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Unter der Drachenwand: Rezension - Sachtextanalyse

Unter der Drachenwand: Rezension - Sachtextanalyse

 Aufgabenstellung:
Analysieren Sie die Rezension ,,Keine Hoffnung ohne Horror" von Andreas
Platthaus im Hinblick auf die Bewertung des Roman

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In diesem Know findet Ihr eine Leistungskursklausur (Note: 3+) zum Thema Sachtextanalyse mit Bezug auf den Roman „Unter der Drachenwand“ Arno Geigers. Anbei ist ebenfalls der Erwartungshorrizont.

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Aufgabenstellung: Analysieren Sie die Rezension ,,Keine Hoffnung ohne Horror" von Andreas Platthaus im Hinblick auf die Bewertung des Romans ,,Unter der Drachenwand, indem Sie O Eine Einleitung und Inhaltsangabe verfassen, O Die Position und Argumentationsstruktur des Verfassers der Rezension herausarbeiten, 1. 2. o Auf die Leser*innenlenkung eingehen, O Eine reflektierte Schlussbetrachtung formulieren. Erörtern Sie die These Platthaus', dass der Roman ,,Unter der Drachenwand" wahrhaftig sei, indem Sie O Eine aufgabenbezogene Überleitung formulieren, O Ihr Verständnis des Begriffes ,,wahrhaftig" erläutern, O Ihre eigene Position formulieren, Auch unter Rückbezug auf ihr Wissen aus dem Unterricht und die Romanhandlung Argumente für und gegen die These Platthaus' benennen, Eine reflektierte Schlussbetrachtung formulieren. O Aufgabenart: Klausur Nr. 4 Deutsch Leistungskurs Q1 Bezug zu den Vorgaben: Materialgrundlage: Hilfsmittel: All Analyse eines Sachtextes mit weiterführendem Schreibauftrag Strukturell unterschiedliche Erzähltexte aus unterschiedli- chen historischen Kontexten O u. a. Unter der Drachenwand (A. Geiger) ● Komplexe, auch längere Sachtexte Andreas Platthaus: Keine Hoffnung ohne Horror, erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 12.1.18 Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung Roman ,,Unter der Drachenwand" (eigene Ausgabe der Schü- ler*innen) Seite 1 von 4 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Deutsch LK Q1 | Steinert Gymnasium Essen Nord-Ost Andreas Platthaus: Keine Hoffnung ohne Horror (2018) Wollte man eine Summa¹ der Handlung von Arno Geigers morgen erscheinen- einleitenfel z/tot dem neuen Roman gezogen sehen, so böte sich dafür eine Passage nach drei Vierteln des Buches an: Bald ein ganzes Jahr trieb ich mich in Mondsee herum, indessen der Krieg kein Ende nahm. Der Jahrestag meiner...

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Verwundung war verstrichen, und ich wun- derte mich selbst, dass es mir gelungen war, mir den Krieg so lange vom Leib zu halten. Als ich Ende November aus Wien eine Beorderung bekam, durfte ich mich nicht bekla- gen, jedenfalls nicht laut, denn in Wahrheit war es mir bisher vergönnt gewesen, einen unauffälligen Mittelweg zu gehen, der lag, sagen wir, zwischen dem allergrößten Glück mancher und dem härtesten Schicksal vieler."] 10. Mai 2021 10 11 12 13 14 Was ist das für eine Sprache? Einerseits eine formelle (,,Beorderung"), andererseits eine altertümliche (indessen"), schließlich zweifellos eine elaborierte. Es ist die Erzähler- stimme eines jungen Mannes namens Veit Kolbe aus ,,Unter der Drachenwand", einem Roman, dem schon im Titel die Bedrohung eingeschrieben ist, der sich Kolbe ausgesetzt sieht. Diese Drachenwand ist ein tatsächlich existierender Fels im österreichischen Salz- kammergut - das unterscheidet Geigers Buch von dem in ähnlich isolierter Umgebung angesiedelten und auch ähnlich intensiv erzählten Roman ,,Ein ganzes Leben" seines Landsmannes Robert Seethaler2, der jedoch bei allen Anklängen an reale Ereignisse be- wusst einen fiktiven alpinen Handlungsort zwischen Bergen mit so lebensfeindlich klin- genden Namen wie Karleitner, Klufterspitze und Häuslerkamm gewählt hatte. 