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Schlussszene “Die Physiker” Dramenanalyse

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Schlussszene “Die Physiker” Dramenanalyse

 Szenenanalyse „Die Physiker“
Die vorliegende Szene stammt aus dem Drama „Die Physiker“, welches 1962 von Friedrich
Dürrenmatt geschrieben w

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Szenenanalyse der letzten Szene des Dramas “Die Physiker” (Spätere Klausurnote: 13P)

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Szenenanalyse „Die Physiker“ Die vorliegende Szene stammt aus dem Drama „Die Physiker“, welches 1962 von Friedrich Dürrenmatt geschrieben wurde. Dürrenmatt verfasste das Drama während der literarischen Postmoderne, wo besonders der Streit zwischen den Supermächten und die Aufteilung des Reiches aktuell waren, welche in dem Drama ebenfalls zur Geltung kommt. Das Werk des Schriftstellers handelt von dem intelligenten Physiker Möbius, welcher sich, um mit seinen Entdeckungen nicht die Menschheit zu gefährden, absichtlich unter dem falschen Vorwand, ihm würde der König Salomo erscheinen, in eine Psychiatrische Klinik einweisen lässt. Seine Mitpatienten Eisler und Kilton, welche sich Einstein und Newton nennen und in dem Drama stellvertretend für die beiden verschiedenen politischen Reiche stehen, sind ebenfalls unter falschem Vorbehalt in der Klinik um für ihre Geheimdienste Möbius' Forschungen zu gewinnen. Die vorliegende Schlussszene des Dramas stellt dar, dass sich die drei Physiker in einer Falle der Oberärztin befinden, welche Möbius 'ausspioniert hat und nun mit seinen Entdeckungen die Weltherrschaft an sich reißen möchte. Außerdem wird klar, dass die Oberärztin unter einer psychischen Erkrankung zu leiden scheint, da ihr der König Salomo eigenen Angaben zufolge regelmäßig erscheint. Die handelnden Personen in der zu analysierenden Szene sind die Oberärztin der psychiatrischen Klinik: Frau Doktor von Zahnd, die drei Physiker Möbius, Newton und Einstein, sowie der Oberpfleger Sievers, welcher für die Oberärztin arbeitet. Sie...

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befinden sich in der Klinik und Frau Doktor von Zahnd eröffnet den Physikern, dass ihr der König Salomo erscheine und sie für ihn arbeitet. An diesem Zeitpunkt stellen die drei Männer fest, dass ihre Ärztin unter Wahnvorstellungen leidet, sie von ihr ausgehorcht wurden und um Möbius' Manuskripte bestohlen hat. Kilton, Eisler und Möbius versuchen daraufhin ihr klarzumachen, dass sie verrückt sei, was Frau von Zahnd jedoch nicht einsieht. Sie erläutert ihnen ihr Vorgehen genaustens und macht offensichtlich, dass sie einen gut durchdachten Plan hat und alles dafür gibt, diesen durchzusetzen. Als Möbius versucht, die Ärztin zu Vernunft zu bringen macht diese ihm klar, dass er machtlos und seine Vorhaben sinnlos sei, sowie dass sie die Krankenschwestern, welche die Physiker im vorherigen Geschehen töteten um nicht aufzufliegen, auf die Männer gehetzt hat, mit dem Wissen, dass sie die Krankenschwestern umbringen würden. Somit endet die Szene und das gesamte Stück darin, dass die Oberärztin mit Möbius' Forschungen ihren offensichtlichen Größenwahnsinn ausleben kann und die drei Physiker auf ewig in der Klinik bleiben müssen. Die Szene lässt sich im Gesamtkontext so einordnen, dass niemand mit solch einem Ende rechnete. Die Physiker taten alles, um nicht aufzufliegen, während sie nichtsahnend von ihrer Ärztin ausgebeutet wurden, was zur Folge hat, dass all ihre Mühe