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nathan der weise szene 2, 5 dramenanalyse

nathan der weise szene 2, 5 dramenanalyse

 Nathan der Weise - Übungsaufsatz
Zur Zeit der Aufklärung machten es sich einige Autoren zur Aufgabe, die
Menschheit zu belehren und zu erzi

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gymnasium bayern 10. klasse dramenanalyse zum 2. erziehungsgespräch in nathan der weise (2,5) korrigert und mit sehr gut vermerkt, wurde als lösungsvorschlag verwendet

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Nathan der Weise - Übungsaufsatz Zur Zeit der Aufklärung machten es sich einige Autoren zur Aufgabe, die Menschheit zu belehren und zu erziehen, vor allem aber auch sie dazu anzuregen, ihren eigenen Verstand einzusetzen. Auch Gotthold Ephraim Lessing wollte mit seinem dramatischen Gedicht „Nathan der Weise“, das er 1779 im Zuge der Aufklärung veröffentlichte, seine Leserschaft erziehen und belehren, indem die Religionstoleranz zwischen den drei Weltreligionen, nämlich dem Christentum, dem Judentum und dem Islam, thematisierte. Im Folgenden wird der fünfte Auftritt des zweiten Aufzugs des eben genannten Dramas, der sich von Vers 1191 bis 1326 erstreckt, analysiert und interpretiert. Bevor Nathan, ein reicher jüdischer Kaufmann, den christlichen Tempelherr, der Nathan's angenommene Tochter Recht aus einem brennenden Haus gerettet hat, trifft, erfährt er von Daja, Recha's Gesellschafterin, dass der Tempelherr, der nach der Rettung des Christenkindes verschwunden ist, nun wieder unter den Palmen Jerusalems umhergeht. Daja’s Einladung, Nathan zu besuchen, lehnt der Tempelherr allerdings ab, da er judenfeindliche Vorbehalte pflegt und somit nichts mit Nathan zutun haben will. Nach der zu interpretierenden Szene trifft Daja auf Nathan und den Tempelherrn, die dann zu Recha zurückkehren, wo der Retter das Mädchen kennenlernt. Zu Beginn des Auftritts gelangt Nathan zum Tempelherrn, der ihm aufgrund von gewissen Ähnlichkeiten sympathisch erscheint. Sie führen daraufhin ein Gespräch, wobei schnell klar wird, dass der Tempelherr sehr abweisend...

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agiert, da, wie er erzählt, ihm seine Tat nichts bedeute und er sie schon längst vergessen habe. Nathan lässt sich jedoch nicht von diesem Verhalten beirren, er versucht mit allen Mitteln, dem Retter seiner Tochter zu danken, indem er sogar den Brandfleck, den das Gewand des Tempelherrn beim Brand davongetragen hat, küsst. Nach dieser Tat öffnet sich der Christ ein wenig und erklärt den Ursprung seiner Judenfeindseeligkeit, nämlich, dass sich das Judentum über die anderen Religionen stellt und diesen gegenüber eine intolerante Haltung zeigt. Nathan entgegnet diesem mit der Belehrung, dass der Mensch nicht von seiner Religion definiert wird, woraufhin der Tempelherr Einsicht erfährt und seine Fassade von kaltem Verhalten zerbricht. Am Ende der Szene freunden die beiden sich sogar an, der Tempelherr verspürt zuletzt Sorge um Recha, die er kennenlernen möchte. Lessing möchte mit diesem Textausschnitt also hervorheben, dass der Mensch nicht von seiner Religion oder vorgefertigten Dogmen, wie der Kirche, definiert wird und die inneren Werte wichtiger als irgendeine Zugehörigkeit sind. Bei Betrachtung des Verlaufs des Dialogs lässt sich feststellen, dass sich dieser in vier Abschnitte untergliedern lässt. Im ersten Teil von Vers 1191 bis 1234 wird das Gespräch eröffnet, wobei klar wird, dass der Tempelherr sehr kalt und