15 16 17 18 19 20 Zuflucht vor den Schrecken des Weltkrieges Leng 21 26 27 28 Aber auch die Drachenwand erfüllt vor allem einen metaphorischen Zweck: Ihre Gegen- 22 wart wird von Geigers Erzähler über die fast fünfhundert Seiten hinweg immer wieder 23 heraufbeschworen (die Drachenwand macht im Süden eine breite Brust", ,,die alp- 24 traumhaft hingestellte Drachenwand", ,,die Drachenwand zeichnete sich deutlich ab", 25 und gleich zweimal ist vom ,,mächtigen Felsenschädel der Drachenwand" die Rede), doch in diese Wand selbst führt nur eine einzige, dann allerdings auch tödliche Szene. Ansonsten dräut³ der Fels über der kleinen Ortschaft Mondsee. Doch irgendwie be- schützt er sie auch. Er beschützt sie vor Krieg und Kriegsgeschrei. Geigers Buch deckt das Jahr 1944 ab. Zu dessen Beginn kehrt der aus Wien stammende Veit Kolbe von der Ost- front zurück, eher leicht- als schwerverwundet, und kommt dank privater Beziehungen zur Rekonvaleszenz nach Mondsee. Dort findet er, wie man schon dem Eingangszitat 32 entnehmen kann, eine vergleichsweise friedliche Welt vor, die neben ihm noch zahlrei- chen anderen Gästen Zuflucht vor den Schrecken des Weltkriegs beschert hat: aufs Land evakuierten Schülerinnen aus Wien, deren Betreuerinnen, einer jungen Mutter aus Darmstadt und dem ,,Brasilianer", einem gegen seinen Willen aus Südamerika zurück- gekehrten Einheimischen aus Mondsee, der mit der NS-Ideologie gar nichts anfangen 29 30 31 33 34 35 36 3 dräuen (Verb): dichterisch für drohen * Rekonvaleszenz, die (Substantiv): Genesung ¹ Summa, die (Substantiv): in etwa Gesamtbetrachtung 2 Robert Seethaler: österreichischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Schauspieler (*1966) Seite 2 von 4 V SUV Buty SARBEF -Perinea Wirklic Jas Ze erfundle Namer Hoyu tages cuut Anew aigeletsia 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 Deutsch LK Q1 | Steinert 2 Gymnasium Essen Nord-Ost kann. Doch so abgeschieden er in dieser Ecke des Großdeutschen Reichs auch lebt, kommt der ,,Brasilianer" mit dieser Haltung nicht einfach durch. Marottes oder subtiles Hommage"? Leserlenteng 2 - kursiverse Für Veit Kolbe, der ebenfalls keine Illusionen mehr über Methoden und Erfolgsaussich- ten der deutschen Kriegsführung hat, ist es leichter: Er schweigt, um nicht aufzufallen, schaut aber umso genauer hin. Da es meist seine Perspektive ist, aus der Geiger erzählt, wird darüber eine literarische Reminiszenz akut, die man bislang mit diesem Autor G kaum verbunden hätte: Arno Schmidt. Die Erzählhaltung von dessen 1949 erschiene- nem Debüt ¹0, der in der Endphase des Kriegs spielenden Flüchtlingsgeschichte „Levia- than", erscheint wie eine Blaupause für Geigers Hauptfigur in deren Verschlossenheit und zugleich sezierendem Blick auf den sie umgebenden Mikrokosmos aus Verblende- ten und Verzweifelnden. Auch die Flucht aus dem Kriegsalltag, der durch überfliegende Bomberflotten in Mondsee ebenso präsent ist wie auf Schmidts immer wieder stocken- der Zugfahrt, in die Liebe verbindet beide Bücher. Und wenn es Geiger als 1968 gebore- Argu nem Autor derart grandios gelingt, das beklemmende Nebeneinander von Untergang der Gesellschaft und Beharrungswillen¹¹ des Individuums zu beschreiben, dass man sich an den Kriegszeitzeugen Arno Schmidt erinnert fühlt, dann zeigt das einmal mehr, über was für ein literarisches Vermögen dieser Schriftsteller verfügt. Es gibt zudem eine for- male Novität¹2 in Geigers Roman, die wie ein Zuzwinkern hin zum in die narrativen Mög- lichkeiten typographischer¹3 Effekte verliebten Schmidt wirkt: den Schrägstrich. Immer wieder, durchschnittlich gewiss einmal pro Seite, wird mitten im Absatz dieses Zeichen gesetzt, ohne dass damit eine andere inhaltliche Funktion verbunden wäre als ein kurzes Innehalten. Es handelt sich also wie auch bei Schmidts entsprechenden Schreibgepflo- genheiten um eine Rhythmisierung des Textes, eine rhetorische Funktion, die fürs Vor- lesen - wozu der Roman durch seine persönliche Sprache einlädt- ohnehin denkbar gut geeignet ist. Ansonsten scheint es aber im Falle Geigers eher eine