Szenenanalyse Emilia Galotti

D

Desidera Hecke

14 Followers
 

Deutsch

 

11/12/13

Übung

Szenenanalyse Emilia Galotti

 Szenenanalyse: Emilia Galotti – 2.Aufzug, 10.Auftritt
Die vorliegende Szene stammt aus dem bürgerlichen Trauerspiel „Emilia Galotti" von Go

Kommentare (3)

Teilen

Speichern

188

2.Aufzug, 10. Auftritt

Nichts passendes dabei? Erkunde andere Fachbereiche.

Szenenanalyse: Emilia Galotti – 2.Aufzug, 10.Auftritt Die vorliegende Szene stammt aus dem bürgerlichen Trauerspiel „Emilia Galotti" von Gotthold Ephraim Lessing, was 1772 erschienen ist und sich daher dem Zeitalter der Aufklärung zuordnen lässt. Dafür typisch wird die Beziehung zwischen Adel- und Bürgertum thematisiert, welche in Lessings Werk durch die Liebe eines willkürlich herrschenden Prinzen zu der bürgerlichen und tugendhaften Emilia geprägt ist. Emilia ist aber schon einem Grafen versprochen, weshalb der Prinz seinen Kammerherrn Marinelli beauftragt, die Hochzeit zu verhindern, was ihm auch mit hinterhältigen Intrigen gelingt, jedoch im weiteren Verlauf den Tod des Grafens und Emilias zur Folge hat. Bei der vorliegenden Szene handelt es sich um einen Dialog zwischen Marinelli und dem Grafen, indem Marinelli versucht, Appiani zu einer Verschiebung der Hochzeit zu animieren, indem er vorgibt, der Prinz habe einen wichtigen Auftrag für ihn. Appiani lehnt diesen aber ab und Marinellis erster und gewaltloser Plan, die Hochzeit zu verhindern, ist damit zerstört. Lessing kritisiert in dem gesamten Drama den willkürlichen Umgang des Adels mit Macht. In dieser Szene kritisiert er aber vor allem die Abhängigkeit des Adels und das daraus resultierende Verhalten. Marinelli steht als starre, in die Zeit verankerte Figur, im Kontrast zu dem aufgeklärten Appiani, der unabhängig vom Prinzen ist. Der Dialog, der im Hause Galotti stattfindet, lässt sich in drei...

Mit uns zu mehr Spaß am Lernen

Hilfe bei den Hausaufgaben

Mit dem Fragen-Feature hast du die Möglichkeit, jederzeit Fragen zu stellen und Antworten von anderen Schüler:innen zu erhalten.

Gemeinsam lernen

Mit Knowunity erhältest du Lerninhalte von anderen Schüler:innen auf eine moderne und gewohnte Art und Weise, um bestmöglich zu lernen. Schüler:innen teilen ihr Wissen, tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig.

Sicher und geprüft

Ob Zusammenfassungen, Übungen oder Lernzettel - Knowunity kuratiert alle Inhalte und schafft eine sichere Lernumgebung zu der Ihr Kind jederzeit Zugang hat.

App herunterladen

Alternativer Bildtext:

Teile gliedern. Im ersten Teil findet ein förmliches Gesrpäch statt, indem Marinelli Appiani den Auftrag des Prinzen mitteilt. Appiani soll als Gesandter des Prinzen wegen der Vermählung mit der Prinzessin nach Massa fahren. In diesem Teil versucht Marinelli Appiani zu schmeicheln, indem er vorgibt, an der Entscheidung des Prinzen nicht unbeteiligt gewesen zu sein. Appiani, der nicht mehr damit gerechnet hatte, dass der Prinz ihn irgendwann mal brauchen würde, nimmt zuerst verlegen den Auftrag an. Als Marinelli ihm dann aber mitteilt, dass er noch am gleichen Tag abreisen müsse, lehnt er den Auftrag ab, weil er sonst seine Hochzeit mit Emilia verschieben müsste. Damit beginnt der zweite Teil, indem Marinelli so tut, als sei eine Hochzeit eine Kleinigkeit im Gegensatz zum „Befehl des Herrn“ (S.45, Z.13). Daraufhin gibt Appiani Marinelli zu verstehen, dass er dem Prinzen nicht so wie er verpflichtet sei. Marinelli fühlt sich dadurch provoziert und lässt alle Höflichkeitsfloskeln fallen. Das Gespräch wendet sich in eine andere Richtung. Marinelli beleidigt Appiani mit spöttischen Anspielungen auf Emilias Stand. Appiani fühlt sich deswegen in seiner Ehre angegriffen und beleidigt Marinelli daraufhin als „Affe[n]” (S.46, Z.12). Dies hat zur Folge, dass er von Marinelli zu einem Duell herausgefordert wird, was Appiani annimmt und sofort bei einem Spaziergang erledigen möchte. Sein Konkurrent mach jedoch einen Rückzieher und fordert den Prinzen dazu auf, Geduld zu haben und verschiebt das Duell damit auf unbestimmte Zeit. Die Szene bzw. Appianis Entscheidung den Auftrag abzulehnen ist entscheidend für den weiteren Verlauf des Dramas. Da Marinellis erster und gewaltloser Plan damit zerstört scheint, kommt es später zu dem Überfall auf die Kutsche und somit zu Appianis Tod und Emilias Entführung Marinellis Verhalten unterscheidet sich in den verschiedenen Gesprächsteilen auch wesentlich voneinander, während es zu Beginn von übertriebener Höflichkeit geprägt ist, wird er zum Ende, als ihm bewusst wird, dass sein Plan nicht aufgeht, ausfallend und provozierend. Zuerst versucht er aber mit inhaltlosen Floskeln, wie zB. ,,Und wenn Graf Appiani nicht mit Gewalt einen seiner ergebensten Freunde in mir verkennen will" (S.43, Z.11-13), Sympathie zu gewinnen. Da der Graf in Eile ist und generell eine gewisse Abneigung gegenüber Marinelli verspürt, unterbricht er Marinelli mit ,,Ohne weitere Vorrede; wenn ich bitten darf.“ (S.43, Z.14). Allein an diesen zwei Sätzen lassen sich schon wesentliche Unterschiede der beiden Charaktere erkennen, während Marinelli versucht mit erhobener Sprache und verschachtelten Sätzen zu sprechen, spricht Appiani in einfachen und klaren Sätzen mit befehlerischem Ton. Marinelli geht dann zum Wesentlichen über und verkündet, dass der Prinz Appiani dazu auserwählt hat, als Bevollmächtigter zum Herzog von Massa zu fahren. Wobei es um die Vermählung mit dessen Tochter ginge. Marinelli gibt vor darüber sehr glücklich zu sein und tut so, als hätte er auf diese Entscheidung schon lange gewartet, das wird durch die Aussage „Endlich ist seine Wahl, Herr Graf, auf sie gefallen." (S.43, Z.19) deutlich. Der Graf reagiert darauf verdattert und verlegen, dadurch wird klar, dass der Graf zwar Marinelli gegenüber eine Abneigung verspürt, dem Prinzen gegenüber jedoch nicht. Durch die Nachfrage „Auf mich?