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Emilia Galotti - Szenenanalyse II,6

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Emilia Galotti - Szenenanalyse II,6

 Szenenanalyse II. 6
Das Drama und Trauerspiel „Emilia Galotti“ ist von Gotthold Ephraim Lessing geschrieben worden
und wurde im Jahr 1772 v

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Szenenanalyse II. 6 Das Drama und Trauerspiel „Emilia Galotti“ ist von Gotthold Ephraim Lessing geschrieben worden und wurde im Jahr 1772 veröffentlicht. Das Trauerspiel handelt von einem Prinzen, welcher sich in Emilia Galotti verliebt. Diese ist allerdings bereits mit dem Grafen verlobt. Der Prinz wiederum würde alles tun, um Emilia für sich zu gewinnen. Die Szene II. 6 verdeutlicht, was Emilia Galotti im weiteren Verlauf des Dramas für den Prinzen empfinden könnte, denn es ist bereits bekannt, was der Prinz für Emilia empfindet. Zu dem deutet die Szene auf mögliche Probleme einer Beziehung zwischen dem Prinzen und Emilia hin. Die Szene II. 6 stellt den ersten Auftritt Emilias im Drama dar. Hierbei spielt die Szene nachdem der Prinz Marinelli seine Gefühle für Emilia offenbart hat, welcher einen Plan entwickelt, um die Hochzeit Emilias mit dem Grafen Appiani aufzuhalten. Zu dem wird vorher bekannt, dass Emilias Vater den Prinzen nicht ausstehen kann. Im Folgenden wird der Plan Marinellis umgesetzt. Die Szene II. 6 handelt von Emilia, welche nach einem Besuch in der Kirche aufgebracht nach Hause gelaufen kommt und dort ihrer Mutter versucht über ihre Begegnung mit dem Prinzen in der Kirche zu berichten. Dabei sprechen sie auch darüber, ob Emilia dem Grafen von ihrer Begegnung mit dem Prinzen erzählen sollte. Emilia stimmt schließlich zu,...

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dies nicht zu tun. Emilia kommt sehr verwirrt und aufgebracht nach Hause. Hierdurch entsteht eine grundsätzlich aufgebrachte und aufgeregte beziehungsweise unruhige Atmosphäre. Diese aufgeregte und unruhige Atmosphäre wird bereits zu Beginn deutlich, denn hier erscheint Emilia und stellt sowohl viele Fragen als auch tätigt sie Ausrufe. „Ist er meine Mutter? Ist er? - Nein, dem Himmel sei Dank!", (S.27 Z.15/16). Bei diesem Textausschnitt handelt es sich um eine Anapher, welche verdeutlicht, dass Emilia so aufgebracht ist, dass sie keine Antwort abwarten kann und äußerst unruhig ist. Sie möchte auf keinen Fall, dass der Prinz sie weiter „bedrängt“. Eine aufregende Atmosphäre wird zuletzt auch dadurch verursacht, dass Claudia ihre Tochter häufig unterbricht und dazu drängt, über die Begegnung zu berichten. „Fasse dich! – (...) – Sag es mir mit eins, was dir geschehen.“, (S.28 Z.8/9). Auch Claudia verwendet einige Anaphern, die diese Atmosphäre unterstützen, (vgl. S.17 Z.19/20,17). Gegen Ende der Szene ist die Atmosphäre allerdings bedrückter, da Emilia verunsichert ist, dem Grafen von der Begegnung zu erzählen. Dies wird ebenfalls durch Fragen deutlich. Ein Beispiel hierfür ist S.31 Z.6: ,,Nicht, meine Mutter?" Weiterhin werden einige Charakterzüge von Emilia und Claudia bereits durch die Atmosphäre erkennbar. Zum einen ist Emilia verzweifelt und mit der Situation überfordert. Denn sie zittert am ganzen Körper, als sie ihre Mutter erreicht, „Und zitterst an jedem Gliede", (S.27 Z.19). Auch durch zwei Regieanweisungen in der Szene werden Emilias Gefühle verdeutlicht. Die Regieanweisungen befinden sich auf der Seite 27, „stürzet in einer ängstlichen Verwirrung herein.