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Mündliches Deutsch Abitur 2021

11.7.2021

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Abitur 2021
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Abitur 2021 Deutsch Themenübersicht 1. Kurzprosa 2. 3. 4. 5. 1.1. Textsorten 1.2. Aufbau Analyse 1.3. Aspekte Reiselyrik 2.1. Bedeutung Reisen 2.2. Aufbau Analyse 2.3. Aspekte 2.4. Stilmittel 2.5. Epochenwissen Sachtexte 3.1. Thema Sprache 3.2. Argumenttypen 3.3. Kommunikationsmodelle Der Trafikant 4.1. Inhalt Faust - Der Tragödie Erster Teil 5.1. Inhalt 5.2. Figurencharakterisierung 1. Kurzprosa Textsorten Kurzgeschichte (Form der Epik) ● Geschichte, die in einem Zug zu lesen ist ("kurz") ● handelt meist von alltäglichen Begebenheiten, die eine überraschende Wendung nehmen wenig Figuren, oftmals "Typen" (keine Namen, übertragbar) nur ein Handlungsstrang, umfasst relativ kurze Zeitspanne, kein Ortswechsel ● beginnt mit unmittelbarem Einstieg, keine Vorstellung der Figuren, rascher Handlungsverlauf (Höhepunkt) → endet offen (d.h. mehrere Ausgänge der Handlung denkbar) ● Parabel ● dient dem veranschaulichenden Erzählen ● versteht sich als eine Aufforderung zum Denken → regt den Leser anhand eines bildhaften Beispiels an, einen entsprechenden allgemeinen Sachverhalt zu finden ● → der Bildteil (Gesagtes, metaphorischer Bereich) der Parabel wird mit dem Sachteil (Gemeintes, thematischer Bereich / Deutungsebene) verknüpft Intention: Suche nach der Wahrheit (= Erkenntnis des sinnvollen Handelns) → Appellcharakter (Unterstützung durch Einkleidung der Parabelerzählung in eine Gesprächssituation = situative, kommunikative Ebene) Aufbau Analyse 1) erste Leseeindrücke → Stichpunkte notieren, wichtige Wörter markieren 2) Basissatz: Art (Kurzgeschichte oder Parabel?), Titel, Autor, Erscheinungsjahr (und -ort) 3) Wirkung und Deutungshypothese 4) Inhalt kurz in eigenen Worten wiedergeben → Aufbau und Handlungsverlauf der Kurzgeschichte 5) Textimmanente Analyse und Interpretation → Analyseaspekte beachten → Schritt 4) kann auch parallel zu Schritt 5) ablaufen (Inhalt - Analyse - Inhalt - Analyse...) 6) Textexterne Analyse und Interpretation (Kontextwissen...

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nutzen) → Wissen über den Autor / Prägung der Erzählung durch Zeit und Ort im Text → literarische Gattung reflektieren 7) Schluss: wichtigste Analysepunkte zusammenfassen Gesagtes (Bildteil) → Überprüfung der Deutungshypothese → auch: Beurteilung des epischen Textes (z.B. Aktualität, Übertragbarkeit) 1 Gemeintes (Sachteil) Aspekte Aufbau und Handlungsverlauf ● Gestaltung von Anfang und Ende ● entscheidende Handlungsabläufe / Ereignisse Handlungsumschwünge ● innere / äußere Handlung Thema und Motive Figuren und Figurenkonstellationen ● Charakterisierung durch den Erzähler (Erscheinungsbild, Verhalten) ● Selbstcharakterisierung durch Handeln, sich Verhalten, durch die Redeweisen • Beziehung der Personen zueinander ● Kommunikationsverhalten (z.B. Redeanteile) Erzähler / Erzählverhalten ● Erzählform (Er- / Sie- / Ich-Erzähler / erlebendes oder erzählendes Ich), Erzählverhalten (auktorial = allwissend, personal, neutral), Erzählperspektive • Zuverlässigkeit des Erzählers ● szenisches oder panoramisches / berichtendes Erzählen • Vermittlung von Gedanken handelnder Figuren → direkte Rede, indirekte Rede, Rede- / Gedankenbericht, erlebte Rede, innerer Monolog Orte und Räume ● Außenräume und Innenräume ● Raumelemente → charakterisierende / symbolische Funktionen des Raums oder von einzelnen Raumelementen Zeitstruktur ● Zeitangaben (Tages- / Jahreszeit) historische Zeit ● Vor-/Nachgeschichte ● Erzählzeit (benötigte Zeit zum Lesen, Textmenge) vs. erzählte Zeit (Zeit, die in der Erzählung erzählt wird) ➜zeitdeckend: Erzählzeit = erzählte Zeit → zeitraffend: Erzählzeit < erzählte Zeit ➜zeitdehnend: Erzählzeit > erzählte Zeit 2 Syntax ● Parataxe: nebenordnender Satzbau, der mindestens zwei einfache Sätze oder Teilsätze miteinander verbindet → oft verbunden mit beiordnender Konjunktion ("und") ● Hypotaxe: Häufung von Satzverknüpfungen durch Unterordnung Inversionen: Umkehrung der sprachüblichen Satzgliedstellung ● Ellipsen, Anapher, Wiederholungen ● Modalität (Indikativ, Konjunktiv, Imperativ) Interpunktion Semantik und Wortebene • Tempus ● Wortwiederholungen, Antithesen ● Denotation: Grundbedeutung eines sprachlichen Ausdrucks → z.B. der Mond als Trabant der Erde ● Konnotation: individuelle (emotionale) Bedeutungskomponente(n) eines sprachlichen Ausdrucks → z.B. der Mond als Gefährte der Liebenden 2. Reiselyrik Bedeutung Reisen Symbolik eugierde, Abwechslung, Freiheit, schweifende Phantasie ● Seele: Fernweh, Heimweh, Sehnsucht, Traum etwas / jemanden verlassen, Ankommen, Erreichen eines Zieles Einsamkeit, Gesellschaft, Aufeinandertreffen mit dem Fremden ● Verknüpfung von Reise und Schreiben im Reisetagebuch oder Reisebericht ● Suche nach dem Sinn des Lebens, Wunsch nach Ganzheit und Einheit ● Sinnbild für die Lebensreise / -fahrt (Geburt bis Tod) → Motivbildung der Wanderung ● Suche nach einer anderen, Glück verheißenden Welt ● ● ● Erweiterung des Bewusstseins Gedankenreise: Selbstfindung Bewegung ● Struktur der Reise: Aufbruch, Weg in Etappen, Ziel und Rückkehr Möglichkeiten der Fortbewegung: zu Fuß, Schiff, Zug, Auto, Kutsche, Flugzeug, Kutsche, Tiere (Gedicht kann auch aus der Perspektive eines Fortbewegungsmittels verfasst sein) Raumerfahrung setzt Bewegung voraus, Bewegung im geografischen Raum ● 3 Haltung und Bewusstsein ● Position des lyrischen Ichs: Reisender, Beobachter ● Emotionen, Emotionalisierung des Sehens: Staunen und Bewunderung ● Erlebnis: Realitätsabbildung, Authentifizierung, Wirklichkeitstranszendierung (= Grenzen der Wirklichkeit überschreiten) Offenheit gegenüber dem Neuen / Unbekannten ● Reiseliteratur als Seherlebnis ● Bewusstseinshaltungen: Wahrnehmen und wahrgenommen werden → auch: Wahrnehmung des Umfelds (z.B. der Natur) ● Bewusstseinserweiterung: Wahrnehmung, Entdecken, Auseinandersetzung, Neuentdeckung, neue Begegnungen • Erinnerungen, Zeitreise Räume ● Grenzen, Grenzüberschreitungen ● natürliche (z.B. Berge) und artifizielle (= unecht) Räume Transiträume (z.B. Bahnhof) ● metaphysische Räume (geistig, seelisch, ...) Aufbau Analyse 1) erste Leseeindrücke → Stichpunkte notieren, wichtige Wörter markieren 2) Basissatz: Textsorte, Titel, Autor, Erscheinungsjahr (und -ort), Thema 3) Wirkung und Deutungshypothese (Kernaussage) → kurze Beschreibung der Situation, in der sich das lyrische Ich befindet → mögliche Aussage 4) Inhalt kurz in eigenen Worten wiedergeben 5) kurze Beschreibung der Form → äußere Gestaltung (Strophenzahl, Versanzahl, Hervorhebungen) →Gedichtform (Sonett / Ode / freie Rhythmen / frei Verse o.Ä.) → regelmäßiger Aufbau? (Sind Metrum und Reimschema durchgängig?) 