Marotte zu sein. Oder eben doch eine subtile Hommage? War das etwa tatsächlich wahr? 60 61 62 63 64 65 66 67 Die Homogenität der Erzählstimme wird in ,,Unter der Drachenwand" dreimal dreifach gebrochen: durch Erlebnisschilderungen anderer unfreiwilliger Kriegsteilnehmer. Da ist einmal die im Darmstadt verbliebene Mutter der ins Salzkammergut zur Erholung nach der Geburt ihres Kindes gereisten jungen Frau. Aus ihren Briefen an die Tochter erfahren wir, was die über Mondsee hinwegfliegenden Bomber m den Städten anrichten. Aus 70 Wien wiederum schreibt ein siebzehnjähriger Junge an seine mit ihrer Schulklasse eva- 71 kuierte Freundin über die eigenen Gefühle und Erlebnisse in der Heimatstadt. Und ein 68 69 10. Mai 2021 Marotte, die (Substantiv): seltsame, schrullige Eigenschaft, Angewohnheit 6 subtil (Adjektiv): mit viel Feingefühl, nuanciert, differenziert 7 Hommage, die (Substantiv): Werk als Huldigung für einen besonderen Menschen oder Künstler*in 8 Reminiszenz, die (Substantiv): Erinnerung von einer gewissen Bedeutsamkeit 9 Arno Schmidt: deutscher Schriftsteller (1914-1979) Debüt, das (Substantiv): Erstlingswerk 10 11 Beharrung, die (Substantiv): Ausdauer, Festigkeit 12 Novität, die (Substantiv): etwas Neues, das an die Öffentlichkeit gebracht wird 13 typographisch (Adjektiv): Textgestaltung durch drucktechnische Elemente Seite 3 von 4 J 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 -93 94 95 96 97 98 Deutsch LK Q1 | Steinert Gymnasium Essen Nord-Ost anderer Wiener, ein jüdischer Zahntechniker, der den älteren Sohn mit einem Kinder- transport nach Großbritannien hat retten können, aber selbst mit Frau und anderem Sohn zurückbleien musste, berichtet seiner in einem neutralen Staat lebenden Cousine von den immer aussichtsloseren Versuchen, erst in Österreich und dann in Ungarn zu überleben. Diese Stimmen bringen den Krieg mitten ins scheinidyllische Leben. Wie sie allerdings überhaupt im Kontext des Romans erklingen können, wie also diese jeweils schriftlich fixierten Zeugnisse, die zudem im Laufe des Buchs ihren Charakter än- dern - das landverschickte Mädchen verschwindet spurlos, kommt also als Adressatin der Briefe ihres Freundes nicht mehr in Frage; der schließlich von den Deutschen er- haschte Zahntechniker wechselt als Zwangsarbeiter zu heimlichen Aufzeichnungen -, die Zeiten überdauert haben, das lässt Geiger teilweise bewusst offen. Es tut aber auch nichts zur Sache, denn selbst die personell gar nicht an die Haupthandlung angebunde nen Berichte des jüdischen Wieners sind erzählerisch organisch eingepasst - weil sie eine Facette des Jahres 1944 offenbaren, die für unser Verständnis des Stoffs wichtig ist. Erst das Nebeneinander von Hoffnung und Horror, von erfolgreicher und erfolgloser Zu- flucht, schafft die ebenso bedrückende wie beglückende Stimmung dieses Romans. Es ist ein großartiges Buch, das Arno Geiger, einen der erfolg- und wandlungsreichsten deutschsprachigen Schriftsteller des letzten Jahrzehnts, von einer wieder einmal ganz neuen Seite zeigt: diesmal als historischen Chronisten auf den Spuren eben von Seetha- ler, Arno Schmidt oder auch Christoph Ransmayr¹4, dem in ,,Morbus Kitahara" ein ähnli- ches Stimmungskunststück geglückt ist. Aber anders als diesen dreien gelingt es Geiger mit einem letzten Kapitel aus eigener Perspektive der Geniestreich) das vorherige Ge- schehen nicht nur zu Ende zu erzählen, sondern dabei die Grenzen zwischen Fiktion und etwaig realer Quellenbasis so subtil zu verwischen, dass man sich nach der Lektüre in dieselbe unsichere Geborgenheit versetzt sieht, von der gerade noch erzählt wurde. War all das, was doch nicht wahr zu sein schien, am Ende tatsächlich wahr? Die Literatur ist ja auf ihre Weise wahrhaftig. Diese ist es allemal aufwertend 2) Argumest 10. IVidi ZUL - -) I line Sine heis chaclip Ausflict Deutsch LK Q1 | Steinert Klausur Nr. 4, Deutsch Leistungskurs Name: Asli Aydin Aufgabe 1 1 ...du formulierst eine zum Zielformat