“, (Z.12) und „Sich ihr in die Arme werfend.“, (Z.25). Sie verdeutlichen somit, dass Emilia verzweifelt ist und bei ihrer Mutter Schutz sucht. Im weiteren Verlauf der Szene wird erkennbar, warum Emilia verzweifelt ist. Denn der Prinz näherte sich ihr an, berührte sie und sprach zu ihr. Hierbei wird belegbar, dass Emilia bei der Berührung des Prinzen etwas gespürt hat und auch sie sich angezogen fühlt. Ein erster Beleg hierfür lautet ,,Und sündigen wollen, auch sündigen.", (S.28 Z.3) Die Anapher legt zwei Dinge dar. Dass Emilia verzweifelt ist und dass sie gewissenhaft und vernünftig ist, denn sie hat ein schlechtes Gewissen dem Grafen gegenüber, sich vor der Hochzeit einen anderen Mann angezogen zu fühlen. Unterstützt wird diese Eigenschaft in Z.21/22 auf derselben Seite, „O dass laute Donner mich verhindert hätten, mehr zu hören!" Hierbei handelt es sich um eine Metapher, welche deutlich zeigt, dass Emilia die Situation gerne vermieden hätte und etwas für den Prinzen empfinden muss, da eine normale Begegnung grundsätzlich kein Anlass zum Sündigen ist. Dieselbe Wirkung hat die Metapher in Z.28/29, ,,Meinen guten Engel bitten, mich mit Taubheit zu beschlagen.“ Auffallend ist zu dem, dass Emilia sich nicht mehr an den Inhalt des Gespräches mit dem Prinzen erinnern kann, (vgl. Z.35- 36), da ihr die Begegnung unangenehm vor umstehenden ist. Sie bleibt vernünftig und kann der Lust widerstehen, ,,Meine Sinne hatten mich verlassen.“, (S.29 Z.36). Am Ende der Szene wird gezeigt, dass Emilia unsicher ist, denn sie fragt ihre Mutter, ob sie dem Grafen von dem Vorfall berichten muss. Selbst würde sie ihm vorerst gerne davon erzählen. Doch nach dem Rat ihrer Mutter entscheidet sie sich sehr schnell dazu, es ihm zu verheimlichen, ,,Nun soll er gewiss nichts davon erfahren, mein guter Appiani!", (S.31 Z.19-20). Zusätzlich wird durch die Regieanweisung ,,(Mit einem tiefen Atemzug)“ veranschaulicht, dass Emilia erleichtert ist, es dem Grafen nicht zu sagen. Da sie sich sehr schnell nach ihrem Zögern dazu entscheidet, es zu verheimlichen, lässt sich davon ausgehen, dass Emilia Angst vor den Konsequenzen hat. Eine Eigenschaft von Claudia, welche besonders zu Beginn der Szene deutlich wird, ist, dass sie besorgt ist. Denn wie bereits erwähnt, stellt sie viele Fragen und benutzt dabei einige Anaphern, die ihre Unruhe und Besorgtheit verdeutlichen. Zu dem versucht sie durch einige Ausrufe, dass Emilia ihr alles erzählt. Ein Beispiel hierfür ist S.27 Z.26, „Rede, meine Tochter!" Weiterhin versucht sie, Emilia zuzusprechen und zu beruhigen. Dabei verwendet sie eine Personifikation: ,,Dem Himmel ist beten wollen, auch beten." Eine weitere Eigenschaft von Claudia ist Neugier. ,,Wen meine Tochter?", (S.28 Z.36), ,,Wen, ihn selbst.", (S.29 Z.3). Im gesamten Gespräch bleibt Claudia hartnäckig und fragt immer wieder genauer nach, (S.29 Z.18). Außerdem wird auf der Seite 29 erkennbar, dass Claudia zunächst nicht ihre eigene Meinung äußert, sondern Emilia erzählt, was ihr Vater von der Begegnung halten würde. Dabei benutzt sie eine Metapher, „In seinem Zorne