6) Befassung mit einzelnen Strophen → Analyseaspekte beachten → Inhalt beschreiben und interpretieren → sprachliche Bilder und Mittel benennen und in Interpretation aufnehmen → Verknüpfung von Inhalt, Form und Sprache (Wirkung) 7) Zuordnung zu einer Epoche mit Begründung 8) Schluss: wichtigste Analysepunkte zusammenfassen und zentrale Deutung hervorheben (Überprüfung der Deutungshypothese) 4 Aspekte Inhalt Was ist das Thema? (auch Leitmotiv) Was wird dargestellt? → persönliches Erlebnis, Gefühl, Sachverhalt, Vorgang, allgemeine Gedanken... ● Was wird direkt mitgeteilt, was wird indirekt deutlich? Wie werden dargestellte Erlebnisse / Erfahrungen / Sachverhalte bewertet? Gibt es zeittypische Themen / Inhalte / Wertungen? • Stimmung ● ● ● Form ● Wie ist das Gedicht gegliedert? → Strophen, Anordnung / Aufbau der Verse Liegt eine bestimmte Gedichtform vor? ● → Sonett: zwei Quartette, zwei Terzette → Ballade (Erzählgedicht) → Lied (sangbares Gedicht): durchgängig gleiche Strophenform → Elegie (wehmütige Stimmung): ist in Distichen verfasst (ein Hexameter und ein Pentameter) Gibt es ein Reimschema? Welches? Welche Funktion hat es? → Paarreim: aa, Kreuzreim: abab, umarmender Reim: abba, Schweifreim aabccb, dreifache Reimreihe: abcabc, Haufenreim: aaaa... → Binnenreim: Wörter in ein und demselben Vers reimen sich → unreiner Reim: die Konsonanten der Reimwörter stimmen nicht überein Ist das Metrum (Versmaß) einheitlich? Was bewirken eventuelle Abweichungen? → Trochäus: Xx, Jambus: xX, Daktylus: XXX, Anapäst: xxx → Kadenz: Abschluss eines Verses (weiblich: Xx, männlich: xX) → Versform: Anzahl der Hebungen im Vers (z.B. Alexandriner: sechshebiger Jambus) Sprache ● Welche auffälligen Stilmittel gibt es? ● Welche Tempora werden verwendet? ● Dominiert eine Wortart? ● Gibt es Ironiesignale oder rhetorische Fragen? Perspektive ● Wer spricht? Tritt ein lyrisches Ich auf? Richtet sich das Gedicht an einen bestimmten Adressaten → Gibt es ein angesprochenes Du? 5 Stilmittel Stilmittel Alliteration Allusion Anapher Anrede Antithese Ellipse Enjambement Zeilenstil Hyperbel Inversion Ironie Klimax Lautmalerei Metapher Neologismus Oxymoron Parallelismus Erklärung und Beispiel ● mehrere Wörter mit dem gleichen Anfangsbuchstaben → Milch macht müde Männer munter. ● Anspielung → Du weißt, was ich meine. ● Wiederholung eines Wortes / einer Wortgruppe am Versanfang → Er hasste die Fabrik, er hasste seine Arbeit... • Hinwendung an den Adressaten einander entgegengestellte Begriffe, Bedeutungen oder Gedanken →Himmel und Hölle • grammatisch unvollständiger Satz → Ende gut, alles gut. ● Zeilensprung: Zeilenende und Satzende nicht identisch Versende und Satzende sind identisch ● Übertreibung → fuchsteufelswild Abweichung von normaler Satzstellung → Am Straßenrand eine seltene Pflanze ich sah. versteckter Spott, gemeint ist das Gegenteil von dem, was geschrieben bzw. gesagt wird ● Reihung gleichartiger Satzglieder mit Steigerung → Herrlich ist der Sommer. Noch herrlicher ist... ● Nachahmung eines (Natur-)Lautes → Klingeling, Kikeriki bildhafter Ausdruck: ein Wort wird nicht in seiner gewöhnlichen Bedeutung gebraucht, sondern im übertragenen Sinn, den der Leser erst erkennen muss → Er ist der Kopf des Unternehmens. ● Wortneuschöpfung • Verbindung zweier Begriffe, die sich dem Wortsinn nach widersprechen ➜alter Knabe, schwarze Milch • Wiederholung der gleichen Konstruktion in aufeinanderfolgenden Sätzen → Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee... 6 Parenthese Periphrase Paradoxon Rhetorische Frage Symbol Einschub → ... - ich möchte ehrlich sein - ... Personifikation ● Vermenschlichung von Begriffen Vergleich ● Umschreibung eines Begriffs • Widerspruch → Weniger ist mehr! → Fabriken drohen..., Die Sonne lacht... ● Scheinfrage, erwartet keine Antwort → Hast du vollkommen den Verstand verloren? nbild, das für Abstraktes steht → rote Rose (für Liebe), weiße Taube (für Frieden) bildhafter Ausdruck, durch Vergleichswort (wie, als) mit Gemeintem verknüpft →sie ist leicht wie eine Feder Epochenwissen Sturm und Drang (ca. 1767 - 1785) • wichtiger Autor: Johann Wolfgang Goethe ● greift den Emanzipationsgedanken auf, grenzt sich aber von der vernunftorientierten Aufklärung ab → starke Betonung des Individualismus und der Gefühle, schwärmerische Naturverehrung starker Subjektivismus mit Mensch als erlebendem und empfindendem Subjekt im Mittelpunkt →Gefühlskult und Aufbruchstimmung ● Geniekult: das "Genie" gehorcht in der Kunst keinen Gesetzen, sondern folgt seiner Intuition, der Inspiration und Fantasie → offene Strukturen: individuelle Vers- und Strophenformen, Reimverzicht, freie Rhythmen zentrale Themen: Natur, Liebe, Gesellschaft, Reisen ● Abkehr von Regelpoetiken: Leidenschaftlichkeit der Sprache (Ausrufe, Hyperbeln, Metaphern, Kraftausdrücke, Neologismen) Erlebnislyrik: Wiedergabe der unmittelbaren Empfindung des lyrischen Ich (sodass der Leser "miterlebt") Art des Reisens: hauptsächlich "Fußreise" Klassik (ca. 1780-1805) ● wichtige Autoren: Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Schiller ● verfolgt die Idee einer Erziehung des Menschen in Ausrichtung auf Vernunft, Freiheit, Moralität → ermöglicht die Begegnung mit dem "Wahren, Guten, Schönen" (Natur als Vorbild) 7 → höchste Bestimmung eines Individuum: harmonische Entfaltung aller seiner Kräfte zum Wohl des Ganzen (Humanitäts- und Bildungsideal) ● Leitgedanken: Harmonie, Ausgleich der Gegensätze, Würde, Humanität, Toleranz, Selbstbestimmung, Beherrschung und Mäßigung Einklang von Natur und Kunst, Geist und Form, Verstand und Gefühl zentrale Themen: Natur, Liebe, Individuum und Gesellschaft, Immanenz und Transzendenz, Freiheitsidee Ideal der Formstrenge: klassische Formen, metrisch gebundene, kunstvoll durchgeformte Verssprache Romantik (ca. 1795 - 1840) ● Interesse gilt dem Emotionalen, Fantastischen und Traumhaften, dem Mystischen und Magischen → bezieht sich auf das Dunkle und Verborgene der menschlichen Seele, Religiosität → Idee der Abhängigkeit des Menschen von einem Absoluten oder Unendlichen Suche nach dem Urgrund alles Seins, Streben nach Entgrenzung Überwindung von Trennungen (z.B. Innenwelt - Außenwelt, Fantasie - Realität) → Sinnbild der Sehnsucht nach Entgrenzung: "blaue Blume" (Zeichen einer letzten Erkenntnis) Blick nach innen • typische romantische Motive: Unterwegssein, Sehnsucht nach der Ferne und dem Unerreichbaren (Wandern, Reisen), Traum, Wahnsinn, Naturidylle ● zentrale Themen: Natur als Bereich des Unendlichen, Entgrenzung, Einsamkeit, Vergänglichkeit, Reisen, Wandern, Nacht "romantische Ironie": Aufzeigen der Unerreichbarkeit des Absoluten durch Texte, die sich selbst und ihre Entstehungsbedingungen reflektieren oder kommentieren ● Sprache und Strukturen sind an Volkslied angelehnt: schlicht, elementar, künstlerisch Strömungen der Jahrhundertwende (ca. 1890 - 1910) ● Idee einer reinen, sich selbst genügenden Kunst als Gegenströmung zum Naturalismus → keine politische Funktion der Kunst, sondern Flucht in eine Gegenwelt ● Impressionismus: Wiedergabe eines subjektiven Sinneseindrucks mit höchster Intensität ● Symbolismus: Absolutheitsanspruch der Kunst, gegen Abbildungsfunktion der Kunst gerichtet ● zentrale Themen: Abgrenzung zum naturalistischen Erfassen der Realität, Besinnung auf das "Ich", Individualität, Subjektivität, Sprache, Kultur, Vergänglichkeit Expressionismus (ca. 1910-1925) ● Hintergründe: verschärftes Krisenbewusstsein, Sinnkrise, Erster Weltkrieg ● Pathos des Aufbruchs und unbedingter Wille zum Ausdruck des Erlebens ● Bedrohung des Subjekts durch Ich-Zerfall ● pathetische Beschwörung eines neuen Menschen, der Liebe und Verbrüderung lebt Großstadt als Ort der Reizüberflutung, Orientierungslosigkeit und Anonymität zentrale Themen: Lebens- und Vitalkult, Krieg und Pazifismus, Weltende und Apokalypse, Krise des Ich, Tabus, Großstadt • Lyrik: Reihungsstil, Neologismen, Farbmetaphorik, Auflösung syntaktischer Regeln, Verdinglichung 8 Neue Sachlichkeit (ca. 1920 - 1933) Hintergründe: von vielen abgelehnte Weimarer Republik, wirtschaftliche Schwierigkeiten aufgrund von Reparationslasten, "Goldene Zwanziger" mit kultureller Vielfalt Abkehr vom Expressionismus und Hinwendung zur Lebensrealität (sachlich-nüchternes Schreiben) Bewusstsein von Desillusionierung und Übergang in eine neue Zeit ● zentrale Themen: Großstadt, Verarbeitung des Kriegs, Probleme der "kleinen Leute", Alltagsleben 3. Sachtexte Thema Sprache