Die Sprache in Gilead
In Gilead wird Sprache systematisch missbraucht, um die Ideologie des Regimes zu unterstützen. Wichtige Begriffe sind:
- "Salvaging" - stammt vom englischen "to salvage" (retten, bergen). In Gilead bezeichnet es paradoxerweise Hinrichtungen, die angeblich die Gesellschaft "retten".
- "Particicution" - ein Kunstwort aus "participation" (Teilnahme) und "execution" (Hinrichtung). Hierbei dürfen Handmaids gemeinsam einen verurteilten Mann töten.
- "Prayvaganza" - Kombination aus "pray" (beten) und "extravaganza" (großes Ereignis). Bezeichnet Massengebete und Massenhochzeiten.
- "Ritual" - beschönigender Begriff für den erzwungenen Geschlechtsverkehr zwischen Commander und Handmaid.
Diese Veranstaltungen sind bewusst öffentlich und zeigen Gilead von seiner grausamsten Seite:
- Die Handmaids müssen teilnehmen, um ihre Loyalität zu beweisen
- Sie werden manipuliert, ihre aufgestaute Wut gegen (möglicherweise unschuldige) Opfer zu richten
- Die öffentlichen Hinrichtungen dienen als Abschreckung für potenzielle Rebellen
Schlüsselkonzept: Die sprachliche Manipulation in "The Handmaid's Tale" ist ein zentrales Werkzeug der Unterdrückung. Begriffe wie "Salvaging" und "Ritual" verschleiern die wahre Brutalität und helfen, das System von Gilead aufrechtzuerhalten.
Besonders die "Particicution" zeigt die Unmenschlichkeit des Systems: Handmaids werden gezwungen, mit bloßen Händen zu töten - häufig Männer, die versucht haben könnten, ihnen zu helfen. Dies demoralisiert potenzielle Helfer und unterdrückt jeglichen Widerstand.
Diese brutalen Szenen sind für Offred, die Protagonistin des Buches, fast unerträglich zu beschreiben und stellen einen schockierenden Höhepunkt der Erzählung dar.