hätt er den unschuldigen Gegenstand des Verbrechens mit dem Verbrecher verwechselt.", (S.29 Z.15-16). Indem sie die Sichtweise des Vaters auch auf der nächsten Seite äußert, aus welcher hervorgeht, dass er auch Emilia nicht verzeihen würde, verhindert sie, dass Emilia denkt, sie würde etwas gegen eine Beziehung zwischen den beiden haben. So steht sie vor Emilia besser dar. Zuletzt ist Claudia auch beeinflussend, denn sie gibt Emilia zwar vor, sie würde wollen, dass Emilia ihren eigenen Verstand verwendet, allerdings beeinflusst sie Emilia indirekt durch Aussagen wie ,,Dein gutes Gehirn bewahre dich vor dieser Erfahrung.", (S. 30 Z.28/29). Die Beziehung zwischen den beiden ist eng und es besteht ein liebevolles Verhältnis. Erkennbar wird dies zum einen dadurch, dass Emilia als erste Intention nach dem Vorfall in der Kirche ihre Mutter aufsucht und ihr alles anvertraut. So erzählt sie ihr von der Begegnung mit dem Prinzen und zeigt ihre Emotionen offen. Zu dem legt sie einen großen Wert auf die Meinung ihrer Mutter und bittet um einen Ratschlag. „Nun meine Mutter? - was hätt er an mir Strafbares finden können.", (S.29 Z.11/12) ,,Aber nicht meine Mutter? Der Graf muss das wissen.", (S.30 Z.16/17). Auch Claudia legt wie in der Charakterisierung erkennbar geworden Wert darauf, dass ihre Tochter ein gutes Bild von ihr hat und kümmert sich um sie, (vgl. Z.14-22) und (vgl. S.27). Zuletzt wird anhand der Szene erkenntlich, dass zwischen Claudia und ihrer Tochter keine lauten Ausrufe bzw. Beleidigungen fallen. Bezüglich der Redeanteile während der Szene lässt sich festhalten, dass Emilia zu Beginn deutlich längere Redeanteile besitzt und Claudia nur kurze Einwürfe oder Fragen einwirft, (vgl. S.27/28). Das liegt daran, dass Claudia neugierig ist und Emilia von ihrem Erlebnis berichten soll. So versucht Emilia, zu erzählen, wie der Prinz auf sie zugekommen ist und wie sie sich dabei gefühlt hat. Zum Ende ist der Redeanteil allerdings relativ ausgeglichen, denn Claudia erteilt Ratschläge und Emilia nimmt diese sehr schnell an und verteidigt ihre ursprüngliche Ansicht nicht, (vgl. S.30/31). Bei den Ratschlägen handelt es sich um die Frage, ob der Graf etwas von dem Ereignis erfahren sollte. Der Sprachstil ist vornehm und die Sprache bewusst gewählt. Es fallen keine Schimpfwörter. Stattdessen verwenden beide eine weniger umgangssprachliche Wortwahl. Beispiele hierfür sind beispielsweise ,,Was ist dem Laster Kirch und Altar", (S.27 Z.24). Zusammenfassend lässt sich die zu Beginn erläuterte Interpretationsthese bestätigen. Denn aufgrund der Szenenanalyse und Charakterisierungen wird gezeigt, dass Emilia sich zwar dem Prinzen angezogen fühlt, sich aber vernünftig und ängstlich verhält und dennoch den Grafen heiraten möchte. Zu dem wird erkennbar, dass der Vater den Prinzen nicht ausstehen kann und eindeutig gegen eine Beziehung zwischen den beiden wäre, weshalb es hierbei zu einem größeren Konflikt gelangen kann. Weiterhin bedeutet die Szene, dass der Prinz seinen Plan ausführen wird und alles dafür tun wird, Emilia umzustimmen. Das Drama „Emilia Galotti“ gehört zur Epoche der Aufklärung. Auch in dieser Szene werden Aspekte der Aufklärung aufgegriffen. Einer hiervon ist, dass Emilia auf ihren Verstand hören muss. Auch ihre Mutter möchte dieses.