unberührt kommuniziert, vor allem in Vers 1215f, als er davon berichtet, wie lästig sein Leben ihm erscheint. Nathan hingegen scheint sehr bedacht und überlegen, da er den Tempelherrn beispielsweise in 1202ff belehren will und trotz dessen Verhalten an das Gute im Menschen glaubt. Am Ende des Abschnitts erfährt der Tempelherr den ersten Sinneswandel, was zum zweiten Teil, der sich von Vers 1235 bis 1270 begrenzen lässt, führt. In diesem Teil erkennt man erstmals einen wärmeren Umgang, da er Nathan erstmals mit seinem Namen anspricht statt mit seiner Religionszugehörigkeit. Außerdem erklärt er sich bereit, Nathan danken zu lassen, bevor er dann im dritten Teil, der sich von Vers 1271 bis 1304 erstreckt, zu seiner judenfeindlichen Haltung zurückkehrt. Durch Nathan's aufklärerische Belehrung im vierten Absatz von Vers 1305 bis 1326 durchläuft der Tempelherr zuletzt noch einen Wendepunkt seiner Sichtweise, der ihm schließlich die Einsicht bringt und er erkennt, dass er im Unrecht liegt. Zusammenfassend lässt sich aussagen, dass sich das Gespräch zwischen Nathan und dem Tempelherrn von einem abweisenden zu einem aufklärerischen und schließlich freundschaftlichen Dialog entwickelt, das durch Nathan klar dominiert wird, indem er sein Ziel, den Tempelherr zu belehren, verfolgt. Sprachlich gesehen ist zu erkennen, dass beide Gesprächspartner eine hohe Sprache benutzen, die dem Zeitalter der Aufklärung gerecht wird. Zu Beginn kommuniziert der Tempelherr sehr kurz und elliptisch, beispielsweise „Kann ich’s wehren? Doch nur kurz.“ in Vers 1202, was die abweisende Haltung des Tempelherrn verdeutlicht. Im Verlauf des Gesprächs wandelt die Anredeform, Nathan spricht den Tempelherrn zunächst als „edler Franke“, also sehr formal, an, der Tempelherr erscheint dagegen eher als das Gegenteil, nämlich sehr abwertend, indem er ihn als „Jude“ anspricht. Im späteren Verlauf des Gesprächs tendiert der Tempelherr dann eher zu freundschaftlichen Ausdrücken, indem er ihn auch mit seinem Namen „Nathan“ anspricht, was den Wandel seiner Sichtweise verdeutlicht. Auch die Sprechweise ändert sich mit der Zeit, anfangs gibt es einen schnellen Dialogwechsel, während in der Mitte eher lange Passagen getätigt werden, wie man an den Versen 1287 bis 1305 klar erkennen kann, da dort nur der Tempelherr spricht. Die Sprache ändert sich im Gespräch mit dem Wandel der Haltung der beiden Figuren, anfangs kurz und formal beziehungsweise abwertend, am Ende, also nach der Einsicht des Tempelherrn, freundschaftlich und gleichmäßig. Durch den offenen Raum vor Nathan's Haus, was durch die vorhergehende Szene bestimmt wird, scheint es sehr leicht, dem Gespräch zu entweichen, was auch die Regieanweisung in Vers 1304 verdeutlicht, als der Tempelherr gehen will. Die Gesprächsatmosphäre wirkt sehr angespannt und fremd, was seinen Ursprung in den Bemerkungen des Tempelherrn „[w]as, Jude? [W]as?“ in Vers 1199 findet. Diese wird durch die weise, überlegende Haltung von Nathan gelöst, indem er versucht, sich dem Tempelherrn anzunähern, was auf seine tolerante Haltung hindeutet. Der kalte, judenfeindliche Tempelherr wird also im Gespräch von Nathan dominiert und aufgeklärt, was ihn schließlich am Ende des Dialogs als fürsorglich und einsichtig charakterisieren lässt. Dies wiederum verursacht zum Schluss der Szene ein vertrautes Gesprächsklima. Zusammenfassend zeigt sich, dass der weise, überlegene Nathan den intoleranten Tempelherrn über sein Verhalten belehrt und ihn darüber aufklärt. Dies deutet auf Lessings