umsonst war. Bei dem vorliegenden Dialog handelt es sich um eine Diskussion, da verschiedene Standpunkte vertreten und umstritten werden. Die Beziehung der handelnden Figuren lässt sich so deuten, dass die drei Physiker eine Einheit bilden und gegen die Ärztin und ihr Vorhaben sind, während Frau Doktor von Zahnd auf ihre Patienten herabschaut und sie durchschaut und überführt hat, weshalb die Beziehung zwischen ihnen komplementär ist. Die Beziehung der Physiker untereinander scheint zu diesem Zeitpunkt der Handlung jedoch symmetrisch zu sein. Die Oberärztin scheint unter regelmäßigen Wahnvorstellung des biblischen König Salomos zu leiden (Z. 1f. „Auch mir ist der goldene König Salomo erschienen.") welchen Möbius vorgegeben hat ebenfalls zu sehen. Sie beschreibt König Salomo als machtgierigen König, welcher ihr Befehle gab, Möbius auszuspionieren (Z.36f. ,,Der goldene König hat mir den Befehl gegeben, Möbius abzusetzen und an seiner Stelle zu herrschen."). Dies ist allerdings nur die Wiedergabe ihrer eigenen Machtgier und Allmachtsfantasien, da König Salomo in der Bibel als gutmütig und im Interesse der Menschheit handelnde Person beschrieben wird, was in Frau von Zahnds Wahnvorstellung das genaue Gegenteil ist. Daraus lässt sich die eigene Größenwahnsinnigkeit der Ärztin schließen, sowie dass sie unter einer Erkrankung mit Wahnvorstellungen leidet. Möbius hat genau gegenteilige Ansichten, nämlich, dass die Forschungen auf keinen Fall in die Welt gelangen dürfen. Er ist ein intelligenter und verantwortungsbewusster Mann, welcher das Beste für die Menschheit will und somit auf alles, was ihm lieb war verzichtete. Er stellt also somit das Gegenteil der Oberärztin dar. Außerdem gibt er zu, gelogen zu haben, da ihm Salomo nie erschien (Z.55f. ,,Salomo ist nicht wirklich. Er ist mir nie erschienen."). Die beiden anderen Männer, Eisler und Kilton, sind sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls der Auswirkung Möbius´ Entdeckungen bewusst und zeigen damit, dass auch sie einen verantwortungsbewussten, im Interesse der Menschheit handelnden Standpunkt haben. Das Ziel von Frau von Zahnd in diesem Gespräch ist es, sich und ihre Handlungen zu offenbaren und damit zu prahlen (Z.48ff. „Dann gründete ich Riesenwerke, erstand eine Fabrik um die andere und baute einen mächtigen Trust."). Sie genießt ihre komplementäre Stellung den Physikern gegenüber und möchte ihnen klar machen, dass der ihr erscheinende König Salomo durch sie gehandelt und gewonnen hat (Z.98ff. „Salomo hat durch euch gedacht, durch euch gehandelt und nun vernichtet er euch. Durch mich.“). Ihre Intention ist es außerdem, den Physikern zu zeigen, welche Macht sie über die Männer hatte und dass sie all ihre Pläne wohl durchdacht hat (Z.82ff. ,,Mit eurem Handeln konnte ich rechnen. Ihr wart bestimmbar wie Automaten (...)“). Hinzu kommt, dass sie zu glauben scheint, Möbius habe König Salomo verraten, da er seine Entdeckungen nur durch ihn habe und dass er dafür bestraft werden solle, den König ausgenutzt zu haben (Z.78f. „Das Wissen Salomos musste gesichert und euer Verrat bestraft werden.“) Die Physiker hingegen wollen ihre Oberärztin davon überzeugen, dass sie krank und der König Salomo nicht wirklich sei (Z.44f. „Sie sind übergeschnappt! Vollkommen! Begreifen Sie doch endlich!