Sprachwandel oder Sprachverfall • Sprache wandelt sich seit mehr als zweitausend Jahren permanent → es gibt kein Beispiel für eine tatsächlich verfallene Sprache (auch Latein ist nicht ausgestorben, sondern hat sich weiterentwickelt → z.B. Französisch) es hat sich noch nie jemand über die Weiterentwicklung einer Sprache im Nachhinein beschwert (z.B. Angelsächsisch → Neuenglisch) Sprachkritik ist stets Fremdkritik → niemand äußert Kritik über den Wandel des eigenen Sprachgebrauchs ● "die Fehler von heute sind die neuen Regeln von morgen" (Rudi Keller) ● Organismus-Metapher des Sprachverfalls: Sprache ist ein Organismus der wächst, sich entwickelt, altert und stirbt ● Anglizismen und "Denglisch" ● englische Begriffe treffen teilweise besser die gemeinte Bedeutung als das deutsche Original → sind oft praktischer: z.B. in der Arbeitswelt → E-Mail, Business, Workshop, Meeting → Verwendung in Werbung oder Schlagzeilen: kurz und prägnant → sind eine Bereicherung der deutschen Sprache ● sind ein Teil des Sprachwandels: Resultat der Globalisierung und weltweiten Vernetzung (Austausch und einfache Kommunikation mit Menschen aus anderen Ländern) → Einflüsse aus Medien / Internet fließen schnell in den eigenen Sprachgebrauch ein → durch die Verwendung von Anglizismen geht die deutsche Muttersprache nicht kaputt (fast jede Sprache nimmt heutzutage Anglizismen auf) • Ablehnung von Anglizismen wäre überzogen und würde die Bereicherung der deutschen Sprache verhindern → Anglizismen sind nicht nur Synonyme für deutsche Wörter, sondern spezifizieren Ausdrücke oft auch → z.B. Event und Ereignis (Events bezeichnen von Menschen aktiv organisierte Ereignisse und Veranstaltungen; ein Ereignis kann auch eine Wettererscheinung beschreiben) • Sprachverfall wäre es erst, wenn man die deutsche Übersetzung zu den Anglizismen nicht mehr kennt 9 ● vor allem die ältere Generation ist skeptisch und bezeichnet des Sprachwandel als Sprachverfall durch Anglizismen → sind nicht mit Anglizismen aufgewachsen, verstehen diese häufig nicht (Englisch hat in der Jugend der älteren Generationen keine große Rolle gespielt) → Jugend wird für Sprachverfall verantwortlich gemacht (heutige "Jugendsprache") Gendergerechte Sprache Gendersternchen Pro nicht alle fühlen sich durch das generische Maskulinum (männliche Endung) angesprochen → bei Verwendung des generischen Maskulinum werden z.B. bei Berufsbezeichnungen häufiger Männer mit dem Begriff assoziiert (Bäcker, Lehrer etc.) → durch das Gendersternchen fühlen sich Frauen, Männer und Menschen die sich weder als Frau oder Mann identifizieren angesprochen ● das Gendersternchen ist verständlich und Sprache ändert sich immer → man kann die Anwendung lernen und sich daran gewöhnen Argumenttypen Seriöse Argumenttypen Argumenttyp Faktenargument Normatives Argument Autoritäts- argument Funktion Contra die männliche Form reicht aus → es gibt keine Benachteiligung für Frauen bei Verwendung der männlichen Form → gehört zum allgemeinen Sprachgebrauch (man meint alle) mit dem generischen Maskulinum wird keine Geringschätzung gegenüber bestimmter Personen ausgedrückt ● Rechtschreibregeln besagen, dass das Geschlecht eines Nomens nicht mit dem natürlichen Geschlecht übereinstimmen muss → die Verwendung des Gendersternchens entspricht nicht den Regeln deutscher Rechtschreibung = führt zu Fehlern und ist kompliziert anzuwenden (z.B. ein*e Bauer*in) ● das Gendersternchen ist für die meisten Menschen nicht relevant ➜ die meisten würden privat nicht gendern überprüfbare / belegbare Tatsachenaussage stützen die These verbreitete Wertmaßstäbe (Normen) dienen als Grundlage → Normen sind allgemein akzeptiert ● eine Autorität unterstützt die eigene Meinung Beispiel "70% aller Wortwuchs-Besucher sind Schüler oder Studenten." "Kulturelle Werte, beispielsweise das Schreiben, müssen an die nachfolgende Generation weitergegeben werden." "Wortwuchs ist eine der besten Seiten, um die eigene Fähigkeit im 10 Analogisierendes • Verbindung des aktuellen Argument Themas mit einem anderen Bereich → ermöglicht Vergleich Indirektes Argument Plausibilitäts- argument → z.B. dem Empfänger bekannte Instanzen Argumentum ad misericordiam Argumentum ad populum ● Argument der Gegenseite wird angegriffen → Gegenposition wird entkräftet, um eigene These zu stützen Unseriöse Argumenttypen Argumenttyp Argumentum ad baculum ● Aussage wird dadurch begründet, dass sie "plausibel" scheint Funktion Begründung stützt sich auf vermutete Befürchtungen der Leser / Zuhörer Begründung stützt sich auf das Mitleid für etwas ● etwas wird als wahr behauptet, weil es der Meinung der Mehrheit der relevanten Personen (öffentliche Meinung) entspricht Kommunikationsmodelle Deutschunterricht zu schärfen', betont der Vorstand des Dudens." "Aus dem besten Drehbuch wird nichts, wenn jeder Darsteller die Hauptrolle einnehmen möchte und nur an sich selbst denkt. Das gilt auch für Diskussionen." ""Kritiker von Lernseiten meinen, dass Bücher besser geeignet wären. Fakt ist, dass sich Noten der Schüler verbessert haben, seit es das Internet gibt." "Ich kümmere mich natürlich vorerst um meine Probleme. Wie sagt man so schön? Jeder ist sich selbst der Nächste!" Beispiel "Diese Menschen haben den Teufel angebetet. Natürlich können sie anderer Meinung sein. Aber machen sie sich denn keine Sorgen um ihre Kinder?" "Bevor ihr euch gegen den Präsidenten wendet und ihn abwählt, solltet ihr bedenken, wie schwierig sein Amt doch ist." "Im Mittelalter glaubten fast alle Leute, dass die Sonne und die Planeten um die Erde kreisen und die Erde unbeweglich im Raum hängt. Also kann das nicht komplett falsch sein." Das Kommunikationsquadrat (Schulz von Thun) ● auch: "Vier-Ohren-Modell" → dem Sender werden vier Schnäbel und dem Empfänger vier Ohren zugeordnet → die Qualität eines Gesprächs hängt davon ab, in welcher Weise diese "Schnäbel und Ohren" zusammenspielen Sender T Selbstkundgabe Sachebene Nachricht Beziehungsseite Appellseite 11 Empfänger ● es gibt vier Ebenen der Kommunikation: 1) Sachebene = worüber ich informiere → Sachinformation steht im Vordergrund (Daten, Fakten, Sachverhalte) → Wahrheitskriterium (zutreffend / nicht zutreffend), Kriterium der Relevanz (themenrelevant oder nicht), Kriterium der Hinlänglichkeit (ausreichende Sachhinweise) 2) Selbstkundgabe = was ich von mir zu erkennen gebe → jede Äußerung gibt Hinweise darauf, was in einem vorgeht/wofür man steht etc. ● ● → kann explizit ("Ich-Botschaft") oder implizit geäußert werden → Aufnahme der Selbstkundgabe durch den Empfänger kann verschiedene ● Stimmungen hervorrufen ("Was sagt mir das über den anderen?") 