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Szenenanalyse Woyzeck Szene 5

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Szenenanalyse Woyzeck Szene 5

 Analyse der Szene ,,Beim Hauptmann", Auszug aus einer Schülerlösung
Bei der zu analysierenden Szene 5 ,,Der Hauptmann. Woyzeck“ handelt es

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Analyse der Szene ,,Beim Hauptmann", Auszug aus einer Schülerlösung Bei der zu analysierenden Szene 5 ,,Der Hauptmann. Woyzeck“ handelt es sich um einen Dialog zwischen Woyzeck und seinem Vorgesetzen, dem Hauptmann, während Woyzeck diesen rasiert. Die Gesprächsthemen beschränken sich auf die Ewigkeit, Moral und Tugend. […...] Zu Beginn des Dialoges weist der Hauptmann auf Woyzecks schnelles Arbeitstempo hin, das er als unangenehm empfindet, da er nicht weiß, was er mit zehn zusätzlichen Minuten anfangen soll. Im Folgenden philosophiert er über die Ewigkeit, die ihm Angst macht. Nachdem der Hauptmann Woyzeck demütigt, indem er ihn auf seine fehlende Moral hinweist und Woyzecks uneheliches Kind anspricht, widerspricht Woyzeck ihm, indem er Gottes Barmherzigkeit unterstreicht. Woyzeck schildert das Leben armer Leute, woraufhin sein Gesprächspartner seine fehlende Tugend thematisiert. Woyzeck äußert seinen Wunsch nach materiellen Dingen, die ihm Tugendhaftigkeit ermöglichen. Das Gespräch endet mit der Aussage des Hauptmannes, dass Woyzeck ein guter Mensch sei, der zu viel denkt. Auffällig ist der Redeanteil der beiden Figuren innerhalb des Dialoges. Während der Hauptmann verhältnismäßig viel sagt, antwortet Woyzeck nur mit „Jawohl, Herr Hauptmann" (Z.6, 13, 20). Seine kurzen Antworten sollen Zustimmung ausdrücken und spiegeln seine unterwürfige Rolle wider. Des Weiteren reflektieren sie den Gehorsam und Drill, dem er als einfacher Soldat unterliegt. Es zeigt, dass Woyzeck seine dienende Position und Unterwürfigkeit...

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verinnerlicht hat. Seine dienende Position wird auch während der Rasur erkennbar. Auch, dass er jeder möglichen Nebentätigkeit nachgeht, um zusätzliches Geld zu verdienen, wird deutlich. Diese somit schon zu Anfang herrschende Diskrepanz zwischen Hauptmann und Woyzeck wird durch die monologähnlichen Gesprächsanteile des Hauptmanns deutlich. [...] [...] Um Woyzeck weiter zu erniedrigen, sagt der Hauptmann „pfiffig“, etwas käme aus Süd-Nord (Z.9), woraufhin Woyzeck unterwürfig wie immer mit „Jawohl, Herr Hauptmann“ (Z.13) antwortet. Der Hauptmann lacht ihn aus und bezeichnet ihn als „dumm, ganz abscheulich dumm“ (Z. 21). Gleichzeitig bezeichnet er ihn als guten Menschen (vgl. Z.22). Dies wiederholt er (ebd.), als ob er sich selbst von seinen Worten überzeugen muss. Woyzeck sei zwar dumm, aber ein guter Mensch, denn dumme Menschen stellen für den Hauptmann keine Gefahr dar, weil sie sich nicht widersetzen, sondern gehorchen. Trotzdem erniedrigt und demütigt er Woyzeck weiter, indem er ihn auf seine fehlende Moral hinweist (vgl. ebd.). Um sich weiter von ihm abzugrenzen und seine Überlegenheit zu demonstrieren, tut er dies mit einem würdevollen Ton. Seine Überheblichkeit findet sich in seinen sinnfreien Erklärungen wieder. Die Tautologie „Moral, das ist, wenn man moralisch ist“ (Z. 23) zeigt, dass der Hauptmann auch von Moral keine Ahnung hat und nicht fähig ist, diese adäquat zu definieren. Er versucht Woyzecks Wesen weiter zu erniedrigen und