Materielle Ungleichheit und Armut in Deutschland
Die Dimension des materiellen Wohlstands wird unter anderem durch den Indikator Armut erfasst. In Deutschland wird relative Armut gemessen, die sich am Nettoäquivalenzeinkommen orientiert.
Definition: Relative Armut liegt vor, wenn das Nettoäquivalenzeinkommen weniger als 60% des Medians der Bevölkerung beträgt.
Armut in Deutschland:
- 2018 waren etwa 15,5% der Bevölkerung von Armut betroffen
- Ostdeutschland holt auf, bleibt aber ärmer als Westdeutschland
- Menschen mit Migrationshintergrund sind mehr als doppelt so häufig von Armut betroffen
Highlight: Die Prognose für 2045 deutet auf eine erneute Vergrößerung der Schere zwischen Ost- und Westdeutschland hin, bedingt durch Geburtenrückgang und Abwanderung.
Zur Messung der Einkommens- und Vermögensungleichheit werden verschiedene Indikatoren verwendet:
- Der Gini-Koeffizient misst den Grad der Ungleichheit
- Die Lorenzkurve stellt die Einkommensverteilung grafisch dar
- Verschiedene Einkommensbegriffe wie Haushaltsbrutto- und -nettoeinkommen werden unterschieden
Vocabulary: Der Gini-Koeffizient ist ein Maß für die Ungleichheit der Einkommensverteilung. Je näher der Wert an 1 liegt, desto ungleicher ist die Verteilung.
Deutschland im internationalen Vergleich:
- Gini-Koeffizient für Einkommen: 0,29
- Gini-Koeffizient für Vermögen: 0,83 (deutlich höhere Ungleichheit)
- EU-Durchschnitt für Einkommen: 0,31
Example: Während Bulgarien (0,40) und Litauen (0,38) eine höhere Einkommensungleichheit aufweisen, haben die Niederlande (0,27) eine geringere Ungleichheit als Deutschland.
Vermögen spielt eine wichtige Rolle für die soziale Ungleichheit und erfüllt verschiedene Funktionen:
- Sicherungsfunktion
- Einkommensfunktion
- Machtfunktion
- Nutzungsfunktion
Diese Funktionen tragen dazu bei, dass Vermögensunterschiede die soziale Ungleichheit in Deutschland verstärken und verfestigen können.







