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Emilia Galotti - Szenenanalyse (1. Aufzug, 8.Auftritt)

28.3.2021

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Deutsch (GK)
Szenenanalyse
1. Aufzug 8. Auftritt
Emilia Galotti ist ein bürgerliches Trauerspiel in fünf Aufzügen von Gotthold Ephraim Lessi

Deutsch (GK) Szenenanalyse 1. Aufzug 8. Auftritt Emilia Galotti ist ein bürgerliches Trauerspiel in fünf Aufzügen von Gotthold Ephraim Lessing. Dieses wurde im Jahr 1772 veröffentlicht, womit es sich in die Epoche der Aufklärung einordnen lässt. Dem Zeitalter entsprechend wird in dem Werk die Beziehung zwischen Adel- und Bürgertum thematisiert, welche hier durch die Liebe eines skrupellosen Prinzen zu der tugendhaften Emilia geprägt wird. Im Laufe der Handlung versucht dieser, die Hochzeit Emilias mit einem Grafen, durch hinterhältige Intrigen zu unterbinden. Die Handlung der vorliegenden Szene findet im Kabinett des Prinzen Hettore Gonzaga statt, welcher sich dort mit einem seiner Minister Camillo Rota über Staatsangelegenheiten austauscht. Konkret dreht sich das Gespräch jedoch um die Bittschrift einer Emilia Bruneschi, welche der Prinz lediglich aufgrund seiner Assoziationen mit dem Vornamen bewilligt hat sowie um ein unterschreibungspflichtiges Todesurteil. Von seiner Eile und seinem Gedankengut besessen hätte der Prinz dieses beinahe unterzeichnet, sofern Camillo es nicht gelungen wäre diesen davon abzuhalten. Die vorherige Szenen stellt hier die Quelle für den Zustand des Prinzen dar. dieser erweist sich Hettore Gonzaga nach wie r als aufgewühlt über die Nachricht, dass Emilia am Nachmittag eine Vermählung mit dem Grafen Appiani eingehen wird. Zufolge seiner Ausweglosigkeit trifft er die kurzfristige Entscheidung in die Kirche zu gehen, in der Hoffnung seine Geliebte...