begründet Woyzecks amoralisches Verhalten mit seinem unehelichen Kind, dem der kirchliche Segen fehle (vgl. Z.23f.). [...] Woyzeck antwortet sinnscharf und verteidigt si h durch das Zitieren der Bibel „Lasset die Kindlein zu mir kommen" (Z.27f.). Ebenso argumentiert er, dass der liebe Gott den armen Wurm nicht drum ansehe ,,ob das Amen drüber gesagt ist, eh er gemacht wurde." (Z. 26f..). Das erste Mal verteidigt er sich, da der Hauptmann nicht nur Woyzeck niedermacht, sondern auch seinen Sohn. So spricht Woyzeck in klaren hypotaktischen Sätzen und bleibt trotzdem höflich und respektvoll. Er verfügt nicht nur über Bibelkenntnisse, sondern verfügt über Verständnis und ist sogar fähig, sein Wissen korrekt einzuordnen. Der Hauptmann, der mit einer solchen Reaktion nicht rechnet, zeigt sich verständnislos. Er geht nicht im Entferntesten auf ihn ein und ist schlichtweg mit Woyzecks gut argumentierter Schlagfertigkeit überfordert, was durch seine Worte ,,Was sagt Er da? Was ist das für ne kuriose Antwort? Er macht mich ganz konfus mit seiner Antwort" (Z.29f.) deutlich wird. [...] [...] Diese Ausweglosigkeit bringt er bildlich mit der Metapher ,,wenn wir [die Armen] in Himmel kämen, so müssten wir donnern helfen.“ (Z.33f.) zum Ausdruck. Sie beschreibt, dass die Armen ewig dienen und zeigt, dass Woyzeck diese Benachteiligung erkennt. Des Weiteren verteidigt Woyzeck seine Taten mit den Worten, man habe auch sein Fleisch und Blut" (Z. 32). Er impliziert damit, dass besonders die armen Menschen von natürlichen Trieben geleitet sind, wie beispielsweise dem Sexualtrieb, sodass mitunter ein uneheliches Kind gezeugt wird. Der Hauptmann erniedrigt Woyzeck weiter mit der Aussage, er habe keine Tugend (vgl. Z. 35). Er scheint Woyzecks Punkt betreffend Fleisch und Blut nicht zu verstehen, denn durch einen absurden Vergleich wird der charakterliche Unterschied der beiden deutlich. Er habe auch Fleisch und Blut, jedoch scheint es sich bei ihm nicht um einen Instinkt zu handeln, sondern um Liebe, die ihm kommt, wenn es geregnet hat und er den weißen Strümpfen nachsieht, wie sie über die Gassen springen (vgl. Z.36f.). Somit grenzt er sich stark von Woyzeck ab, da er sich für etwas Besseres hält, weil er seine Triebe unter Kontrolle hat. [...] [...] Er äußert seine Wünsche, die gesellschaftliche Anerkennung implizieren, wie zum Beispiel, dass er gerne Herr mit Hut, Uhr und anglaise wäre (vgl. Z.42f.). Woyzeck sehnt sich nach Vornehmheit und Tugendhaftigkeit, aber die äußeren Umstände verwehren ihm dies, was er durch die Aussage „Aber ich bin ein armer Kerl“ (Z.44) zum Ausdruck bringt. Somit ist für Woyzeck die Natur der Armen ausschlaggebendes Handlungsmotiv und Tugend und Moral stehen unmittelbar im Zusammenhang mit der finanziellen Lage der einzelnen Menschen. Nach seiner Auffassung ist die Tugendhaftigkeit somit nur für Privilegierte, dem Wohlstand, was aber dennoch ein anzustrebendes Ziel ist, was sich nun aber nicht jeder leisten kann. Ob der Hauptmann Woyzeck versteht, bleibt offen, denn er geht nicht auf ihn ein und sagt stattdessen, er sei ein guter Mensch (vgl. Z.45.). Woyzecks tiefgründigen Inhalt betitelt er mit der Aussage „Aber du denkst zu viel, das zehrt, du siehst immer so verhetzt aus" (Z. 45f..). Das Gespräch endet mit der Aussage des Hauptmannes, Woyzeck solle nicht so rennen uns stattdessen sich im langsamen Gang fortbewegen (vgl. Z.47). Auffällig ist, dass der Hauptmann