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So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

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Szenenanalyse II. 6 Das Drama und Trauerspiel „Emilia Galotti“ ist von Gotthold Ephraim Lessing geschrieben worden und wurde im Jahr 1772 veröffentlicht. Das Trauerspiel handelt von einem Prinzen, welcher sich in Emilia Galotti verliebt. Diese ist allerdings bereits mit dem Grafen verlobt. Der Prinz wiederum würde alles tun, um Emilia für sich zu gewinnen. Die Szene II. 6 verdeutlicht, was Emilia Galotti im weiteren Verlauf des Dramas für den Prinzen empfinden könnte, denn es ist bereits bekannt, was der Prinz für Emilia empfindet. Zu dem deutet die Szene auf mögliche Probleme einer Beziehung zwischen dem Prinzen und Emilia hin. Die Szene II. 6 stellt den ersten Auftritt Emilias im Drama dar. Hierbei spielt die Szene nachdem der Prinz Marinelli seine Gefühle für Emilia offenbart hat, welcher einen Plan entwickelt, um die Hochzeit Emilias mit dem Grafen Appiani aufzuhalten. Zu dem wird vorher bekannt, dass Emilias Vater den Prinzen nicht ausstehen kann. Im Folgenden wird der Plan Marinellis umgesetzt. Die Szene II. 6 handelt von Emilia, welche nach einem Besuch in der Kirche aufgebracht nach Hause gelaufen kommt und dort ihrer Mutter versucht über ihre Begegnung mit dem Prinzen in der Kirche zu berichten. Dabei sprechen sie auch darüber, ob Emilia dem Grafen von ihrer Begegnung mit dem Prinzen erzählen sollte. Emilia stimmt schließlich zu,...

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dies nicht zu tun. Emilia kommt sehr verwirrt und aufgebracht nach Hause. Hierdurch entsteht eine grundsätzlich aufgebrachte und aufgeregte beziehungsweise unruhige Atmosphäre. Diese aufgeregte und unruhige Atmosphäre wird bereits zu Beginn deutlich, denn hier erscheint Emilia und stellt sowohl viele Fragen als auch tätigt sie Ausrufe. „Ist er meine Mutter? Ist er? - Nein, dem Himmel sei Dank!", (S.27 Z.15/16). Bei diesem Textausschnitt handelt es sich um eine Anapher, welche verdeutlicht, dass Emilia so aufgebracht ist, dass sie keine Antwort abwarten kann und äußerst unruhig ist. Sie möchte auf keinen Fall, dass der Prinz sie weiter „bedrängt“. Eine aufregende Atmosphäre wird zuletzt auch dadurch verursacht, dass Claudia ihre Tochter häufig unterbricht und dazu drängt, über die Begegnung zu berichten. „Fasse dich! – (...) – Sag es mir mit eins, was dir geschehen.“, (S.28 Z.8/9). Auch Claudia verwendet einige Anaphern, die diese Atmosphäre unterstützen, (vgl. S.17 Z.19/20,17). Gegen Ende der Szene ist die Atmosphäre allerdings bedrückter, da Emilia verunsichert ist, dem Grafen von der Begegnung zu erzählen. Dies wird ebenfalls durch Fragen deutlich. Ein Beispiel hierfür ist S.31 Z.6: ,,Nicht, meine Mutter?" Weiterhin werden einige Charakterzüge von Emilia und Claudia bereits durch die Atmosphäre erkennbar. Zum einen ist Emilia verzweifelt und mit der Situation überfordert. Denn sie zittert am ganzen Körper, als sie ihre Mutter erreicht, „Und zitterst an jedem Gliede", (S.27 Z.19). Auch durch zwei Regieanweisungen in der Szene werden Emilias Gefühle verdeutlicht. Die Regieanweisungen befinden sich auf der Seite 27, „stürzet in einer ängstlichen Verwirrung herein.