passende Einleitung 1.1 Bei dem Sachtext von Andreas Platthaus mit dem Titel ,,Keine Hoffnung ohne Horror" aus dem Jahr 2018 han- delt es sich um eine Rezension, die sich an die literaturinteressierten Leser*innen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung richtet. Sie beschäftigt sich inhaltlich mit einer Bewertung des Romans ,,Unter der Drachenwand" von Arno Geiger aus demselben Jahr. 1.2 2...du fasst den Text inhaltlich strukturiert zusammen, z. B. Die äußere Gliederung gibt den Text in sechs Abschnitten wieder, die der inhaltlichen Struktur nur teilweise entsprechen: 1. Einleitung (Z. 1-19): Platthaus beginnt seine Rezension mit einem aus seiner Perspektive zentralen Satz des Romans und nimmt diesen als Ausgangspunkt seiner Äußerung über dessen Sprache sowie die Tatsache, dass der im Titel genannte hauptsächliche Handlungsort der Drachenwand tatsächlich existiere. ● 14. Juni 2021 5 2. Abschnitt (Z. 20-38): Des Weiteren erläutert er die metaphorische Bedeutung der Drachenwand und gibt einen kurzen Überblick über die dort lebenden Figuren. 3. Abschnitt (Z. 39-63): Im dritten Abschnitt vergleicht Platthaus den Roman mit Arno Schmidts Roman ,,Leviathan" hinsichtlich der Hauptfiguren und typografischer Elemente. ● 4. Abschnitt (Z. 64-87): Platthaus erläutert weiterhin seine Auffassung, dass die verschiedenen der Erzählstim- men sich erzählerisch organisch einpassten in die Homogenität der Erzählstimme der Hauptfigur Veit Kolbe und erst die Multiperspektive die Stimmung des Romans ausmache. 3 ...du formulierst die Intention / Position des Verfassers, z. B. In seinem argumentativen Text bewertet Platthaus den Roman aufgrund seiner überaus gelungenen Erzähl- weise ohne Einschränkung positiv und möchte die Lesenden von seiner Einschätzung überzeugen und für den Roman begeistern. 5. Abschnitt (87-98): Als Fazit seiner Ausführungen drückt Platthaus seine positive Meinung zum Roman aus und vergleicht diesen abschließend mit anderen herausragenden Kriegsromanen, wobei er als Besonderheit des Romans die Grenze zwischen Fiktion und Realität nennt. 4 ...du erschließt die vorgetragenen Thesen und ihre argumentative Begründung hinsichtlich der Bewertung des Romans und belegst sie am Text, etwa Literarisches Vermögen Arno Geigers, dem es grandios gelingt" (Z. 51) ,,das beklemmende Nebeneinander- von Untergang der Gesellschaft und Beharrungswillen des Individuums zu beschreiben" (51-52) → Ausgangspunkt seiner Argumentation ist ,,[d]ie ,,Homogenität der Erzählstimme" (Z. 65) Veit Kolbes, der ,,schweigt, um nicht aufzufallen, [...] aber umso genauer hin[schaut]" (Z. 41-42) und in seiner Verschlos- senheit und zugleich sezierendem Blick" (Z. 46-47) auf seine Umgebung an die Schilderungen des ,,Kriegs- zeitzeugen Arno Schmidt erinnert" (Z. 53). Durch den Vergleich mit dem deutschen Schriftsteller, der den Krieg miterlebt hat, verdeutlicht er die literarische Qualität Geigers, der erst 1968 geboren sei (vgl. Z. 50- 51) Platthaus bescheinigt dem Roman eine [...] bedrückende und beglückende Stimmung" (Z. 87) → Diese werde erreicht durch ,,das Nebeneinander von Hoffnung und Horror, von erfolgreicher und erfolg- loser Zuflucht" (Z. 86-87), das sich ausdrückt in den ,,Erlebnisschilderungen anderer unfreiwilliger Kriegs- teilnehmer" (Z. 66) (Lore Neff, Kurt Rittler, Osker Meyer), die erzählerisch organisch eingepassten seien (vgl. Z. 83-84), [...] weil sie eine Facette des Jahres 1944 offenbaren, die für unser Verständnis des Stoffes wichtig ist" (Z. 84-85). Zum Schluss seiner Rezension attestiert Platthaus, es sei ,,ein großartiges Buch" (Z. 88), in dem Geiger ein ,,Geniestreich" (Z. 93) gelänge, und betont die Wahrhaftigkeit des Werkes (vgl. Z. 97-98) →Platthaus begründet dies damit, dass im letzten Kapitel, in dem Geiger ,,aus eigener Perspektive" (Z. 93) die Geschichten der Protagonisten zu Ende erzähle ,,die Grenze zwischen Fiktion und etwaig realer Quel- lenbasis so subtil [verwischt