“ (S.43, Z.20) wird Appianis Unglauben und Unsicherheit nochmals unterstrichen. Marinelli versichert ihm dies nocheinmal, jedoch nicht ohne dem Grafen wieder einzuschmeicheln. Er erklärt Appiani stolz, dass diese Entscheidung nicht ohne sein „Zuthun“ (S.43, Z. 22) vom Prinzen getroffen wurde. Marinelli wirkt hier sehr von sich selbst überzeugt und verfolgt weiter seine Strategie. Als Appiani zugibt, dass er schon längst nicht mehr damit gerechnet habe, dass der Prinz ihn brauchen würde, hat Marinelli natürlich wieder eine passende und heuchlerische Antwort parat: „Ich bin versichert, dass es ihm bloß an einer würdigen Gelegenheit, gemangelt hat." (S.46, Z.27-S.44, Z.1). Hierbei vergisst er nicht zu erwähnen, dass er sich als Appianis Freund sehe. Appiani reagiert auf diese Aussage ironisch mit ,,Freundschaft und Freundschaft, um das dritte Wort! -Mit wem red' ich denn? Des Marschese Marinelli Freundschaft hätt´ ich mir nie träumen lassen.-“(S.44, Z.5-7). Das provoziert Marinelli mit Sicherheit, er steckt aber zurück und gibt zu, dass er ihn nicht ohne seine Erlaubnis, als sein Freund bezeichnen dürfe. Jedoch erinnert Marinelli ihn auch daran, dass die ,,Gnade Des Prinzen, die Ihnen angetragene Ehre, bleiben, was sind: und ich zweifle nicht, Sie werden sie mit Begierd´ergreifen:" (S.44, Z.11-13). Aus den Regieanweisungen geht hervor, dass Appaini nach einiger Überlegung den Auftrag annimmt. Als Marinelli ihn jedoch zum Aufbrechen auffordert und Appiani klar wird, dass er noch heute Abreisen muss, sagt Appiani entschuldigend, „dass [er] die Ehre, welche [ihm] der Prinz zugedacht, verbitten muss." (S.44, Z.23-24). Marinelli wird bewusst, dass sein Plan nicht aufgehen könnte und tut so als würde er denken, dass der Graf nur scherzen würde. Appiani gibt ihm aber zu verstehen, dass er nicht sscherzt und gibt zu, dass er hofft, dass der Prinz seine Entschuldigung gelten lassen würde. Auch hier wird wieder klar, dass Graf zwar Marinelli gegenüber abgeneigt ist, aber dass es ihm nicht egal ist, was der Prinz über ihn denkt. Marinelli tut daraufhin unwissend und Appiani erklärt ihm, dass er heute noch heiraten würde, sein Gegenüber reagiert darauf gespielt ruhig und gleichgültig und tut so, als täte eine Hochzeit nichts zur Sache und dass diese sich ja verschieben lasse. Er appelliert darauf, dass der „Befehl des Herrn" (S.45, Z.13) wichtiger sei, das ist er für ihn auch, weil er abhängig vom Grafen ist. Der Graf jedoch nicht und das gibt er Marinelli mit seiner Antwort, welche man fast als politisches Statement werten könnte, auch klar zu verstehen: „Der Befehl des Herrn? - des Herrn? Ein Herr, den man sich selber wählt, ist unser Herr so eigentlich nicht - Ich gebe zu, daß Sie dem Prinzen unbedingtern Gehorsam schuldig wären. Aber nicht ich. – Ich kam an seinen Hof als ein Freiwilliger. Ich wollte die Ehre haben, ihm zu dienen; aber nicht sein Sklave werden. Ich bin der Vasall eine größeren Herrn-" (S.45, Z.14-20). Mit dem „görßeren Herrn" meint Appiani vermutlich dem Kaiser. Hier wird Appianis politische Meinung und Einstellung ganz klar, vor allem wird dadurch aber deutlich, dass er zu den aufklärerischen Figuren des Stückes zählt. Lessing präsentiert ihn als modernen und aufgeklärten Menschen, der ein selbstbestimmtes unabhängiges Leben führen will. Durch diese Aussage und die Tatsache, dass er eine Bürgerliche heiraten möchte, setzt er ein klares Statement und spricht sich gegen die Ständegesellschaft aus. Man kann also sagen, dass Appiani hier den vom Fürsten/Prinzen unabhängigen Adel vertritt und Marinelli die gegenseitige Gruppe. Er bezeichnet Marinelli damit quasi als Sklaven des Prinzen. Das scheint Marinelli nun auch bewusst zu werden und provoziert ihn ungemein, man kann vermuten, dass er auf die Freiheit des Grafen neidische zu sein scheint, denn er