Der Kategorische Imperativ: Die Universalisierungsformel
Der kategorische Imperativ in seiner bekanntesten Form lautet: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde."
Eine Maxime ist ein subjektiver Handlungsgrundsatz – eine moralische Regel, die jemand für sich selbst aufgestellt hat. Um zu prüfen, ob eine Handlung moralisch ist, muss man nach Kant fragen, ob man wollen kann, dass alle Menschen nach der gleichen Maxime handeln.
Die Prüfung folgt einem einfachen Schaubild: Zuerst identifizierst du deine Handlung und die zugrundeliegende Maxime. Dann fragst du, was wäre, wenn diese Maxime ein allgemeines Gesetz würde, nach dem alle handeln. Kannst du das wollen? Wenn ja, ist die Handlung moralisch. Wenn nein, ist sie unmoralisch.
Ein Beispiel: Frau M. behauptet gegenüber der Versicherung, der kaputte Fernseher gehöre ihrer Nachbarin. Die Maxime wäre: "Immer wenn ich etwas kaputt mache, behaupte ich, es wäre nicht von mir." Als allgemeines Gesetz würde das bedeuten: "Jeder behauptet gegenüber anderen das Falsche, um selbst davon zu profitieren." Kannst du das wollen? Die Antwort ist nein, die Handlung ist also unmoralisch.
🔄 Praktische Anwendung: Prüfe deine eigenen Entscheidungen mit dem kategorischen Imperativ! Überlege dir eine aktuelle Situation und frage dich: "Könnte ich wollen, dass alle Menschen so handeln wie ich?"