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dort anzutreffen. Das Gespräch mit Camillo Rota, lehnt er dementsprechend vorerst ab, aus Angst es nicht rechtzeitig zu schaffen und den damit verbundenen Konsequenzen. Aufgrund der Erinnerung and die Bittschrift von Emilia Bruneschi, gewehrt er Camillo schließlich doch minimale Gesprächszeit, jedoch beeinträchtig seine Hektik und Konfusion eine reflektierte Kommunikation und somit auch die Verantwortung über ein Menschenleben. Der Problemschwerpunkt besteht hier in der skrupellosen Handlung des Prinzen, Daraus ableitend ließe sich die Frage stellen, inwiefern uns dieses Verhaltensmuster Auskunft über die Rolle von Hettore Gonzaga und dessen Beweggründe für spezifische Handlungen erstattet. Die folgende Dramaszene dient im Kontext des dargestellten Geschehens primär der Einführung in den skrupellosen wie egoistischen Charakter des Prinzen, hieraus lassen sich darüberhinaus erste Motive für das hierarchische Selbstbild des Prinzen ableiten. Bereits zu Beginn der Szene wir die veränderte Sprachweise des Prinzen, welche durch die für ihn ungünstige Zeit verschuldet wir deutlich. Während sich seine Aussagen in vorherigen Szenen als kontrolliert sowie rhetorisch ausgeschmückt erwiesen, so scheinen diese hier kurz, abgehackt und undurchdacht zu sein. Auch die beinahe erdrückend wirkende Eile wird bereits im ersten Abschnitt der Szene durch die Repetition ,Kommen Sie [...] Kommen Sie" (vgl. Z.1) hervorgehoben. Während sich im anfänglichen Kommunikationsverhalten des Prinzen also lediglich Anzeichen für sein Gedanken- und Gefühlsgut ausfindig machen lassen, so weisen Textstellen im fortgeschrittenen Verlauf auf festverankerte Eigenschaften und Einstellungen von diesem hin, welche sich insbesondere für den weiteren Verlauf des Dramas als relevant erweisen. So erhält man in folgendem Satz ,, [...] noch anstehen - Oder auch nicht anstehen: wie Sie wollen" (vgl. Z. 10-12) einen ersten Eiblick in das mangelnde Pflichtbewusstsein von Hettore. Die Tatsache, dass er seinem Angestellten eine solch hohe staatliche Verantwortung überlässt, dient als Zeugnis seiner Überforderung und Willkür. Das Gespräch erlangt ab dem Teil einen Höhepunkt, an welchem der Prinz für die Unterzeichnung des Todesurteils bereiterklärt ohne sich mit dessen Inhalt zuvor befasst zu haben. Hier wird durch die selbstverständliche Antwort „Recht gern" (vgl. Z.14), die Gefühlskälte und Empathielosigkeit des Prinzen deutlich. Auch eine Erklärung, für sein hierarchisches Selbstbild lässt sich aus dem mangelnden Interesse an dem Wohl seiner Bürger interpretieren. So ist dieser es als Bestandteil der Adelsschicht vermutlich gewohnt ein erfülltes Leben auf Kosten des Bürgertums zu führen, ohne jeglichen Sinn für Gerechtigkeit. Diese Einstellung wird durch den Standpunkt von Hettore Gonzaga im Bezug auf den Wert eines Menschenlebens konkretisiert. Durch die Behauptung „Es könnte schon geschehen sein" (vgl. Z. 17) wird verständigt, in welchem Verhältnis seinem Empfinden zu Folge die Tötung eines Bürgers steht, für welchen er sich eigentlich als verantwortlich erweist. Diese Einstellung wird durch den Standpunkt von Hettore Gonzaga im Bezug auf den Wert eines Menschenlebens konkretisiert. Durch die Behauptung „Es könnte schon geschehen sein" (vgl. Z. 17) wird verständigt, in welchem Verhältnis seinem Empfinden zu Folge die Tötung eines Bürgers steht, für welchen er sich eigentlich als verantwortlich erweist. Trotz der Gesprächsdominanz des Prinzen zeigt sich Camillo diesem geistig deutlich überlegen. So wirkt sein Handeln in folgender Szene trotz seiner niedrigen Position um einiges reiner und gewissenhafter. Seine Empörung über das Verhalten von Hettore wird hier vorerst anhand Gestiken und Mimiken veranschaulicht (stutzig und den Prinzen starr ansehen)" (vgl. Z. 15),(den Kopf schüttelnd [...])". Dass Camillo eine sehr moralische und verantwortungsvolle Rolle ist, wird insbesondere infolge seines Vorwands gezeigt, durch welchen es ihm gelingt den Prinzen von einer undurchdachten Unterzeichnung des Todesurteils abzulenken. „Nun habe ich es doch wohl nicht mitgenommen!" (vgl. Z. 19/20). Diese Bestürzung wird am Ende nochmals klar definiert, während seine Menschlichkeit im maximalen Grad verdeutlicht werden „Ich hätt es ihn in diesem Augenblick nicht möglich unterschreiben lassen, und wenn es den Mörder meines Sohnes betroffen hätte"(Vgl. Z. 27-29) Die extreme Selbstsucht und Gefühlskälte des Prinzen wird in Kontrast zu der Anteilnahme und Barmherzigkeit Camillos gestellt, und gewinnt in seiner Wirkung somit an Intensität. Wie bereits erwähnt werden in folgender Szene eine Vielzahl von Charaktereigenschaften und Einstellungen des Prinzen deutlich, mit welchen er die fortlaufende Handlung oftmals in entscheidende Richtungen lenkt oder sogar Geschehnisse veranwortet. Die wichtigsten Eigenschaften wie seine Habgier, sein Egoismus und das mangelnde Interesse an dem Wohlergehen anderer, werden hier kurz und prägnant vermittelt während ein deutlicher Bezug zu der entsprechenden Epoche (Aufklärung/ bürgerliche Revolution) hergestellt wird. Hier erfolgt eine deutlich Differenzierung zwischen der Moralvorstellungen des damaligen Adels und der, der Bürgerschaft. Resultierend lässt sich behaupten, dass die vorliegende Szene für den weiteren Handlungsverlauf von hoher Bedeutung ist. Sie vermittelt gegensätzlich zu vorherigen Szenen ein extrem negatives Bild vom Prinzen und stellt somit eine Art Wendepunkt der Wahrnehmung des Zuschauers dar. Auch die Fähigkeiten und die Zurechnungsfähigkeit von diesem werden unter Beweis gestellt, insofern er wie von Liebe, Konfusion und Habgier besessen wirkt.