werde], dass man sich nach der Lektüre in dieselbe unsichere Geborgenheit versetzt sieht, von der gerade noch erzählt wurde" (Z. 94-96). Daraus leitet er ab, dass der Roman beson- ders ,,wahrhaftig" (98) sei, wobei er zuvor unbegründet feststellt: ,,Die Literatur ist ja auf ihre Weise wahrhaftig" (Z. 97-98). ...du arbeitest Wesentliches zur Leser*innenlenkung heraus, etwa Konjunktiv: ,,Wollte man [...], so böte sich" erzeugt höflich devote Stimmung Bildungssprachliches Niveau durch lateinische und dichterische Sprache (,,Summa", Z. 1; ,dräut", Z. 27) Nutzt Zitate aus der Drachenwand, um Interesse am Roman zu wecken (vgl. Z. 3-9, 23-25). Dadurch, dass er die Sprache des Romans als ,,zweifellos" (Z. 11) elaboriert beschreibt, erfährt die Erzähler- stimme eine positive Beurteilung Stimmungsvolle Beschreibung der Drachenwand: durch das Verb ,,heraufbeschworen" (Z. 23); Dramatisierung durch die Attribuierung „tödliche Szene" (Z. 26), die jedoch im Roman gar nicht beschrieben wird; Personifi- zierung der Drachenwand irgendwie beschützt er sie" (Z. 27-28) 3 2 6 2 12 8 3 2 5 2 9 7

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G

So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

In diesem Know findet Ihr eine Leistungskursklausur (Note: 3+) zum Thema Sachtextanalyse mit Bezug auf den Roman „Unter der Drachenwand“ Arno Geigers. Anbei ist ebenfalls der Erwartungshorrizont.

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Verwundung war verstrichen, und ich wun- derte mich selbst, dass es mir gelungen war, mir den Krieg so lange vom Leib zu halten. Als ich Ende November aus Wien eine Beorderung bekam, durfte ich mich nicht bekla- gen, jedenfalls nicht laut, denn in Wahrheit war es mir bisher vergönnt gewesen, einen unauffälligen Mittelweg zu gehen, der lag, sagen wir, zwischen dem allergrößten Glück mancher und dem härtesten Schicksal vieler."] 10. Mai 2021 10 11 12 13 14 Was ist das für eine Sprache? Einerseits eine formelle (,,Beorderung"), andererseits eine altertümliche (indessen"), schließlich zweifellos eine elaborierte. Es ist die Erzähler- stimme eines jungen Mannes namens Veit Kolbe aus ,,Unter der Drachenwand", einem Roman, dem schon im Titel die Bedrohung eingeschrieben ist, der sich Kolbe ausgesetzt sieht. Diese Drachenwand ist ein tatsächlich existierender Fels im österreichischen Salz- kammergut - das unterscheidet Geigers Buch von dem in ähnlich isolierter Umgebung angesiedelten und auch ähnlich intensiv erzählten Roman ,,Ein ganzes Leben" seines Landsmannes Robert Seethaler2, der jedoch bei allen Anklängen an reale Ereignisse be- wusst einen fiktiven alpinen Handlungsort zwischen Bergen mit so lebensfeindlich klin- genden Namen wie Karleitner, Klufterspitze und Häuslerkamm gewählt hatte. 15 16 17 18 19 20 Zuflucht vor den Schrecken des Weltkrieges Leng 21 26 27 28 Aber auch die Drachenwand erfüllt vor allem einen metaphorischen Zweck: Ihre Gegen- 22 wart wird von Geigers Erzähler über die fast fünfhundert Seiten hinweg immer wieder 23 heraufbeschworen (die Drachenwand macht im Süden eine breite Brust", ,,die alp- 24 traumhaft hingestellte Drachenwand", ,,die Drachenwand zeichnete sich deutlich ab", 25 und gleich zweimal ist vom ,,mächtigen Felsenschädel der Drachenwand" die Rede), doch in diese Wand selbst führt nur eine einzige, dann allerdings auch tödliche Szene. Ansonsten dräut³ der Fels über der kleinen Ortschaft Mondsee. Doch irgendwie be- schützt er sie auch. Er beschützt sie vor Krieg und Kriegsgeschrei. Geigers Buch deckt das Jahr 1944 ab. Zu dessen Beginn kehrt der aus Wien stammende Veit Kolbe von der Ost- front zurück, eher leicht- als schwerverwundet, und kommt dank privater Beziehungen zur Rekonvaleszenz nach Mondsee. Dort findet er, wie man schon dem Eingangszitat 32 entnehmen kann, eine vergleichsweise friedliche Welt vor, die neben ihm noch zahlrei- chen anderen Gästen Zuflucht vor den Schrecken des Weltkriegs beschert hat: aufs Land evakuierten