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Szenenanalyse Frühlingserwachen

Szenenanalyse Frühlingserwachen

 Frühlingserwachen, Szenenanalyse 3.Akt, 1.Szene
In dem Drama „Frühlingserwachen" von Frank Wedekind aus dem Jahr 1891 geht es um das
Leben

Szenenanalyse Frühlingserwachen

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Anna Berg

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Szenenanalyse 3.Akt 1.Szene

 

11/12

Ausarbeitung

Frühlingserwachen, Szenenanalyse 3.Akt, 1.Szene In dem Drama „Frühlingserwachen" von Frank Wedekind aus dem Jahr 1891 geht es um das Leben von Jugendlichen, die unter verklemmten Moralvorstellungen leben und damit auch um ihre Probleme, die sich dahinter verbergen. In der 1.Szene vom 3.Akt geht es um das Schriftstück ,,Der Beischlaf", welches Melchoir wenige Szenen zuvor für Moritz verfasst hat, um ihn aufzuklären. Als Moritz jedoch daraufhin Selbstmord beging und man dieses Schriftstück fand, wurde Melchoir beschuldigt Schuld an diesem Selbstmord zu tragen. Die Konsequenzen die darauf folgen, wie beispielsweise der Schulverweis, werden in der vorliegenden Szene thematisiert. Die Handlung spielt im Konferenzzimmer der Schule, wo die Lehrkräfte Affenschmalz, Knüppeldick, Hungergurt, Knochenbruch, Zungenschlag, Fliegentod und Sonnenstich, aber auch der Hausmeister Habebald, über die Strafe von Melchoirs Schriftstück diskutieren, wobei es eigentlich nur de Direktor Sonnenstich ist, der die Entscheidungen trifft. Auch Melchoir, der als Sündenbock dargestellt wird, ist anwesend. In der Szene wird besonders die Hyrachie der einzelnen Charachktere deutlich. Während Sonnenstich fast durchgehend einen Monolog hält und die anderen Lehrkräfte nur schweigend zuhören, sich Notizen machen oder schlicht und einfach den Aussagen zustimmen, kommt Melchoir gar nicht zu Wort und muss die Äußerungen schweigend hinnehmen. Was zunächst also als Verhör analysiert werden könnte, naht eher einem einfachen Beschluss, der von einer einzelnen Person getroffen wurde. Der Schüler hat nämlich...

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gar nicht die Möglichkeit seinen Standpunkt zu argumentieren oder die Aussagen des Lehrers zu entkräften. Wäre das nämlich der Fall, könnten die Lehrer keinem die Schuld für Moritz Tod zuschieben und würden vor weitaus schlimmeren gesellschaftlichen Problemen stehen, die nicht nur die Schule, sondern durchaus auch allgemeine Moralvorstellungen hinterfragen würden. Immer wieder versucht Melchoir Sonnenstich ins Wort zu fallen, um auch mal etwas sagen zu können, weiter als ein „Ich habe...“ kommt er allerdings nicht. Der Direktor macht immer wieder deutlich, dass er sich zurück zu halten habe (vgl. Seite 54, Zeile 28). Sonnenstich nutzt seine Überlegenheit, die vor allem auch durch seine besonders sachliche Ausdrucksweise deutlich wird, dazu, das eigentliche Problem der Gesellschaft, sei es die wie bereits erwähnte verklemmte Moralvorstellung, oder dass man nicht vorher erkannt hat, dass ein Schüler Suizid begehen wollte, hinten anzustellen bzw. gar nicht erst anzusprechen. Auch den anderen Lehrkräften ist die Situation sichtlich unangenehm und versuchen durch irrelevante Themenwechsel, wie das Schließen bzw Öffnen eines Fensters (vgl. Seite 51-52, Zeile 33) bewusst von der eigentlichen Thematik abzulenken. Die Überlegenheit Sonnenstichs wird zudem nicht nur gegenüber dem Schüler, sondern auch gegenüber den anderen Lehrkräften ausgedrückt. Beispielsweise wiederholt der Direktor ständig den Namen Habebald, der alleine durch das Aufrufen seines Namens weiß, wovon die Rede ist und mit einem schlichten „, Befehlen, Herr Rektor!" antwortet. Die Absicht der Szene liegt darin, dass Sonnenstich Melchoir scheinbar die Möglichkeit gibt sich zu erklären, Melchoir diese Chance allerdings nie erhält. Der Direktor würde durch das einfache Verweisen von Melchoir Willkür vorgeworfen bekommen und seinen Ruf gefährden. Würde er jedoch nichts unternehmen würde dieses Verhalten schlechtes Licht auf die Schule werfen. Für ihn scheint dieses Gespräch vermutlich ein guter Kompromiss gewesen zu sein. Das Problem, welches den Lesern der Szene nahe gbracht werden soll ist, dass Melchoir nicht ansatzweise Schuld an dem Tod Moritz trägt und dass es in der Szene einfach darum geht einen Schuldigen für den Selbstmord zu suchen, um mit seinem eigenen Gewissen im Reinen zu sein.