Antizyklische Konjunkturpolitik als Kernkonzept des Keynesianismus
Die Nachfragetheoretiker leiten aus ihren Annahmen ab, dass der Staat eine aktive Rolle in der Wirtschaftssteuerung einnehmen muss. Dies manifestiert sich in der Forderung nach einer antizyklischen Fiskalpolitik.
Definition: Antizyklische Fiskalpolitik bezeichnet staatliche Maßnahmen, die darauf abzielen, Konjunkturschwankungen auszugleichen.
In konjunkturellen Tiefphasen soll der Staat durch kreditfinanzierte Investitionen, auch bekannt als "deficit spending", die private Nachfrage ankurbeln. Konkrete Beispiele für antizyklische Maßnahmen sind:
- Erhöhung der Staatsausgaben für Infrastrukturprojekte
- Stärkung der Kaufkraft privater Haushalte durch Lohnerhöhungen oder Prämien
- Zinssenkungen zur Stimulierung von Investitionen
- Steuersenkungen oder Erhöhung von Sozialtransfers
Beispiel: Die Abwrackprämie während der Finanzkrise 2008/2009 ist ein klassisches Beispiel für eine antizyklische Maßnahme, die den Konsum ankurbeln sollte.
In Hochphasen der Konjunktur sieht die antizyklische Wirtschaftspolitik vor, dass der Staat den Konsum und die Investitionen dämpft. Dies geschieht durch:
- Senkung der Staatsausgaben
- Erhöhung von Steuern und Zinsen
- Einfrieren von Investitionsanreizen
- Tilgung der zuvor aufgenommenen Kredite
Diese Maßnahmen dienen der Rücklagenbildung für zukünftige Krisen und sollen die langfristige Handlungsfähigkeit des Staates sichern.
Highlight: Ein zentraler Vorteil des Keynesianismus ist, dass sozialstaatliche Errungenschaften nicht gefährdet werden, da die Politik maßgeblich zur Umverteilung der Einkommen beiträgt.