durch seinen Stand zwar gebildet sein müsste, er aber nur leere Worthülsen von sich gibt und im Allgemeinen geistig oberflächlich wirkt. Er wiederholt oft seine Aussagen, als wolle er ihnen Mehr Gewichtung schenken. Woyzeck hingegen hat Probleme, sich zu artikulieren, obwohl sein Inhalt tiefgründig und durchdacht ist. Sein Satzbau ist elliptisch, kurz und durcheinander mit oft falscher Grammatik aufgebaut. Um seine Gedanken besser auszudrücke benutzt er sprachliche Bilder und Bibelzitate. Der Redeanteil des Hauptmannes ist wesentlich größer und seine Ausdrucksweise klingt vornehm und gebildet, auch wenn er selbst nicht genau weiß, wovon er gerade redet. Auffällig ist, dass er Woyzeck kaum beachtet und der Dialog von seiner Seite aus wie ein Selbstgespräch wirkt. Er spricht Woyzeck stets in der dritten Person an, was distanzierend ist und eine hierarchische Ordnung widerspiegelt. Die zu anfangs erfolgte Deutungshypothese ist zu verifizieren. Woyzeck ist dem Hauptmann unterwürfig und zeigt dies auch in seiner Formulierungsweise und seinem Redeanteil. Der Hauptmann hält sich für überlegen und demütigt Woyzeck demonstrativ. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass der Hauptmann eine (komplette) Gesellschaftsschicht vertritt, die in ihrer Hierarchie der von Woyzeck als Mitglied der untersten gesellschaftlichen Klasse, überlegen ist.

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So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

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Trotzdem erniedrigt und demütigt er Woyzeck weiter, indem er ihn auf seine fehlende Moral hinweist (vgl. ebd.). Um sich weiter von ihm abzugrenzen und seine Überlegenheit zu demonstrieren, tut er dies mit einem würdevollen Ton. Seine Überheblichkeit findet sich in seinen sinnfreien Erklärungen wieder. Die Tautologie „Moral, das ist, wenn man moralisch ist“ (Z. 23) zeigt, dass der Hauptmann auch von Moral keine Ahnung hat und nicht fähig ist, diese adäquat zu definieren. Er versucht Woyzecks Wesen weiter zu erniedrigen und begründet Woyzecks amoralisches Verhalten mit seinem unehelichen Kind, dem der kirchliche Segen fehle (vgl. Z.23f.). [...] Woyzeck antwortet sinnscharf und verteidigt si h durch das Zitieren der Bibel „Lasset die Kindlein zu mir kommen" (Z.27f.). Ebenso argumentiert er, dass der liebe Gott den armen Wurm nicht drum ansehe ,,ob das Amen drüber gesagt ist, eh er gemacht wurde." (Z. 26f..). Das erste Mal verteidigt er sich, da der Hauptmann nicht nur Woyzeck niedermacht, sondern auch seinen Sohn. So spricht Woyzeck in klaren hypotaktischen Sätzen und bleibt trotzdem höflich und respektvoll. Er verfügt nicht nur über Bibelkenntnisse, sondern verfügt über Verständnis und ist sogar fähig, sein Wissen korrekt einzuordnen. Der Hauptmann, der mit einer solchen Reaktion nicht rechnet, zeigt sich verständnislos. Er geht nicht im Entferntesten auf ihn ein und ist schlichtweg mit Woyzecks gut argumentierter Schlagfertigkeit überfordert, was durch seine Worte ,,Was sagt Er da? Was ist das für ne kuriose Antwort? Er macht mich ganz konfus mit seiner Antwort" (Z.29f.) deutlich wird. [...] [...] Diese Ausweglosigkeit bringt er bildlich mit der Metapher ,,wenn wir [die Armen] in Himmel kämen, so müssten wir donnern helfen.