“, (Z.12) und „Sich ihr in die Arme werfend.“, (Z.25). Sie verdeutlichen somit, dass Emilia verzweifelt ist und bei ihrer Mutter Schutz sucht. Im weiteren Verlauf der Szene wird erkennbar, warum Emilia verzweifelt ist. Denn der Prinz näherte sich ihr an, berührte sie und sprach zu ihr. Hierbei wird belegbar, dass Emilia bei der Berührung des Prinzen etwas gespürt hat und auch sie sich angezogen fühlt. Ein erster Beleg hierfür lautet ,,Und sündigen wollen, auch sündigen.", (S.28 Z.3) Die Anapher legt zwei Dinge dar. Dass Emilia verzweifelt ist und dass sie gewissenhaft und vernünftig ist, denn sie hat ein schlechtes Gewissen dem Grafen gegenüber, sich vor der Hochzeit einen anderen Mann angezogen zu fühlen. Unterstützt wird diese Eigenschaft in Z.21/22 auf derselben Seite, „O dass laute Donner mich verhindert hätten, mehr zu hören!" Hierbei handelt es sich um eine Metapher, welche deutlich zeigt, dass Emilia die Situation gerne vermieden hätte und etwas für den Prinzen empfinden muss, da eine normale Begegnung grundsätzlich kein Anlass zum Sündigen ist. Dieselbe Wirkung hat die Metapher in Z.28/29, ,,Meinen guten Engel bitten, mich mit Taubheit zu beschlagen.“ Auffallend ist zu dem, dass Emilia sich nicht mehr an den Inhalt des Gespräches mit dem Prinzen erinnern kann, (vgl. Z.35- 36), da ihr die Begegnung unangenehm vor umstehenden ist. Sie bleibt vernünftig und kann der Lust widerstehen, ,,Meine Sinne hatten mich verlassen.“, (S.29 Z.36). Am Ende der Szene wird gezeigt, dass Emilia unsicher ist, denn sie fragt ihre Mutter, ob sie dem Grafen von dem Vorfall berichten muss. Selbst würde sie ihm vorerst gerne davon erzählen. Doch nach dem Rat ihrer Mutter entscheidet sie sich sehr schnell dazu, es ihm zu verheimlichen, ,,Nun soll er gewiss nichts davon erfahren, mein guter Appiani!", (S.31 Z.19-20). Zusätzlich wird durch die Regieanweisung ,,(Mit einem tiefen Atemzug)“ veranschaulicht, dass Emilia erleichtert ist, es dem Grafen nicht zu sagen. Da sie sich sehr schnell nach ihrem Zögern dazu entscheidet, es zu verheimlichen, lässt sich davon ausgehen, dass Emilia Angst vor den Konsequenzen hat. Eine Eigenschaft von Claudia, welche besonders zu Beginn der Szene deutlich wird, ist, dass sie besorgt ist. Denn wie bereits erwähnt, stellt sie viele Fragen und benutzt dabei einige Anaphern, die ihre Unruhe und Besorgtheit verdeutlichen. Zu dem versucht sie durch einige Ausrufe, dass Emilia ihr alles erzählt. Ein Beispiel hierfür ist S.27 Z.26, „Rede, meine Tochter!" Weiterhin versucht sie, Emilia zuzusprechen und zu beruhigen. Dabei verwendet sie eine Personifikation: ,,Dem Himmel ist beten wollen, auch beten." Eine weitere Eigenschaft von Claudia ist Neugier. ,,Wen meine Tochter?", (S.28 Z.36), ,,Wen, ihn selbst.", (S.29 Z.3). Im gesamten Gespräch bleibt Claudia hartnäckig und fragt immer wieder genauer nach, (S.29 Z.18). Außerdem wird auf der Seite 29 erkennbar, dass Claudia zunächst nicht ihre eigene Meinung äußert, sondern Emilia erzählt, was ihr Vater von der Begegnung halten würde. Dabei benutzt sie eine Metapher, „In seinem Zorne hätt er den unschuldigen Gegenstand des Verbrechens mit dem Verbrecher