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Gedichtvergleich: Brentano mit „In der Fremde“ und „In der Fremde“ von Günter Kunert

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Gedichtvergleich Eine Reise zu erleben ist ein vielfach gestaltetes Thema. Ob man in den Urlaub fährt oder eine Lebensreise macht, ob diese Reise lang oder kurz ist. Eine Reise kann ein Symbol für das ganze Leben sein, aber auch nur für kürzere Lebensabschnitte sein, in denen eine Beziehung oder Person eine Wandlung macht. Eine Reise kann ein gutes, aber auch ein schlechtes Ende nehmen. Das im Jahre 1810 von Clemens Brentano verfasste Gedicht „In der Fremde“ beschreibt das lyrische Ich, welches sich auf einer langen Reise befindet, welche in die Natur führt, wo er dann auch ein neues Zuhause und Geborgenheit findet und sein Ziel einer neuen Heimat erreicht. Das Gedicht ist in fünf Strophen mit je vier Versen gegliedert. Es ist ein Kreuzreim mit einem vierhebigen Trochäus zuerkennen. Durch das gesamte Gedicht zieht sich zudem eine männliche Kadenz. Schon durch diese klare und stimmige Strukturierung entsteht eine erste harmonische Stimmung. Schon der Titel Brentanos Gedicht ,,In der Fremde" weist daraufhin, dass er in eine fremde Umgebung wandert. In der ersten Strophe des Gedichts wird verdeutlicht, wie „weit" (V.1) das lyrische Ich (vgl. V.1) in die neue Umgebung gereist ist. Durch „über Berg und über Tal" (V.2) wird gezeigt, dass der Weg, denn das lyrische Ich auf sich nahm durch verschiedene Umgebungen führte. Auch wenn...

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es nach seiner Reise nun in eine fremde Umgebung reist, verlässt der „treue Himmelsbogen" (V. 4) das lyrische Ich nicht, denn er folgt ihm „überall“ (V. 4) hin. Der Himmel gibt ihm somit eine Sicherheit und das lyrische Ich fühlt sich somit durch den Himmel geborgen. In der zweiten Strophe führt die Reise das lyrische Ich in einen Wald. Er fühlt sich dort unabhängig und findet dort eine „Herberge" (V. 7), welche sein neues Zuhause werden könnte. Durch die ,,lieb` Frau Nachtigall" (V. 8), welche die Besitzerin der Herberge ist, erfüllt sich das lyrische Ich erneut mit Geborgenheit und sorgt dafür, dass er sich erwünscht fühlt. Dass sich die Wirtin um „ihre Gäste“ (V.10) sorgt, wird in Strophe drei verdeutlicht. Es wird zunächst verdeutlicht, dass sie die Mutter des Waldes ist. Die Geborgenheit und „ihre lieb`[e]" (V.8) Art spiegelt sich auch in der Natur wider. Sie kümmert sich rund um die Uhr um ihre Gäste. „Bis sich Schlaf und Traum und Friede auf die müde Seele senkt." (V.11/12). Auch die Aufzählung von ,,Schlaf und Traum und Friede" (V.11) verdeutlicht mit diesen beruhigenden Begriffen die in der Natur vorhandene Harmonie. In Strophe vier beginn mit einer Anapher, die durch „Und ich hör“ (V.13 & V.14) und „Und ich fühl“ (V.15) verdeutlicht, wie intensiv das lyrische Ich seine Umgebung war nimmt. Durch die Wiederholung von „dieselbe(n)“ (V. 13/14) zeigt das lyrische Ich auch, dass der Wald wie seine Heimat auf ihn wirkt. Er fühlt sich direkt verbunden und nimmt aber auch negative Gefühle, wie ,,Klagen" (V.13) wahr, was aber jedoch auch zu seiner direkten Verbindung zum Wald führt. Auch, dass das Herz [...] in (s)einer Brust“ (V.15/16) „hier wie dort“ (V.16) schlägt, zeigt, dass es kaum eine Veränderung für das lyrische Ich in seiner neuen Umgebung gibt. Der Wald ist also direkt seine neue Heimat, die aber eigentlich eine neue Umgebung ist. In der letzten Strophe Brentanos Gedichts gesteht das lyrische Ich, dass er in der Natur „hier zu Haus" (V.20) ist. Dass die Natur ihn glücklich macht und er sich wohl fühlt, wird durch die Personifikation des Flusses, welcher ihm ,,zu Füßen spielt mit freudigem Gebraus" (V.17/18) verdeutlicht, da der Fluss