Glauben und das Glaubensbekenntnis
Glauben als religiöses Phänomen bedeutet mehr als nur für-wahr-halten. Es umfasst Vertrauen gegenüber Gott, einen persönlichen Weg finden und sich auf einen personalen Gott einlassen. Im Christentum gibt es zwei wichtige Glaubensweisen:
- Fides qua (der "Du-Glaube"): Der persönliche Glaubensakt, mit dem man glaubt
- Fides quae (der "Dass-Glaube"): Der objektive Glaubensinhalt, der geglaubt wird
Beide Dimensionen gehören untrennbar zusammen und ergänzen sich.
Aha-Moment: Die Definition von Glaube in der Religion unterscheidet sich deutlich vom Alltagsgebrauch! Im religiösen Kontext geht es um eine Beziehung zu Gott, nicht nur um eine Vermutung.
Der Apostel Petrus zeigt beispielhaft die verschiedenen Facetten des christlichen Glaubens. In der Bibel finden wir mehrere Bibelstellen zu Petrus als Fels, wie zum Beispiel:
- Seine Berufung als Jünger (Mk 1,16-28)
- Das Christusbekenntnis (Mk 8,27-30)
- Die Zusage Jesu "Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen" (Mt 16,18-20)
- Selbst seine Verleugnung Jesu (Mk 14,66-72)
Das Glaubensbekenntnis (lateinisch: Credo) ist die Ausformulierung des Glaubens und nicht mit dem Glauben selbst zu verwechseln. Das Credo umfasst zentrale Aussagen über Gott als Vater und Schöpfer, Jesus Christus als seinen Sohn und den Heiligen Geist. Einige wichtige Aspekte des Glaubensbekenntnisses sind:
- "Vater" ist als Analogie zu verstehen, nicht als Geschlechtsbestimmung
- "Eingeborener Sohn" bedeutet, dass Jesus und Gottvater eins sind
- "Auferstanden von den Toten" meint nicht Wiederbelebung, sondern Leben bei Gott
- "Heilige katholische Kirche" bedeutet heilmachende, universale Kirche
Petrus steht im Spannungsfeld zwischen Begeisterung, Mut und Vertrauen sowie Zweifel, Angst und Mutlosigkeit – genau wie wir. Er zeigt alle Facetten des Glaubens und wird dennoch immer von Jesus akzeptiert. Das macht ihn so menschlich und zum Vorbild für Glaubende.