verwechselt.", (S.29 Z.15-16). Indem sie die Sichtweise des Vaters auch auf der nächsten Seite äußert, aus welcher hervorgeht, dass er auch Emilia nicht verzeihen würde, verhindert sie, dass Emilia denkt, sie würde etwas gegen eine Beziehung zwischen den beiden haben. So steht sie vor Emilia besser dar. Zuletzt ist Claudia auch beeinflussend, denn sie gibt Emilia zwar vor, sie würde wollen, dass Emilia ihren eigenen Verstand verwendet, allerdings beeinflusst sie Emilia indirekt durch Aussagen wie ,,Dein gutes Gehirn bewahre dich vor dieser Erfahrung.", (S. 30 Z.28/29). Die Beziehung zwischen den beiden ist eng und es besteht ein liebevolles Verhältnis. Erkennbar wird dies zum einen dadurch, dass Emilia als erste Intention nach dem Vorfall in der Kirche ihre Mutter aufsucht und ihr alles anvertraut. So erzählt sie ihr von der Begegnung mit dem Prinzen und zeigt ihre Emotionen offen. Zu dem legt sie einen großen Wert auf die Meinung ihrer Mutter und bittet um einen Ratschlag. „Nun meine Mutter? - was hätt er an mir Strafbares finden können.", (S.29 Z.11/12) ,,Aber nicht meine Mutter? Der Graf muss das wissen.", (S.30 Z.16/17). Auch Claudia legt wie in der Charakterisierung erkennbar geworden Wert darauf, dass ihre Tochter ein gutes Bild von ihr hat und kümmert sich um sie, (vgl. Z.14-22) und (vgl. S.27). Zuletzt wird anhand der Szene erkenntlich, dass zwischen Claudia und ihrer Tochter keine lauten Ausrufe bzw. Beleidigungen fallen. Bezüglich der Redeanteile während der Szene lässt sich festhalten, dass Emilia zu Beginn deutlich längere Redeanteile besitzt und Claudia nur kurze Einwürfe oder Fragen einwirft, (vgl. S.27/28). Das liegt daran, dass Claudia neugierig ist und Emilia von ihrem Erlebnis berichten soll. So versucht Emilia, zu erzählen, wie der Prinz auf sie zugekommen ist und wie sie sich dabei gefühlt hat. Zum Ende ist der Redeanteil allerdings relativ ausgeglichen, denn Claudia erteilt Ratschläge und Emilia nimmt diese sehr schnell an und verteidigt ihre ursprüngliche Ansicht nicht, (vgl. S.30/31). Bei den Ratschlägen handelt es sich um die Frage, ob der Graf etwas von dem Ereignis erfahren sollte. Der Sprachstil ist vornehm und die Sprache bewusst gewählt. Es fallen keine Schimpfwörter. Stattdessen verwenden beide eine weniger umgangssprachliche Wortwahl. Beispiele hierfür sind beispielsweise ,,Was ist dem Laster Kirch und Altar", (S.27 Z.24). Zusammenfassend lässt sich die zu Beginn erläuterte Interpretationsthese bestätigen. Denn aufgrund der Szenenanalyse und Charakterisierungen wird gezeigt, dass Emilia sich zwar dem Prinzen angezogen fühlt, sich aber vernünftig und ängstlich verhält und dennoch den Grafen heiraten möchte. Zu dem wird erkennbar, dass der Vater den Prinzen nicht ausstehen kann und eindeutig gegen eine Beziehung zwischen den beiden wäre, weshalb es hierbei zu einem größeren Konflikt gelangen kann. Weiterhin bedeutet die Szene, dass der Prinz seinen Plan ausführen wird und alles dafür tun wird, Emilia umzustimmen. Das Drama „Emilia Galotti“ gehört zur Epoche der Aufklärung. Auch in dieser Szene werden Aspekte der Aufklärung aufgegriffen. Einer hiervon ist, dass Emilia auf ihren Verstand hören muss. Auch ihre Mutter möchte dieses.