sozusagen extra für das lyrische Ich spielt. Außerdem wird die Freude des Flusses auch auf das lyrische Ich übertragen. Zudem spielt auch der Himmel mit den gleichen Sternen, wie er auch in seiner verlassenen Heimat hatte, eine wichtige Rolle bei seinem neuen Heimatsgefühl. Somit lässt sich aus seiner Reise in die Natur erkennen, dass es sich um das Motiv der Bildungsreise handelt, was eines der typischen Merkmale der Reiselyrik ist. Dass das Gedicht aus der Epoche der Romantik ist, lässt sich nicht an dem Erstellungsjahr erkennen, sondern auch an der typisch gefühlvollen, leidenschaftlichen Stimmung und an dem intensiven Erleben der wunderbaren Natur. Zu dem kommt es typischerweise zur häufigen Verwendung von sprachlichen mitteln, wie Spielen des Flusses oder der Frau Nachtigall als Wirtin der Herberge. Im Gegensatz zu dem Gedicht ,,In der Fremde" steht Günter Kunerts Gedicht ,,Reiseresümee" aus dem Jahre 1987. In diesem Gedicht geht es um das lyrische Ich, welches sich auf eine Reise macht, um neue Erkenntnisse zu erreichen. Das lyrische Ich scheitert jedoch und kann keinen Zugang zu der neuen Umgebung finden. Hierbei handelt es sich nicht um die Erzählung aus der Ich-Perspektive, sondern es wird direkt per „Du“ (V.1) der Leser angesprochen und miteinbezogen. Der Leser wird auf eine Reise in ein städtisches Gebiet mitgenommen, was auf das typische Reiselyrik-Motiv Homo Viator hindeutet. Das Gedicht ist aus der Moderne, was an der Jahreszahl, wie aber auch an dem geringen Einsatz an sprachlichen Mitteln zu erkennen ist. Aus vier Strophen mit je vier Versen ist als Metrum der Trochäus vorzufinden. Anders als im ersten Gedicht handelt es um eine wechselnde Kadenz. Es ist zu dem kein einheitliches Reimschema vorzufinden. Man kann zwar vereinzelt Reime im Kreuzreim finden, jedoch sind viele Verswaisen vorhanden. Schon dieses uneinheitliche Schema weist auf das Durcheinander im gesamten Gedicht hin und zeigt, dass das lyrische Ich sehr durcheinander und unzufrieden ist. Schon dieser Gegensatz verdeutlicht sehr, dass die zwei Gedicht das komplette Gegenteil voneinander sind. Schon in der ersten Strophe erklärt das lyrische Ich dem Leser, dass man sich an einem fremden Ort selbst sehr fremd wird (V.1/2). Das zeigt, dass sich das lyrische Ich sich von Beginn an nicht sehr wohl fühlt. Im Weiteren wird auch durch die Alliteration „Verschlossene Tür und Tore“ (V.3) verdoppelt klargestellt, dass alles zu bleibt und unzugänglich ist. Dem lyrischen Ich fehlt das „Losungswort" (V.4), um die ,,Verschlossene Tür und Tore" (V.3) zu öffnen. Ihm bleibt somit die fremde Umgebung verschlossen. Er findet anders als das lyrische Ich in Brentanos Gedicht keinen Zugang zu der neuen Umgebung und kann die Häuser und verschiedenen Orte nur von außen betrachten, aber sie nicht betreten. In der zweiten Strophe erklärt das lyrische ich, wie er seine Umgebung wahrnimmt. Dass die ,,Fassaden" (V.5) ,abweisend“ (V. 5) wirken, lässt darauf schließen, dass das lyrische Ich die Umgebung als kalt und unfreundlich wahrnimmt. Es kann „kein Haus“ (V.6) finden und auch der ,,Himmel droben" (V.7), welcher überall der gleiche ist, kommt dem lyrischen Ich unbekannt vor. Auch in der nächsten Strophe bleibt ihm der Weg verschlossen, denn hier versperren ihm die Straßen den Weg. Durch die Personifikation der „Straßen“ (V.9) und dass diese ihm „fast feindlich“ (V.10) den Weg versperren, wird erneut verdeutlich, dass sich das lyrische Ich sich nicht wohl und sogar deplatziert fühlt. Am Ende der dritten Strophe fasst er vorerst zusammen, dass durch die ,,Geschichte" (V.11), womit er seine Reise meint, nur „Schatten als Beleg“ (V. 12) entstand. Somit hatte die Reise keinen Nutzen für das lyrische ich. Die Schatten spiegeln nämlich die Sinnlosigkeit der Reise