3) Beziehungsseite = was ich von dir halte und wie ich zu dir stehe → durch Formulierung, Tonfall, Begleitmimik gibt der Sender zu erkennen, wie er zum anderen steht Theorie von Paul Watzlawick nicht nur Wort spielen eine wichtige Rolle in der Kommunikation → auch paralinguistische Phänomene (z.B. Tonfall, Schnelligkeit, Langsamkeit, Pausen, Lachen und Seufzen), Körperhaltung, Ausdrucksbewegungen (Körpersprache) → Verhalten trägt einen großen Teil zur Kommunikation bei man kann sich nicht nicht verhalten alles Verhalten in einer zwischenmenschlichen Situation hat Mitteilungscharakter → auch nicht zu kommunizieren ist eine Art der Kommunikation Kommunikation = Worte / Schweigen / Handeln / Nichthandeln → Reaktion auf eine Art der Kommunikation ist widerum Kommunikation (z.B. ein fragender Blick) → das Beziehungs-Ohr des Empfängers ist oft besonders sensibel / (über)empfindlich → Ebene kann leicht missverstanden / fehlinterpretiert werden 4) Appellseite = was ich bei dir erreichen möchte → man möchte den anderen nicht nur erreichen, sondern mit dem Gesagten auch etwas bei ihm erreichen → Wünsche, Appelle, Ratschläge, Handlungsanweisungen, Effekte etc. (offen oder verdeckt geäußert) • jede Mitteilung enthält eine kommunizierte Information (Inhaltsaspekt) und einen Hinweis darauf, wie ihr Sender sie vom Empfänger verstanden haben möchte (Beziehungsaspekt) ● Beziehung zwischen Sender und Empfänger kann auf Gleichgewicht oder auf Unterschiedlichkeit beruhen → Beziehung beeinflusst Kommunikation → symmetrische Interaktion (Gleichgewicht): spiegelbildliches Verhalten der Partner → Streben nach Gleichgewicht / Verminderung von Unterschieden → komplementäre Interaktion (Unterschiedlichkeit): das Verhalten des einen Partners ergänzt das des anderen → basiert auf sich gegenseitig ergänzenden Unterschiedlichkeiten (beruhend auf gesellschaftlichen oder kulturellen Kontexten, z.B. Mutter und Kind) 12 Das Organon-Modell (Karl Bühlers) auch: "Dreifundamentschema" / " Funktionsschema der Sprache" ● Sprache ein Werkzeug fürs Leben ● beim Sprechen sind immer drei Elemente beteiligt, die über das Sprachzeichen (Z) in Sinnbezug miteinander treten: 1) (mindestens) ein Sender 2) (mindestens) ein Empfänger 3) Objekte der gegenständlichen Welt (Gegenstände oder ● die Sprachzeichen haben verschiedene Funktionen → Ausdruck: der Sinnbezug des Zeichens richtet sich auf den Sender ● Sachverhalte) → Anlass der Kommunikation Roman hat einen lockeren Aufbau, keine Einteilung in Kapitel ● Text ist in etwa 54 Abschnitte gegliedert → thematische Vermutung → Einteilung nicht eindeutig gekennzeichnet Erzählen folgt mit geringen Ausnahmen dem Ablauf der Ereignisse ● selbst → Appell: der Sinnbezug des Zeichens richtet sich auf den Empfänger → Darstellung: der Sinnbezug des Zeichens ist auf Gegenstände und Sachverhalte gerichtet 4. Der Trafikant Der Roman „Der Trafikant" von Robert Seethaler, veröffentlicht 2012, handelt von dem 17-jährigen Franz Huchel, der 1937 sein Heimatdorf verlässt, um in Wien als Lehrling in einer Trafik sein Glück zu suchen. In seiner Zeit als Lehrling von Otto Trsnjek trifft Franz auf viele interessante Menschen und wird mit der Liebe und den sich zuspitzenden politisch-gesellschaftlichen Verhältnissen des Nationalsozialismus konfrontiert. Inhalt ● Gegenstände und Sachverhalte Ausdruck die Sprecherabsicht (Intention) entscheidet, welche Funktion des Sprachzeichens überwiegt → in jeder Mitteilung sind alle drei Funktionen der Sprache enthalten, eine Funktion kann mehr oder weniger stark dominieren Vom Attersee nach Wien Handlung beginnt im Spätsommer des Jahres 1937 in einer armseligen Hütte im Örtchen Nußdorf am Attersee im österreichischen Salzkammergut → zeigt Lebensumstände von Franz Franz und die Mutter leben allein (Vater ist tot) → Mutter führt eine intensive Liebschaft mit Alois Preininger, der in einem Gewitter im See ertrinkt Alois Preininger hat sich finanziell um Franz und seine Mutter gekümmert (Franz bleibt die für einen Dorfjungen übliche harte Arbeit im Salzkammergut erspart) 13 Darstellung Appell Empfänger ● ● In der Trafik Franz erlebt die Trafik in der Währingerstraße als klein, staubig, vollgestopft und düster erste Begegnung mit Otto Trsnjek: älterer Mann, der sich mit zwei Krücken fortbewegt (ist beinamputiert) ● ● durch Preiningers Tod haben sich die Lebensbedingungen geändert: → Frau Huchel schickt Franz nach Wien zu ihrem alten Bekannten Otto Trsnjek, der ihr noch einen Gefallen schuldet → Franz ist zunächst abweisend eingestellt, dann überwiegt jedoch die Neugierde in Wien angekommen, wird Franz von dem Brausen und Treiben der Großstadt überwältigt (für ihn eine komplett neue Welt) ● → ist ein Trafikant aus Leidenschaften (sieht in den Waren seine Freunde und Familie) Franz wird in seine Aufgaben in der Trafik eingewiesen (Zeitung lesen → Beratung der Kundschaft, Verkauf und Auseinandersetzung mit Zigarren) Begegnung mit Professor Sigmund Freud Franz erlebt den Professor zunächst als Respekt einflößenden, sich seltsam verhaltenen Kunden (er weiß nicht, wer Sigmund Freud ist) → Zeitungslesern ermöglicht Franz einen ersten großen Einblick in die große weite Welt → sich die Wünsche und Vorlieben der Kundschaft zu merken gehört auch zu Franz' Aufgaben ● Franz wohnt in einer kleinen Kammer hinter dem Verkaufsraum Franz schickt wöchentlich Ansichtskarten an seine Mutter (hält sich eher kurz) → der Trafikant begegnet dem Professor mit für Franz ungewöhnlichen Ehrerbietung → Erklärung des Trafikanten: der Professor behandle seine Patienten, "ohne sie anzurühren wie die anderen Doktoren" (Problem: Sigmund Freud ist Jude) Franz bringt Freud seinen vergessenen Hut → erstes Gespräch (Freud empfindet Franz zunächst als aufdringlich) → es überrascht Freud, dass Franz seine Bücher lesen will ● Freud schlägt Franz vor, sich ein Mädchen zu suchen (obwohl niemand wirklich etwas von der Liebe verstehen würde) → Franz ist bisher unerfahren hinsichtlich der Liebe und erotischen Bedürfnissen Anezka ● Franz begegnet im Prater (ähnlich wie ein Jahrmarkt) einem blonden Mädchen mit böhmischem Akzent → Franz ist verwirrt und überrumpelt von wirren Gefühlen der Glückseligkeit ● sie lässt ihn nach gemeinsamem Essen und Tanzvergnügen im Lokal sitzen Schmiererei - Liebesnöte - Freud die Trafik wird mit der Parole "SCHLEICH DICH JUDENFREUND" beschmiert → Streit zwischen Otto Trsnjek und dem benachbarten Metzger Roßhuber → Otto Trsnjek beschuldigt den Fleischer für die Schmiererei mit Schweineblut Franz geht oft zum Prater um das böhmische Mädchen wieder zu treffen 14 ● ● → Franz ist orientierungslos und leidet unter Liebeskummer (sucht Hilfe und Rat bei dem Trafikanten, dieser kann ihm aber nicht helfen) Wiedersehen mit Anezka Weihnachten 1937: Franz ist immer noch verliebt, weiterhin Kontakt mit der Mutter über Postkarten Neujahr 1938: Franz erhält Auskunft von einem Kellner im Prater über Anezkas Wohnort → Franz trifft auf ein heruntergekommenes, stinkendes Haus, in dem er Anezka unter vielen Frauen auffindet sie gehen zusammen essen → Franz erfährt erste Details über die Böhmin und erzählt von seinem Leben ● Franz besucht Freud, um ihn nach Rat zu fragen: Freud gibt ihm einige Ratschläge: 1) Franz soll aufhören über die Liebe nachzudenken 2) er soll morgens seine Träume zu Papier bringen 3) das Mädchen zurück erobern oder sie vergessen ● in der Trafik kommt es zu einer stürmischen Liebesvereinigung: bedeutet für Franz, "die Dinge der Welt in ihrer unermesslichen Schönheit begreifen zu können“ (→ sexuelle Erlösung für Franz) Im Prater ● Franz versucht Anezka zu vergessen (fällt ihm sehr schwer) → Franz wartet auf Anezka vor ihrem Haus und folgt ihr heimlich in den Prater bis zu einem schäbigen Verschlag ("Zur Grotte") → Grotte löst in Franz intensive Rückerinnerungen an seine Jugend am See aus in der Grotte tritt ein älterer kleiner Mann im Smoking auf und verbreitet sich über die Zustände in der "lieben Wienerstadt, [...] diesem riesengroßen Kindergarten" ➜er entfremdet die aktuellen Konflikte zwischen Nazis, Sozialdemokraten, Katholiken ins Infantile (karbarettische Szene) → als nächstes tritt der Mann mit einer Maske Adolf Hitlers auf (Hitler-Parodie) → anschließend tritt Anezka als Indianerin verkleidet auf: sie tanzt zur Musik und gibt den Männern im Raum einiges zu sehen → Anezka ist nach dieser Nacht nicht mehr aufzufinden (Sehnsucht von Franz) in einer Nacht wird er von Anezka überrascht, welche bei ihm schläft, danach aber wieder verschwindet ● Anezka verlässt das Varieté in Begleitung des Conférenciers "Monsieur de Caballé" (Heinzi), Franz konfrontiert sie und wird fast von Heinzi mit einem