Intention, seine Leserschaft zu belehren, hin und spiegelt die Forderung, den eigenen Verstand einzusetzen, wider. Der Leser soll sich hier mit dem Tempelherrn identifizieren können, da dieser von seiner Voreingenommenheit losgelöst wird und Einsicht erfährt. Auch dies soll den unaufgeklärten Menschen erreichen, sie sollen ihren eigenen Verstand einsetzen und erkennen, dass sie sich selbst von vorgefertigten Meinungen, die die Voreingenommenheit des Tempelherrn darstellt, frei machen sollen und von Nathan, der die Rolle des eigenen Verstandes einnimmt, belehrt werden. Lessing kritisiert also in diesem Auftritt die Bevormundung des einfachen Volkes durch höhere Stände, dem Adel und Klerus, und dass die Unmündigen nichts gegen deren untergeordnete Stellung unternimmt. Der Autor verfolgt also das Ziel, die niedrige Bevölkerung von den höheren Ständen zu befreien, darüber nachzudenken, in welcher Situation sich die Welt eigentlich befindet und schließlich dagegen vorzugehen. Abschließend lässt sich aussagen, dass Lessing seiner Aufgabe, die Menschheit zu erziehen und zu belehren, sehr gerecht wird und sie erfolgreich erfüllt. Mit diesem Auftritt ist es möglich, dass ein Teil der Bevölkerung versteht, inwiefern sie ihren eigenen Verstand einsetzen müssen, da die Szene die Rolle eines Erziehungsgesprächs einnimmt, das zur Aufklärung der Menschheit führen kann. Dies wirkt sich also positiv auf das Leben während der Aufklärung aus, weil die jetzige Situation verdeutlicht wird.

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Lessing möchte mit diesem Textausschnitt also hervorheben, dass der Mensch nicht von seiner Religion oder vorgefertigten Dogmen, wie der Kirche, definiert wird und die inneren Werte wichtiger als irgendeine Zugehörigkeit sind. Bei Betrachtung des Verlaufs des Dialogs lässt sich feststellen, dass sich dieser in vier Abschnitte untergliedern lässt. Im ersten Teil von Vers 1191 bis 1234 wird das Gespräch eröffnet, wobei klar wird, dass der Tempelherr sehr kalt und unberührt kommuniziert, vor allem in Vers 1215f, als er davon berichtet, wie lästig sein Leben ihm erscheint. Nathan hingegen scheint sehr bedacht und überlegen, da er den Tempelherrn beispielsweise in 1202ff belehren will und trotz dessen Verhalten an das Gute im Menschen glaubt. Am Ende des Abschnitts erfährt der Tempelherr den ersten Sinneswandel, was zum zweiten Teil, der sich von Vers 1235 bis 1270 begrenzen lässt, führt. In diesem Teil erkennt man erstmals einen wärmeren Umgang, da er Nathan erstmals mit seinem Namen anspricht statt mit seiner Religionszugehörigkeit. Außerdem erklärt er sich bereit, Nathan danken zu lassen, bevor er dann im dritten Teil, der sich von Vers 1271 bis 1304 erstreckt, zu seiner judenfeindlichen Haltung zurückkehrt. Durch Nathan's aufklärerische Belehrung im vierten Absatz von Vers 1305 bis 1326 durchläuft der Tempelherr zuletzt noch einen Wendepunkt seiner Sichtweise, der ihm schließlich die Einsicht bringt und er erkennt, dass er im Unrecht liegt. Zusammenfassend lässt sich aussagen, dass sich das Gespräch zwischen Nathan und dem Tempelherrn von einem abweisenden zu einem aufklärerischen und schließlich freundschaftlichen Dialog entwickelt, das durch Nathan klar dominiert wird, indem er sein Ziel, den Tempelherr zu belehren, verfolgt. Sprachlich gesehen ist zu erkennen, dass beide Gesprächspartner eine hohe Sprache benutzen, die dem Zeitalter der Aufklärung gerecht wird. Zu Beginn kommuniziert der Tempelherr sehr kurz und elliptisch, beispielsweise „Kann ich’s wehren? Doch nur kurz.