wider. In der vierten und letzten Strophe gibt er nun sein „Reiseresümee" ab, welches er von den ,,stummen Steine[n]" (V.13) zu hören bekommt. Die Steine sind in diesem Fall eine Metapher und stehen für das Undurchdringliche auf Grund ihrer Härte. Durch die Undurchdringbarkeit ist es für das lyrische Ich nicht möglich in der städtischen Umgebung Fuß zufassen und das Wohlfühlen wird ihm verwehrt. Dies wird auch durch ,,Du ziehst hier keine Spur!" (V.14) untermauert. Durch das Paradoxon, dass die Steine eigentlich stumm sind, aber trotzdem reden können, wird die Sinnlosigkeit der Reise verdeutlicht. Dass das lyrische Ich jedoch nicht das einzige ist, das diesen Ort nicht durchdringen konnte, belegen die letzten zwei Verse des Gedichts Kunerts: „So wenig, wie sonst jeder der diesen Ort erfuhr." (V.15/16) Das Resümee gibt dem lyrischen Ich eine frustrierende Einsicht, und zwar dass dies der falsche Ort ist und seine Reise gescheitert ist. Das Scheitern und die Unerfülltheit des lyrischen Ichs lässt sich abschließend auf das uneinheitliche Reimschema schließen, da nun durch dieses auch schon ein Durcheinander verdeutlicht wird. Durch die Syntax mit dem Doppelpunkt am Ende des ersten Verses in Strophe vier wird zudem herausgehoben, dass es sich in den letzten drei Versen um das abschließende Fazit des Gedichts handelt. Vergleichend lässt sich sagen, dass das lyrische Ich in beiden Gedichten den Wunsch nach Geborgenheit und Zufriedenheit hat, jedoch kann nur das lyrische Ich Brentanos diesen Wunsch erfüllen, denn Heimatlosigkeit ist das zentrale Motiv in Kunerts Gedicht, was nicht mit Geborgenheit und Zufriedenheit harmonisiert. Das Heimatgefühl hingegen kann Brentanos lyrische Ich in der Natur finden. Auch der Himmel spielt in beiden Gedichten ein wichtige, doch auch sehr unterschiedliche Rolle, denn für Brentanos lyrische Ich ist der Himmel ein Wegbegleiter und gibt dem lyrischen Ich Schutz. Das lyrische Ich in Kunerts Gedicht hingegen findet den Himmel in seiner städtischen Umgebung fremd und unbekannt, weshalb er mit dem Ort nicht harmonisieren kann. Zudem spricht Brentanos lyrisches Ich von seinen persönlichen Erfahrungen und berichtet, wohin gegen Kunerts lyrisches Ich den Leser direkt anspricht und alles verallgemeinert. Auch das Motiv des Reisens hat zwei verschiedene Bedeutungen in den Gedichten. In Kunerts Gedicht dient das Reisen als Nutzen, um sich zu vervollständigen. In Brentanos Gedicht hingegen zeigt das Reisen die Schönheit der Natur und zeigt die Freude beim Erleben der verschiedenen Erscheinungsformen, die die Natur hergibt, wie zum Beispiel die „lieb` Frau Nachtigall" (V.8) oder den ,,wilden Wasserfall" (V.6). Zum Abschluss kann man über die Gedichte sagen, dass sie zwar beide eine Reise thematisieren, jedoch dass die Reisen zum einen eine andere Bedeutung haben und zum anderen durch andere Blickwinkel wiedergegeben werden. Durch Brentanos Gedicht wird das Gefühl von Geborgenheit und Freude am Reisen weitergegeben, zu dem auch das Sprichwort ,,Der Weg ist das Ziel" sehr gut passt. Man bekommt als Leser Lust sich zu verwirklichen und selbst neue Erfahrungen und Erkenntnisse auf einer Reise zu erlangen. Durch Kunerts Gedicht hingegen kommt es zu einer Entfremdung dem Reisen gegenüber und der Leser verliert die Lust, selbst sich auf den Weg zu machen, denn dem Leser wird das Gefühl von Einsamkeit und Scheitern vermittelt. Beide Gedichte erfüllen ihren Zweck und zeigen beide ein Abbild der Realität beim Reisen, denn zum einen gibt immer wieder schöne Erlebnisse und Erfahrungen, die einen unterstützen und erfreuen. Zum anderen jedoch ist nicht immer alles schön und nimmt das erwünschte Ende, weshalb das zweite Gedicht den Leser wieder aus seinen Träumereien zurückholt und auch negative Dinge beibringt.