“, Z.61f. „Nehmen Sie Vernunft an. Sehen Sie ein, dass Sie verrückt sind."). Den größten Gesprächsanteil in dieser Szene hat Frau Doktor von Zahnd, welche, wie schon genannt, den Standpunkt vertritt, den Befehlen Salomos gerecht zu werden. Sie ist der Meinung, dass Möbius´ Erfindungen kein Geheimnis sind, da alles irgendwann ans Licht kommen wird (Z.27f. „Alles Denkbare wird einmal gedacht. Jetzt oder in der Zukunft."). Sie möchte die Forschungen, die sie zugab von Möbius gestohlen zu haben (Z.40ff. „Ich betäubte ihn und photokopierte die Aufzeichnungen Salomos.") für ihre eigene Weltherrschaft nutzen (Z.105 „Das Weltunternehmen startet.“). Dafür war sie bereit schlimme Opfer zu bringen, wie beispielsweise die Krankenschwestern auf die Physiker zu hetzen, mit dem Wissen, dass sie von den Männern getötet werden würden (Z.82f. „Ich hetzte drei Krankenschwestern auf euch. Mit eurem Handeln konnte ich rechnen.“). Frau Doktor von Zahnd benutzt in ihrer Sprache häufig rhetorische Mittel. Sie vergleicht Salomo mit „einem gewaltigen Engel“ (Z.11f), um sein Aussehen näher zu beschreiben. Dieser Vergleich zeigt auch den religiösen Kontext, welcher auch durch Salomo selbst deutlich wird. Um zu verdeutlichen, dass Möbius' Verheimlichung sinnlos war nutzt die Ärztin eine Antithese, in der sie ihre Meinung aufzeigt, dass ,,er versuchte zu verschweigen, was nicht verschwiegen werden konnte“ (Z.23f.). Dass Frau von Zahnd sehr Ich-bezogen ist und Allmachtsfantasien hat, lässt sich an der von ihr genutzten Anapher (Z.38ff.) beweisen: „Ich gehorchte... Ich war...Ich konnte...Ich betäubte..."). Um Möbius seine Ausweglosigkeit zu verdeutlichen benutzt die fantasierende Frau den Konjunktiv (Z.68), um ihm zu zeigen, dass „auch wenn Ihre Stimme in die Welt hinaus dränge", er keine Chance gegen sie haben könnte. Außerdem vergleicht sie die Physiker mit ,,Automaten“ und „Henkern“ (Z.83f), um ihr Verhalten genauer zu beschreiben. Um Salomos Handeln zu verdeutlichen nutzt Frau von Zahnd eine Akkumulation (Z.98ff), in welcher sie aufzählt, was Salomo ihres Erachtens nach tat: „Er hat durch euch gedacht, durch euch gehandelt und nun vernichtet er euch. Durch mich.“. Möbius hat in dieser Szene den meisten Sprechanteil von allen drei Physikern. Er vertritt seit Beginn des Dramas die Meinung, dass mit wissenschaftlichen Forschungen Gefahren verbunden sind, da durch sie Dinge entwickelt werden können, die Risiken für die Menschheit bergen. Er ist sich seiner Verantwortung bewusst und hat somit den gegenteiligen Standpunkt der Oberärztin. In dieser finalen Szene gibt er zu, dass Salomo ihm nie erschienen sei (Z.56 ,,Er ist mir nie erschienen.“) und möchte Frau von Zahnd bewusst machen, dass sie krank ist. Er will auf jeden Fall verhindern, dass sie mit ihrem Plan weiterkommt und will die Wahrheit ans Licht bringen (Z.64f. „Dann muss ich der Welt die Wahrheit entgegenschreien! "). Außerdem macht der Physiker nutzen von einer Alliteration (Z.64), als er sagt, dass er „der Welt die Wahrheit entgegenschreien“ muss. Möbius hat das letzte Wort in dieser Szene, in dem er ausdrückt, es zu bereuen seine Entdeckungen nicht mehr rückgängig machen zu können (Z.114f. „Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.") Den nächstgrößten Sprachanteil hat Eisler, welcher sich wie bereits angegeben, Einstein nennt. Er war zu Beginn des Dramas der Meinung, dass Wissenschaft Macht verleiht und wer diese besitzt, darf Bedingungen stellen. Im Laufe der Handlung konnte Möbius ihn jedoch von seinem Standpunkt überzeugen, sodass er nun auf dessen Seite steht. Er will verdeutlichen, was er von der Ärztin hält, wofür er eine Anapher nutzt (Z.21f. „Sie muss interniert werden. Sie gehört in ein Irrenhaus.