Analyse zur Rede „Ich schäme mich" von Konrad Weiß
Die Bundestagsrede von Konrad Weiß aus dem Jahr 1992 stellt einen bedeutenden Moment der deutschen Nachwendezeit dar. Als Reaktion auf fremdenfeindliche Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen nutzt Weiß rhetorische Mittel und eine klare Argumentationsstruktur, um die Gewalt gegen Ausländer scharf zu verurteilen.
Hinweis: Die Rede beginnt mit der dreimaligen Wiederholung "Ich schäme mich" - eine bewusst gewählte Anapher, die die emotionale Intensität der Ansprache verstärkt.
Die argumentative Struktur der Rede baut auf drei Hauptelementen auf: Zunächst erfolgt eine detaillierte Darstellung der Gewaltakte durch konkrete Zahlen und Fakten. Weiß nennt "zehn Tote" und "1300 rechtsradikale Gewaltakte" als erschreckende Bilanz. Im zweiten Schritt weist er systematisch alle möglichen Rechtfertigungen zurück - weder die Wiedervereinigung noch soziale Probleme könnten als Entschuldigung dienen. Schließlich mündet die Rede in einen eindringlichen Appell an die Demokratie, sich zu wehren.
Besonders wirkungsvoll ist Weiß' Verwendung sprachlicher Bilder. Die "Mauer der Gewalt" als Metapher verweist auf die gerade erst überwundene deutsche Teilung. Die Charakterisierung der Täter als "Feiglinge" kontrastiert mit der Darstellung der Opfer als "schutzlose Menschen". Diese Gegenüberstellung verstärkt die moralische Verurteilung der Gewalt.











