Facharbeit zur Literaturepoche Expressionismus

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Marie

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Ausarbeitung

Facharbeit zur Literaturepoche Expressionismus

 Facharbeit
Deutsche Literatur - Epochen
Der Expressionismus 1
2.1
3
3.1
5
6
7
Inhaltsverzeichnis
8
EINLEITUNG.
MERKMALE DES EXPRESSIONISMUS

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Facharbeit zum Expressionismus -Note: 13 Punkte - Vergleich Naturalismus und Expressionismus -Erarbeitet Gedichte (Der Gott der Stadt und In einer großen Stadt) -Vorstellungen von Autoren der Epoche

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Facharbeit Deutsche Literatur - Epochen Der Expressionismus 1 2.1 3 3.1 5 6 7 Inhaltsverzeichnis 8 EINLEITUNG. MERKMALE DES EXPRESSIONISMUS. 4 DISKUSSION MEINER LEITFRAGE WERKE UND AUTOREN DIESER ZEIT.......…...... MERKMALE DES NATURALISMUS. WERKE UND AUTOREN DIESER ZEIT.... FAZIT LITERATURVERZEICHNIS. ANHANG.. SELBSTSTÄNDIGKEITSERKLÄRUNG.... 3 FEHLER! TEXTMARKE NICHT DEFINIERT. 4 5 6 7 8 9 10 12 Einleitung Seite 3 Der Naturalismus, welcher von 1880 bis 1900 angesiedelt ist, leitet sich vom lateinischen Wort ,,natura", welches Natur bedeutet, ab. Die Autoren dieser Zeit wollten die Wirklichkeit, egal ob hässlich oder schön, darstellen. Nach dem Naturalismus, folgte der Expressionismus. Dieser geht von 1905 bis 1925 und wird in Frühexpressionismus (1905 bis 1914) und Expressionismus ein- geteilt (1914 bis 1925). Expressionismus leitet sich vom lateinischen Wort ,expressio“, was Aus- druck heißt, ab. Denn der Expressionismus entstand aus der malerischen Kunst, wo mit vielen Farben Gefühle zum Ausdruck gebracht werden sollten. Dies ist ein großes Thema des Expressi- onismus. Bei meiner Recherche zum Expressionismus bin ich auch auf den Naturalismus gesto- Ben, dabei merkte ich, dass diese Epochen nicht nur nacheinander folgen, sondern auch viele ähnliche Themen haben. Ich fand Gedichte bei denen mir beim ersten Lesen nicht klar wurde zu welche der Epochen sie gehörten. Darum kam ich zu der Leitfrage „Warum sind Naturalismus und Expressionismus, trotz Ähnlichkeiten, unterschiedliche Epochen?“ 1 autonom bedeutet selbständig, eigenständig Der Expressionismus Der Expressionismus hatte viele Themen. Ein naheliegendes Thema war der erste Weltkrieg, welcher zur Zeit des Expressionismus begann und endete. Der Krieg und seine...