lässt seine Höflichkeitsfloskeln fallen und wandelt sie in gezielte Provokationen. Diese Stelle der Szene kann man als Wendepunkt bezeichnen, an dem sich das förmliche Gespräch in ein emotional geladenes Gespräch verwandelt. Marinelli gibt vor, nicht zu wissen, wen Appiani heiraten wird. Als Appiani ihm mitteilt, dass es Emilia Galotti ist, reagiert Marinelli spöttisch. Erst antwortet er nur mit einem ,,Hm! Hm!" (S.46, Z.1), dann aber sagt er, dass die Hochzeit dann ja wohl nicht so schwer sei, die nicht standesgemäße Hochzeit zu verschieben und dass die ,,guten Aeltern" (S.46, Z.9) es ja nicht so genau nehmen würden, diese Aussag hat einen ironischen Unterton. Der Grund für Marinellis Spott ist, dass Emilia aus einer bürgerlichen Familie kommt. Mit der Aussage „Und Emilia bleibt ihnen ja wohl gewiss.“ (S.46, Z.10) beleidigt er Appiani und Emilia direkt. Appiani fühlt sich in seiner Ehre und auch Emilias verletzt. Als ein Mann, dem die Achtung des Ehrenkodex sehr wichtig ist, bezeichnet er Marinelli wiederum als „Affe[n]“ (S.46, Z.12), woraufhin Marinelli Genugtuung durch ein Duell fordert. Dem stimmt Appiani auch dirket zu, Marinelli macht draufhin aber einen Rückzieher mit der Ausrede, dass er ,,dem zärtlichen Bräutigam den heutigen Tag nicht verderben mag.“ (S.46, Z.21-22). Aus den Regieanweisungen geht hervor, dass Appiani ihn jedoch am Arm packt und sagt, dass er zu einem Spaziergang, womit er das Duell meint, durchaus Zeit hätte. Als er Marinelli zum Losgehen auffordert, reißt dieser sich los, geht ab und sagt ,,Nur Geduld, Graf, nur Geduld!“ (S.46, Z.29-30). And dieser Stelle lässt sich nur vermuten, ob Marinelli das Ende des Gespräches mit einer Duellaufforderung geplant hat. Damit endet die Szene spannend, Leser*innen/Zuschauer*innen stellen sich die Frage, was Marinelli als nächstes vorhat. Geht man nach der Dramentheorie Freytags so erfolgt im 2. Akt das erregende Moment, die Schürzug des Knotens. Im 2. Akt soll sich die Entwicklung des Geschehens in eine bestimmte Richtung beschleunigen und die Spannung auf den weiteren Verlauf der Handlung und auf das Ende soll steigen. Durch die Ablehnung des Auftrags und das noch ausstehende Duell, geschieht diese Spannungszuspitzung ganz klar und die Szene entscheidet unteranderem über den weiteren Verlauf des Dramas. Abschließend kann man also sagen, dass Appiani hier den aufgeklärten und modernen Mann darstellt, dem die Achtung des Ehrenkodex sehr wichtig ist. Er vertritt die Gruppe des unabhängigen Adels. Im Kontrast dazu steht der starre und in der Zeit verankerte Marinelli, der alles für die Achtung des Prinzen und die Vergrößerung seine Machtbereiches tun würde, denn das ist das einzige, was er hat. Außerdem wird in dieser Szene Marinellis Skrupellosigkeit unterstrichen, er macht vor keiner Lüge oder Intrige einen halt, um so wichtiger sind ihm aber Sprachetikette und des gesellschaftliche Stand von Personen. Er vertritt die Gruppe des vom Prinzen/Fürsten abhängigen Adel. Lessing kritisert auch hier, wie im gesamten Drama auch, den willkürlich herrschenden Adel, unterscheidet hierbei aber zwischen dem, der dem Prinzen/Fürstenn verpflichtet ist und dem, der dem Kaiser verpflichtet ist. Die Szene ist außerdem entscheidend für den weiteren Verlauf des Dramas und das nicht nur in Hinsicht auf die Spannungsteigerung, sondern auch auf den Überfall auf die Kutsche und der damit verbundenene Tod Appianis und Emilias Entführung. Appiani hat durch seine Entscheidung, den Auftrag wegen der Hochzeit abzulehnen und dem Bestehen auf ein Duell, quasi sein eigenes Todesurtheil gefällt.

