...]" (S. 23, Z. 27). Der Erzähler schreibt Clara eine „lebenskräftige Fantasie des heitern unbefangenen, kindischen Kindes" (S. 23, Z. 21f.) und zugleich ein „tiefes weiblich zartes Gemüt [mit einem] gar hellen, scharf sichtenden Verstand" (S. 23, Z. 22ff.) zu. Nathanael hingegen sieht in Clara ein „lebloses, verdammtes Automat" (S. 28, Z. 4) und ein ,,kaltes prosaisches Gemüt" (S. 26, Z. 3). Die „gemütvolle, verständige, kindliche" (S. 24, Z, 2f.) Clara ist emotional. Dies wird anhand der Metapher, dass sie mit ganzer Seele" (S. 24, Z. 5f.) an Nathanael hängt und sich ein ,,Wolkenschatten" (S. 24, Z. 6) über ihr Leben zieht, wenn Nathanael abwesend ist, deutlich. Sie besitzt also sowohl positive, liebende als auch negative, traurige Emotionen, die Nathanaels Vorwurf der Leblosigkeit (vgl. S. 28, Z. 4) widersprechen. Ihre Emotionalität ist zudem durch ihre Sorgen um Nathanael gekennzeichnet. Diese werden an den Ausrufen in ihrem Brief an Nathanael deutlich („Ach mein herzgeliebter Nathanael!" (S. 15, Z. 18f.)). Auch zeigen ihre Zweifel an Nathanaels Liebe zu ihr (vgl. S. 28, Z. 5f.) sowie ihre „bitt[eren] Tränen" (S. 28, Z. 5), dass sie starke Gefühle besitzt. Darüber hinaus ist sie fürsorglich, was anhand ihrer Versuche, Nathanael mittels Ratschlägen zu helfen (vgl. S. 18, Z. 14) sowie ihrer Tröstung Nathanaels (vgl. S. 27, Z. 37ff.) verdeutlicht wird. Zugleich zeigt sich hinsichtlich ihrer Fürsorge auch ihr Pflichtbewusstsein, denn sie lässt sich nicht davon abhalten, das Frühstück für die Familie vorzubereiten (Vgl. S. 25, Z. 21ff.). Des Weiteren weist ihr Verhalten, „lebendigen Erzählungen [...] mit dem innigsten Vergnügen" (S. 25, Z. 32f.) zuzuhören, auf ihre kindliche Neugier hin. Düstere Dichtungen (vgl. S. 25, Z. 31ff.) hingegen langweilen sie und „mystische Schwärmerei [ist ihr] im höchsten Grade zuwider" (S. 24, Z. 34f.). Obwohl sie also neugierig ist, kann sie sich nicht für diese negative Art der Fantasie begeistern und sie nicht nachvollziehen. Sie meidet diese, was daran deutlich wird, dass sie Nathanaels Schwärmerei keine Beachtung schenkt, sondern währenddessen beginnt, „ruhig zu stricken" (S. 27, Z. 29). Zugleich versucht sie, Mystik mithilfe logischer Erklärungen zu widerlegen (vgl. S. 17, Z. 12). Dies zeigt, dass sie „verständig[...]" (S. 24, Z. 34) ist. Darüber hinaus nimmt sie selbst ihre „heiter[en] unbefangenen“ (S. 15, Z. 36) Gefühle, ihr ,,ruhiges, weibliches besonnenes Gemüt" (S. 15, Z. 12) und ihren ebenfalls ,,ruhigen Schlaf" (S. 15, Z. 30) wahr. Die Tatsache, dass sie sich vor dunklen Mächten nicht fürchtet (vgl. S. 18, Z. 19) zeigt ihre Unbefangenheit und zugleich ihr Selbstbewusstsein. Dieses wird auch an dem Ernst, mit dem sie ihren Mitmenschen entgegentritt (vgl. S. 23, Z. 24ff.), deutlich und kontrastiert nochmals die Leblosigkeit. Ihre Ruhe spiegelt sich in ihrer leisen, sehr langsamen Sprechweise (vgl. S. 27, Z. 38) wider. Nichtsdestotrotz zeigt sich anhand ihrer aufgeregten Reaktion auf Nathanaels Brief, anhand ihrer tiefen Erschütterung (vgl. S. 15, Z. 15ff.), dass auch sie nicht immer ruhig ist. Diese Empfindlichkeit weist auf ihr zartes Gemüt hin und widerlegt das „prosaische[...] Gemüt" (S. 26, Z. 3). Anhand Claras Interaktion und Kommunikation mit Lothar, Nathanael und weiteren Personen wie bspw. Malern oder einem Apotheker zeigt sich, dass Clara kontaktfreudig und aufgeschlossen ist. Dennoch besitzt sie eine „schweigsame[...] Natur" (S. 23, Z. 26). Um ihr Umfeld nicht zu verletzen, hält sie sich zurück (vgl. S. 25, Z. 35) und erträgt viele Plagen (vgl. S. 25, Z. 35ff.). Aufgrund ihrer Empfindlichkeit spricht sie bei mystischen Themen ihre Bedürfnisse, wenn teilweise auch nur indirekt, jedoch an. Dies wird deutlich, indem sie Nathanael mehrmals unterbricht (vgl. S. 25, Z. 4ff./ S. 25, Z. 10ff.) und ihn somit an seiner mystischen Schwärmerei hindert, ihre persönlichen Gefühle