“) und versucht auch des Weiteren in dieser Szene sie davon zu überzeugen, dass sie verrückt sei. Zum Ende der Szene drückt er durch seinen letzten Satz aus, dass er nichts von ihr und den Plänen Frau Zahnds hält (Z.111f. „Die Welt ist in die Hände einer verrückten Irrenärztin gefallen."). Newton hat von den drei Männern am wenigsten Anteil im Gespräch. Er macht sehr deutlich, dass er die Ärztin, aber auch sich selbst, Möbus und Einstein für verrückt hält, wobei er sehr aufgebracht spricht (Z.44ff.). Am Ende drückt er nochmal die Hoffnungslosigkeit aller Physiker aus (Z.110 „Es ist aus."). Am wenigsten Gesprächsanteil hat der Oberpfleger Sievers, welcher die Oberärztin nur einmal mit ,,Boss“ anspricht (Z.103), was erneut verdeutlicht, dass Frau Doktor von Zahnd alle unter ihrem Einfluss stehen und sich ihre eigene Welt aufgebaut hat, in der sie allein der Boss ist. Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass die Oberärztin die Physiker durch das ganze Stück hinweg ausgetrickst und hintergangen hat und im Grunde schlauer war als sie alle drei. Sie wurde von ihren Wahnvorstellungen gesteuert, in denen sie König Salomo sah, der ihr Anweisungen gab, welche aber nur ihren eigenen Allmachtsfantasien entsprachen. Dadurch lässt sich ihre psychische Krankheit und ihr Machtwahnsinn belegen, welcher dem Plan der Physiker zum Verhängnis wird. Die Bedeutung dieser Szene ist für das gesamte Drama sehr groß, da niemand damit gerechnet hätte. Außerdem entkräftet sie somit all die vorherigen Bemühungen der Physiker, die Entdeckungen und ihre Identität geheim zu halten, da all das umsonst war. Auch heute noch sind Teile der Erzählung aktuell, da es zwar kein geteiltes Reich mehr gibt, allerdings trotzdem noch Konkurrenz unter Politikern herrscht.

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 Szenenanalyse „Die Physiker“
Die vorliegende Szene stammt aus dem Drama „Die Physiker“, welches 1962 von Friedrich
Dürrenmatt geschrieben w

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So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

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befinden sich in der Klinik und Frau Doktor von Zahnd eröffnet den Physikern, dass ihr der König Salomo erscheine und sie für ihn arbeitet. An diesem Zeitpunkt stellen die drei Männer fest, dass ihre Ärztin unter Wahnvorstellungen leidet, sie von ihr ausgehorcht wurden und um Möbius' Manuskripte bestohlen hat. Kilton, Eisler und Möbius versuchen daraufhin ihr klarzumachen, dass sie verrückt sei, was Frau von Zahnd jedoch nicht einsieht. Sie erläutert ihnen ihr Vorgehen genaustens und macht offensichtlich, dass sie einen gut durchdachten Plan hat und alles dafür gibt, diesen durchzusetzen. Als Möbius versucht, die Ärztin zu Vernunft zu bringen macht diese ihm klar, dass er machtlos und seine Vorhaben sinnlos sei, sowie dass sie die Krankenschwestern, welche die Physiker im vorherigen Geschehen töteten um nicht aufzufliegen, auf die Männer gehetzt hat, mit dem Wissen, dass sie die Krankenschwestern umbringen würden. Somit endet die Szene und das gesamte Stück darin, dass die Oberärztin mit Möbius' Forschungen ihren offensichtlichen Größenwahnsinn ausleben kann und die drei Physiker auf ewig in der Klinik bleiben müssen. Die Szene lässt sich im Gesamtkontext so einordnen, dass niemand mit solch einem Ende rechnete. Die Physiker taten alles, um nicht aufzufliegen, während sie nichtsahnend von ihrer Ärztin ausgebeutet wurden, was zur Folge hat, dass all ihre Mühe umsonst war. Bei