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Folgen prägten die Werke, dieser Zeit. Vor dem ersten Weltkrieg wurde das Motiv Krieg oft als Überwindung des alten und Entstehung des neuen gesehen, nach dem Krieg prägten die Erfahrungen im Krieg die Texte. Auch der Ich-Zerfall war ein Thema des Expressionismus. Der Mensch w nicht mehr autonom¹, sondern das Opfer einer übermächtigen Welt. Die Expressionisten wollen mit ihren Texten die Identität des einzelnen zurückholen. Ein weiteres großes Thema der Zeit war das beschreiben der Gefühle durch Farben, welches erst in der Kunst und dann auch in Texten ge- nutzt wurde. Oft verwendetet Farben waren schwarz, rot und blau, allerdings dürfen wir die Farben nicht so deuten wie wir es eigentlich tun würden. Rot steht nicht gleich für Leidenschaft, denn die Expressionisten wollten Traditionen brechen. So wollten sie auch den Wilhelminismus, welcher von 1890 bis 1914 angesiedelt war, brechen. Dieser beschreit die Regierungszeit von Kaiser Wilhelm dem zweiten. Denn die klaren und schönen Strukturen in Texten sollten aufge- brochen werden und auch die oberen Schichten mit ihrem Prunk fanden keinen Platz bei den Expressionisten. So schrieben die meisten Expressionisten ihre Texte formlos um die Irrungen und Wirrungen besser zu veranschaulichen. Auch die Integration des Hässlichen, die auch im Naturalismus benutzt wurde, fand seinen Platz. Der Expressionismus beschäftigte sich, so wie der Naturalismus, auch mit der steigenden Industrialisierung und den damit wachsenden Groß- städten, welche eine Reizüberflutung für die Menschen waren. Auch glaubten die meisten Seite 4 Expressionisten der Zeit nicht an Gott. Zum schreiben ihrer Texte nutzten sie Wortneuschöpfun- gen um Geschehnisse oder Zustände besser zu beschreiben. Eine Wortneuschöpfung war z. B. ,,Fleischerfaust", welche im Gedicht der „Gott der Stadt" von Heym zu finden ist². Verben und Adjektive in Texten waren ein beliebtes Mittel um sie besser darzustellen und ein Gefühl zu ver- mitteln. Darum wurden in den Texten auch Stilmittel wie Metaphern oder Personifikationen verwendet. Werke und Autoren Georg Heym war ein Autor des Expressionismus. Er wurde am 30.10.1887 in Polen geboren und verstarb, bei einem Unfall beim Eislaufen, am 16.01.1912 in Berlin. Georg Heym war ein wichti- ger Lyriker des Frühexpressionismus. Er war sehr geprägt durch sein strenges Elternhaus. Der Vater war sehr religiös, die Mutter hielt sich zurück und auch seine Schwester richtete sich nach seinem Vater. Da der Vater Staats- und später auch Reichsmilitärstaatsanwalt war, wechselten sie oft den Wohnort und Heym besuchte verschiedene Schulen. Wegen seinen schlechten Schul- leistungen wurde er 1906 nicht zum Abitur zugelassen, machte dann jedoch 1907 sein Schulab- schluss. Nach seinem Abitur studierte er Jura, schrieb aber während seines Studiums einige Werke. 1909/1910 trat Heym in den Neuen Club in Berlin ein, ein wichtiger Schritt in seiner Laufbahn. Der Neue Club war eine Bewegung von Künstler und Studenten, welche sich gegen die politische Situation einsetzten und jegliche Strenge sowie regelkonforme Ansätze in Kunst und Wissenschaft ablehnten. Kurz nach seinem Eintritt in den Club veröffentlichte er 1910/1911 das Gedicht,,Der Gott der Stadt". Ein Gedicht, welches die Industrialisierung und den Dreck der Stadt kritisch betrachtet. In diesem Gedicht sind viele Merkmale des Expressionismus enthalten. Das Gedicht hat fünf Strophen mit jeweils vier Versen und ist in einem Wechselreim geschrie- ben. Im ersten Vers des Gedichtes erfahren wir, dass jemand auf einem Häuserblock sitzt, daher weiß der Leser, dass sich das Gedicht szenisch in einer Stadt abspielt. Im fünften Vers erfährt der Leser wer dieser jemand ist, nämlich ein Baal. ³Der