“ (Z.33f.) zum Ausdruck. Sie beschreibt, dass die Armen ewig dienen und zeigt, dass Woyzeck diese Benachteiligung erkennt. Des Weiteren verteidigt Woyzeck seine Taten mit den Worten, man habe auch sein Fleisch und Blut" (Z. 32). Er impliziert damit, dass besonders die armen Menschen von natürlichen Trieben geleitet sind, wie beispielsweise dem Sexualtrieb, sodass mitunter ein uneheliches Kind gezeugt wird. Der Hauptmann erniedrigt Woyzeck weiter mit der Aussage, er habe keine Tugend (vgl. Z. 35). Er scheint Woyzecks Punkt betreffend Fleisch und Blut nicht zu verstehen, denn durch einen absurden Vergleich wird der charakterliche Unterschied der beiden deutlich. Er habe auch Fleisch und Blut, jedoch scheint es sich bei ihm nicht um einen Instinkt zu handeln, sondern um Liebe, die ihm kommt, wenn es geregnet hat und er den weißen Strümpfen nachsieht, wie sie über die Gassen springen (vgl. Z.36f.). Somit grenzt er sich stark von Woyzeck ab, da er sich für etwas Besseres hält, weil er seine Triebe unter Kontrolle hat. [...] [...] Er äußert seine Wünsche, die gesellschaftliche Anerkennung implizieren, wie zum Beispiel, dass er gerne Herr mit Hut, Uhr und anglaise wäre (vgl. Z.42f.). Woyzeck sehnt sich nach Vornehmheit und Tugendhaftigkeit, aber die äußeren Umstände verwehren ihm dies, was er durch die Aussage „Aber ich bin ein armer Kerl“ (Z.44) zum Ausdruck bringt. Somit ist für Woyzeck die Natur der Armen ausschlaggebendes Handlungsmotiv und Tugend und Moral stehen unmittelbar im Zusammenhang mit der finanziellen Lage der einzelnen Menschen. Nach seiner Auffassung ist die Tugendhaftigkeit somit nur für Privilegierte, dem Wohlstand, was aber dennoch ein anzustrebendes Ziel ist, was sich nun aber nicht jeder leisten kann. Ob der Hauptmann Woyzeck versteht, bleibt offen, denn er geht nicht auf ihn ein und sagt stattdessen, er sei ein guter Mensch (vgl. Z.45.). Woyzecks tiefgründigen Inhalt betitelt er mit der Aussage „Aber du denkst zu viel, das zehrt, du siehst immer so verhetzt aus" (Z. 45f..). Das Gespräch endet mit der Aussage des Hauptmannes, Woyzeck solle nicht so rennen uns stattdessen sich im langsamen Gang fortbewegen (vgl. Z.47). Auffällig ist, dass der Hauptmann durch seinen Stand zwar gebildet sein müsste, er aber nur leere Worthülsen von sich gibt und im Allgemeinen geistig oberflächlich wirkt. Er wiederholt oft seine Aussagen, als wolle er ihnen Mehr Gewichtung schenken. Woyzeck hingegen hat Probleme, sich zu artikulieren, obwohl sein Inhalt tiefgründig und durchdacht ist. Sein Satzbau ist elliptisch, kurz und durcheinander mit oft falscher Grammatik aufgebaut. Um seine Gedanken besser auszudrücke benutzt er sprachliche Bilder und Bibelzitate. Der Redeanteil des Hauptmannes ist wesentlich größer und seine Ausdrucksweise klingt vornehm und gebildet, auch wenn er selbst nicht genau weiß, wovon er gerade redet. Auffällig ist, dass er Woyzeck kaum beachtet und der Dialog von seiner Seite aus wie ein Selbstgespräch wirkt. Er spricht Woyzeck stets in der dritten Person an, was distanzierend ist und eine hierarchische Ordnung widerspiegelt. Die zu anfangs erfolgte Deutungshypothese ist zu verifizieren. Woyzeck ist dem Hauptmann unterwürfig und zeigt dies auch in seiner Formulierungsweise und seinem Redeanteil. Der Hauptmann hält sich für überlegen und demütigt Woyzeck demonstrativ. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass der Hauptmann eine (komplette) Gesellschaftsschicht vertritt, die in ihrer Hierarchie der von Woyzeck als Mitglied der untersten gesellschaftlichen Klasse, überlegen ist.