dem vorliegenden Dialog handelt es sich um eine Diskussion, da verschiedene Standpunkte vertreten und umstritten werden. Die Beziehung der handelnden Figuren lässt sich so deuten, dass die drei Physiker eine Einheit bilden und gegen die Ärztin und ihr Vorhaben sind, während Frau Doktor von Zahnd auf ihre Patienten herabschaut und sie durchschaut und überführt hat, weshalb die Beziehung zwischen ihnen komplementär ist. Die Beziehung der Physiker untereinander scheint zu diesem Zeitpunkt der Handlung jedoch symmetrisch zu sein. Die Oberärztin scheint unter regelmäßigen Wahnvorstellung des biblischen König Salomos zu leiden (Z. 1f. „Auch mir ist der goldene König Salomo erschienen.") welchen Möbius vorgegeben hat ebenfalls zu sehen. Sie beschreibt König Salomo als machtgierigen König, welcher ihr Befehle gab, Möbius auszuspionieren (Z.36f. ,,Der goldene König hat mir den Befehl gegeben, Möbius abzusetzen und an seiner Stelle zu herrschen."). Dies ist allerdings nur die Wiedergabe ihrer eigenen Machtgier und Allmachtsfantasien, da König Salomo in der Bibel als gutmütig und im Interesse der Menschheit handelnde Person beschrieben wird, was in Frau von Zahnds Wahnvorstellung das genaue Gegenteil ist. Daraus lässt sich die eigene Größenwahnsinnigkeit der Ärztin schließen, sowie dass sie unter einer Erkrankung mit Wahnvorstellungen leidet. Möbius hat genau gegenteilige Ansichten, nämlich, dass die Forschungen auf keinen Fall in die Welt gelangen dürfen. Er ist ein intelligenter und verantwortungsbewusster Mann, welcher das Beste für die Menschheit will und somit auf alles, was ihm lieb war verzichtete. Er stellt also somit das Gegenteil der Oberärztin dar. Außerdem gibt er zu, gelogen zu haben, da ihm Salomo nie erschien (Z.55f. ,,Salomo ist nicht wirklich. Er ist mir nie erschienen."). Die beiden anderen Männer, Eisler und Kilton, sind sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls der Auswirkung Möbius´ Entdeckungen bewusst und zeigen damit, dass auch sie einen verantwortungsbewussten, im Interesse der Menschheit handelnden Standpunkt haben. Das Ziel von Frau von Zahnd in diesem Gespräch ist es, sich und ihre Handlungen zu offenbaren und damit zu prahlen (Z.48ff. „Dann gründete ich Riesenwerke, erstand eine Fabrik um die andere und baute einen mächtigen Trust."). Sie genießt ihre komplementäre Stellung den Physikern gegenüber und möchte ihnen klar machen, dass der ihr erscheinende König Salomo durch sie gehandelt und gewonnen hat (Z.98ff. „Salomo hat durch euch gedacht, durch euch gehandelt und nun vernichtet er euch. Durch mich.“). Ihre Intention ist es außerdem, den Physikern zu zeigen, welche Macht sie über die Männer hatte und dass sie all ihre Pläne wohl durchdacht hat (Z.82ff. ,,Mit eurem Handeln konnte ich rechnen. Ihr wart bestimmbar wie Automaten (...)“). Hinzu kommt, dass sie zu glauben scheint, Möbius habe König Salomo verraten, da er seine Entdeckungen nur durch ihn habe und dass er dafür bestraft werden solle, den König ausgenutzt zu haben (Z.78f. „Das Wissen Salomos musste gesichert und euer Verrat bestraft werden.“) Die Physiker hingegen wollen ihre Oberärztin davon überzeugen, dass sie krank und der König Salomo nicht wirklich sei (Z.44f. „Sie sind übergeschnappt! Vollkommen! Begreifen Sie doch endlich!