Messer angegriffen (er ist eifersüchtig) → Anezka verabschiedet sich von Franz mit einem Kuss auf die Stirn Franz hätte Wien fast verlassen, sich dann aber auf seine Verantwortung gegenüber der Trafik, Trsnjek und dem Professor besonnen (die Mutter ist stolz) Bei Professor Freud Szene: die Amerikanerin Mrs. Buccleton liegt bei Freud auf der Couch → ab dieser Szene bestimmt Freuds Blickwinkel die weitere Erzählung Franz steht wieder vor Freuds Haus → Freud offenbart dem Leser, dass er Franz mag (obwohl er im Umgang mit einfacheren Leuten sonst eher unbeholfen ist) 15 ● Naziherrschaft die politischen Spannungen spitzen sich zu → die Machtansprüche der Nazis treten auch in Österreich immer unverhüllter hervor der Rote Egon (alter Sozialist) hört im Radio die neuesten Entwicklungen: der österreichische Kanzler Schuschnigg ist zurückgetreten (erpresserische Drohungen von Hitler) → Anweisung, beim Einmarsch der deutschen Truppen auf Gegenwehr zu verzichten ● Protestaktion Roter Egon: Selbstmord und Befestigen eines bedruckten Stoffes am ● der Professor und Franz machen einen Spaziergang (Gesprächsthemen: Zigarren und Franzens Bemühungen um das "weibliche Geschlecht" → Freud erklärt den Unterschied zwischen "Liebe" und "Libido" →sie reden auch über die verrückten Weltgeschehnisse (Freud hat ein düsteres Bild dafür) Freud hat eine düstere Vorahnung auf die Zukunft ● ● Otto Trsnjek wird aufgrund von Besitz und Verbreitung pornografischer Druckerzeugnisse verhaftet (Franz versucht sich für Trsnjek einzusetzen, erfolglos) ● Franz führt die Trafik weiter, räumt auf und renoviert → er schreibt zum ersten mal einen formellen Brief an die Mutter (Verschleierung der Geschehnisse um die Verhaftung) ● Dach → "DIE FREIHEIT EINES VOLKES BRAUCHT DIE FREIHEIT SEINER HERZEN: ES LEBE DIE FREIHEIT! ES LEBE UNSER VOLK! ES LEBE ÖSTERREICH!" → Otto Trsnjek ist empört von der verfälschten und veränderten Darstellung des demonstrativen Selbstmordes Trafik und Träume ● die Trafik verändert sich: keine jüdischen Kunden, die meiste Kundschaft meidet die Trafik Franz hat aufgehört, regelmäßig Zeitung zu lesen →sie verbreiten nur noch gleiche Inhalte und Meinungen Franz wird von der Erinnerung an Anezka geplagt Franz denkt über Zeitungswahrheiten nach: "Die Wahrheit der Morgenausgabe ist praktisch die Lüge der Abendausgabe" Anschlag auf die Trafik: Zerstörung, Beschmierungen, Verteilen von Tier-Innereien → Grund: die Trafik hat jüdische Kunden → Passanten meiden die Trafik ● ● Franz erhält einen Brief der Mutter, in der sie von den Veränderungen am Attersee berichtet (Nationalsozialismus verbreitet sich), auch sie ist ratlos hinsichtlich Franzens Liebesnöten → die Mutter unterschreibt den Brief mit "Deine Mutter" → "Kinder haben Mamas, Männer haben Mütter" (Erwachsenwerden) Franz träumt von seinem verstorbenen Vater → Franz klebt die Traumnotiz an die Schaufensterscheibe → hauptsächlich verwirrte und rat- / verständnislose Reaktionen 16 ● ab da bringt Franz täglich neue Traumnotizen an der Scheibe an (Neugierde der Passanten steigt) Vom Metropol zum Kahlenberg Franz versucht, nach dem verhafteten Trsnjek zu sehen wird an das frühere Hotel Metropol verwiesen → er erhält keine Auskunft und erkundigt sich jeden Tag erneut, erhält nur Prügel als Antwort ● ● ● ● Abschied von Anezka und Freud ● Franz rennt zum Prater um Anezka im Varieté zu treffen →das Varieté hat sich stark verändert: es werden Judenwitze belacht, das Publikum besteht aus SS-Männern → Franz schlägt Anezka vor, mit ihm fort zu gehen → er erfährt, dass sie jetzt mit einem SS-Mann zusammen ist der Postbote teilt Franz mit, dass Freud das Land verlassen wird ● Erzähler berichtet von Geschehnissen in Wien → z.B. Deportation von Juden und politischen Häftlingen ins Konzentrationslager Dachau ● Franz erhält die Nachricht von Trsnjeks Tod und ein Päckchen mit seinen Wertsachen → Gefühle der Trauer und Einsamkeit → er beschuldigt den Fleischer Roßhuber und seine Frau für Trsnjeks Tod (Verrat) auf dem Kahlenberg versucht Franz Abstand von den letzten bedrängenden / bestürzenden Ereignissen zu gewinnen ● Die Hose als Fahne - Verhaftung und Ende • Perspektivwechsel zu einer weiblichen Erzählerin: → beobachtet, wie Franz mitten in der Nacht das mittlere der drei Hakenkreuzbanner vor dem Hotel Metropol von dem dem Mast herabholt und dafür ein mitgebrachtes Stück Stoff (Hose von Otto Trsnjek) aufzieht → Protestaktion geht auf eine frühere Aussage von Freud zurück: "Vielleicht könne man da und dort ein Zeichen setzen [...] ein kleines Licht in der Dunkelheit" Franz Mutter macht sich Sorgen um ihn und ist unruhig Franz wird verhaftet, klebt davor aber noch den letzten Zettel ans Schaufenster und schließt die Trafik ab Ende des Romans spielt 7 Jahre später am Tag des Luftangriffs auf Wien (12. März 1945) → Franz besucht heimlich Freud ein letztes mal (vor seiner Tür stehen zivile Kontrolleure, die Post und Besuch kontrollieren) am 4. Juni 1938 machen sich Freud und seine Familie auf den Weg zum Orientexpress zum Exil in England →gelingt ihm nur, weil er die "Reichsfluchtsteuer" gezahlt hat → Franz beobachtet auf dem Westbahnhof Freuds Abreise → Anezka läuft über die Währingerstraße zur Trafik, sie entdeckt Franz letzten Zettel und nimmt ihn mit ➜ die Bomber nähern sich 17 5. Faust - Der Tragödie Erster Teil In der Tragödie "Faust, der Tragödie Erster Teil" von Johann Wolfgang Goethe, uraufgeführt 1808, geht es um den Gelehrten Faust, der auf der Suche nach dem Sinn des Lebens eine Wette um seine Seele mit dem Teufel Mephisto eingeht. Inhalt Aufbau 1) Prolog im Himmel → Rahmenhandlung 2) Die Gelehrtentragödie → Nacht, Vor dem Tor → Existenzkrise und Entgrenzungsversuche → Studierzimmer I & II → Teufelspakt und Wette 3) Übergang / Verbindung → Auerbachs Keller in Leipzig und Hexenküche 4) Die Gretchentragödie → Straße 1, Abend, Spaziergang, Der Nachbarin Haus, Straße II, Garten und Ein Gartenhäuschen → Gretchens Verführung → Wald und Höhle, Gretchens Stube, Marthens Garten, Am Brunnen, Zwinger, Nacht, Dom → Vereinigung der Liebenden und gesellschaftliche Ächtung Gretchens → Walpurgisnacht, Walpurgisnachttraum, Trüber Tag. Feld, Nacht. Offen Feld, Kerker → Untergang und Rettung Zueignung Erinnerung eines Dichters an vergangene Zeiten und Ideen, die ihn mit neuer Schaffenskraft erfüllen Vorspiel auf dem Theater Diskussion darüber, was ein Theaterstück ausmacht: → Direktor: ausverkaufte Vorstellungen und volle Kasse (Angebote für jeden Geschmack) ● → Dichter: Kunst im Zentrum, für die er Zeit und Muße braucht → Lustige Person (Schauspieler): Hinwendung zum vollen Menschenleben Prolog im Himmel ● der Herr und Mephisto entwerfen zwei konkurrierende Menschenbilder → Mephisto reduziert den Menschen auf die Triebsphäre, leugnet seine intellektuellen Fähigkeiten → für Gott ist der Mensch ein vernunft gesteuertes Wesen, das nach Höherem strebt (sein Streben schließt Irrtum mit ein, gelangt aber, vom Unterbewusstsein gesteuert, an sein Ziel) um das eigene Menschenbild zu "beweisen", wetten sie um Fausts Seelenheil → Faust = Repräsentant der Menschheit (Prüfstein) → Mephisto will an Faust die Verführbarkeit des Menschen zeigen Der Mensch ist „tierischer als jedes Tier" 18 „Es irrt der Mensch so lang er strebt" Nacht ● Monolog des Gelehrten Faust über seine Verzweiflung ● Existenzkrise Fausts: sein Erkenntnishorizont ist begrenzt → strebt nach göttlicher Erkenntnis und einem ganzheitlichen Erklärungsansatz → verfügbares Wissen aller 4 Fakultäten beantwortet ihm nicht die Frage, "was die Welt / Im Innersten zusammenhält" (zusätzlich: sinnliches Defizit) ➜dunkle Gedanken, Zweifel und