Schülerinnen aus Wien, deren Betreuerinnen, einer jungen Mutter aus Darmstadt und dem ,,Brasilianer", einem gegen seinen Willen aus Südamerika zurück- gekehrten Einheimischen aus Mondsee, der mit der NS-Ideologie gar nichts anfangen 29 30 31 33 34 35 36 3 dräuen (Verb): dichterisch für drohen * Rekonvaleszenz, die (Substantiv): Genesung ¹ Summa, die (Substantiv): in etwa Gesamtbetrachtung 2 Robert Seethaler: österreichischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Schauspieler (*1966) Seite 2 von 4 V SUV Buty SARBEF -Perinea Wirklic Jas Ze erfundle Namer Hoyu tages cuut Anew aigeletsia 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 Deutsch LK Q1 | Steinert 2 Gymnasium Essen Nord-Ost kann. Doch so abgeschieden er in dieser Ecke des Großdeutschen Reichs auch lebt, kommt der ,,Brasilianer" mit dieser Haltung nicht einfach durch. Marottes oder subtiles Hommage"? Leserlenteng 2 - kursiverse Für Veit Kolbe, der ebenfalls keine Illusionen mehr über Methoden und Erfolgsaussich- ten der deutschen Kriegsführung hat, ist es leichter: Er schweigt, um nicht aufzufallen, schaut aber umso genauer hin. Da es meist seine Perspektive ist, aus der Geiger erzählt, wird darüber eine literarische Reminiszenz akut, die man bislang mit diesem Autor G kaum verbunden hätte: Arno Schmidt. Die Erzählhaltung von dessen 1949 erschiene- nem Debüt ¹0, der in der Endphase des Kriegs spielenden Flüchtlingsgeschichte „Levia- than", erscheint wie eine Blaupause für Geigers Hauptfigur in deren Verschlossenheit und zugleich sezierendem Blick auf den sie umgebenden Mikrokosmos aus Verblende- ten und Verzweifelnden. Auch die Flucht aus dem Kriegsalltag, der durch überfliegende Bomberflotten in Mondsee ebenso präsent ist wie auf Schmidts immer wieder stocken- der Zugfahrt, in die Liebe verbindet beide Bücher. Und wenn es Geiger als 1968 gebore- Argu nem Autor derart grandios gelingt, das beklemmende Nebeneinander von Untergang der Gesellschaft und Beharrungswillen¹¹ des Individuums zu beschreiben, dass man sich an den Kriegszeitzeugen Arno Schmidt erinnert fühlt, dann zeigt das einmal mehr, über was für ein literarisches Vermögen dieser Schriftsteller verfügt. Es gibt zudem eine for- male Novität¹2 in Geigers Roman, die wie ein Zuzwinkern hin zum in die narrativen Mög- lichkeiten typographischer¹3 Effekte verliebten Schmidt wirkt: den Schrägstrich. Immer wieder, durchschnittlich gewiss einmal pro Seite, wird mitten im Absatz dieses Zeichen gesetzt, ohne dass damit eine andere inhaltliche Funktion verbunden wäre als ein kurzes Innehalten. Es handelt sich also wie auch bei Schmidts entsprechenden Schreibgepflo- genheiten um eine Rhythmisierung des Textes, eine rhetorische Funktion, die fürs Vor- lesen - wozu der Roman durch seine persönliche Sprache einlädt- ohnehin denkbar gut geeignet ist. Ansonsten scheint es aber im Falle Geigers eher eine Marotte zu sein. Oder eben doch eine subtile Hommage? War das etwa tatsächlich wahr? 60 61 62 63 64 65 66 67 Die Homogenität der Erzählstimme wird in ,,Unter der Drachenwand" dreimal dreifach gebrochen: durch Erlebnisschilderungen anderer unfreiwilliger Kriegsteilnehmer. Da ist einmal die im Darmstadt verbliebene Mutter der ins Salzkammergut zur Erholung nach der Geburt ihres Kindes gereisten jungen Frau. Aus ihren Briefen an die Tochter erfahren wir, was die über Mondsee hinwegfliegenden Bomber m den Städten anrichten. Aus 70 Wien wiederum schreibt ein siebzehnjähriger Junge an seine mit ihrer Schulklasse eva- 71 kuierte Freundin über die eigenen Gefühle und Erlebnisse in der Heimatstadt. Und ein 68 69 10. Mai 2021 Marotte, die (Substantiv): seltsame, schrullige Eigenschaft, Angewohnheit 6 subtil (Adjektiv): mit viel Feingefühl, nuanciert, differenziert 7 Hommage, die (Substantiv): Werk als Huldigung für einen besonderen Menschen oder Künstler*in 8 Reminiszenz, die (Substantiv): Erinnerung von einer gewissen Bedeutsamkeit 9 Arno Schmidt: deutscher Schriftsteller (1914-1979) Debüt, das (Substantiv): Erstlingswerk 10 11 Beharrung, die (Substantiv): Ausdauer, Festigkeit 12 Novität, die (Substantiv): etwas Neues, das an die Öffentlichkeit gebracht wird 13 typographisch (Adjektiv): Textgestaltung durch drucktechnische Elemente Seite 3 von 4 J 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 -93 94 95 96 97 98 Deutsch LK Q1 | Steinert Gymnasium Essen Nord-Ost anderer Wiener, ein jüdischer Zahntechniker, der den älteren Sohn mit einem Kinder- transport nach Großbritannien hat retten können, aber selbst mit Frau und anderem Sohn zurückbleien musste, berichtet seiner in einem neutralen Staat lebenden Cousine von den immer aussichtsloseren Versuchen, erst in Österreich und dann in Ungarn zu überleben. Diese Stimmen bringen den Krieg mitten ins scheinidyllische Leben. Wie sie allerdings überhaupt im Kontext des Romans erklingen können, wie also diese jeweils schriftlich fixierten Zeugnisse, die zudem im Laufe des Buchs ihren Charakter än- dern - das landverschickte Mädchen verschwindet spurlos, kommt also als Adressatin der Briefe ihres Freundes nicht mehr in Frage; der schließlich von den Deutschen er- haschte Zahntechniker wechselt als Zwangsarbeiter zu heimlichen Aufzeichnungen -, die Zeiten überdauert haben, das lässt Geiger teilweise bewusst offen. Es tut aber auch nichts zur Sache, denn selbst die personell gar nicht an die Haupthandlung angebunde nen Berichte des jüdischen Wieners sind erzählerisch organisch eingepasst - weil sie eine Facette des Jahres 1944 offenbaren, die für unser Verständnis des Stoffs wichtig ist. Erst das Nebeneinander von Hoffnung und Horror, von erfolgreicher und erfolgloser Zu- flucht, schafft die ebenso bedrückende wie beglückende Stimmung dieses Romans. Es ist ein großartiges Buch, das Arno Geiger, einen der erfolg- und wandlungsreichsten deutschsprachigen Schriftsteller des letzten Jahrzehnts, von einer wieder einmal ganz neuen Seite zeigt: diesmal als historischen Chronisten auf den Spuren eben von Seetha- ler, Arno Schmidt oder auch Christoph Ransmayr¹4, dem in ,,Morbus Kitahara" ein ähnli- ches Stimmungskunststück geglückt ist. Aber anders als diesen dreien gelingt es Geiger mit einem letzten Kapitel aus eigener Perspektive der Geniestreich) das vorherige Ge- schehen nicht nur zu Ende zu erzählen, sondern dabei die Grenzen zwischen Fiktion und etwaig realer Quellenbasis so subtil zu verwischen, dass man sich nach der Lektüre in dieselbe unsichere Geborgenheit versetzt sieht, von der gerade noch erzählt wurde. War all das, was doch nicht wahr zu sein schien, am Ende tatsächlich wahr? Die Literatur ist ja auf ihre Weise wahrhaftig. Diese ist es allemal aufwertend 2) Argumest 10. IVidi ZUL - -) I line Sine heis chaclip Ausflict Deutsch LK Q1 | Steinert Klausur Nr. 4, Deutsch Leistungskurs Name: Asli Aydin Aufgabe 1 1 ...du formulierst eine zum Zielformat passende Einleitung 1.1 Bei dem Sachtext von Andreas Platthaus mit dem Titel ,,Keine Hoffnung ohne Horror" aus dem Jahr 2018 han- delt es sich um eine Rezension, die sich an die literaturinteressierten Leser*innen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung richtet. Sie beschäftigt sich inhaltlich mit einer Bewertung des Romans ,,Unter der Drachenwand" von Arno Geiger aus demselben Jahr. 1.2 2...du fasst den Text inhaltlich strukturiert zusammen, z. B. Die äußere Gliederung gibt den Text in sechs Abschnitten wieder, die der inhaltlichen Struktur nur teilweise entsprechen: 1. Einleitung (Z. 1-19): Platthaus beginnt seine Rezension mit einem aus seiner Perspektive zentralen Satz des Romans und nimmt diesen als Ausgangspunkt seiner Äußerung über dessen Sprache sowie die Tatsache, dass der im Titel genannte hauptsächliche Handlungsort der Drachenwand tatsächlich existiere. ● 14. Juni 2021 5 2. Abschnitt (Z. 20-38): Des Weiteren erläutert er die metaphorische Bedeutung der Drachenwand und gibt einen kurzen Überblick über die dort lebenden Figuren. 