“ in Vers 1202, was die abweisende Haltung des Tempelherrn verdeutlicht. Im Verlauf des Gesprächs wandelt die Anredeform, Nathan spricht den Tempelherrn zunächst als „edler Franke“, also sehr formal, an, der Tempelherr erscheint dagegen eher als das Gegenteil, nämlich sehr abwertend, indem er ihn als „Jude“ anspricht. Im späteren Verlauf des Gesprächs tendiert der Tempelherr dann eher zu freundschaftlichen Ausdrücken, indem er ihn auch mit seinem Namen „Nathan“ anspricht, was den Wandel seiner Sichtweise verdeutlicht. Auch die Sprechweise ändert sich mit der Zeit, anfangs gibt es einen schnellen Dialogwechsel, während in der Mitte eher lange Passagen getätigt werden, wie man an den Versen 1287 bis 1305 klar erkennen kann, da dort nur der Tempelherr spricht. Die Sprache ändert sich im Gespräch mit dem Wandel der Haltung der beiden Figuren, anfangs kurz und formal beziehungsweise abwertend, am Ende, also nach der Einsicht des Tempelherrn, freundschaftlich und gleichmäßig. Durch den offenen Raum vor Nathan's Haus, was durch die vorhergehende Szene bestimmt wird, scheint es sehr leicht, dem Gespräch zu entweichen, was auch die Regieanweisung in Vers 1304 verdeutlicht, als der Tempelherr gehen will. Die Gesprächsatmosphäre wirkt sehr angespannt und fremd, was seinen Ursprung in den Bemerkungen des Tempelherrn „[w]as, Jude? [W]as?“ in Vers 1199 findet. Diese wird durch die weise, überlegende Haltung von Nathan gelöst, indem er versucht, sich dem Tempelherrn anzunähern, was auf seine tolerante Haltung hindeutet. Der kalte, judenfeindliche Tempelherr wird also im Gespräch von Nathan dominiert und aufgeklärt, was ihn schließlich am Ende des Dialogs als fürsorglich und einsichtig charakterisieren lässt. Dies wiederum verursacht zum Schluss der Szene ein vertrautes Gesprächsklima. Zusammenfassend zeigt sich, dass der weise, überlegene Nathan den intoleranten Tempelherrn über sein Verhalten belehrt und ihn darüber aufklärt. Dies deutet auf Lessings Intention, seine Leserschaft zu belehren, hin und spiegelt die Forderung, den eigenen Verstand einzusetzen, wider. Der Leser soll sich hier mit dem Tempelherrn identifizieren können, da dieser von seiner Voreingenommenheit losgelöst wird und Einsicht erfährt. Auch dies soll den unaufgeklärten Menschen erreichen, sie sollen ihren eigenen Verstand einsetzen und erkennen, dass sie sich selbst von vorgefertigten Meinungen, die die Voreingenommenheit des Tempelherrn darstellt, frei machen sollen und von Nathan, der die Rolle des eigenen Verstandes einnimmt, belehrt werden. Lessing kritisiert also in diesem Auftritt die Bevormundung des einfachen Volkes durch höhere Stände, dem Adel und Klerus, und dass die Unmündigen nichts gegen deren untergeordnete Stellung unternimmt. Der Autor verfolgt also das Ziel, die niedrige Bevölkerung von den höheren Ständen zu befreien, darüber nachzudenken, in welcher Situation sich die Welt eigentlich befindet und schließlich dagegen vorzugehen. Abschließend lässt sich aussagen, dass Lessing seiner Aufgabe, die Menschheit zu erziehen und zu belehren, sehr gerecht wird und sie erfolgreich erfüllt. Mit diesem Auftritt ist es möglich, dass ein Teil der Bevölkerung versteht, inwiefern sie ihren eigenen Verstand einsetzen müssen, da die Szene die Rolle eines Erziehungsgesprächs einnimmt, das zur Aufklärung der Menschheit führen kann. Dies wirkt sich also positiv auf das Leben während der Aufklärung aus, weil die jetzige Situation verdeutlicht wird.