Depressionen ● ● Entgrenzungsversuche: 1) Suche nach Erfüllung in Magie 2) Heraufbeschwören des Erdgeistes, der Faust verspottet, weil er ihm nicht standhalten kann 3) Selbstmordgedanken (Rettung durch österliches Glockengeläut und Chorgesang der ● Engel) → alle Versuche scheitern! Vor dem Tor • Osterspaziergang von Faust und dem Famulus Wagner → Faust wird sich seiner inneren Zerrissenheit zwischen sinnlichen und übersinnlichen Genüssen bewusst → Faust erlebt den Frühlingstag als Wiederauferstehung ● Szene zeigt die soziale Welt, in der Faust lebt Wagner als Kontrastfigur zu Faust →ihm reicht das Streben nach enzyklopädischem Wissen → Faust wird von der Menge bewundert, gehört aber nicht dazu (wirkt isoliert) Vorausdeutung der Gretchentragödie und erst Öffnung zur Weltfahrt ● Verdeutlichung des Kontrasts zwischen Faust und Wagner → Verhältnis zum Volk, Verantwortungsethik erster Auftritt Mephistos in Gestalt eines Pudel ● Studierzimmer I ● erste Begegnung von Faust und Mephisto → auf der Suche nach ursprünglicher Erfahrung wendet sich Faust der biblischen "Offenbarung" im griechischen Original zu (versucht sie zu übersetzen, scheitert an dem Begriff "Wort") → Mephisto verwandelt sich vom Pudel in wahre Gestalt Faust erkennt Mephistos Begrenztheit → fühlt sich überlegen, denkt an einen Pakt mit dem Teufel Mephisto vertagt den Teufelspakt (kann entkommen) → Faust fühlt sich abermals betrogen Studierzimmer II • Mephisto kommt wieder → Faust hat "inneren Nullpunkt" erreicht und verflucht seine Existenz → Voraussetzungen für Bündnis mit dem Teufel sind geschaffen Pentagram = magisches Symbol das den Teufel bannen soll ☆ 19 ● aus dem Teufelspakt wird eine Wette: traditioneller Teufelspakt ● ● Teufel verpflichtet sich zum Dienst im Diesseits • Vertragspartner dient dem Teufel im Jenseits → Zeitpunkt unklar → Opfer verliert (Verkauf der Seele) Wette ● Mephisto wettet gegen eigentliche Funktion ● Faust wettet auf andauernde Unzufriedenheit → Mephisto missversteht Fausts Dilemma wenn Mephisto Fausts rastloses Streben befriedigen kann und Faust im Augenblick verweilen will, verliert der Doktor sein Seelenheil an den Teufel Faust formuliert eine Liste von unerfüllbaren Wünschen → subjektive Gewissheit, dass der Teufel ihm nicht den Augenblick des Glücks verschaffen kann → Faust will einen emotionalen Rausch, KEINE sinnliche Befriedigung (Ambivalenz von Glück und Leid) → 2-Seelen-Problematik • Mephisto begreift nicht, dass durch seine Strategie (= Befriedigung des Trieblebens Fausts) Fausts Sehnen nach göttlicher Idealität nicht gestillt werden kann → kaum Gewinnchancen → vertragliche Fixierung der Wette durch Fausts Unterschrift mit einem Tropfen Blut ● Auerbachs Keller in Leipzig ● Reduzierung des Menschen auf animalische Triebhaftigkeit → Spottlieder und Tiermetaphorik ● Mephisto versucht, Faust jenseits der wissenschaftlichen Sphäre zu verführen → Faust lässt sich von Bestialität und Plattheit nicht verführen (bleibt passiv) Hexenküche Besuch in Mephistos Welt mit Magie und Hexerei → Leitmotiv: Unsinn → Gefühle der Hilflosigkeit und Desorientierung Universitätssatire: wissenschaftlicher Erkenntnisdrang ist verloren gegangen und durch platte Geselligkeit ersetzt worden -> Enttäuschung über bestehende Wissenschaften 1) politische Allegorie auf Französische Revolution ● Meerkatzen verehren Mephisto als Monarchen → Kontrollverlust = Metaphorik für schwache französische Monarchie 2) Verjüngung Fausts und Erblicken Helenas ● Fausts Ungeduld widerspricht langem Weg der Verjüngung durch Feldarbeit und Selbstkasteiung → Verjüngung durch Zaubertrank im Zauberspiegel erblickt er Schönheitsideal der Antike → Faust sieht ab diesem Zeitpunkt in allen Frauen "Helenen" → Übergang zur Gretchentragödie Parodie des Studentenunwesen der Goethezeit 20 Straße I erste Begegnung von Faust & Margarete (er erkennt in ihr Helena → trotz ihres Alters) → spricht sie trotz ihrer Zugehörigkeit zum Kleinbürgertum mit "Fräulein" an (weltfremde Anrede für Gretchen) → drängt sich ihr auf (erotische Aggressivität), bietet ihr sein Geleit an (sie lehnt ab) • Begegnung weckt sinnlichen Trieb: Faust ist "entzückt" von ihrer Tugend, Sittsamkeit, Schönheit und Schlagfertigkeit (→ ist unschuldig und fromm) → Aufforderung Fausts an Mephisto, ihn mit Margarete zu verkuppeln → Mephistos Strategie: Aufschub soll Begierde von Faust steigern → Angebot, Faust in ihre Kammer zu bringen → Mephistos Auftreten verursacht bei Faust einen radikalen Gefühlsumschwung durch Margaretes Frömmigkeit hat Mephisto keine Gewalt über sie ➜er spielt den Moralapostel Abend 1) Gretchen allein in ihrem Zimmer Kammer zeugt von bescheidenem Wohlstand (trotz Kleinbürgerlichkeit) ● Gretchen reflektiert Geschehnisse der Straße →ist beeindruckt von Faust → magischer Reiz der Standeserhöhung (sozialerotische Faszination) 2) Faust in Gretchens Kammer er verspürt neue Gefühle der Liebe (auch schlechtes Gewissen wegen ihrer Unschuld) → er platziert ein Goldkästchen als Unterpfand der Verführung 3) Enthüllung ihres Innersten und ihrer geheimen Gedanken (Volkslied "König von Thule") innere Erregung führt zu innerer Entfremdung → Bereitschaft zu Liebe und Tod ● Spaziergang ● Erzählbericht des Teufels: → Margaretes Mutter hat Schmuck aus dem Kästchen zu Gesicht bekommen und der Kirche gegeben ● → symbolisiert Gretchens Entwicklungsstand: sie ist nicht begeistert vom Handeln der Mutter ● Faust verlangt nach einem zweiten Kästchen → hat Skrupel verloren → Unentschlossenheit hat sich zur Triebhaftigkeit gewandelt Der Nachbarin Haus ● Gretchen erhält das zweite Schmuckkästchen → geht damit zu ihrer Nachbarin Marthe (→ verheimlicht Schmuck vor Mutter) →Marthe ist eine sinnliche Frau, vom Mann verlassen (dient als Kupplerin) Gretchen kann den Schmuck nur in der Privatheit des Hauses anlegen → zeitgenössische Kleiderordnung → symbolisiert Traum vom sozialen Aufstieg → Gretchen ist kein naives Opfer, sondern handelt aktiv Kirchensatire Fausts Reaktion auf Mephistos Bericht = satirischer Seitenhieb auf die Kirche 21 ● Mephisto arrangiert ein Treffen zwischen Faust und Margarete: → er erfindet detailreiche Umstände des Todes von Marthes Mann und überbringt die angebliche Todesbotschaft → Tod soll von Faust in einem Treffen bestätigt werden Straße II ● Faust weigert sich zunächst, falsch Zeugnis über den Tod von Marthes Mann abzulegen → Konfrontation Mephistos: Faust hat bereits gelogen → Faust fügt sich Mephistos Plänen ● Faust ringt darum, inwieweit er Gretchen verführen darf → Eingeständnis: er wird ihr Liebe vorgaukeln → Fausts Handeln während der Gretchentragödie steht unter dem Vorzeichen von Lüge und Betrug! Garten Gespräche zwischen Mephisto und Marthe / Gretchen und Faust wechseln einander ab → Paare sind kontrapunktisch angelegt Gretchen und Faust stehen im Mittelpunkt: 1) Bildungs- und Standesunterschied 2) Gretchens Qualitäten als Hausfrau und Mutter → deutet ihre Heiratsfähigkeit an 3) Blumenorakel symbolisiert Gretchens Liebe → Faust täuscht Gefühle nur vor (kein "Ich") → Gretchen spielt aktiveren Part in der Beziehung → sie hat sich gegen die Normen der Gesellschaft entschieden Ein Gartenhäuschen ● es kommt zum ersten Kuss zwischen Faust und Gretchen →geht von Faust aus, aber keine Belästigung! ● Idylle wird von Mephisto zerstört (Faust ist verärgert) allein gelassen mischen sich erneut Zweifel unter Gretchens Glücksgefühl → beide Szenen enthalten Verweise auf das Ende der Handlung in einer Katastrophe → unüberbrückbare Distanz zwischen Faust und Gretchen Jugend Alter Liebe Sinnlichkeit • Erinnerung an Mephisto verursacht Depressionen Marthe versucht Mephisto für sich zu