Baal ist ein Abgott und da die Expressio- nisten nicht an Gott geglaubt haben, könnte es trotzdem sein, dass es für sie Abgötter gab. Das Bild des Abgottes könnte so für alles Schlechte in der Stadt stehen und man verliert dadurch die Hoffnung, weil es keine „guten“ Götter in den Augen der Expressionisten gibt. Der Baal steht über der Stadt,Die großen Städte knien um ihn her“ („Der Gott der Stadt" von Georg Heym 1910/1911) und die Menschen der Stadt bringen ihm Opfer durch Tänze und Kirchenglocken, welche läuten und doch ist der Baal nicht zufrieden und wird in Vers vier sehr wütend. In Vers fünf folgt dann der Höhepunkt bei dem der Baal die Stadt mit seiner ,,Fleischerfaust" anzündet. Auch nutzt Heym den Vergleich von Abend und Morgen. Das Gedicht fängt am Abend an und 2 Siehe Anhang 3 Ein Baal ist ein Abgott Seite 5 Endet am Morgen. Während dieser Zeit wird ein Ablauf beschrieben. Der Abend steht dabei für Zerstörung und der Morgen soll einen Neuanfang darstellen. Ein Thema, welches im Expressio- nismus vor dem ersten Weltkrieg oft benutzt wurde. Auch werden die Farben zum Beschreiben von Gefühlen und hier besonders zum Beschreiben von all dem schlechten in der Stadt genutzt. In diesem Gedicht werden rot und schwarz zur Beschreibung genutzt. Der schwarze Smog, wel- cher um die Stirn des Baals liegt zeigt das schlechte der Industrialisierung. Besonders im Vers drei wird die Auswirkung der Industrialisierung beschrieben und auch das Leben in der Stadt. Der Baal herrscht über die Stadt und steht dabei für all die schlechten Auswirkungen, wie die Naturzerstörung, den Lärm und für die Enge in der Stadt. Heym nutz zum Ausdruck Farben und negative Verben und Adjektive, welche den Text düster wirken lassen. Auch nutzt er verschie- dene Stilmittel, wie Personifikationen „Die Größen Städte knien um ihn her." (,,Der Gott der Stadt" von Georg Heym 1910/1911) oder Methapern ,,Ein Meer von Feuer jagt durch eine Straße." (,,Der Gott der Stadt" von Georg Heym 1910/1911). Auch nutzt er Allegorien und Wort- verfremdungen wie es für diese Zeit üblich war. Auch die Struktur bleibt bis auf Vers 18 und 19, wo sich ein Enjambement 4 befindet, gleich. Man kann also sagen, dass Heym in seinem Gedicht viel Kritik an der Stadt und der Industrialisierung äußert und dies mit vielen anderen Themen des Expressionismus verknüpft.5 Weitere wichtige Werke und Autoren waren Herrmann Hesse mit ,,Der Steppenwolf", welcher 1927 erschien, sowie Else Lasker- Schüler mit dem Gedicht ,,Meine Wunder", welche 1911 erschien. Der Expressionismus war geprägt von Männern, des- wegen war Else Lasker-Schüler eine besondere Vertreterin dieser Zeit. Der Naturalismus Um meine Fragestellung genau diskutieren zu können, möchte ich einen kurzen Ausblick auf den Naturalismus geben. Der Naturalismus beschäftigte sich, wie der Expressionismus, mit den The- men Großstädte und die Industrialisierung, allerdings beschäftigte er sich auch mit den verschie- denen Gesellschaftsschichten. ,,Die Themen für ihre Werke fanden sie regelrecht auf der Straße" (,,Naturalismus Literaturepoche Merkmale und Autoren", Wolfgang Pohl) so sagt er es in seinem Text zum Naturalismus. Sie wollten die Wirklichkeit und die damit verbundenen Probleme de- tailliert und greifbar darstellen, dabei orientierten sie sich an naturwissenschaftlichen Metho- den. Die Bewegung des Naturalismus ist als eine Aufstandsbewegung gegen die Politik sowie gegen die sozialen und kulturellen Verhältnisse zu sehen, da sich durch die Industrialisierung die Gesellschaft in Kapitalismus und Sozialismus spaltete. Die Autoren dieser Zeit protestierten da- gegen und gegen die traditionellen Formen. So belegten die Dichter ihre Texte oft 4 Übergreifen des Satzes in den nächsten Vers 5 Komplettes Gedicht siehe Anhang