Szenenanalyse Emilia Galotti

D

Desidera Hecke

14 Followers
 

Deutsch

 

11/12/13

Übung

Szenenanalyse Emilia Galotti

Dieser Inhalt ist nur in der Knowunity App verfügbar.

 Szenenanalyse: Emilia Galotti – 2.Aufzug, 10.Auftritt
Die vorliegende Szene stammt aus dem bürgerlichen Trauerspiel „Emilia Galotti" von Go

App öffnen

Teilen

Speichern

188

Kommentare (3)

C

Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

2.Aufzug, 10. Auftritt

Ähnliche Knows

Emilia Galotti- Zusammenfassung der Auftritte

Know Emilia Galotti- Zusammenfassung der Auftritte  thumbnail

4575

 

11/12/10

7

Emilia Galotti Szenenübersicht/ Zusammenfassung

Know Emilia Galotti Szenenübersicht/ Zusammenfassung  thumbnail

2427

 

11/9/10

Emilia Galotti

Know Emilia Galotti thumbnail

11226

 

11/12/13

7

Emilia Galotti

Know Emilia Galotti thumbnail

869

 

11/12/13

Mehr

Szenenanalyse: Emilia Galotti – 2.Aufzug, 10.Auftritt Die vorliegende Szene stammt aus dem bürgerlichen Trauerspiel „Emilia Galotti" von Gotthold Ephraim Lessing, was 1772 erschienen ist und sich daher dem Zeitalter der Aufklärung zuordnen lässt. Dafür typisch wird die Beziehung zwischen Adel- und Bürgertum thematisiert, welche in Lessings Werk durch die Liebe eines willkürlich herrschenden Prinzen zu der bürgerlichen und tugendhaften Emilia geprägt ist. Emilia ist aber schon einem Grafen versprochen, weshalb der Prinz seinen Kammerherrn Marinelli beauftragt, die Hochzeit zu verhindern, was ihm auch mit hinterhältigen Intrigen gelingt, jedoch im weiteren Verlauf den Tod des Grafens und Emilias zur Folge hat. Bei der vorliegenden Szene handelt es sich um einen Dialog zwischen Marinelli und dem Grafen, indem Marinelli versucht, Appiani zu einer Verschiebung der Hochzeit zu animieren, indem er vorgibt, der Prinz habe einen wichtigen Auftrag für ihn. Appiani lehnt diesen aber ab und Marinellis erster und gewaltloser Plan, die Hochzeit zu verhindern, ist damit zerstört. Lessing kritisiert in dem gesamten Drama den willkürlichen Umgang des Adels mit Macht. In dieser Szene kritisiert er aber vor allem die Abhängigkeit des Adels und das daraus resultierende Verhalten. Marinelli steht als starre, in die Zeit verankerte Figur, im Kontrast zu dem aufgeklärten Appiani, der unabhängig vom Prinzen ist. Der Dialog, der im Hause Galotti stattfindet, lässt sich in drei...

Nichts passendes dabei? Erkunde andere Fachbereiche.

Mit uns zu mehr Spaß am Lernen

Hilfe bei den Hausaufgaben

Mit dem Fragen-Feature hast du die Möglichkeit, jederzeit Fragen zu stellen und Antworten von anderen Schüler:innen zu erhalten.

Gemeinsam lernen

Mit Knowunity erhältest du Lerninhalte von anderen Schüler:innen auf eine moderne und gewohnte Art und Weise, um bestmöglich zu lernen. Schüler:innen teilen ihr Wissen, tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig.

Sicher und geprüft

Ob Zusammenfassungen, Übungen oder Lernzettel - Knowunity kuratiert alle Inhalte und schafft eine sichere Lernumgebung zu der Ihr Kind jederzeit Zugang hat.

App herunterladen

Knowunity

Schule. Endlich Einfach.

App öffnen

Alternativer Bildtext:

Teile gliedern. Im ersten Teil findet ein förmliches Gesrpäch statt, indem Marinelli Appiani den Auftrag des Prinzen mitteilt. Appiani soll als Gesandter des Prinzen wegen der Vermählung mit der Prinzessin nach Massa fahren. In diesem Teil versucht Marinelli Appiani zu schmeicheln, indem er vorgibt, an der Entscheidung des Prinzen nicht unbeteiligt gewesen zu sein. Appiani, der nicht mehr damit gerechnet hatte, dass der Prinz ihn irgendwann mal brauchen würde, nimmt zuerst verlegen den Auftrag an. Als Marinelli ihm dann aber mitteilt, dass er noch am gleichen Tag abreisen müsse, lehnt er den Auftrag ab, weil er sonst seine Hochzeit mit Emilia verschieben müsste. Damit beginnt der zweite Teil, indem Marinelli so tut, als sei eine Hochzeit eine Kleinigkeit im Gegensatz zum „Befehl des Herrn“ (S.45, Z.13). Daraufhin gibt Appiani Marinelli zu verstehen, dass er dem Prinzen nicht so wie er verpflichtet sei. Marinelli fühlt sich dadurch provoziert und lässt alle Höflichkeitsfloskeln fallen. Das Gespräch wendet sich in eine andere Richtung. Marinelli beleidigt Appiani mit spöttischen Anspielungen auf Emilias Stand. Appiani fühlt sich deswegen in seiner Ehre angegriffen und beleidigt Marinelli daraufhin als „Affe[n]” (S.46, Z.12). Dies hat zur Folge, dass er von Marinelli zu einem Duell herausgefordert wird, was Appiani annimmt und sofort bei einem Spaziergang erledigen möchte. Sein Konkurrent mach jedoch einen Rückzieher und fordert den Prinzen dazu auf, Geduld zu haben und verschiebt das Duell damit auf unbestimmte Zeit. Die Szene bzw. Appianis Entscheidung den Auftrag abzulehnen ist entscheidend für den weiteren Verlauf des Dramas. Da Marinellis erster und gewaltloser Plan damit zerstört scheint, kommt es später zu dem Überfall auf die Kutsche und somit zu Appianis Tod und Emilias Entführung Marinellis Verhalten unterscheidet sich in den verschiedenen Gesprächsteilen auch wesentlich voneinander, während es zu Beginn von übertriebener Höflichkeit geprägt ist, wird er zum Ende, als ihm bewusst wird, dass sein Plan nicht aufgeht, ausfallend und provozierend. Zuerst versucht er aber mit inhaltlosen Floskeln, wie zB. ,,Und wenn Graf Appiani nicht mit Gewalt einen seiner ergebensten Freunde in mir verkennen will" (S.43, Z.11-13), Sympathie zu gewinnen. Da der Graf in Eile ist und generell eine gewisse Abneigung gegenüber Marinelli verspürt, unterbricht er Marinelli mit ,,Ohne weitere Vorrede; wenn ich bitten darf.“ (S.43, Z.14). Allein an diesen zwei Sätzen lassen sich schon wesentliche Unterschiede der beiden Charaktere erkennen, während Marinelli versucht mit erhobener Sprache und verschachtelten Sätzen zu sprechen, spricht Appiani in einfachen und klaren Sätzen mit befehlerischem Ton. Marinelli geht dann zum Wesentlichen über und verkündet, dass der Prinz Appiani dazu auserwählt hat, als Bevollmächtigter zum Herzog von Massa zu fahren. Wobei es um die Vermählung mit dessen Tochter ginge. Marinelli gibt vor darüber sehr glücklich zu sein und tut so, als hätte er auf diese Entscheidung schon lange gewartet, das wird durch die Aussage „Endlich ist seine Wahl, Herr Graf, auf sie gefallen." (S.43, Z.19) deutlich. Der Graf reagiert darauf verdattert und verlegen, dadurch wird klar, dass der Graf zwar Marinelli gegenüber eine Abneigung verspürt, dem Prinzen gegenüber jedoch nicht. Durch die Nachfrage „Auf mich?