“, Z.61f. „Nehmen Sie Vernunft an. Sehen Sie ein, dass Sie verrückt sind."). Den größten Gesprächsanteil in dieser Szene hat Frau Doktor von Zahnd, welche, wie schon genannt, den Standpunkt vertritt, den Befehlen Salomos gerecht zu werden. Sie ist der Meinung, dass Möbius´ Erfindungen kein Geheimnis sind, da alles irgendwann ans Licht kommen wird (Z.27f. „Alles Denkbare wird einmal gedacht. Jetzt oder in der Zukunft."). Sie möchte die Forschungen, die sie zugab von Möbius gestohlen zu haben (Z.40ff. „Ich betäubte ihn und photokopierte die Aufzeichnungen Salomos.") für ihre eigene Weltherrschaft nutzen (Z.105 „Das Weltunternehmen startet.“). Dafür war sie bereit schlimme Opfer zu bringen, wie beispielsweise die Krankenschwestern auf die Physiker zu hetzen, mit dem Wissen, dass sie von den Männern getötet werden würden (Z.82f. „Ich hetzte drei Krankenschwestern auf euch. Mit eurem Handeln konnte ich rechnen.“). Frau Doktor von Zahnd benutzt in ihrer Sprache häufig rhetorische Mittel. Sie vergleicht Salomo mit „einem gewaltigen Engel“ (Z.11f), um sein Aussehen näher zu beschreiben. Dieser Vergleich zeigt auch den religiösen Kontext, welcher auch durch Salomo selbst deutlich wird. Um zu verdeutlichen, dass Möbius' Verheimlichung sinnlos war nutzt die Ärztin eine Antithese, in der sie ihre Meinung aufzeigt, dass ,,er versuchte zu verschweigen, was nicht verschwiegen werden konnte“ (Z.23f.). Dass Frau von Zahnd sehr Ich-bezogen ist und Allmachtsfantasien hat, lässt sich an der von ihr genutzten Anapher (Z.38ff.) beweisen: „Ich gehorchte... Ich war...Ich konnte...Ich betäubte..."). Um Möbius seine Ausweglosigkeit zu verdeutlichen benutzt die fantasierende Frau den Konjunktiv (Z.68), um ihm zu zeigen, dass „auch wenn Ihre Stimme in die Welt hinaus dränge", er keine Chance gegen sie haben könnte. Außerdem vergleicht sie die Physiker mit ,,Automaten“ und „Henkern“ (Z.83f), um ihr Verhalten genauer zu beschreiben. Um Salomos Handeln zu verdeutlichen nutzt Frau von Zahnd eine Akkumulation (Z.98ff), in welcher sie aufzählt, was Salomo ihres Erachtens nach tat: „Er hat durch euch gedacht, durch euch gehandelt und nun vernichtet er euch. Durch mich.“. Möbius hat in dieser Szene den meisten Sprechanteil von allen drei Physikern. Er vertritt seit Beginn des Dramas die Meinung, dass mit wissenschaftlichen Forschungen Gefahren verbunden sind, da durch sie Dinge entwickelt werden können, die Risiken für die Menschheit bergen. Er ist sich seiner Verantwortung bewusst und hat somit den gegenteiligen Standpunkt der Oberärztin. In dieser finalen Szene gibt er zu, dass Salomo ihm nie erschienen sei (Z.56 ,,Er ist mir nie erschienen.“) und möchte Frau von Zahnd bewusst machen, dass sie krank ist. Er will auf jeden Fall verhindern, dass sie mit ihrem Plan weiterkommt und will die Wahrheit ans Licht bringen (Z.64f. „Dann muss ich der Welt die Wahrheit entgegenschreien! "). Außerdem macht der Physiker nutzen von einer Alliteration (Z.64), als er sagt, dass er „der Welt die Wahrheit entgegenschreien“ muss. Möbius hat das letzte Wort in dieser Szene, in dem er ausdrückt, es zu bereuen seine Entdeckungen nicht mehr rückgängig machen zu können (Z.114f. „Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.") Den nächstgrößten Sprachanteil hat Eisler, welcher sich wie bereits angegeben, Einstein nennt. Er war zu Beginn des Dramas der Meinung, dass Wissenschaft Macht verleiht und wer diese besitzt, darf Bedingungen stellen. Im Laufe der Handlung konnte Möbius ihn jedoch von seinem Standpunkt überzeugen, sodass er nun auf dessen Seite steht. Er will verdeutlichen, was er von der Ärztin hält, wofür er eine Anapher nutzt (Z.21f. „Sie muss interniert werden. 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