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Vielen Dank, wirklich hilfreich für mich, da wir gerade genau das Thema in der Schule haben 😁

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Denn die klaren und schönen Strukturen in Texten sollten aufge- brochen werden und auch die oberen Schichten mit ihrem Prunk fanden keinen Platz bei den Expressionisten. So schrieben die meisten Expressionisten ihre Texte formlos um die Irrungen und Wirrungen besser zu veranschaulichen. Auch die Integration des Hässlichen, die auch im Naturalismus benutzt wurde, fand seinen Platz. Der Expressionismus beschäftigte sich, so wie der Naturalismus, auch mit der steigenden Industrialisierung und den damit wachsenden Groß- städten, welche eine Reizüberflutung für die Menschen waren. Auch glaubten die meisten Seite 4 Expressionisten der Zeit nicht an Gott. Zum schreiben ihrer Texte nutzten sie Wortneuschöpfun- gen um Geschehnisse oder Zustände besser zu beschreiben. Eine Wortneuschöpfung war z. B. ,,Fleischerfaust", welche im Gedicht der „Gott der Stadt" von Heym zu finden ist². Verben und Adjektive in Texten waren ein beliebtes Mittel um sie besser darzustellen und ein Gefühl zu ver- mitteln. Darum wurden in den Texten auch Stilmittel wie Metaphern oder Personifikationen verwendet. Werke und Autoren Georg Heym war ein Autor des Expressionismus. Er wurde am 30.10.1887 in Polen geboren und verstarb, bei einem Unfall beim Eislaufen, am 16.01.1912 in Berlin. Georg Heym war ein wichti- ger Lyriker des Frühexpressionismus. Er war sehr geprägt durch sein strenges Elternhaus. Der Vater war sehr religiös, die Mutter hielt sich zurück und auch seine Schwester richtete sich nach seinem Vater. Da der Vater Staats- und später auch Reichsmilitärstaatsanwalt war, wechselten sie oft den Wohnort und Heym besuchte verschiedene Schulen. Wegen seinen schlechten Schul- leistungen wurde er 1906 nicht zum Abitur zugelassen, machte dann jedoch 1907 sein Schulab- schluss. Nach seinem Abitur studierte er Jura, schrieb aber während seines Studiums einige Werke. 1909/1910 trat Heym in den Neuen Club in Berlin ein, ein wichtiger Schritt in seiner Laufbahn. Der Neue Club war eine Bewegung von Künstler und Studenten, welche sich gegen die politische Situation einsetzten und jegliche Strenge sowie regelkonforme Ansätze in Kunst und Wissenschaft ablehnten. Kurz nach seinem Eintritt in den Club veröffentlichte er 1910/1911 das Gedicht,,Der Gott der Stadt". Ein Gedicht, welches die Industrialisierung und den Dreck der Stadt kritisch betrachtet. In diesem Gedicht sind viele Merkmale des Expressionismus enthalten. Das Gedicht hat fünf Strophen mit jeweils vier Versen und ist in einem Wechselreim geschrie- ben. Im ersten Vers des Gedichtes erfahren wir, dass jemand auf einem Häuserblock sitzt, daher weiß der Leser, dass sich das Gedicht szenisch in einer Stadt abspielt. Im fünften Vers erfährt der Leser wer dieser jemand ist, nämlich ein Baal. ³Der Baal ist ein Abgott und da die Expressio- nisten nicht an Gott geglaubt haben, könnte es trotzdem sein, dass es für sie Abgötter gab. Das Bild des Abgottes könnte so für alles Schlechte in der Stadt stehen und man verliert dadurch die Hoffnung, weil es keine „guten“ Götter in den Augen der Expressionisten gibt. Der Baal steht über der Stadt,Die großen Städte knien um ihn her“ („Der Gott der Stadt" von Georg