gewinnen →→Wunsch nach sinnlicher Zweisamkeit → Mephisto weicht aus Symbolik des Ortes: - Gartenhäuschen = Ort der gefährdeten Idylle / der bedrohten bürgerlichen Tugend →→→→Verführung Wald und Höhle ● Faust reflektiert alleine seine Situation in der Weite der Natur (zurückgezogen in einer Höhle), Hinwendung an den Erdgeist → Einkehr in sich selbst, Glücksempfinden im Einklang der Natur → Beschreibung seiner Freude angesichts des Erlebten, dann aber Klagen über Zerstörung seiner inneren Ruhe → Selbstbetrug: Faust flieht vor den Konsequenzen und verdrängt die eigene Schuld (leugnet seine Verantwortung für Gretchens Schicksal) 22 →ist abhängig von Mephistos Nihilismus (= "Nichtigkeit") → eine unbeschwerte Erfahrung des Glücks unmöglich = Liebesnacht kann keine Erfüllung bringen • Mephisto drängt auf Triebbefriedigung → Entscheidung zwischen Liebe und Geschlechtsakt Gretchens Stube ● Selbstreflektion in der Begrenztheit und Enge in ihrer Stube → Kontrast zu Fausts Selbstreflektion ● → singt am Spinnrad, allein → symbolisiert Gretchens beginnende Isolation (Kontrast: Spinnen ist eigentlich eine gesellige Tätigkeit = Symbol für Gemeinschaft) → Selbstentfremdung und Lösung von engen Sozialnormen der Stadt Gretchen singt von aufrichtiger Liebe → starke Kontrastierung zu Fausts Triebhaftigkeit → Verbindung von Sinnlichkeit und Religiosität Marthens Garten ● Gretchen stellt Faust die Gretchenfrage → "Wie hast du's mit der Religion?" ● dreifacher erotischer Kontext: 1) Gedanken an Sinnlichkeit und Ehe 2) Frage erfolgt aus erotischer Stimmung von "Gretchens Stube" 3) Frage mündet in Verabredung zu Liebesnacht Faust fehlt der Glaube ➜er kann sich nicht auf die naive Kirchenfrömmigkeit des kleinbürgerlichen Mädchens verpflichten lassen ● Faust entgeht der verbindlichen Festlegung → behandelt Gretchen wie ein Kind → Gegenfragen statt Antworten ● Gretchens Intuition: sagt Faust er habe "kein Christentum" → erkennt Mephisto als ihren Gegenspieler • Verabredung zur Liebesnacht: Gretchen ist nicht abgeneigt (→ keine inneren Hemmnisse) → äußere Hemmnisse Gretchens Mutter → Faust gibt Gretchen tödlichen Schlaftrunk für die Mutter neuer Regiename: ,,Gretchen", Symbolik des Ortes: - Garen = Ort des Paradieses →→→→die Versuchung siegt Am Brunnen ● spiegelt gesellschaftliche Außensicht wieder thematisiert soziale Kontrolle über die unverheirateten Mädchen ● Gretchen erfährt von Bärbelchens Schicksal → gesellschaftliche Ächtung des unehelich geschwängerten Mädchens → kirchliche Brandmarkung → Bärbelchen als Spiegelfigur für Gretchen Parallelen: Verführung, Geschenke und gesellschaftliche Ächtung → Szene symbolisiert zunehmende Isolation Gretchens (Verweise auf eigenes Schicksal) innere Unruhe 23 Zwinger ● spiegelt Gretchens Binnenperspektive wieder ● Gretchen befindet sich im Gang zwischen den letzten Häusern der Stadt und der Stadtmauer → Symbolik: es wird "eng" für Gretchen → sie weiß, dass sie schwanger ist und befindet sich am äußersten Rand der Gesellschaft ● → Deutlichwerden von gesellschaftlichen Zwängen und Sanktionen, die Margarete drohen betet zum Andachtsbild der Mater dolorosa um Hilfe → innere Unruhe Gretchens: Verzweiflung, Einsamkeit Nacht • spiegelt gesellschaftliche Außensicht wieder ● Gretchens Bruder Valentin (Soldat) lauert Faust auf, um ihn umzubringen ● → will die Familienehre wiederherstellen → unter normalen Umständen hätte Faust keine Chancen → Mephisto macht Valentin kampfunfähig, nach kurzem Zögern tötet Faust Valentin ● Valentin brandmarkt im Tod seine Schwester öffentlich als Prostituierte →ihr droht das Schicksal der öffentlichen Hinrichtung Schicksalsverstrickung Gretchens: schuldig für Tod der Mutter und des Bruders →ist dem Horrorszenario gesellschaftlicher Isolation nicht gewachsen Dom spiegelt Gretchens Binnenperspektive wieder → Konfrontation Margaretes mit all ihren Sünden Gretchen ist bei einer Totenmesse → Gretchen nimmt ihre Umgebung nur noch fragmentarisch wahr → ihre innere Verzweiflung wächst mit zunehmendem äußeren kirchlich-gesellschaftlichen Druck böser Geist erinnert sie an kindliche Unschuld und ihre Sünden → schlechtes Gewissen als Produkt ihrer Angst → Gretchen ist der Kombination von räumlicher Beengtheit und inneren Schuldgefühlen nicht gewachsen (fällt in Ohnmacht) Walpurgisnacht und Walpurgisnachttraum • Länge des Szenenkomplexes verweist auf zentrale Bedeutung → entscheidender Versuch Mephistos, die Wette zu gewinnen Mater dolorosa = schmerzensreiche Mutter Gottes → beweint Jesus Christus am Kreuz → Faust soll persönliche Bindung zu Gretchen überwinden und einen Moment der vollkommenen Erfüllung finden Fausts Erkenntnisdurst noch nicht gelöscht → lässt sich nicht von sinnlichen Verlockungen ablenken Walpurgisnacht: = jährliches, ausgelassenes Treffen der Hexen →→→rauschendes Fest der Sinnlichkeit chaotisches Durcheinander ● Tanz mit Urverführerin (sinnliche Ablenkung): Ekel vor rotem Mäuschen rettet Faust vor endgültigem Versinken in gefühllose Sinnlichkeit 24 ● ● ● Trüber Tag. Feld Faust befindet sich in einem emotional erregten Zustand →wirft Mephisto vor, ihm Gretchens Verhaftung und den Prozess wegen Kindstötung verheimlicht zu haben → Mephistos Kommentar: "Sie ist die Erste nicht" (Zitat aus Prozess gegen Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt) → für Mephisto ist Gretchen eine unter vielen → Rückkehr der Vernunft, Distanz Trödelhexe verkauft Waren, die auf die Tragödie Gretchens und ihrer Familie hinweisen → Mephisto versucht Faust abzulenken Gretchenvision: tote Augen und Schnitt am Hals verweisen auf bevorstehende Hinrichtung → tragisches Ende letzter Versuch Mephistos: Faust durch ein dilettantisches Theaterstück auf dem Blocksberg von seiner Erschütterung ablenken (scheitert) → schlechtes Gewissen Fausts: Illusion platzt ● Faust leugnet seine eigene Schuld und Verantwortung → will Gretchen befreien, um das eigene schlechte Gewissen zu beruhigen ● Szene beinhaltet einzigen Prosatext der Tragödie → Fassung des "Urfaust" wurde nicht versifiziert → kraftstrotzende Prosa des Sturm und Drang Nach. Offen Feld ● Szene zeigt Faust und Mephisto unterwegs auf Pferden, um Gretchen aus dem Gefängnis zu befreien → sie kommen an einem Rabenstein (= Richtstätte außerhalb der Stadt) vorbei → Rabenstein ist nicht Gretchens Richtstätte ● Kerker ● Faust hat Angst vor dem Wiedersehen → er zögert, die Zellentür zu öffnen (er entpersonalisiert Gretchen) Gretchen findet wieder zu sich: 1) geistige Verwirrung, ist dem Wahnsinn verfallen → Gretchen hält Faust für ihren Henker 2) gedankliche Klarheit → bemerkt, dass Fausts Liebe erloschen ist → Enttäuschung Dem verratenen Mädchen wird wieder der Regiename Margarete" gegeben! → wendet sich von ihm ab und blickt der Realität ins Auge 3) wache Augenblicke vermischen sich mit erneuten Anfällen des Wahnsinns → malt sich realistisch ihr elendes Dasein auf dauerhafter Flucht aus → sie verweigert die Flucht! → Annahme der eigenen Schuld (→sieht Hinrichtung als gerechte Strafe) → Gretchen übergibt sich sich dem Gericht Gottes: Rettung durch den Herrn Gretchen ist ein Beleg für das Menschenbild des Herrn → Gretchen hat in ihrem Streben gesündigt, doch am Ende wieder zu Gott und sich selbst gefunden 25 → Faust ist in seinem Streben noch nicht am Ende → Irren und Streben geht weiter (Faust II) Figurencharakterisierung Faust ist Renaissance-Gelehrter und Repräsentant der Menschheit (= Demonstrationsobjekt des göttlichen Schöpfungsplans) → steht exemplarisch für die Möglichkeiten und Grenzen des Menschen lebt in einem Spannungsverhältnis von Lebenshunger und dem Wunsch nach göttlicher Existenz (droht ihn zu