3. Abschnitt (Z. 39-63): Im dritten Abschnitt vergleicht Platthaus den Roman mit Arno Schmidts Roman ,,Leviathan" hinsichtlich der Hauptfiguren und typografischer Elemente. ● 4. Abschnitt (Z. 64-87): Platthaus erläutert weiterhin seine Auffassung, dass die verschiedenen der Erzählstim- men sich erzählerisch organisch einpassten in die Homogenität der Erzählstimme der Hauptfigur Veit Kolbe und erst die Multiperspektive die Stimmung des Romans ausmache. 3 ...du formulierst die Intention / Position des Verfassers, z. B. In seinem argumentativen Text bewertet Platthaus den Roman aufgrund seiner überaus gelungenen Erzähl- weise ohne Einschränkung positiv und möchte die Lesenden von seiner Einschätzung überzeugen und für den Roman begeistern. 5. Abschnitt (87-98): Als Fazit seiner Ausführungen drückt Platthaus seine positive Meinung zum Roman aus und vergleicht diesen abschließend mit anderen herausragenden Kriegsromanen, wobei er als Besonderheit des Romans die Grenze zwischen Fiktion und Realität nennt. 4 ...du erschließt die vorgetragenen Thesen und ihre argumentative Begründung hinsichtlich der Bewertung des Romans und belegst sie am Text, etwa Literarisches Vermögen Arno Geigers, dem es grandios gelingt" (Z. 51) ,,das beklemmende Nebeneinander- von Untergang der Gesellschaft und Beharrungswillen des Individuums zu beschreiben" (51-52) → Ausgangspunkt seiner Argumentation ist ,,[d]ie ,,Homogenität der Erzählstimme" (Z. 65) Veit Kolbes, der ,,schweigt, um nicht aufzufallen, [...] aber umso genauer hin[schaut]" (Z. 41-42) und in seiner Verschlos- senheit und zugleich sezierendem Blick" (Z. 46-47) auf seine Umgebung an die Schilderungen des ,,Kriegs- zeitzeugen Arno Schmidt erinnert" (Z. 53). Durch den Vergleich mit dem deutschen Schriftsteller, der den Krieg miterlebt hat, verdeutlicht er die literarische Qualität Geigers, der erst 1968 geboren sei (vgl. Z. 50- 51) Platthaus bescheinigt dem Roman eine [...] bedrückende und beglückende Stimmung" (Z. 87) → Diese werde erreicht durch ,,das Nebeneinander von Hoffnung und Horror, von erfolgreicher und erfolg- loser Zuflucht" (Z. 86-87), das sich ausdrückt in den ,,Erlebnisschilderungen anderer unfreiwilliger Kriegs- teilnehmer" (Z. 66) (Lore Neff, Kurt Rittler, Osker Meyer), die erzählerisch organisch eingepassten seien (vgl. Z. 83-84), [...] weil sie eine Facette des Jahres 1944 offenbaren, die für unser Verständnis des Stoffes wichtig ist" (Z. 84-85). Zum Schluss seiner Rezension attestiert Platthaus, es sei ,,ein großartiges Buch" (Z. 88), in dem Geiger ein ,,Geniestreich" (Z. 93) gelänge, und betont die Wahrhaftigkeit des Werkes (vgl. Z. 97-98) →Platthaus begründet dies damit, dass im letzten Kapitel, in dem Geiger ,,aus eigener Perspektive" (Z. 93) die Geschichten der Protagonisten zu Ende erzähle ,,die Grenze zwischen Fiktion und etwaig realer Quel- lenbasis so subtil [verwischt werde], dass man sich nach der Lektüre in dieselbe unsichere Geborgenheit versetzt sieht, von der gerade noch erzählt wurde" (Z. 94-96). Daraus leitet er ab, dass der Roman beson- ders ,,wahrhaftig" (98) sei, wobei er zuvor unbegründet feststellt: ,,Die Literatur ist ja auf ihre Weise wahrhaftig" (Z. 97-98). ...du arbeitest Wesentliches zur Leser*innenlenkung heraus, etwa Konjunktiv: ,,Wollte man [...], so böte sich" erzeugt höflich devote Stimmung Bildungssprachliches Niveau durch lateinische und dichterische Sprache (,,Summa", Z. 1; ,dräut", Z. 27) Nutzt Zitate aus der Drachenwand, um Interesse am Roman zu wecken (vgl. Z. 3-9, 23-25). Dadurch, dass er die Sprache des Romans als ,,zweifellos" (Z. 11) elaboriert beschreibt, erfährt die Erzähler- stimme eine positive Beurteilung Stimmungsvolle Beschreibung der Drachenwand: durch das Verb ,,heraufbeschworen" (Z. 23); Dramatisierung durch die Attribuierung „tödliche Szene" (Z. 26), die jedoch im Roman gar nicht beschrieben wird; Personifi- zierung der Drachenwand irgendwie beschützt er sie" (Z. 27-28) 3 2 6 2 12 8 3 2 5 2 9 7