jedoch nicht ausdrückt. Des Weiteren lässt sich anhand ihrer bereits statuierten ruhigen Sprechweise, ihrem Sprechverhalten sowie ihrem Gemüt erkennen, dass sie einen statischen Charakter besitzt. Teilweise erregen sie ihre Sorgen um Nathanael, jedoch gelingt es ihr, mittels ihres Verstandes wieder zur inneren Einkehr zu kommen. Durch ihre starke Ablehnung der Mystik entwickelt sich ihre Liebe zu Nathanael negativ: Obgleich sie zu Beginn ,,mit ganzer Seele" (S. 24, Z. 5f.) an Nathanael hängt, ihn also innig liebt, schenkt sie ihm aufgrund seiner Wesensänderung immer weniger Beachtung. Insgesamt ist Clara folglich eine sorgsame, optimistische und ruhige junge Frau. Sie ist nicht kalt und prosaisch, sondern spürt viele Emotionen, ist neugierig und demnach kindlich und fantasievoll. Da sie ihre Emotionen jedoch mit ihrem Verstand kontrollieren kann, bedient sie sich nicht der Mystik. Demzufolge ist sie rational und fantasievoll zugleich, was der Sichtweise des Erzählers gleicht, Nathanaels Sichtweise jedoch widerspricht. Mit ihrer Komposition bildet die Figur der Clara eine logische Antipode Nathanaels. Dies verstärkt nicht nur die Kritik an Nathanaels absoluter Subjektivität, sondern kritisiert auch Clara als bürgerliches Mädchen, denn Hofmann lässt im starken Kontrast zu Nathanael Claras Vernunft sowie ihr strenges Leben nach den Normen fast schon lächerlich wirken. Zugleich verkörpert ihre Figur jedoch auch den Ausgleich zwischen Romantik und Aufklärung sowie zwischen Verstand und Gefühl. Dies ist auch heutzutage noch immer von Bedeutung, denn für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung ist es essentiell, Verstand und Gwfühl zu vereinen. 4. Olimpia Olimpia, die zunächst als Tochter Spalanzanis eingeführt wird, stellt sich letztlich als vom Professor konstruierte, mechanische Holzpuppe heraus. Dennoch- oder gerade deshalb - strahlt sie (zumindest für Nathanael) bereits äußerlich eine gewissermaßen attraktive Faszination aus. Ihr wunderschön geformtes Gesicht" sowie ihre Figur und Bekleidung kreieren einen gar ,,verführerische[n] Anblick". Nur die Augen wirken ,,seltsam starr und tot". Während die restliche Bevölkerung Olimpias wortkarge (außer ,,Ach!" sagt sie nichts) und zurückgezogene Eigenart eher als Zeichen von Dümmlichkeit oder Einfältigkeit deutet bzw. bereits durchschaut hat, dass es sich um einen Automaten handelt, führt Nathanael jene Reserviertheit auf eine inspirierende Charaktertiefe zurück. Auch durch musikalisches Talent und Tanz (welcher auf die meisten wegen des „geistlosen Takt[es]" eher unheimlich wirkt) sowie als vermeintlich besonders gute Zuhörerin vermag es Olimpia mehr und mehr, Nathanaels Zuneigung für sich zu gewinnen. Ihr unschein- wie unnahbares Verhalten lässt Nathanael zwar in seinen Gefühlen ihr gegenüber (bis auf reine Neugier bezüglich ihrer merkwürdigen Isolation) zunächst noch kalt, denn mit ,,Clara im Herzen [...] blieb ihm die steife, starre Olimpia höchst gleichgültig", doch schon bald ist „Claras Bild [...] ganz aus seinem Innern gewichen, er dachte an nichts als Olimpia". 5. Professor Spalanzani Spalanzani ist ein „erst neuerdings angekommene[r] Professor der Physik", bei dem Nathanael Vorlesungen besucht. Seine Statur ist klein und rundlich, während in seinem Gesicht - neben markanten Wangenknochen, aufgeworfenen Lippen und einer im Kontrast dazu gar feinen Nase - auch stechende Augen auffällig sind. Auf Nathanael wirkt Spalanzani wie ein wunderlicher Kauz" Er als geschicktelr) Mechanius und Automat Fabrikant ist außerdem - in mutmaßlicher Zusammenarbeit n* Coppola - der Schöpfer der robotterähnlichen Holzpuppe Olimpia. Aufgrund der Vorkommnisse rund um Olimpia und Nathanael, dessen Erfahrungen für ungewolltes Aufsehen gesorgt hat, muss Spalanzani die Universität und schließlich auch die Stadt verlassen, um nicht wegen Betrugs zur Verantwortung gezogen zu werden.