“ (S.43, Z.20) wird Appianis Unglauben und Unsicherheit nochmals unterstrichen. Marinelli versichert ihm dies nocheinmal, jedoch nicht ohne dem Grafen wieder einzuschmeicheln. Er erklärt Appiani stolz, dass diese Entscheidung nicht ohne sein „Zuthun“ (S.43, Z. 22) vom Prinzen getroffen wurde. Marinelli wirkt hier sehr von sich selbst überzeugt und verfolgt weiter seine Strategie. Als Appiani zugibt, dass er schon längst nicht mehr damit gerechnet habe, dass der Prinz ihn brauchen würde, hat Marinelli natürlich wieder eine passende und heuchlerische Antwort parat: „Ich bin versichert, dass es ihm bloß an einer würdigen Gelegenheit, gemangelt hat." (S.46, Z.27-S.44, Z.1). Hierbei vergisst er nicht zu erwähnen, dass er sich als Appianis Freund sehe. Appiani reagiert auf diese Aussage ironisch mit ,,Freundschaft und Freundschaft, um das dritte Wort! -Mit wem red' ich denn? Des Marschese Marinelli Freundschaft hätt´ ich mir nie träumen lassen.-“(S.44, Z.5-7). Das provoziert Marinelli mit Sicherheit, er steckt aber zurück und gibt zu, dass er ihn nicht ohne seine Erlaubnis, als sein Freund bezeichnen dürfe. Jedoch erinnert Marinelli ihn auch daran, dass die ,,Gnade Des Prinzen, die Ihnen angetragene Ehre, bleiben, was sind: und ich zweifle nicht, Sie werden sie mit Begierd´ergreifen:" (S.44, Z.11-13). Aus den Regieanweisungen geht hervor, dass Appaini nach einiger Überlegung den Auftrag annimmt. Als Marinelli ihn jedoch zum Aufbrechen auffordert und Appiani klar wird, dass er noch heute Abreisen muss, sagt Appiani entschuldigend, „dass [er] die Ehre, welche [ihm] der Prinz zugedacht, verbitten muss." (S.44, Z.23-24). Marinelli wird bewusst, dass sein Plan nicht aufgehen könnte und tut so als würde er denken, dass der Graf nur scherzen würde. Appiani gibt ihm aber zu verstehen, dass er nicht sscherzt und gibt zu, dass er hofft, dass der Prinz seine Entschuldigung gelten lassen würde. Auch hier wird wieder klar, dass Graf zwar Marinelli gegenüber abgeneigt ist, aber dass es ihm nicht egal ist, was der Prinz über ihn denkt. Marinelli tut daraufhin unwissend und Appiani erklärt ihm, dass er heute noch heiraten würde, sein Gegenüber reagiert darauf gespielt ruhig und gleichgültig und tut so, als täte eine Hochzeit nichts zur Sache und dass diese sich ja verschieben lasse. Er appelliert darauf, dass der „Befehl des Herrn" (S.45, Z.13) wichtiger sei, das ist er für ihn auch, weil er abhängig vom Grafen ist. Der Graf jedoch nicht und das gibt er Marinelli mit seiner Antwort, welche man fast als politisches Statement werten könnte, auch klar zu verstehen: „Der Befehl des Herrn? - des Herrn? Ein Herr, den man sich selber wählt, ist unser Herr so eigentlich nicht - Ich gebe zu, daß Sie dem Prinzen unbedingtern Gehorsam schuldig wären. Aber nicht ich. – Ich kam an seinen Hof als ein Freiwilliger. Ich wollte die Ehre haben, ihm zu dienen; aber nicht sein Sklave werden. Ich bin der Vasall eine größeren Herrn-" (S.45, Z.14-20). Mit dem „görßeren Herrn" meint Appiani vermutlich dem Kaiser. Hier wird Appianis politische Meinung und Einstellung ganz klar, vor allem wird dadurch aber deutlich, dass er zu den aufklärerischen Figuren des Stückes zählt. Lessing präsentiert ihn als modernen und aufgeklärten Menschen, der ein selbstbestimmtes unabhängiges Leben führen will. Durch diese Aussage und die Tatsache, dass er eine Bürgerliche heiraten möchte, setzt er ein klares Statement und spricht sich gegen die Ständegesellschaft aus. Man kann also sagen, dass Appiani hier den vom Fürsten/Prinzen unabhängigen Adel vertritt und Marinelli die gegenseitige Gruppe. Er bezeichnet Marinelli damit quasi als Sklaven des Prinzen. Das scheint Marinelli nun auch bewusst zu werden und provoziert ihn ungemein, man kann vermuten, dass er auf die Freiheit des Grafen neidische zu sein scheint, denn er