Menschenbild und Kritik des Utilitarismus
Der Utilitarismus basiert auf einem spezifischen Menschenbild und einer bestimmten Vorstellung vom menschlichen Streben. Gleichzeitig sieht er sich verschiedenen Kritikpunkten ausgesetzt.
Das utilitaristische Menschenbild
Der Utilitarismus geht von der Gleichwertigkeit aller Menschen aus. Benthams Aussage "Jeder zählt als Einer - keiner mehr als Einer" verdeutlicht diesen Grundsatz. Dies stellte einen bedeutenden Fortschritt in der Ständegesellschaft des 18. und 19. Jahrhunderts dar, da es die Gleichheit aller Menschen betonte.
Quote: "Das größte Glück der größten Zahl" - Bentham
Der Utilitarismus sieht es als natürlich an, dass Menschen nach maximalem Guten für sich streben und Leid vermeiden wollen. Dieses Streben wird auf die gesamte Gesellschaft übertragen, mit dem Ziel, für so viele wie möglich nützlich zu sein.
Hedonistisches Kalkül
Das hedonistische Kalkül ist ein zentrales Konzept im Utilitarismus. Es zielt darauf ab, Handlungen rational zu bestimmen, die geeignet sind, das Wohl aller zu fördern.
Definition: Das hedonistische Kalkül ist eine Methode zur Bewertung von Handlungen basierend auf ihrer Fähigkeit, Befriedigung zu erhöhen und Leid zu lindern.
Faktoren wie Intensität, Dauer, Wahrscheinlichkeit des Eintretens und zeitliche Nähe werden bei der Beurteilung von Befriedigung oder Leid berücksichtigt.
Kritik am Utilitarismus
Trotz seiner Bedeutung für die Ethik sieht sich der Utilitarismus verschiedenen Kritikpunkten ausgesetzt:
- Vernachlässigung von Spätfolgen
- Fehlende Berücksichtigung von Tierethik
- Unklare Definition von Grenzen
- Vernachlässigung von Minderheiten
- Probleme bei der Lösung von Gerechtigkeitsfragen
- Mögliche Vernachlässigung moralischer Prinzipien zugunsten der Mehrheit
- Keine Antwort auf existenzielle Fragen wie den Umgang mit dem eigenen Leben
Highlight: Eine zentrale Kritik am Utilitarismus ist, dass er möglicherweise die Rechte von Minderheiten zugunsten des Wohls der Mehrheit vernachlässigt.
Diese Kritikpunkte haben zu Weiterentwicklungen und Variationen des utilitaristischen Denkens geführt, wie beispielsweise dem Präferenzutilitarismus von Peter Singer.




































