Herrschaftsformen im Wandel: Vom Absolutismus zur Aufklärung
Im Zeitalter des Barock herrschte in Europa der Absolutismus, wie ihn Ludwig XIV. verkörperte. Deutschland war damals als Heiliges Römisches Reich deutscher Nation zersplittert. Die Menschen sehnten sich nach Sicherheit und Ordnung, was der Absolutismus zu bieten schien. In diesem System vereinte der Herrscher die gesamte Macht – Legislative, Exekutive und Judikative – und regierte nach religiösen Grundsätzen.
Mit der Aufklärung entwickelte sich der aufgeklärte Absolutismus, dessen bedeutendster Vertreter Friedrich II. von Preußen war. Anders als beim reinen Absolutismus orientierten sich aufgeklärte Monarchen wie Friedrich der Große und Kaiser Joseph II. nicht nur an religiösen Geboten, sondern auch an den Ideen der Vernunft. Sie strebten eine vernünftige Staatsordnung an, behielten aber die absolute Macht in ihren Händen.
Wusstest du? Obwohl Friedrich II. von Preußen als "aufgeklärter" Herrscher galt, hatte er immer noch absolute Macht. Der Unterschied zum klassischen Absolutismus lag darin, wie er diese Macht einsetzte - er bezeichnete sich selbst als "ersten Diener des Staates".
Die Epoche des Sturm und Drang fiel zeitlich mit dem aufgeklärten Absolutismus zusammen. Das Ende dieser Herrschaftsform wurde schließlich durch die Französische Revolution eingeleitet, die Europa politisch erschüttern sollte.