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Vielen Dank, wirklich hilfreich für mich, da wir gerade genau das Thema in der Schule haben 😁

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es nach seiner Reise nun in eine fremde Umgebung reist, verlässt der „treue Himmelsbogen" (V. 4) das lyrische Ich nicht, denn er folgt ihm „überall“ (V. 4) hin. Der Himmel gibt ihm somit eine Sicherheit und das lyrische Ich fühlt sich somit durch den Himmel geborgen. In der zweiten Strophe führt die Reise das lyrische Ich in einen Wald. Er fühlt sich dort unabhängig und findet dort eine „Herberge" (V. 7), welche sein neues Zuhause werden könnte. Durch die ,,lieb` Frau Nachtigall" (V. 8), welche die Besitzerin der Herberge ist, erfüllt sich das lyrische Ich erneut mit Geborgenheit und sorgt dafür, dass er sich erwünscht fühlt. Dass sich die Wirtin um „ihre Gäste“ (V.10) sorgt, wird in Strophe drei verdeutlicht. Es wird zunächst verdeutlicht, dass sie die Mutter des Waldes ist. Die Geborgenheit und „ihre lieb`[e]" (V.8) Art spiegelt sich auch in der Natur wider. Sie kümmert sich rund um die Uhr um ihre Gäste. „Bis sich Schlaf und Traum und Friede auf die müde Seele senkt." (V.11/12). Auch die Aufzählung von ,,Schlaf und Traum und Friede" (V.11) verdeutlicht mit diesen beruhigenden Begriffen die in der Natur vorhandene Harmonie. In Strophe vier beginn mit einer Anapher, die durch „Und ich hör“ (V.13 & V.14) und „Und ich fühl“ (V.15) verdeutlicht, wie intensiv das lyrische Ich seine Umgebung war nimmt. Durch die Wiederholung von „dieselbe(n)“ (V. 13/14) zeigt das lyrische Ich auch, dass der Wald wie seine Heimat auf ihn wirkt. Er fühlt sich direkt verbunden und nimmt aber auch negative Gefühle, wie ,,Klagen" (V.13) wahr, was aber jedoch auch zu seiner direkten Verbindung zum Wald führt. Auch, dass das Herz [...] in (s)einer Brust“ (V.15/16) „hier wie dort“ (V.16) schlägt, zeigt, dass es kaum eine Veränderung für das lyrische Ich in seiner neuen Umgebung gibt. Der Wald ist also direkt seine neue Heimat, die aber eigentlich eine neue Umgebung ist. In der letzten Strophe Brentanos Gedichts gesteht das lyrische Ich, dass er in der Natur „hier zu Haus" (V.20) ist. Dass die Natur ihn glücklich macht und er sich wohl fühlt, wird durch die Personifikation des Flusses, welcher ihm ,,zu Füßen spielt mit freudigem Gebraus" (V.17/18) verdeutlicht, da der Fluss sozusagen extra für das lyrische Ich spielt. Außerdem wird die Freude des Flusses auch auf das lyrische Ich übertragen. Zudem spielt auch der Himmel mit den gleichen Sternen, wie er auch in seiner verlassenen Heimat hatte, eine wichtige Rolle bei seinem neuen Heimatsgefühl. Somit lässt sich aus seiner Reise in die Natur erkennen, dass es sich um das Motiv der Bildungsreise handelt, was eines der typischen Merkmale der Reiselyrik ist. Dass das Gedicht aus der Epoche der Romantik ist, lässt sich nicht an dem Erstellungsjahr erkennen, sondern auch an der typisch gefühlvollen, leidenschaftlichen Stimmung und an dem intensiven Erleben der wunderbaren Natur. Zu dem kommt es typischerweise zur häufigen Verwendung von sprachlichen mitteln, wie Spielen des Flusses oder der Frau Nachtigall als Wirtin der Herberge. Im Gegensatz zu dem Gedicht ,,In der Fremde" steht Günter Kunerts Gedicht ,,Reiseresümee" aus dem Jahre 1987. In