Heym 1910/1911) und die Menschen der Stadt bringen ihm Opfer durch Tänze und Kirchenglocken, welche läuten und doch ist der Baal nicht zufrieden und wird in Vers vier sehr wütend. In Vers fünf folgt dann der Höhepunkt bei dem der Baal die Stadt mit seiner ,,Fleischerfaust" anzündet. Auch nutzt Heym den Vergleich von Abend und Morgen. Das Gedicht fängt am Abend an und 2 Siehe Anhang 3 Ein Baal ist ein Abgott Seite 5 Endet am Morgen. Während dieser Zeit wird ein Ablauf beschrieben. Der Abend steht dabei für Zerstörung und der Morgen soll einen Neuanfang darstellen. Ein Thema, welches im Expressio- nismus vor dem ersten Weltkrieg oft benutzt wurde. Auch werden die Farben zum Beschreiben von Gefühlen und hier besonders zum Beschreiben von all dem schlechten in der Stadt genutzt. In diesem Gedicht werden rot und schwarz zur Beschreibung genutzt. Der schwarze Smog, wel- cher um die Stirn des Baals liegt zeigt das schlechte der Industrialisierung. Besonders im Vers drei wird die Auswirkung der Industrialisierung beschrieben und auch das Leben in der Stadt. Der Baal herrscht über die Stadt und steht dabei für all die schlechten Auswirkungen, wie die Naturzerstörung, den Lärm und für die Enge in der Stadt. Heym nutz zum Ausdruck Farben und negative Verben und Adjektive, welche den Text düster wirken lassen. Auch nutzt er verschie- dene Stilmittel, wie Personifikationen „Die Größen Städte knien um ihn her." (,,Der Gott der Stadt" von Georg Heym 1910/1911) oder Methapern ,,Ein Meer von Feuer jagt durch eine Straße." (,,Der Gott der Stadt" von Georg Heym 1910/1911). Auch nutzt er Allegorien und Wort- verfremdungen wie es für diese Zeit üblich war. Auch die Struktur bleibt bis auf Vers 18 und 19, wo sich ein Enjambement 4 befindet, gleich. Man kann also sagen, dass Heym in seinem Gedicht viel Kritik an der Stadt und der Industrialisierung äußert und dies mit vielen anderen Themen des Expressionismus verknüpft.5 Weitere wichtige Werke und Autoren waren Herrmann Hesse mit ,,Der Steppenwolf", welcher 1927 erschien, sowie Else Lasker- Schüler mit dem Gedicht ,,Meine Wunder", welche 1911 erschien. Der Expressionismus war geprägt von Männern, des- wegen war Else Lasker-Schüler eine besondere Vertreterin dieser Zeit. Der Naturalismus Um meine Fragestellung genau diskutieren zu können, möchte ich einen kurzen Ausblick auf den Naturalismus geben. Der Naturalismus beschäftigte sich, wie der Expressionismus, mit den The- men Großstädte und die Industrialisierung, allerdings beschäftigte er sich auch mit den verschie- denen Gesellschaftsschichten. ,,Die Themen für ihre Werke fanden sie regelrecht auf der Straße" (,,Naturalismus Literaturepoche Merkmale und Autoren", Wolfgang Pohl) so sagt er es in seinem Text zum Naturalismus. Sie wollten die Wirklichkeit und die damit verbundenen Probleme de- tailliert und greifbar darstellen, dabei orientierten sie sich an naturwissenschaftlichen Metho- den. Die Bewegung des Naturalismus ist als eine Aufstandsbewegung gegen die Politik sowie gegen die sozialen und kulturellen Verhältnisse zu sehen, da sich durch die Industrialisierung die Gesellschaft in Kapitalismus und Sozialismus spaltete. Die Autoren dieser Zeit protestierten da- gegen und gegen die traditionellen Formen. So belegten die Dichter ihre Texte oft 4 Übergreifen des Satzes in den nächsten Vers 5 Komplettes Gedicht siehe Anhang