lässt seine Höflichkeitsfloskeln fallen und wandelt sie in gezielte Provokationen. Diese Stelle der Szene kann man als Wendepunkt bezeichnen, an dem sich das förmliche Gespräch in ein emotional geladenes Gespräch verwandelt. Marinelli gibt vor, nicht zu wissen, wen Appiani heiraten wird. Als Appiani ihm mitteilt, dass es Emilia Galotti ist, reagiert Marinelli spöttisch. Erst antwortet er nur mit einem ,,Hm! Hm!" (S.46, Z.1), dann aber sagt er, dass die Hochzeit dann ja wohl nicht so schwer sei, die nicht standesgemäße Hochzeit zu verschieben und dass die ,,guten Aeltern" (S.46, Z.9) es ja nicht so genau nehmen würden, diese Aussag hat einen ironischen Unterton. Der Grund für Marinellis Spott ist, dass Emilia aus einer bürgerlichen Familie kommt. Mit der Aussage „Und Emilia bleibt ihnen ja wohl gewiss.“ (S.46, Z.10) beleidigt er Appiani und Emilia direkt. Appiani fühlt sich in seiner Ehre und auch Emilias verletzt. Als ein Mann, dem die Achtung des Ehrenkodex sehr wichtig ist, bezeichnet er Marinelli wiederum als „Affe[n]“ (S.46, Z.12), woraufhin Marinelli Genugtuung durch ein Duell fordert. Dem stimmt Appiani auch dirket zu, Marinelli macht draufhin aber einen Rückzieher mit der Ausrede, dass er ,,dem zärtlichen Bräutigam den heutigen Tag nicht verderben mag.“ (S.46, Z.21-22). Aus den Regieanweisungen geht hervor, dass Appiani ihn jedoch am Arm packt und sagt, dass er zu einem Spaziergang, womit er das Duell meint, durchaus Zeit hätte. Als er Marinelli zum Losgehen auffordert, reißt dieser sich los, geht ab und sagt ,,Nur Geduld, Graf, nur Geduld!“ (S.46, Z.29-30). And dieser Stelle lässt sich nur vermuten, ob Marinelli das Ende des Gespräches mit einer Duellaufforderung geplant hat. Damit endet die Szene spannend, Leser*innen/Zuschauer*innen stellen sich die Frage, was Marinelli als nächstes vorhat. Geht man nach der Dramentheorie Freytags so erfolgt im 2. Akt das erregende Moment, die Schürzug des Knotens. Im 2. Akt soll sich die Entwicklung des Geschehens in eine bestimmte Richtung beschleunigen und die Spannung auf den weiteren Verlauf der Handlung und auf das Ende soll steigen. Durch die Ablehnung des Auftrags und das noch ausstehende Duell, geschieht diese Spannungszuspitzung ganz klar und die Szene entscheidet unteranderem über den weiteren Verlauf des Dramas. Abschließend kann man also sagen, dass Appiani hier den aufgeklärten und modernen Mann darstellt, dem die Achtung des Ehrenkodex sehr wichtig ist. Er vertritt die Gruppe des unabhängigen Adels. Im Kontrast dazu steht der starre und in der Zeit verankerte Marinelli, der alles für die Achtung des Prinzen und die Vergrößerung seine Machtbereiches tun würde, denn das ist das einzige, was er hat. Außerdem wird in dieser Szene Marinellis Skrupellosigkeit unterstrichen, er macht vor keiner Lüge oder Intrige einen halt, um so wichtiger sind ihm aber Sprachetikette und des gesellschaftliche Stand von Personen. Er vertritt die Gruppe des vom Prinzen/Fürsten abhängigen Adel. Lessing kritisert auch hier, wie im gesamten Drama auch, den willkürlich herrschenden Adel, unterscheidet hierbei aber zwischen dem, der dem Prinzen/Fürstenn verpflichtet ist und dem, der dem Kaiser verpflichtet ist. Die Szene ist außerdem entscheidend für den weiteren Verlauf des Dramas und das nicht nur in Hinsicht auf die Spannungsteigerung, sondern auch auf den Überfall auf die Kutsche und der damit verbundenene Tod Appianis und Emilias Entführung. Appiani hat durch seine Entscheidung, den Auftrag wegen der Hochzeit abzulehnen und dem Bestehen auf ein Duell, quasi sein eigenes Todesurtheil gefällt.