Endogene und exogene Konjunkturtheorien
Die Ursachen für Konjunkturschwankungen werden in der Wirtschaftswissenschaft durch verschiedene Theorien erklärt. Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwischen endogenen und exogenen Konjunkturtheorien.
Endogene Theorien sehen die Ursachen für konjunkturelle Schwankungen im Wirtschaftssystem selbst. Die meisten modernen Konjunkturtheorien fallen in diese Kategorie.
Exogene Theorien hingegen erklären Konjunkturschwankungen durch Anstöße von außen, also durch außerwirtschaftliche Einflüsse.
Example: Exogene Faktoren können Kriege, technische Neuerungen oder psychologische Faktoren wie Optimismus oder Pessimismus sein.
Zu den wichtigsten endogenen Theorien gehören:
- Die rein monetäre Konjunkturtheorie: Sie erklärt den Konjunkturzyklus allein durch Veränderungen des Geldstroms.
Example: Eine Senkung des Leitzinses führt zu vermehrter Kreditaufnahme und Investitionen, was einen Aufschwung auslöst. Die Beendigung dieser Kreditexpansion führt dann zum Abschwung.
- Die Überinvestitionstheorie: Diese Theorie sieht die Ursache von konjunkturellen Schwankungen in der veränderten Nachfrage nach Konsumgütern.
Highlight: Laut dieser Theorie steigen Investition und Produktion zu schnell an, was zu Überkapazitäten führt, da die Absatzmöglichkeiten nicht im gleichen Maße wachsen.
- Die Unterkonsumstheorie: Im Gegensatz zur Überinvestitionstheorie geht diese Theorie davon aus, dass die Nachfrage kleiner ist als das Potential.
Definition: Die Unterkonsumstheorie besagt, dass ein zu großer Teil des Einkommens gespart wird, was zu einem Nachfrageausfall und letztlich zur Deflation führt.
Diese Theorien bieten verschiedene Erklärungsansätze für die komplexen Zusammenhänge, die zu konjunkturellen Schwankungen führen. Sie helfen dabei, die Dynamik des Konjunkturzyklus besser zu verstehen und mögliche wirtschaftspolitische Maßnahmen abzuleiten.