diesem Gedicht geht es um das lyrische Ich, welches sich auf eine Reise macht, um neue Erkenntnisse zu erreichen. Das lyrische Ich scheitert jedoch und kann keinen Zugang zu der neuen Umgebung finden. Hierbei handelt es sich nicht um die Erzählung aus der Ich-Perspektive, sondern es wird direkt per „Du“ (V.1) der Leser angesprochen und miteinbezogen. Der Leser wird auf eine Reise in ein städtisches Gebiet mitgenommen, was auf das typische Reiselyrik-Motiv Homo Viator hindeutet. Das Gedicht ist aus der Moderne, was an der Jahreszahl, wie aber auch an dem geringen Einsatz an sprachlichen Mitteln zu erkennen ist. Aus vier Strophen mit je vier Versen ist als Metrum der Trochäus vorzufinden. Anders als im ersten Gedicht handelt es um eine wechselnde Kadenz. Es ist zu dem kein einheitliches Reimschema vorzufinden. Man kann zwar vereinzelt Reime im Kreuzreim finden, jedoch sind viele Verswaisen vorhanden. Schon dieses uneinheitliche Schema weist auf das Durcheinander im gesamten Gedicht hin und zeigt, dass das lyrische Ich sehr durcheinander und unzufrieden ist. Schon dieser Gegensatz verdeutlicht sehr, dass die zwei Gedicht das komplette Gegenteil voneinander sind. Schon in der ersten Strophe erklärt das lyrische Ich dem Leser, dass man sich an einem fremden Ort selbst sehr fremd wird (V.1/2). Das zeigt, dass sich das lyrische Ich sich von Beginn an nicht sehr wohl fühlt. Im Weiteren wird auch durch die Alliteration „Verschlossene Tür und Tore“ (V.3) verdoppelt klargestellt, dass alles zu bleibt und unzugänglich ist. Dem lyrischen Ich fehlt das „Losungswort" (V.4), um die ,,Verschlossene Tür und Tore" (V.3) zu öffnen. Ihm bleibt somit die fremde Umgebung verschlossen. Er findet anders als das lyrische Ich in Brentanos Gedicht keinen Zugang zu der neuen Umgebung und kann die Häuser und verschiedenen Orte nur von außen betrachten, aber sie nicht betreten. In der zweiten Strophe erklärt das lyrische ich, wie er seine Umgebung wahrnimmt. Dass die ,,Fassaden" (V.5) ,abweisend“ (V. 5) wirken, lässt darauf schließen, dass das lyrische Ich die Umgebung als kalt und unfreundlich wahrnimmt. Es kann „kein Haus“ (V.6) finden und auch der ,,Himmel droben" (V.7), welcher überall der gleiche ist, kommt dem lyrischen Ich unbekannt vor. Auch in der nächsten Strophe bleibt ihm der Weg verschlossen, denn hier versperren ihm die Straßen den Weg. Durch die Personifikation der „Straßen“ (V.9) und dass diese ihm „fast feindlich“ (V.10) den Weg versperren, wird erneut verdeutlich, dass sich das lyrische Ich sich nicht wohl und sogar deplatziert fühlt. Am Ende der dritten Strophe fasst er vorerst zusammen, dass durch die ,,Geschichte" (V.11), womit er seine Reise meint, nur „Schatten als Beleg“ (V. 12) entstand. Somit hatte die Reise keinen Nutzen für das lyrische ich. Die Schatten spiegeln nämlich die Sinnlosigkeit der Reise wider. In der vierten und letzten Strophe gibt er nun sein „Reiseresümee" ab, welches er von den ,,stummen Steine[n]" (V.13) zu hören bekommt. Die Steine sind in diesem Fall eine Metapher und stehen für das Undurchdringliche auf Grund ihrer Härte. Durch die Undurchdringbarkeit ist es für das lyrische Ich nicht möglich in der städtischen Umgebung Fuß zufassen und das Wohlfühlen wird ihm verwehrt. Dies wird auch durch ,,Du ziehst hier keine Spur!" (V.14) untermauert. Durch