zerreißen) → Zwei-Seelen-Problematik Welt der Magie -Enigeist BOXCA -Geister Mephisto Saf - HIMMEL Hor, Engl Welt der Gelehrsamkeit -Scher und derson -Famalas Wagner ☆ Faust → Widersprüchlichkeit seiner Lebensideale lässt sich nicht aufheben (Mephisto erkennt die unauflösbare Polarität in Faust nicht) → Mephisto versucht Faust gemäß seinem Menschenbild auf die Sinnlichkeit zu reduzieren HÖLLE → Faust wettet auf seine fortdauernde Unzufriedenheit: er erlebt den von Mephisto versprochenen Moment des Glücks nicht P → Faust muss an sich selber scheitern → konsequente Negationshaltung gegenüber der Möglichkeit, doch zufrieden gestellt zu werden → mentale Krise stürzt ihn in tiefe Depressionen (Selbstmitleid) Krise der Erkenntnis: Faust leidet an der Begrenztheit seines Wissens → Streben nach dem Urprinzip (= göttliche Erleuchtung), wobei ihm sein enzyklopädisches Wissen nicht genügt ➜er lehnt wissenschaftliche Tradition ab: Spezialisierung in Teildisziplinen steht seinem streben nach der Einheit des Ganzen im Wege (mittelalterliche Universität behindert ihn) durch seine Isolation hat er ein Defizit an sozialen Erfahrungen (insbesondere mit Frauenweltfremdes Verhalten gegenüber Gretchen) →sehnt sich nach Liebeslust →verhält sich emotional kalt und sein Charakter ist von Bindungsunfähigkeit gekennzeichnet → verstaubtes Studierzimmer (= "Kerker") zeigt Isolation, studentisches Leben ist Faust fremd ● Faust erkennt die begrenzte Macht Mephistos und kann auf Augenhöhe mit dem Teufel verhandeln → Teufelspakt wird zur Wette, die Mephisto nicht gewinnen kann die Dualität seiner Existenz zeigt sich in der Gretchentragödie: er schwankt zwischen himmlischer Liebe und sinnlicher Triebbefriedigung → befindet sich im Zustand der Dauer jung durch Zaubertrank → er sieht "Helenen in jedem Weibe": Gretchen ist nur eine Projektion (er liebt nur dieses Idealbild und interessiert sich nicht für Gretchens Individualität) 26 Well des Klowbürgertums -Marthe Sch Lieschen, Bibelchen, Extrinchen Parer Hargarete Faust entwickelt Gefühle einer wahren Liebe entscheidet sich in der Szene "Wald und Höhle" jedoch für die sinnliche Triebbefriedigung (Gretchens Untergang) ● Gretchenvision in der "Walpurgisnacht" und Befreiungsversuch zeigen schlechtes Gewissen → er wälzt eigene Verantwortung und Schuld auf Mephisto ab → Faust ist nicht nur Opfer mephistophelischer Versuchung, sondern auch Täter (er gaukelt Gretchen Liebe vor, um sein Ziel zu erreichen) Mephisto ist extrem wandlungsfähig, Verkleidungskünstler, sprachliche Virtuosität →ist Kontrapunkt zu den lobenden Engeln und irdischer Tausendsassa → Paraderolle der Schalk, der ironisiert und ins Lächerliche zieht (z. B. Universitätssatire) →ist auch Meister des Hexenreichs / Herr der dämonischen und sinnlich entfesselten Gegenwelt →ist Teufel der Gretchenhandlung (intriganter Kuppler ohne Skrupel) besitzt keine eigenen Gefühle, ihm ist nichts heilig in seiner nihilistischen Grundhaltung ● Weltbild: er ist der "Geist der stets verneint" (negiert die Lobeshymne der Engel auf die Schöpfung) ● ● ➜er findet es auf der Erde "herzlich schlecht" sein Menschenbild reduziert den Menschen auf die sinnliche Triebsphäre → Mensch ist triebgesteuert und animalisch ● → versucht Faust auf diese Ebene hinabzuziehen: denkt, er kann Faust durch Verführung in den Niederungen des Genusses den Moment des vollkommenen Glücks verschaffen (scheitert) seine Macht ist begrenzt (Macht basiert auf Zauberkünsten und seinem Wissen) → Wissensanreicherung durch listige Spionage ● dreht den christlichen Schöpfungsmythos um und setzt das Dunkle, das Böse an den Anfang, um die eigene Wertigkeit zu erhöhen ● Aufgabe des Herrn an Mephisto: er soll verhindern, dass der Mensch selbstgenügsam aufhört, nach Höherem zu streben (= er ist Mitspieler des Herrn) →ist dem Herrn untergeordnet → scheitert offenbar permanent: das Leben / die Schöpfung setzt sich immer wieder durch → kann z.B. nicht ohne weiteres aus dem Studierzimmer (Pentagramm) Mephisto ist einerseits dramatische Figur, andererseits die andere Seite Fausts ("Fausts Alter Ego") ➜er verkörpert das Böse und Destruktive in Faust → ist in einer psychologischen Dimension ein Wesenszug von Faust → Mephistos nihilistische Tendenz zur Zerstörung kontrastiert Fausts Schaffensdrang → Mephistos Reduktion auf das Körperliche leugnet Fausts Sehnsucht nach Höherem Mephisto verursacht bei Faust häufige Wechsel seiner Gemütslage (Faust ringt mit sich selbst) Gretchen ● Bedeutungskontexte und Vorbilder: verschiedene Heiligenlegenden und Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt 27 ● ● ● ● ● → z.B. heilige Margareta von Cortona (Schutzpatronin der bußfertigen Prostituierten) → z.B. heilige Margareta von Antiochia (wird im Gefängnis vom Teufel bedroht) → Susanna Margaretha Brandt tötete ihr uneheliches Kind und wurde enthauptet unterschiedliche Regienamen Margarete und Gretchen deuten "die spirituelle und verführend-verführte Seite der Figur" an → Margarete = folgsames, durch den Gottesglauben gehaltene Kind → Gretchen = sinnlich liebende Frau, die von Faust in Versuchung geführt wird → Gretchen / Gredt/ Gretlein = Kennzeichnung für "leichte Mädchen" im 18. Jhr. ist 14 Jahre alt ist stark von den anerzogenen kirchlich-kleinbürgerlichen Normen geprägt → trotzdem Wohlstand innerhalb kleinbürgerlicher Verhältnisse (verstorbener Vater hat Geld hinterlassen) → Mutter ist sehr sparsam, pedantisch und streng → haben keine Magd und Gretchen muss viel im Haushalt arbeiten Kleinbürgerlichkeit = Fehlen gesellschaftlicher Aufstiegschancen (Unterschiede zu Faust sind im Grunde unüberbrückbar) → Gretchen hinterfragt kirchlich-soziale Ordnung nicht (ritualisierter Gottesglaube) → besitzt einen begrenzten Kirchtumshorizont (auch Bildungswelten liegen zwischen Gretchen und Faust) → Gretchen entwickelt erst unter der Tragödie ihres Schicksals eine innere Frömmigkeit → ist von der Sozialordnung determiniert ist kein naives willenloses Opfer, sondern arbeitet aktiv auf die Verbindung mit Faust hin → sie träumt von einer Erhöhung ihres gesellschaftlichen Standes → Anrede "Fräulein" lässt sozialerotische Phantasie entstehen → treibt Entwicklung der Beziehung zu Faust voran: sucht seine Nähe, signalisiert ihre potenzielle Heiratsfähigkeit (Bemerkungen zu ihrem Vermögen, hausfrauliche und mütterliche Qualitäten) ist zu Beginn von "bemerkenswerter Durchschnittlichkeit" gekennzeichnet, wandelt sich aber zu einer idealen Liebenden → Beginn: "arm unwissend Kind", liebenswert, naiv → trotzdem keine Heilige: ist schnippisch, lästert über andere Mädchen → Wandlungsprozess = Entfremdung von sich selbst (korrespondiert mit der gesellschaftlichen Entfremdung / Ausgrenzung) →wird zur idealen Liebenden sie setzt ihre Liebe absolut und trotzt damit den gesellschaftlichen Konventionen →im "Kerker" opfert sie sich selbst für ihre Liebe ● Gretchen zerzupft eine Sternenblume (vermutlich Margerite) = weist symbolhaft auf ihre eigene Zerstörung zurück Der Rousseau'sche Naturmensch der natürliche Mensch ist bescheiden, ehrlich, natürlich und liebend → verfolgt eine instinktive, gefühlsbetonte Logik → besitzt einen Instinkt, gut zu handeln ● lebt nach bürgerlichen Normen ● die Vernunft hilft dem Naturmensch, zwischen Vorteilhaftem und Unvorteilhaften zu unterscheiden 28 ● Gretchen als Repräsentant des Rousseau'schen Naturmenschen: →ihre natürlich-intuitive Art als wichtiger Wesenszug →ist liebevoll, fürsorglich, liebenswert und naiv → ihr Instinkt erlaubt ihr in Mephisto das Böse zu sehen und ihn als ihren Gegenspieler zu erkennen →glaubt an Gott, christliche Werte und Normen und führt ein kleinbürgerliches Leben 29