Grundlagen der Dramentheorie: Von Aristoteles bis zur Moderne
Die Dramentheorie hat sich über Jahrhunderte entwickelt und verschiedene Formen hervorgebracht. Das aristotelische oder geschlossene Drama folgt strengen Regeln der drei Einheiten: Zeit, Ort und Handlung. Die Handlung spielt sich innerhalb von 24 Stunden an einem Ort ab und folgt einer klaren, zusammenhängenden Struktur. Der Aufbau orientiert sich an Gustav Freytags Pyramidenmodell mit fünf Akten.
Definition: Die Katharsis bezeichnet im aristotelischen Drama die seelische Reinigung des Zuschauers durch das Erleben von Furcht und Mitleid. Sie ist zentrales Element der Tragödie.
Im Gegensatz dazu steht das offene Drama, das sich von diesen strengen Vorgaben löst. Es kann an verschiedenen Orten spielen, größere Zeiträume umfassen und mehrere Handlungsstränge verfolgen. Die Sprache ist weniger einheitlich und die Figurenzahl größer. Oft steht hier ein Antiheld im Mittelpunkt.
Die Komödie und Tragödie unterscheiden sich grundlegend in ihrer Wirkungsabsicht. Während die Komödie einen lösbaren Konflikt darstellt und den Menschen durch Humor belehren will, zeigt die Tragödie einen unlösbaren Konflikt. Die Katharsis als wichtiges Element der Tragödie soll beim Zuschauer durch Furcht und Mitleid eine reinigende Wirkung erzielen.
Highlight: Die Katharsis in der Literatur wirkt auf zwei Ebenen: Zum einen durchlebt der Zuschauer selbst eine emotionale Reinigung, zum anderen wird er zu moralischer Reflexion angeregt.