das Paradoxon, dass die Steine eigentlich stumm sind, aber trotzdem reden können, wird die Sinnlosigkeit der Reise verdeutlicht. Dass das lyrische Ich jedoch nicht das einzige ist, das diesen Ort nicht durchdringen konnte, belegen die letzten zwei Verse des Gedichts Kunerts: „So wenig, wie sonst jeder der diesen Ort erfuhr." (V.15/16) Das Resümee gibt dem lyrischen Ich eine frustrierende Einsicht, und zwar dass dies der falsche Ort ist und seine Reise gescheitert ist. Das Scheitern und die Unerfülltheit des lyrischen Ichs lässt sich abschließend auf das uneinheitliche Reimschema schließen, da nun durch dieses auch schon ein Durcheinander verdeutlicht wird. Durch die Syntax mit dem Doppelpunkt am Ende des ersten Verses in Strophe vier wird zudem herausgehoben, dass es sich in den letzten drei Versen um das abschließende Fazit des Gedichts handelt. Vergleichend lässt sich sagen, dass das lyrische Ich in beiden Gedichten den Wunsch nach Geborgenheit und Zufriedenheit hat, jedoch kann nur das lyrische Ich Brentanos diesen Wunsch erfüllen, denn Heimatlosigkeit ist das zentrale Motiv in Kunerts Gedicht, was nicht mit Geborgenheit und Zufriedenheit harmonisiert. Das Heimatgefühl hingegen kann Brentanos lyrische Ich in der Natur finden. Auch der Himmel spielt in beiden Gedichten ein wichtige, doch auch sehr unterschiedliche Rolle, denn für Brentanos lyrische Ich ist der Himmel ein Wegbegleiter und gibt dem lyrischen Ich Schutz. Das lyrische Ich in Kunerts Gedicht hingegen findet den Himmel in seiner städtischen Umgebung fremd und unbekannt, weshalb er mit dem Ort nicht harmonisieren kann. Zudem spricht Brentanos lyrisches Ich von seinen persönlichen Erfahrungen und berichtet, wohin gegen Kunerts lyrisches Ich den Leser direkt anspricht und alles verallgemeinert. Auch das Motiv des Reisens hat zwei verschiedene Bedeutungen in den Gedichten. In Kunerts Gedicht dient das Reisen als Nutzen, um sich zu vervollständigen. In Brentanos Gedicht hingegen zeigt das Reisen die Schönheit der Natur und zeigt die Freude beim Erleben der verschiedenen Erscheinungsformen, die die Natur hergibt, wie zum Beispiel die „lieb` Frau Nachtigall" (V.8) oder den ,,wilden Wasserfall" (V.6). Zum Abschluss kann man über die Gedichte sagen, dass sie zwar beide eine Reise thematisieren, jedoch dass die Reisen zum einen eine andere Bedeutung haben und zum anderen durch andere Blickwinkel wiedergegeben werden. Durch Brentanos Gedicht wird das Gefühl von Geborgenheit und Freude am Reisen weitergegeben, zu dem auch das Sprichwort ,,Der Weg ist das Ziel" sehr gut passt. Man bekommt als Leser Lust sich zu verwirklichen und selbst neue Erfahrungen und Erkenntnisse auf einer Reise zu erlangen. Durch Kunerts Gedicht hingegen kommt es zu einer Entfremdung dem Reisen gegenüber und der Leser verliert die Lust, selbst sich auf den Weg zu machen, denn dem Leser wird das Gefühl von Einsamkeit und Scheitern vermittelt. Beide Gedichte erfüllen ihren Zweck und zeigen beide ein Abbild der Realität beim Reisen, denn zum einen gibt immer wieder schöne Erlebnisse und Erfahrungen, die einen unterstützen und erfreuen. Zum anderen jedoch ist nicht immer alles schön und nimmt das erwünschte Ende, weshalb das zweite Gedicht den Leser wieder aus seinen Träumereien zurückholt und auch negative Dinge beibringt.